Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Literatura - General

Sprache (er)finden. Zur Literatur und Sprache post Auschwitz

Theodor W. Adorno, James E. Young und Wolfgang Kohlhaases Erzählung "Erfindung einer Sprache"

Título: Sprache (er)finden. Zur Literatur und Sprache post Auschwitz

Trabajo Escrito , 2010 , 24 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Susanne von Pappritz (Autor)

Literatura - General
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Besonders die Sprache der Literatur als ein künstlerisches Medium bleibt post Auschwitz stets Angriffspunkt zentraler Diskussionen im Hinblick auf die Problematik der literarischen Auseinandersetzung mit einer von Auschwitz gebrandmarkten Welt, denn das „zentrale ästhetische Problem liegt darin, dass über etwas, das als unfassbar begriffen wird, im Medium der Sprache gehandelt werden muss“, sieht man sich in der Verantwortung dem Schweigen als Haltung etwas entgegenzusetzen. Besonders der Soziologe und Philosoph Theodor Wiesengrund Adorno gerät ins Feld erster Assoziationen, wenn es um die Frage geht, ob „Gedichte“, kurz Kunst überhaupt nach Auschwitz noch möglich seien; während sich James Edward Young aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive auf die Literatur post Auschwitz an die Problematik annähert und gerade den Nutzen einer solchen herausstellt.

Thema und somit Schwerpunkt dieser Arbeit soll es sein, auf diese zwei zentralen Perspektiven zum Stand der Literatur im Kontext von Auschwitz in einem Kapitel der theoretischen Vorbetrachtung einzugehen, indem Adorno und Young als bedeutende Stimmen zum Status der Literatur und Sprache nach Auschwitz im begrenzten Rahmen dieser Arbeit anhand zentraler, provokanter Standpunkte zu Wort kommen sollen. Im Anschluss daran wird die Erzählung „Erfindung einer Sprache“ (1977) von dem Regisseur und Schriftsteller Wolfgang Kohlhaase im Zentrum der Analyse stehen und als ein, wie aufzuzeigen bleibt, besonders textstrategisch durch Sprachspiel und der Konzentration auf die Sprache als Material sprachorientiertes und sich damit der Sprachproblematik stellendes Beispiel der literarischen Auseinandersetzung mit der von den Nationalsozialisten systematischen Ermordung der europäischen Juden fungieren. So soll in Diskussion gebracht werden, wie Sprache nach Auschwitz gefunden werden kann, wie sie gefunden, vielleicht sogar erfunden werden muss – und das in der Wahl eines stets ästhetischen Mediums, das den Gräueltaten mit einer künstlerischen Stimme – der Stimme der Literatur begegnet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Begründung der Thematik

2 Stimmen zur Rolle der Sprache und Literatur post Auschwitz

2.1 Th. W. Adorno - Kunst nach Auschwitz als „Barbarei“?

2.2 J. E. Young - Holocaust-Literatur zwischen Faktizität und Fiktionalität

3 Michael Kohlhaase - Sprache der Hoffnung und Versöhnung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen fiktionaler Literatur im Kontext des Holocaust. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache nach Auschwitz neu gefunden werden kann, um einerseits dem unfassbaren Grauen gerecht zu werden und andererseits eine Form der Erinnerung und Versöhnung zu ermöglichen, die über das bloße Verstummen hinausgeht.

  • Die Auseinandersetzung mit Theodor W. Adornos Diktum zur "Barbarei" nach Auschwitz.
  • Die literaturwissenschaftliche Perspektive von James E. Young auf die Wechselwirkung von Faktizität und Fiktionalität.
  • Die Analyse von Wolfgang Kohlhaases Erzählung „Erfindung einer Sprache“ als sprachstrategisches Beispiel.
  • Die Untersuchung von Sprache als Überlebensfaktor und Mittel zur Identitätswahrung in der Extremsituation des Konzentrationslagers.

Auszug aus dem Buch

Michael Kohlhaase - Sprache der Hoffnung und Versöhnung

Im Zuge der Auseinandersetzung mit Adornos und Youngs Positionierung zu den Grenzen, aber auch Möglichkeiten einer Kunst nach Auschwitz wurde deutlich, dass sich beide nicht nur eindeutig für die Kunst post Auschwitz aussprechen, sondern sie geradezu dem menschlichen Leben im Kontext von Auschwitz zum Zwecke der Erinnerung einfordern. Mit ihr ist es möglich, eine besondere Sprache für das Geschehene zu finden, die ihre Legitimation vor allem durch die Ausdrucksnotwendigkeit, die ein so traumatisches Erlebnis, auch in der Erinnerung des Erinnernden der Nachkriegsgeneration, verlangt.

Martin Walser formulierte treffenderweise in einem Gespräch mit Ignatz Bubis zur gegenwärtigen Situation und „Rechten der Literatur“ im Angesicht der Vergangenheit Folgendes: „Wir brauchen eine neue Sprache für die Erinnerung“48. Vielleicht ist es gerade die fiktive Literatur, die dieses Potential in sich trägt – die Sprache der Fiktion als Sprache der Erinnerung. So paradox dieses Verhältnis erscheint, so erprobt ist es. Der Holocaust bleibt Faszinosum, ein immer wiederkehrendes Sujet literarischer Arbeiten lange nach dem Grauen von Auschwitz.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begründung der Thematik: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit, über den Holocaust zu sprechen, und begründet die Relevanz einer literarischen Auseinandersetzung trotz der Unaussprechlichkeit des Geschehens.

2 Stimmen zur Rolle der Sprache und Literatur post Auschwitz: In diesem Kapitel werden die theoretischen Positionen von Adorno und Young diskutiert, um den Status der Kunst und Literatur nach 1945 zu evaluieren.

2.1 Th. W. Adorno - Kunst nach Auschwitz als „Barbarei“?: Die philosophische Analyse adressiert Adornos berühmtes Diktum und die dialektische Notwendigkeit engagierter Kunst nach dem Zivilisationsbruch.

2.2 J. E. Young - Holocaust-Literatur zwischen Faktizität und Fiktionalität: James E. Youngs literaturwissenschaftlicher Ansatz wird vorgestellt, der die strikte Trennung von Fiktion und Realität zugunsten einer gleichwertigen Betrachtung aufweicht.

3 Michael Kohlhaase - Sprache der Hoffnung und Versöhnung: Anhand einer detaillierten Analyse von Kohlhaases Erzählung wird aufgezeigt, wie der spielerische Umgang mit Sprache als Überlebensstrategie und Weg zur Identitätsbildung fungieren kann.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Literatur trotz ihrer Fragwürdigkeit ein unverzichtbares Medium bleibt, um das Unaussprechliche in Sprache zu fassen und die Erinnerung wachzuhalten.

Schlüsselwörter

Holocaust, Auschwitz, Literatur, Sprache, Theodor W. Adorno, James E. Young, Wolfgang Kohlhaase, Erfindung einer Sprache, Fiktion, Faktizität, Erinnerung, Zivilisationsbruch, Identität, Überlebenshilfe, Versöhnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Literatur und Sprache nach dem Holocaust und analysiert, wie künstlerische Texte dem Unaussprechlichen begegnen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretische Reflexion über die Möglichkeit von Kunst nach Auschwitz und die praktische Umsetzung in der erzählenden Literatur.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass fiktive Literatur ein wesentliches Instrument für das Erinnern, das Reflektieren und die Wahrung menschlicher Identität darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philosophische (Adorno) und literaturtheoretische (Young) Positionen mit der interpretierenden Textanalyse eines konkreten Werkes verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Vorbetrachtung der Positionen von Adorno und Young sowie eine detaillierte Textanalyse der Erzählung „Erfindung einer Sprache“ von Wolfgang Kohlhaase.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie „Auschwitz“, „Sprachunfähigkeit“, „fiktionale Holocaust-Literatur“ und „Versöhnung“.

Wie trägt die erfundene Sprache in der Erzählung zur Überlebensstrategie bei?

Die erfundene Sprache ermöglicht es dem Protagonisten Straat, eine eigene Gegenwelt zu konstruieren, die ihn vom Lageralltag und dem Trauma distanziert und seinen menschlichen Kern bewahrt.

Welche Rolle spielt der Protagonist Straat bei der Umkehr der Täter-Opfer-Konstellation?

Indem Straat den Kapo Battenbach lehrt, wird er vom Beherrschten zum Lehrer und findet durch diesen Austausch ein Stück seiner menschlichen Autonomie zurück.

Weshalb ist Kohlhaases Einsatz von Humor in der Erzählung laut der Autorin legitim?

Der Humor wird nicht als Verhöhnung verstanden, sondern als Mittel, um eine distanzierte Leichtigkeit zu schaffen, die den Zugang zum Sujet ohne erdrückenden Pathos überhaupt erst ermöglicht.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Sprache (er)finden. Zur Literatur und Sprache post Auschwitz
Subtítulo
Theodor W. Adorno, James E. Young und Wolfgang Kohlhaases Erzählung "Erfindung einer Sprache"
Universidad
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Curso
Unsagbar sprachlich. Sprachdenken zwischen Philosophie, Psychoanalyse und Literatur
Calificación
2,3
Autor
Susanne von Pappritz (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
24
No. de catálogo
V1453797
ISBN (PDF)
9783963566110
ISBN (Libro)
9783963566127
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprache Auschwitz Adorno Young Kohlhaase Erfindung einer Sprache Sprache finden Sprache erfinden Sprache post Auschwitz Kunst nach Auschwitz Holocaust-Literatur Sprache der Hoffnung Textanalyse Sprachunfähigkeit Schweigen Zivilisationsbruch Sprachspiel Barbarei Holocaust Demaskierung der Sprache Silvester mit Balzac Straat
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Susanne von Pappritz (Autor), 2010, Sprache (er)finden. Zur Literatur und Sprache post Auschwitz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453797
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  24  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint