Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Mythos der "Apostrophitis" und überprüft die Aktualität anhand der Regelwerke zur deutschen Sprache. Dazu werden unter anderem Beispiele aus dem Alltag als auch Webseiten, die sich gezielt mit der Thematik behandeln, untersucht.
Zu Beginn soll dabei ein kurzer Blick auf die ›Gesetzeslage‹ geworfen werden. Dabei soll sich vor allem auf die Herausgaben des Dudens sowie des Rats für deutsche Sprache bezogen. An diesem Punkt wird auch ein kleiner Blick in die Textverarbeitungsprogramme geworfen und betrachte, wo dort eventuelle Fehler entstehen können. Im Anschluss daran soll ein kurzer Blick darauf, wie uns die Apostrophites im Alltag begleitet oder auch beeinflusst und was eine Untersuchung von Daten und Korpora dazu ergeben kann, sowie auch einen kurzen historischen Überblick geworfen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Apostroph in Regelwerken
2.1. Duden
2.1.1. e-Tilgung in Verbformen
2.1.2. im Genitiv
2.1.3. in verschmolzenen Präpositionen (durch’n)
2.2. Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung
2.3. Textverarbeitungsprogramme
3. Die ›Apostrophitis‹ im Alltag
3.1. Die Angst um den falschen Gebrauch
3.2. Der ›Sprachverfall‹ in der Forschung
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten „Apostrophitis“, um zu klären, ob es sich dabei tatsächlich um eine Epidemie des Sprachverfalls handelt oder um ein kulturell geprägtes Missverständnis über die Verwendung des Apostrophs in der deutschen Sprache.
- Analyse der offiziellen Regelwerke (Duden, Amtliches Regelwerk) zur Apostroph-Setzung.
- Untersuchung technischer Einflussfaktoren durch Textverarbeitungsprogramme und Tastaturbelegungen.
- Betrachtung der alltäglichen Wahrnehmung und öffentlichen Kritik am vermeintlich falschen Apostroph-Gebrauch.
- Historische Einordnung der Entwicklung des Apostrophs und Debatte um den sogenannten „Sprachverfall“.
Auszug aus dem Buch
3.2. DER ›SPRACHVERFALL‹ IN DER FORSCHUNG
Um eine Einschätzung des Sprachverfalls bezüglich des Apostrophs vorzunehmen, muss zunächst ein kurzer Einblick in die Entstehung des Zeichens gegeben werden.
Erste Auslassungszeichen lassen sich nach Nübling (2014: 100 f.) bereits in Handschriften des Mittelalters finden. Dabei handelt es sich um ein Mittel, welches unter anderem den Schriftspiegel einzuhalten; diese waren jedoch nicht immer einheitlich und mussten vom Leser aufgeschlüsselt und so ergänzt werden, dass es etwas Sinnvolles ergab (Nübling 2014: 101). Da diese Methode sehr kompliziert erschien, nahm das Auftreten dieser ungeregelten Kürzungen zwischen 1500 und 1600 ab (Nübling 2014: 101).
Eine erste moderne Kritik am Apostroph leitet Jacob Grimm ein. Er bezeichnet Apostrophe als Fälle »unnöthiger striche und haken« und leitet sie, wie auch moderne Sprachkritiker, aus dem Englischen oder Französischem ab (vgl. Nübling 2014: 101).
Grundsätzlich gilt also, dass der Apostroph zunächst »für einen Laut/ eine Lautfolge, der/ die beim Lesen des Textes auszusprechen war […]« (Nübling 2014: 103). Von da an entwickelte es sich zu einem Auslassungszeichen, welches meist für das Graphem e einzusetzen und nicht auszusprechen war (vgl. Nübling 2014: 103).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt, ob es sich bei der „Apostrophitis“ um eine echte sprachliche Bedrohung handelt und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Der Apostroph in Regelwerken: Dieses Kapitel prüft, welche spezifischen Regeln Duden und das amtliche Regelwerk für den Gebrauch des Apostrophs aufstellen.
3. Die ›Apostrophitis‹ im Alltag: Der Abschnitt beleuchtet, wie der Apostroph in der Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Rolle moderne Technik spielt und wie die Forschung den vermeintlichen Sprachverfall einordnet.
4. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass von einer Epidemie nicht die Rede sein kann und entkräftet die These des allgemeinen Sprachverfalls durch Apostroph-Fehler.
Schlüsselwörter
Apostrophitis, Apostroph, Rechtschreibung, Duden, Sprachwandel, Sprachverfall, Regelwerk, Genitiv-s, Auslassungszeichen, Textverarbeitung, Sprachkritik, Orthografie, Deppenapostroph, Sprachwissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das verbreitete Phänomen der „Apostrophitis“ und prüft, ob die zunehmende, teils als falsch empfundene Verwendung von Apostrophen tatsächlich einen „Verfall“ der deutschen Sprache darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die offiziellen grammatikalischen Regelwerke, den Einfluss technischer Hürden (wie Tastaturlayouts) und die soziolinguistische Debatte um Sprachkritik und Sprachverfall.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis linguistischer Fakten und Regelwerke nachzuweisen, dass es sich bei der „Apostrophitis“ nicht um eine gefährliche Epidemie handelt, sondern um ein verständliches Phänomen des Sprachwandels.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, indem sie offizielle Regelwerke (Duden, Rat für deutsche Rechtschreibung) sowie linguistische Forschungsliteratur (z.B. Nübling, Gallmann) kritisch vergleicht und auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der normativen Regelwerke, eine Untersuchung von technischen Schwierigkeiten bei der Textverarbeitung sowie eine Analyse der alltäglichen Empörung über vermeintliche Fehler.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Apostrophitis, Sprachverfall, Orthografie, Sprachwandel und Regelwerk beschreiben.
Welche Rolle spielt der „Genitiv“ in der Arbeit?
Die korrekte Kennzeichnung des Genitivs bei Eigennamen ist ein zentraler Streitpunkt, da hier oft Unsicherheit zwischen den Regeln und dem angloamerikanischen Einfluss herrscht.
Inwiefern beeinflusst Technik die Apostroph-Fehler?
Die Arbeit zeigt, dass viele Fehler schlicht dadurch entstehen, dass der typografisch korrekte Apostroph auf Tastaturen nicht leicht erreichbar ist und Nutzer auf Ersatzsymbole ausweichen.
Was besagt die historische Perspektive auf den Apostroph?
Die Forschung zeigt, dass Ablehnung gegen den Apostroph als „unnötiges Zeichen“ bereits im 19. Jahrhundert durch Kritiker wie Jacob Grimm geäußert wurde und somit kein reines Phänomen der modernen digitalen Welt ist.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Urbaneck (Autor:in), 2023, Die "Apostrophitis". Eine Epidemie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452769