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Patentpools als Chance im Bereich der Lizenzierung standardessentieller Patente? Rahmenbedingungen, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele

Titel: Patentpools als Chance im Bereich der Lizenzierung standardessentieller Patente? Rahmenbedingungen, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele

Seminararbeit , 2019 , 30 Seiten

Autor:in: Shazana Rohr (Autor:in)

Jura - Medienrecht, Multimediarecht, Urheberrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Neue Produkte integrieren zunehmend eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien, wodurch oft auf Innovationen anderer Unternehmen zurückgegriffen werden muss. Infolgedessen sehen sich Produkthersteller häufig gezwungen, eine Vielzahl von Patentlizenzen verschiedener Lizenzgeber zu erwerben, was mit hohen Gebühren verbunden ist. Insbesondere für Lizenzsuchende, die eine Technologie nach Maßgabe eines technischen Standards anbieten möchten und hierfür ein standardessentielles Patent (SEP) benötigen, stellt dieses Patentdickicht eine Marktzutrittsschranke dar.

Marktzutrittsbarrieren können etwa auch daraus folgen, dass ein Patentinhaber die Relevanz seines Patents in Standardisierungsverfahren aus strategischen Erwägungen spät offenlegt. Lizenzsucher werden insgesamt in vielfältiger Weise in der Nutzung bestimmter technischer Lösungen behindert.

Da die Anzahl an Patenten, die einzelne Produkte schützen, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist, liegt in diesen Phänomenen inzwischen eine grundlegende Beeinträchtigung der Innovationskraft der deutschen und europäischen Volkswirtschaft. Zur Lösung dieser Problematik werden Patentpools vorgeschlagen. Die Europäische Kommission ermutigt Standardsetzungsorganisationen und SEP-Inhaber dazu, wirksame und transparente Möglichkeiten der SEP-Lizenzierung über Lizenzierungsplattformen zu finden und führt Patentpools als eine dieser Möglichkeiten an.

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Patentpools in Bezug auf die oben beschriebenen wirtschaftlichen Problemstellungen sowie die kartellrechtlichen Grenzen, die es bei der Ausgestaltung und Umsetzung eines Patentpools zu beachten gilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung in die Fragestellung

B. Rechtliche Rahmenbedingungen

I. Standardessentielle Patente

1. Der technische Standard

2. Arten der Standardsetzung und ihre Institutionalisierung

3. Das SEP und seine Deklarierung

II. Patentpools

1. Definition

2. Vertragliche Ausgestaltung

III. Rechtliche Anforderungen an die Patentpool-Lizenzierung von SEP

1. Missbrauchsverbot, Art. 102 AEUV

a) Marktbeherrschende Stellung

b) Missbrauch

aa) Lizenzverweigerung

bb) Diskriminierende Lizenzierungspraxis

cc) Ausbeutende Lizenzgebühren

dd) Missbräuchliche Unterlassungsklage

2. Kartellrechtliche Zwangslizenz

a) Verhältnis zur patentrechtlichen Zwangslizenz

b) Systematik der kartellrechtlichen Zwangslizenz

cc) Ausgestaltung des FRAND-Maßstabs durch die Rechtsprechung der deutschen Instanzgerichte

3. Definition des FRAND-Maßstabs im Verhältnis zum zwingenden Kartellrecht

4. Kartellverbot, Art. 101 Abs. 1 AEUV

a) Verhaltenskoordinierung i.S.d. Art. 101 Abs. 1 AEUV

aa) Poolvertrag

bb) Lizenzvertrag

cc) Marktverhalten

b) Beeinträchtigung des zwischenstaatlichen Handels und Spürbarkeit

c) Freistellung

d) Rechtsfolge

C. Einbeziehung ökonomischer Erkenntnisse unter Bezugnahme auf Probleme in der Praxis

I. Potentiale der Patentpool-Konstituierung und -Aktivität aus ökonomischer Sicht

II. Risiken und Herausforderungen

D. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die Arbeit untersucht die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen von Patentpools im Kontext der Lizenzierung standardessentieller Patente (SEP). Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Voraussetzungen Patentpools als probates Mittel dienen können, um Lizenzierungsprobleme wie das "patent thicket" zu lösen, und wie sie sich dabei im Spannungsfeld zwischen Patentrecht und Kartellverbot bewegen.

  • Analyse der Funktionsweise und Definition von Patentpools und standardessentiellen Patenten.
  • Untersuchung der Grenzen durch das Missbrauchsverbot (Art. 102 AEUV) und Kartellverbot (Art. 101 AEUV).
  • Bewertung des FRAND-Maßstabs und seiner juristischen Auslegung in der deutschen Rechtsprechung.
  • Ökonomische Betrachtung der Vor- und Nachteile von Patentpools hinsichtlich Marktzutritt und Innovationsförderung.
  • Einordnung der Patentpools als präventives Instrument gegenüber der Zwangslizenz.

Auszug aus dem Buch

A. Einführung in die Fragestellung

Eine hohe Dichte von Patenten auf einem Markt führt dazu, dass Produkthersteller eine Vielzahl von Lizenzen verschiedener Lizenzgeber erwerben müssen („patent thicket“) und hierdurch regelmäßig hohen Gebühren begegnen. Insbesondere für Lizenzsuchende, die eine Technologie nach Maßgabe eines technischen Standards anbieten möchten und hierfür ein standardessentielles Patent („SEP“) benötigen, stellt das patent thicket eine Marktzutrittsschranke dar. Letztere kann sich auch daraus ergeben, dass ein Patentinhaber die Relevanz seines Patents in Standardisierungsverfahren aus strategischen Erwägungen spät offenlegt („patent ambush“). Der Lizenzsucher wird letztlich aus einer Vielzahl von Gründen in der Nutzung bestimmter technischer Lösungen behindert („hold up“).

Zur Lösung dieser Problematik werden Patentpools vorgeschlagen. Die Europäische Kommission ermutigt Standardsetzungsorganisationen („SSO“) und SEP-Inhaber dazu, wirksame und transparente Möglichkeiten der SEP-Lizenzierung über Lizenzierungsplattformen zu finden. Sie führt Patentpools als eine dieser Möglichkeiten an. Zugleich werden Patentpools in der Literatur als „one of the most intractable problems in antitrust law“ bezeichnet. Welche Chancen Patentpools im Bereich der SEP-Lizenzierung mit sich bringen, soll in dieser Arbeit vor dem Hintergrund des rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmens der SEP- und Pool-Lizenzierung untersucht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung in die Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik aus Marktzutrittsschranken durch patent thickets und hold-up Szenarien ein und definiert das Forschungsziel.

B. Rechtliche Rahmenbedingungen: Dieser Abschnitt erörtert die Grundlagen technischer Standards, deren Institutionalisierung sowie die Rolle der Deklarierung von Patenten als standardessentiell (SEP).

II. Patentpools: Hier wird die Definition der Patentgemeinschaft sowie deren vertragliche Ausgestaltung, inklusive der Lizenzmodelle und Verteilungsmechanismen, detailliert erläutert.

III. Rechtliche Anforderungen an die Patentpool-Lizenzierung von SEP: Das Kapitel analysiert die kartellrechtlichen Grenzen, insbesondere das Missbrauchsverbot nach Art. 102 AEUV und die Anwendung des Kartellverbots nach Art. 101 AEUV auf Pool-Strukturen.

C. Einbeziehung ökonomischer Erkenntnisse unter Bezugnahme auf Probleme in der Praxis: Dieses Kapitel betrachtet die ökonomische Theorie hinter Patentpools, wie z.B. die Überwindung des anticommons-Dilemmas, sowie die damit verbundenen Herausforderungen.

D. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der Patentpools als wertvolles Instrument zur Förderung des Innovationswettbewerbs unter Einhaltung des Kartellrechts eingeordnet werden.

Schlüsselwörter

Patentpools, Standardessentielle Patente, SEP, Lizenzierung, Wettbewerbsrecht, Kartellrecht, Art. 102 AEUV, Art. 101 AEUV, FRAND, Patent Thicket, Innovation, Standardisierung, Lizenzgebühren, Essential Facilities, Patentverwertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Rolle von Patentpools als Instrument zur effizienten Lizenzierung standardessentieller Patente (SEP) unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen Patentrecht und Kartellrecht, die Bedeutung technischer Standards, die kartellrechtliche Zulässigkeit von Patentpools sowie die Auslegung von FRAND-Bedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob Patentpools die Probleme der SEP-Lizenzierung (z.B. patent thickets) lösen können, ohne selbst gegen das Kartellverbot oder das Missbrauchsverbot zu verstoßen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse auf Basis von EU-Recht, nationaler Rechtsprechung und bezieht ökonomische Literatur zur Bewertung von Wettbewerbseffekten ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die kartellrechtlichen Anforderungen (Art. 101 und 102 AEUV), die Ausgestaltung des FRAND-Maßstabs durch die deutsche Rechtsprechung sowie die ökonomischen Potentiale und Risiken von Patentpools.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Patentpools, SEP, Kartellrecht, FRAND, Essential Facilities, patent thicket und der Innovationswettbewerb.

Welche Rolle spielt die "Huawei/ZTE"-Entscheidung des EuGH in diesem Dokument?

Sie bildet den Maßstab für den Verhaltenskatalog, den ein SEP-Inhaber einhalten muss, um seine Unterlassungsklage nicht als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zu qualifizieren.

Wie bewertet die Autorin die Aussage, Patentpools seien eines der schwierigsten Probleme im Kartellrecht?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass diese Aussage in ihrer pauschalen Form heute als unzutreffend zu bewerten ist, sofern der Patentpool kartellrechtskonform ausgestaltet ist.

Welches Lizenzgebührenmodell wird ökonomisch bevorzugt?

Die Arbeit empfiehlt eine Einnahmenverteilung, die sich am Patentwert orientiert, da diese stärker zu Forschung und Entwicklung anspornt als eine rein numerisch-proportionale Verteilung.

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Details

Titel
Patentpools als Chance im Bereich der Lizenzierung standardessentieller Patente? Rahmenbedingungen, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele
Autor
Shazana Rohr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V1452515
ISBN (PDF)
9783963565588
ISBN (Buch)
9783963565595
Sprache
Deutsch
Schlagworte
patentpools bereich lizenzierung patente rahmenbedingungen ausgestaltungsmöglichkeiten standardessenzielle Patente SEPs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Shazana Rohr (Autor:in), 2019, Patentpools als Chance im Bereich der Lizenzierung standardessentieller Patente? Rahmenbedingungen, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452515
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Leseprobe aus  30  Seiten
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