Der amerikanische Zukunftsforscher John Naisbitt stellte fest:
„In 4 Jahren ist die Hälfte unseres Wissens veraltet, und in 10 Jahren fragt kein Mensch mehr nach dem, was heute Stand der Technik ist.“
Er selbst ahnte wohl kaum, wie sehr er mit dieser Stellungnahme der raschen Entwicklung bei den apparativen Hörhilfen entsprach.
Aber:
Was ist der heutige Stand der Technik?
In dieser Wissenschaftlichen Hausarbeit soll der gegenwärtige Stand der apparativen Versorgung und audiologischen Diagnostik hörgeschädigter Schülerinnen und Schüler an einer Schule für Hörgeschädigte auf der Basis der Ergebnisse einer schriftlichen Fragebogenerhebung dargestellt werden.
Um die aktuelle Situation in den Schulen für Hörgeschädigte besser erkennen, verstehen und einordnen zu können, soll vor einer medizinisch-technischen Bearbeitung des Themas die historische Gebundenheit in Kapitel 2 betrachtet werden.
In den letzten Jahren haben sich die apparativen Hörhilfen, sowie die Audiologie, aufgrund großer wissenschaftlicher Fortschritte, enorm weiterentwickelt.
Aus diesem Grund möchte ich in dieser Wissenschaftlichen Hausarbeit anfänglich einen Überblick über die Entwicklung der Hörhilfen, vom einfachen mechanischen Hörrohr über die ersten elektrischen Geräte bis hin zum hochentwickelten elektronischen Im-Ohr-Gerät in Digitaltechnik sowie den Cochlea Implantaten geben.
Der lange Weg bis zum hochentwickelten Stand der heutigen Technik soll ab Kapitel 3 dargestellt werden. Zunächst werde ich mich mit der Entwicklung der Hörgeräte, in Kapitel 4 mit den Cochlea Implantaten beschäftigen. Neben der Entwicklung und dem momentanen Kenntnisstand sollen in beiden Kapiteln auch Aufbau und Funktionsweise sowie mögliche Zukunftsaussichten beschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Hörtechnische Versorgung - früher
2.1 Frühe Beschäftigung mit dem Hören und alternative Behandlungsmethoden
2.2 Hörrohre
3.0 Hörgeräte
3.1 Historische Entwicklung
3.1.1 Telefonie-Technik
3.1.2 Röhrentechnologie
3.1.3 Einsatz von Transistoren
3.2 Technischer Fortschritt bei der Hörgeräteentwicklung
3.2.1 Die Funktionsweise
3.2.1.1 Die analoge und digitale Signalverarbeitung
3.2.1.2 Verstärkung und Dynamik
3.2.1.3 Strategien zur Verbesserung des Signal-Rausch-Abstandes
3.3 Bauformen moderner Hörgeräte
3.3.1 HdO
3.3.2 IO-Geräte
3.4 Sonderbauformen
3.4.1 Knochenleitungs- und knochenverankerte Hörgeräte
3.4.2 Taschengeräte
3.4.3 Hörbrillen
3.4.4 CROS
3.4.5 BICROS
3.5 Indikation - Wann sind Hörgeräte angezeigt?
3.6 Zukunftsaussichten
4.0 Cochlea Implantate
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Technischer Fortschritt bei der Entwicklung von Cochlea Implantaten
4.3 Indikation
4.4 Die bilaterale CI-Versorgung
4.5 Zukunftsaussichten
5.0 Studie
5.1 Erstellung des Fragebogens
5.2 Untersuchungsdesign
5.3 Anmerkungen zur Auswertung
5.4 Darstellung der Ergebnisse
5.4.1 Schüler-Teil
5.4.2 Lehrer-Teil
5.5 Diskussion der Ergebnisse
5.5.1 Diskussion: Schüler-Teil
5.5.2 Diskussion: Lehrer-Teil
5.6 Abschließende Bemerkungen
5.7 Resumée
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit ist die Bestandsaufnahme der aktuellen apparativen Hörgeräteversorgung sowie der audiologischen Diagnostik bei Schülern an einer Schule für Hörgeschädigte in Hessen mittels einer schriftlichen Fragebogenerhebung, um daraus Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis und Lehrerfortbildung abzuleiten.
- Historische Entwicklung von Hörhilfen und Cochlea Implantaten
- Technische Funktionsweisen moderner Hörgeräte und Implantatsysteme
- Analyse der Versorgungssituation hörgeschädigter Schüler
- Erfassung des Wissensstands und der Kompetenzen der Lehrkräfte
- Diskussion über die Relevanz der apparativen Ausstattung und Nachsorge im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.1 Historische Entwicklung
Mit dem Ausklang des 19. Jahrhunderts setzte die Erfindung des Kohlemikrofons neue Entwicklungen frei. „Zwischen 1861 und 1876 erfanden Philip Reis und Alexander Graham Bell unabhängig voneinander das Telefon.
Diese Erfindung stellte einen bedeutenden Wendepunkt für die Fortentwicklung der Hörhilfen dar. Neben der Entwicklung des Telefons wollte Bell, dessen Eltern und Frau selbst gehörlos gewesen sein sollen, tauben Menschen ein Instrument zur Verfügung stellen um die Sprache zu erlernen.
„Das erste elektrische Hörgerät wurde erst 20 Jahre nach der Erfindung des Telefons und des Kohlemikrofons von Bertram Thornton 1896 vorgestellt. Es handelt sich um ein Tischgerät, das aus einem Kohlemikrofon, einem magnetischen Hörer und einem Set aus drei Trockenbatterien in einem Kasten bestand. Es wurden Bauteile der Telefonbranche verwendet. Daher hießen sie auch Telefonie-Hörgeräte. Schallwellen werden von einem Mikrofon aus Kohlekörnern aufgenommen, in elektrische Energie umgewandelt, wieder in Schall übersetzt und dabei verstärkt.“
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung zur apparativen Versorgung und Diagnostik an einer speziellen Schule für Hörgeschädigte.
2.0 Hörtechnische Versorgung - früher: Ein historischer Rückblick auf den Umgang mit Hörbeeinträchtigungen und die Entwicklung früher Hörprothesen wie Hörrohre.
3.0 Hörgeräte: Umfassende Betrachtung der technischen Entwicklung von den ersten Telefonie-Geräten bis zu modernen digitalen Hörsystemen und deren Bauformen.
4.0 Cochlea Implantate: Erläuterung der Entwicklung, Indikationen, technischen Funktionsweise sowie der bilateralen CI-Versorgung und Zukunftsperspektiven.
5.0 Studie: Methodische Erläuterung der Fragebogenerhebung an der Johannes-Vatter-Schule, inklusive Datenpräsentation, Diskussion der Ergebnisse und abschließender Resümees.
Schlüsselwörter
Hörgerät, Cochlea Implantat, Hörgeschädigtenpädagogik, Audiologie, Signalverarbeitung, Otoplastik, Schule für Hörgeschädigte, apparative Versorgung, Hörverlust, digitale Hörsysteme, Schallempfindungsschwerhörigkeit, audiologische Diagnostik, CI-Versorgung, Inklusion, Hörhilfen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status und die Qualität der apparativen Versorgung sowie der diagnostischen Prozesse bei hörgeschädigten Schülern an einer Schule für Hörgeschädigte in Hessen.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Hörtechnik, dem Aufbau moderner digitaler Hörsysteme, der Funktionsweise von Cochlea Implantaten sowie der empirischen Erfassung der schulischen Versorgungssituation.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, neben einem Überblick über die Technik, die Stärken und Schwächen des Wissens der Lehrkräfte über die Hörhilfen ihrer Schüler zu identifizieren, um Ansatzpunkte für zukünftige Aus- und Fortbildungen zu gewinnen.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Es wurde eine quantitative und qualitative Fragebogenerhebung durchgeführt, die sich sowohl an die Lehrkräfte als auch an die konkrete Schülersituation an der Johannes-Vatter-Schule richtete.
Was sind die wesentlichen Aspekte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-technische Einführung in Hörgeräte und Cochlea Implantate sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten aus der schulpraktischen Studie.
Welche Keywords definieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Hörgerät, Cochlea Implantat, Audiologie, Signalverarbeitung, Otoplastik, Hörhilfen und Schulpädagogik.
Welche Bedeutung kommt der Otoplastik laut der Arbeit zu?
Die Arbeit betont, dass die Otoplastik einen wesentlichen Teil (geschätzt 50 %) einer erfolgreichen Hörgeräteversorgung ausmacht, da selbst das modernste Hörgerät ohne optimale Anpassung an das Ohr an Effektivität verliert.
Welches Fazit ziehen die Autorinnen zur Lehrerfortbildung?
Die Arbeit deutet an, dass ein großer Teil des Lehrpersonals nicht über alle technischen Details der Hörhilfen ihrer Schüler Bescheid weiß, was auf einen Bedarf an spezialisierten Fortbildungsangeboten hinweist.
- Arbeit zitieren
- Julia Goehler (Autor:in), 2008, Der aktuelle Stand der apparativen Versorgung und audiologischen Diagnostik hörgeschädigter Schüler an einer Schule für Hörgeschädigte in Hessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145450