Die vorliegende Masterarbeit behandelt das Thema „Akzeptanz für digitale Zahlungssysteme bei bargeldlosen (Groß-) Veranstaltungen in Österreich“. Dabei wird die Akzeptanz primär aus der Perspektive der Konsumierenden analysiert und eine Datengrundlage für weitere Forschungen und praxisnahe Entscheidungen in diesem Bereich geschaffen. Durch den Einsatz digitaler Zahlungssysteme und die Abhaltung von Veranstaltungen ohne der Verwendung von Bargeld lassen sich Effizienzgewinne im Ablauf erzielen, Kosten minimieren sowie die Sicherheit von veranstaltenden und teilnehmenden Personen steigern. Ziel ist die Analyse der subjektiven Haltung von Gästen zur Digitalisierung von Zahlungsvorgängen im Veranstaltungsbereich. Im Rahmen des Theorieteils werden veranstaltungsspezifische Begriffe sowie technische und sozialwissenschaftliche Grundlagen aus der Akzeptanzforschung anhand des verfügbaren Forschungsstandes erläutert. Es werden Closed-Loop- und Open-Loop-Zahlungssysteme detailliert vorgestellt und miteinander verglichen, jene zwei Systeme, die für den bargeldlosen Zahlungsverkehr auf Veranstaltungen eingesetzt werden. Konkret wird als zentrale Fragestellung mittels vergleichender Analysen die Akzeptanz von Veranstaltungsbesucher:innen gegenüber dieser beiden Zahlungssysteme gemessen, um eine Präferenz zu einem dieser festzustellen. Als empirische Forschungsmethode wird auf Basis etablierter Untersuchungsmodelle aus der Akzeptanzforschung ein Fragebogen für eine quantitative Befragung erstellt und per Onlineumfrage zur Datengewinnung eingesetzt. Anhand von Methoden deskriptiver Statistik erfolgt eine Auswertung und die Analyse der gewonnenen Daten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemhintergrund
1.2 Wissenschaftliche Fragestellung
1.3 Methodisches Vorgehen
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Grundlagen und Begriffe im Veranstaltungswesen
2.1.1 Ereignis, Veranstaltung, Event, Großveranstaltung
2.1.2 Definition von bargeldlosen Veranstaltungen
2.2 Herausforderungen von (Groß-) Veranstaltungen
2.2.1 Infrastruktur von (Groß-) Veranstaltungen allgemein
2.2.2 Infrastruktur für bargeldlosen Zahlungsverkehr
2.2.3 Vorteile beim Einsatz digitaler Zahlungssysteme
2.3 Grundlagen bargeldloser Zahlungsvorgänge
2.3.1 Überblick und Arten von (digitalen) Zahlungsmitteln
2.3.2 Haltung zum Thema Bargeld in Österreich
2.3.3 Einfluss von Megatrends auf das Zahlungsverhalten
2.4 Entwicklung von digitalen Zahlungssystemen
2.4.1 Historische Entwicklung der RFID-Technik
2.4.2 Funktionsweise von RFID
2.4.3 Entwicklung zum NFC-Übertragungsstandard
2.4.4 Beschreibung von Closed-Loop-Systemen (CLS)
2.4.5 Beschreibung von Open-Loop-Systemen (OLS)
2.4.6 Vor- und Nachteile von Closed-Loop- und Open-Loop-Systemen
2.5 Grundlagen der Akzeptanzforschung
2.5.1 Einführung des Akzeptanzbegriffes
2.5.2 Adoption und Diffusion neuer Technologien
2.5.3 Technologie-Akzeptanz-Modelle und deren Entwicklung
2.5.4 Modellentwicklung zur Untersuchung
2.5.5 Unabhängige Variablen im Untersuchungsmodell
2.5.6 Abhängige Variable im Untersuchungsmodell
2.5.7 Moderatorvariablen im Untersuchungsmodell
2.6 Forschungsfragen
3. Forschungsdesign (Methode)
3.1 Beschreibung der Methode
3.2 Fragebogenentwicklung
3.3 Grundgesamtheit der Befragung
3.4 Stichprobe der Befragung
4. Forschungsergebnisse
4.1 Überprüfung der gewonnenen Daten und Datenaufbereitung
4.2 Datenauswertung mittels deskriptiver Statistik
4.2.1 Soziodemografische Merkmale
4.2.2 Deskriptive Auswertung der Faktoren des Untersuchungsmodells
4.3 Vergleichende Analyse der Faktoren
4.3.1 Vergleich unabhängiger Variablen
4.3.2 Vergleich abhängiger Variablen – Nutzungsabsicht
4.3.3 Vergleich aller Variablen des Untersuchungsmodells
4.4 Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung
5. Diskussion und Schlussfolgerungen
5.1 Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse
5.2 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
5.3 Relevanz und Implikationen der Ergebnisse für die Praxis
5.4 Limitationen im Forschungsprozess
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die kundenseitige Akzeptanz von digitalen Zahlungssystemen bei bargeldlosen Großveranstaltungen in Österreich. Forschungsziel ist es, die Haltung der Konsumierenden zur Digitalisierung von Zahlungsvorgängen im Veranstaltungssektor zu ermitteln und eine Entscheidungsgrundlage für Veranstalter und Betreiber zu schaffen, um effizientere Abläufe durch bargeldlose Lösungen zu fördern.
- Vergleich von Closed-Loop- und Open-Loop-Zahlungssystemen im Event-Kontext
- Anwendung und Adaption der Technologie-Akzeptanz-Modelle (TAM/UTAUT) auf bargeldlose Großveranstaltungen
- Empirische quantitative Analyse der Präferenzen von Veranstaltungsbesuchern mittels einer Onlineumfrage
- Ableitung praktischer Handlungsempfehlungen für Veranstalter und Betreiber von Veranstaltungsstätten
- Untersuchung der spezifischen Einflussfaktoren (Akzeptanztreiber vs. Akzeptanzbarrieren) bei digitalem Zahlungsverkehr in Österreich
Auszug aus dem Buch
Die kontaktlose Bezahlfunktion vor allem für Klein- und Kleinstbeträge stellt einen der meistverwendeten Anwendungszwecke für die Near-Field-Communication-(NFC)-Technologie dar.
Diese Technik basiert auf der Radio-Frequency-Identification-(RFID)-Technik bzw. kann als Weiterentwicklung dieser angesehen werden, um diese einem praktischen Nutzen zuzuführen. Bereits seit 2012 werden neue Debit- und Kreditkarten standardmäßig mit NFC-Funktion ausgegeben (Langer & Roland, 2010).
Obwohl seither viele neue anbietende Unternehmen auf den Markt der kontaktlosen Zahlungsdienstleister gekommen sind, gelang es bislang noch keinem Mobile-Payment-Ansatz, den Zahlungsverkehrsmarkt in Österreich nachhaltig zu durchdringen. Wie Michler (2020) in seiner vergleichenden Analyse zum Zahlungsverhalten in Schweden und in Österreich erläutert, wird dieser Umstand dadurch verstärkt, dass Österreich als bargeldaffines Land gilt. Im direkten Vergleich liegt der Anteil an Bargeldzahlungen in Schweden bei rund sechs Prozent vom gesamten Zahlungsverkehr. In Österreich ist dieser Anteil mit 64,9 Prozent zehnmal so hoch (Michler, 2020). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Aversion bzw. die Skepsis gegenüber bargeldlosem Zahlungsverkehr in Österreich als hoch einzuordnen ist und Österreich im internationalen Vergleich einen großen Nachholbedarf hat (Dorfmeister et al., 2021).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der digitalen Zahlungssysteme bei Großveranstaltungen und Erläuterung des Forschungskontextes sowie der Zielsetzung.
2. Theoretischer Rahmen: Darstellung der veranstaltungsspezifischen Grundlagen, der technischen Hintergründe von RFID/NFC und der sozialwissenschaftlichen Akzeptanzmodelle.
3. Forschungsdesign (Methode): Beschreibung des explorativen Forschungsdesigns, der Online-Umfrage und der zur Datenanalyse genutzten Kriterien.
4. Forschungsergebnisse: Deskriptive Auswertung der erhobenen Umfragedaten und vergleichende Analyse der Akzeptanzfaktoren von Closed-Loop- und Open-Loop-Systemen.
5. Diskussion und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse, kritische Reflexion des Forschungsprozesses sowie Ableitung von Praxisempfehlungen und Ausblick.
Schlüsselwörter
bargeldlose (Groß-) Veranstaltungen, Cashless-Payment, Closed-Loop-Systeme, digitale Zahlungssysteme, Open-Loop-Systeme, Technologie-Akzeptanz, Eventmanagement, NFC-Technologie, RFID, Zahlungsverhalten, Akzeptanzforschung, Österreich, Digitalisierung, Konsumverhalten, Veranstaltungsbranche.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht die Akzeptanz digitaler Zahlungssysteme bei bargeldlosen Großveranstaltungen in Österreich aus der Sicht der Konsumierenden.
Welche zwei Haupttypen von Zahlungssystemen werden miteinander verglichen?
Die Arbeit führt einen detaillierten Vergleich zwischen Closed-Loop-Systemen (geschlossene Systeme) und Open-Loop-Systemen (offene Systeme wie Kreditkarten oder Mobile Payment) durch.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, eine empirische Datenbasis zum Nutzerverhalten zu schaffen, um Entscheidungsträgern bei der Auswahl von Zahlungssystemen im Veranstaltungssektor eine fundierte Grundlage zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die empirische Untersuchung verwendet?
Es wird ein quantitativer Ansatz in Form einer Onlineumfrage gewählt, wobei etablierte Skalen aus der Technologie-Akzeptanzforschung (TAM/UTAUT) zur Anwendung kommen.
Was deckt der theoretische Hauptteil der Arbeit ab?
Der Theorieteil umfasst Definitionen zum Veranstaltungswesen, eine Einführung in die RFID- und NFC-Technik sowie die grundlegenden Theorien der Akzeptanzforschung.
Welche Faktoren charakterisieren die technologische Akzeptanz in dieser Studie?
Die Arbeit analysiert Akzeptanztreiber wie Nutzen, Einfachheit, Kompatibilität, Vertrauen und Präsenz sowie Barrieren wie Kosten und Zwang.
Wie schneiden Open-Loop-Systeme im Vergleich zu Closed-Loop-Systemen in der Umfrage ab?
Die Ergebnisse zeigen eine statistisch signifikante Präferenz der Befragten für Open-Loop-Systeme über alle untersuchten Faktoren hinweg.
Warum ist die Identifizierung von "Akzeptanzbarrieren" für Veranstalter relevant?
Das Verständnis für die Skepsis der Gäste gegenüber bestimmten Faktoren hilft Veranstaltern dabei, Hemmschwellen proaktiv abzubauen und die Kundenzufriedenheit deutlich zu steigern.
- Arbeit zitieren
- Josef Wiedenhofer (Autor:in), 2023, Akzeptanz von digitalen Zahlungssystemen bei bargeldlosen (Groß-) Veranstaltungen in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453588