Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Etnología / Folclore

Iemanjá und Sedna. Ansätze eines asymptotischen Vergleichs zweier Meeresgöttinnen aus unterschiedlichen Kulturen

Título: Iemanjá und Sedna. Ansätze eines asymptotischen Vergleichs zweier Meeresgöttinnen aus unterschiedlichen Kulturen

Tesis de Maestría , 2009 , 112 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Lisa Klotz (Autor)

Etnología / Folclore
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

In dieser Magisterarbeit soll nach Ansätzen gesucht werden, die einen asymptotischen Vergleich zweier Meeresgöttinnen aus zwei unterschiedlichen Kulturen ermöglichen.

Vorangestellt seien zunächst die Hauptfragestellungen. Gibt es fundamentale Gemeinsamkeiten zwischen der afrobrasilianischen Meeresgöttin Iemanjá und Sedna, der Meeresgöttin der Inuit, obwohl sie aus so unterschiedlichen kulturellen und religiösen Kontexten stammen? Wenn ja, wie ließe sich dies erklären? „Ritual ist mehrdimensional.“ Verglichen werden soll sowohl auf der Mikro-, als auch auf der Makroebene. Auf der Mikroebene werden spieltheoretische Ansätze eines Vergleiches angedacht, auf der Makroebene werden Turners Ritualtheorie und C.G. Jungs Archetypentheorie verwendet. Auf diesem Wege sollen über einen spieltheoretischen Ansatz im Kleinen die zwei Meeresgöttinnen in ihren Ritualen verglichen werden.

Über die Makroebene wird dann ein größerer Radius gezogen, um sowohl den Bedeutungsgehalt der Meeresgöttinnen für die Gläubigen, als auch die allgemeine Struktur der Meeresgöttin an sich herauszuarbeiten. Bei der Betrachtung und dem Vergleich beider Rituale werden diese als restringierte Codes betrachtet. „Jede Gruppe, deren Angehörige sich hinreichend gut kennen – Kricketmannschaften, Wissenschaftlerteams, Angehörige einer kommunalen Selbstverwaltungskörperschaft – pflegt einen restringierten Code zu entwickeln, der den Ablauf der Kommunikationsprozesse durch Präcodierung verdichteter Ausdrucksformen beschleunigt. Außerdem trägt der Code dazu bei, ein bestimmtes Wertesystem innerhalb der Gruppe durchzusetzen, und befähigt ihre Angehörigen, im Vollzug der Interaktion die Struktur und die Normen der Gruppe zu internalisieren.“

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

A. Ein kurzer Einblick in die Mythen um Iemanjá und Sedna

B. Theoretische Grundlagen

1. Ein kurzer Überblick über die Spieltheorie

a) Das Spielfeld

(1) Das Spielfeld im Ritual bei Sedna

(2) Das Spielfeld bei Iemanjá: Das Meer, der Terreiro

b) Die Mitspieler

(1) Bei Sedna

(2) Bei Iemanjá

c) Die Spielregeln und die Spielstrategie mit ihren Handlungsoptionen

(1) Bei Sedna

(2) Bei Iemanjá

d) Das „Spielzubehör“

(1) Bei Sedna

(2) Bei Iemanjá

e) Das Ziel der Spiele und der einzelnen Spieler

f.) Die Grenzen des Spielkonzeptes

2. Die symbolische Ethnologie nach Victor Witter Turner

3. Der Begriff der Archetypen nach C.G. Jung

C. Der Vergleich der beiden Meeresgöttinnen

1. Geographische und klimatische Bedingungen und die Subsistenz beider Ethnien

2. Eine Möglichkeit der Interpretation des Sedna-Mythos

a) Der Hundehemann

b) Die Rolle des Vaters

c.) Der Sturmvogel

d.) Das Abhacken der Fingerglieder

e.) Sednas Kinder als Stammväter aller Völker auf der Erde und Sedna als Mutterfigur

f.) Eine Möglichkeit der Interpretation des Mythos der Iemanjá

g.) Ein grober Überblick über den afrobrasilianischen Pantheon und die Umstände der Versklavung und des „Transports“ der ehemals afrikanischen Göttin nach Brasilien.

h.) Iemanjás Symbole und deren Interpretation

D. Ein Vergleich der Hauptsymbole beider Meeresgöttinnen

1. Das Meer

2. Die Unterwelt

3. Die Fruchtbarkeit (Mutter aller Orixás und Herrin der Seetiere)

4. Inzest und Sodomie als Tabubrüche

5. Schönheit und Häßlichkeit

6. Die Ambivalenz beider Göttinnen

E. Das ethnologische Spiel

1. Das Spielfeld

2. Die Mitspieler

3. Aufbau und Regeln

4. Der Zufall im Spiel

5. Das Ziel: Empathisches Verstehen der Religion, sowie die Aneignung von Hintergrundinformationen über Wissenskarten

6. Material und Design

III. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in einem asymptotischen Vergleich die Gemeinsamkeiten der afrobrasilianischen Meeresgöttin Iemanjá und der Inuit-Meeresgöttin Sedna. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, ob und wie sich fundamentale Parallelen zwischen zwei so unterschiedlichen kulturellen Kontexten feststellen lassen, indem spieltheoretische, ritualtheoretische und tiefenpsychologische Ansätze kombiniert werden.

  • Vergleichende Analyse zweier Meeresgottheiten aus unterschiedlichen Kulturen
  • Anwendung der Spieltheorie zur Strukturierung ritueller Abläufe
  • Einsatz von Victor Turners symbolischer Ethnologie und Ritualtheorie
  • Einbeziehung der Archetypentheorie nach C.G. Jung
  • Entwicklung eines theoretischen Modells für ethnologische Spiele

Auszug aus dem Buch

d.) Das Abhacken der Fingerglieder

Das Abhacken der Fingerglieder kommt neben den körperlichen Schmerzen einer besonderen Behinderung gleich, denn bei den Inuit herrscht eine Arbeitsteilung nach Geschlecht. Während die Männer zur Jagd gehen und mit lebenswichtigem Fleisch, Fett, Häuten und dergleichen eine Basis des Unterhalts herbeischaffen, kümmern sich die Frauen um das Kochen und Verwerten der gejagten Tiere. Sie nähen Kleidungsstücke und fertigen wichtige Utensilien an. Darüber hinaus kümmern sie sich um die Kinder. Ein verheiratetes Paar versorgt die Eltern und Kinder. Ein jedes Mitglied der Familie wist wichtig und hat eigene Aufgaben zu erfüllen, die für die Gesamtheit der Familie und der Gruppe lebenswichtig sind. Das Abhacken der Fingerglieder, mit denen eine Frau nähte und kochte, kam einem Mord gleich, denn nun hatte Sedna nichts mehr beizutragen. Egal, wie schön sie war, es würde sich nun kein junger Mann mehr für sie interessieren, denn er benötigte eine Frau, die ihn mit Kleidung versorgte, die Nahrung zubereitete. Dem Abhacken von Sednas Fingergliedern können nun mehrere Bedeutungen erschlossen werden.

Zunächst einmal zeichnet sie der Umstand, daß aus ihren Fingern die Meeressäuger und damit die wichtigste Nahrungsquelle der Inuit werden, als Kulturheroin aus. Daß sie dabei ihr bisheriges Leben verliert und verstümmelt bleibt – ähnliche Qualen finden wir auch bei Prometheus wieder – entspricht hier einer inneren Notwendigkeit. Denn im Pantheon der Inuit gibt es für jede Gruppe jagbarer Tiere eine entsprechende Gottheit, die direkt angerufen werden kann. So begegnen wir auf dem Lande der Göttin der Landtiere. Die Tiere hätten nicht einfach erschaffen werden können, ohne daß damit das Reich der Sedna und ihr Platz als Meeresgöttin und Göttin der Seetiere zugleich erschaffen wurde. Das Meer erhielt dadurch zwei neue Bedeutungsgehalte. Was vorher bedeutungsloser Raum war, wurde nun zur Nahrungsquelle. Außerdem wurde das Meer sakralisiert, indem es Sednas Wohnsitz wurde. Die Sünden der Menschen wirken direkt auf Sedna und damit auch auf die Seetiere ein. Wenn bestimmte Sünden begangen werden – hierzu zählen hauptsächlich Abtreibungen und nicht erwähnte Fehlgeburten der Frauen – beschmutzen diese Sünden Sedna und verknoten ihr langes Haar.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Ziel der Magisterarbeit dar, einen asymptotischen Vergleich zweier Meeresgöttinnen durch die Kombination von Spieltheorie, Ritualtheorie und Archetypentheorie zu ermöglichen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine mythologische Einführung, eine theoretische Grundlegung mittels Spiel- und Ritualtheorie sowie Archetypenlehre, einen detaillierten Vergleich beider Gottheiten und deren Symbole, sowie den Entwurf eines religionsethnologischen Spiels.

III. Schluß: Das abschließende Kapitel resümiert die Ansätze und betont die Bedeutung multiperspektivischer Zugänge bei der Untersuchung und Annäherung an das Fremde in der Ethnologie.

Schlüsselwörter

Iemanjá, Sedna, Spieltheorie, Ritualtheorie, Victor Witter Turner, C.G. Jung, Archetypen, symbolische Ethnologie, Meeresgöttinnen, Candomblé, Inuit, Mythologie, Tabubruch, kultureller Vergleich, Religionsethnologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die Meeresgöttinnen Iemanjá (afrobrasilianischer Candomblé) und Sedna (Inuit-Mythologie) unter Verwendung kulturwissenschaftlicher Theorien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Bedeutung von Ritualen, die Funktion religiöser Symbole, die Konstruktion von Identität und die mythologische Verarbeitung von Tabubrüchen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gottheiten trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen Kontexte herauszuarbeiten und eine methodische Vergleichsbasis zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, bestehend aus der Spieltheorie (von Neumann/Morgenstern), der symbolischen Ethnologie (Turner) und der Tiefenpsychologie (Jung).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mythen beider Göttinnen, entwickelt ein Spielfeld-Modell zur Untersuchung der Rituale und führt einen Vergleich der Hauptsymbole wie Meer, Unterwelt und Fruchtbarkeit durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Archetypen, Ritual, Symbol, Tabu, Candomblé, Mythos, sowie interkultureller Vergleich.

Welche Rolle spielt der Schamane im Sedna-Mythos?

Der Schamane dient als Mittler zwischen der irdischen Welt und der Meeresgöttin, der durch das Kämmen ihres Haares die moralische Reinheit wiederherstellt.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit Iemanjá von dem mit Sedna?

Während bei Sedna ein starker Fokus auf der Sühne von Tabubrüchen und einer kollektiven Beichte liegt, ist das Fest für Iemanjá eher durch Gabendarbringungen und eine einseitige Willensbekundung geprägt.

Final del extracto de 112 páginas  - subir

Detalles

Título
Iemanjá und Sedna. Ansätze eines asymptotischen Vergleichs zweier Meeresgöttinnen aus unterschiedlichen Kulturen
Universidad
LMU Munich  (Ethnologie)
Calificación
2,3
Autor
Lisa Klotz (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
112
No. de catálogo
V145300
ISBN (Ebook)
9783640562688
ISBN (Libro)
9783640562480
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lemanjá Sedna Ansätze Vergleich Meeresgöttinnen Kulturen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lisa Klotz (Autor), 2009, Iemanjá und Sedna. Ansätze eines asymptotischen Vergleichs zweier Meeresgöttinnen aus unterschiedlichen Kulturen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145300
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  112  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint