Die Hausarbeit analysiert die Feministischen Außenpolitik Konzepte der Länder Schweden, Kanada und Deutschland und vergleicht diese. Zunächst erfolgt eine theoretische Darlegung des Konzepts. Anschließend wird der praktische Diskurs der FAP in den drei Ländern untersucht. Danach erfolgt dann ein Vergleich sowohl in der Theorie und Praxis mit den Schwerpunkten (1) Geschlechtergerechtigkeit, (2) Zerschlagung patriarchaler Strukturen, (3) Intersektionalität und (4) Realitätscheck.
Feministische Außenpolitik (FAP) ist ein relativ neues Konzept, dass sich erst in den letzten Jahren in mehreren Ländern etabliert hat und mittlerweile zu einem globalen Trend geworden ist. Den Start macht die schwedische Außenministerin Margot Wallström, als sie im Jahr 2014 verkündet, eine FAP zu verfolgen. Mittlerweile gibt es weltweit sieben Länder, die eine FAP verabschiedet haben, dazu gehören Kanada, Frankreich, Luxemburg, Mexiko, Spanien, Libyen und zuletzt auch Deutschland. Doch was bedeutet Feministische Außenpolitik eigentlich?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept der FAP im theoretischen Diskurs
3. Das Konzept der FAP im praktischen Diskurs
3.1 Schweden
3.2 Kanada
3.3 Deutschland
4. Ein Vergleich der Konzepte in der Theorie und Praxis
4.1 Geschlechtergerechtigkeit
4.2 Zerschlagung patriarchaler Strukturen
4.3 Intersektionalität
4.4 Realitätscheck
5. Fazit
Zielsetzung und Forschungsfragen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Feministischen Außenpolitik (FAP), indem sie die theoretischen Grundlagen des Begriffs den praktischen Umsetzungen in Schweden, Kanada und Deutschland gegenüberstellt. Ziel ist es, das Verständnis von FAP in beiden Diskursarten zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der konzeptionellen Ausgestaltung zu identifizieren, um so ein tieferes Verständnis für die praktische Anwendung des Konzepts zu entwickeln.
- Analyse und Definition des theoretischen FAP-Konzepts.
- Untersuchung der FAP-Leitlinien von Schweden, Kanada und Deutschland.
- Vergleich der theoretischen Kernelemente mit der praktischen Umsetzung.
- Identifikation der Rolle von Geschlechtergerechtigkeit, patriarchalen Strukturen und Intersektionalität.
- Erweiterung des Konzepts um den Aspekt des "Realitätschecks" in der Außenpolitik.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Feministische Außenpolitik (FAP) ist ein relativ neues Konzept, dass sich erst in den letzten Jahren in mehreren Ländern etabliert hat und mittlerweile zu einem globalen Trend geworden ist (vgl. Thompson 2021, 1). Den Start macht die schwedische Außenministerin Margot Wallström, als sie im Jahr 2014 verkündet, eine FAP zu verfolgen (vgl. Ministry for Foreign Affairs 2018, 9). Mittlerweile gibt es weltweit sieben Länder, die eine FAP verabschiedet haben, dazu gehören Kanada, Frankreich, Luxemburg, Mexiko, Spanien, Libyen und zuletzt auch Deutschland (vgl. Zilla 2022, 1). Doch was bedeutet Feministische Außenpolitik eigentlich?
Die Bezeichnung „feministisch“ ist auf die feministische Bewegung des 19. Jahrhunderts zurückzuführen, die ihren Ursprung im Kampf für Frauenrechte hat und unter dem Slogan „Das Private ist Politisch“ geführt wurde (vgl. Lunz 2022, 38). Im politischen Diskurs hingegen entwickelte sich die FAP als Teilbereich der Internationalen Beziehungen (IB) heraus (vgl. True 2005, 213; Sylvester 2001).
Allerdings gibt es bisher keine einheitliche Definition, welche Ansprüche eine Außenpolitik erfüllen muss, um feministisch zu sein. Einerseits lassen sich in der theoretischen Forschung Kernelemente ausfindig machen, die Anforderungen an eine FAP formulieren. Andererseits entwickelt sich parallel dazu ein Verständnis in der Praxis der sieben Länder, die Ausgestaltung des Konzepts prägen. Durch diesen Umstand stellt sich die Frage, inwiefern die beiden Definitionen übereinstimmen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der Feministischen Außenpolitik ein, erläutert die globale Verbreitung und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Übereinstimmung von Theorie und Praxis ab.
2. Das Konzept der FAP im theoretischen Diskurs: In diesem Kapitel werden die zentralen theoretischen Säulen, wie Geschlechtergerechtigkeit, die Dekonstruktion patriarchaler Machtstrukturen und der Fokus auf Intersektionalität definiert.
3. Das Konzept der FAP im praktischen Diskurs: Die praktischen Leitlinien und Handlungsfelder der Außenpolitik in Schweden, Kanada und Deutschland werden detailliert vorgestellt und gegenübergestellt.
4. Ein Vergleich der Konzepte in der Theorie und Praxis: Dieses Kapitel vergleicht die theoretischen Ansprüche mit der staatlichen Umsetzung, wobei zusätzliche Aspekte wie ein "Realitätscheck" in der Außenpolitik identifiziert werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Diskrepanzen und Übereinstimmungen zusammen und schließt mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der FAP.
Schlüsselwörter
Feministische Außenpolitik, FAP, Geschlechtergerechtigkeit, Internationale Beziehungen, Patriarchale Strukturen, Intersektionalität, Realitätscheck, Transformation, Außenpolitik, Entwicklungspolitik, Sicherheitspolitik, Frauenschutz, Empowerment, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Feministischen Außenpolitik (FAP) und untersucht, wie dieses sowohl im theoretischen wissenschaftlichen Diskurs als auch in den praktischen außenpolitischen Leitlinien verschiedener Staaten definiert und umgesetzt wird.
Welche Länder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Außenpolitik von Schweden, Kanada und Deutschland, da diese Staaten das Konzept der FAP explizit verfolgen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, welches Verständnis von Feministischer Außenpolitik in Theorie und Praxis vorherrscht und inwiefern diese beiden Ansätze miteinander vergleichbar sind bzw. übereinstimmen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse, bei der theoretische Kernelemente mit handlungsorientierten Leitlinien der drei ausgewählten Staaten in Beziehung gesetzt werden, ergänzt durch eine tabellarische Darstellung der Ergebnisse.
Welche zentralen Themenfelder werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die drei Kernelemente Geschlechtergerechtigkeit, Zerschlagung patriarchaler Strukturen und Intersektionalität sowie die praktische Ergänzung durch den sogenannten Realitätscheck.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem FAP, Intersektionalität, Friedenssicherung, Dekonstruktion von Machtstrukturen und die außenpolitische Transformation durch geschlechtersensible Ansätze.
Wie unterscheidet sich die Umsetzung in Schweden von der in Deutschland?
Während Schweden das Konzept historisch früher etabliert hat und stark auf das "Three Rs"-Framework (Rechte, Repräsentanz, Ressourcen) setzt, integriert Deutschland das FAP-Konzept umfassender in verschiedene Ressorts des Auswärtigen Amtes unter Berücksichtigung historisch gewachsener Machtstrukturen.
Was bedeutet der in der Arbeit genannte "Realitätscheck"?
Der Realitätscheck bezeichnet die notwendige Anpassung feministischer Ideale an die tatsächlichen außenpolitischen Handlungszwänge und empirischen Gegebenheiten, woraus die Autorin den Begriff des "Real-Feminismus" ableitet.
- Arbeit zitieren
- Katharina Clasen (Autor:in), 2023, Feministische Außenpolitik. Ein Vergleich des Konzepts im theoretischen und praktischen Diskurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452627