In dieser Hausarbeit möchte ich die Bedeutung der Gattung Reisebericht im 18. und 19. Jahrhundert näher erläutern. Dabei werde ich zunächst auf die Entwicklung dieser Gattung eingehen und den Begriff näher erläutern.
Anhand ausgewählter Literatur, der „Harzreise“ Heinrich Heines sowie den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes soll den LeserInnen ein Überblick über diese Gattung, die heute fast ganz an Bedeutung verloren hat, geschaffen werden. Weitestgehend möchte ich über die Intentionen von Autoren zum Schreiben von Reiseberichten informieren und Texte in ihrem Aufbau und deren Gestaltung vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Gattung Reisebericht
2.1 Begriffsklärung
2.2 Entwicklung der Gattung Reisebericht
2.2.1 Der traditionelle Reisebericht
2.2.2 Die Reiseschriften Johann Wolfgang von Goethes
2.2.3 Das romantische Reisewerk
2.2.4 Das Reisebild Heinrich Heines
2.3 Bedeutung von Reiseberichten im 19. Jahrhundert
3. Intentionen der Autoren von Reiseberichten
3.1 Intention Heinrich Heines
3.1.1 Zu Autor und Zeit
3.1.2 Zur Intention
3.2 Intention Theodor Fontanes
3.2.1 Zu Autor und Zeit
3.2.2 Zur Intention
4. Aufbau der Reiseberichte
4.1 Aufbau der „Harzreise“
4.2 Aufbau des Kapitels „In den Spreewald“ aus den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“
4.3 Vergleich
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Gattung Reisebericht im 18. und 19. Jahrhundert, indem sie die Werke „Die Harzreise“ von Heinrich Heine und „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Theodor Fontane vergleichend analysiert. Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Gattung zu vermitteln, die Intentionen der Autoren herauszuarbeiten und die strukturelle Gestaltung sowie die Einbettung der Texte in ihre jeweilige Epoche zu beleuchten.
- Entwicklung und Definition der Gattung Reisebericht
- Vergleich der Intentionen von Heinrich Heine und Theodor Fontane
- Strukturelle Analyse ausgewählter Reiseberichte
- Einordnung der Autoren in den Vormärz bzw. Realismus
- Gegenüberstellung von Naturschilderungen und Gesellschaftskritik
Auszug aus dem Buch
4.2 Aufbau des Kapitels „In den Spreewald“ aus den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“
In jenem Kapitel beschreibt Theodor Fontane Landschaft und Leute des Spreewaldes. Zunächst beginnt er, was typisch für seine „Wanderungen“ ist, mit einem Gedicht. In diesem wertet er den Spreewald auf, in dem er ihn mit dem bekannten Venedig gleich setzt. An dieser Stelle wird einer seiner Leitsätze sichtbar: man solle das Schöne auch in der Heimat und nicht nur in der Fremde suchen.
Nun beschreibt Fontane die Anreise in die „Spreewald-Hauptstadt“ Lübbenau. Durch die Darstellung des Kirchturms, der Verstecken spielt, wird Spannung erzeugt. Das Kapitel „In den Spreewald“ ist in vier Unterkapiteln gegliedert. Die Reise beginnt in Lübbenau. Zunächst beschränkt er die Stadt auf die typischen Spreewaldprodukte wie Gurken, Kürbis und Meerrettich, für die die Stadt Ausgangspunkt für den Export ist.
Es folgt eine Überleitung. Der Gasthof ist lediglich der Raum, der zur Beobachtung des Leichenzuges dient, dem Fontane und seine Begleiter nun folgen. Sie erreichen eine Kirche, welche Fontane den Ausgangspunkt für eine detaillierte Beschreibung der wendischen Trachten gibt. Des Weiteren übt Fontane in diesem Abschnitt Kritik an der Regierung aus, was ich mit folgendem Zitat belegen möchte: „Der Staat, der bloß mit deutschem Ohre hört und nicht Zeit hat, in aller Eil auch noch Wendisch zu lernen, tritt mit der nüchternsten Geschäftsmiene dazwischen und verlangt deutsches Aufgebot und deutsche Taufscheine.“ Fontane ist nicht damit einverstanden, dass die wendische Tradition durch den Staat so wenig akzeptiert und unterstützt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung des Reiseberichts anhand ausgewählter Werke von Heine und Fontane zu beleuchten.
2. Zur Gattung Reisebericht: Dieses Kapitel definiert den Reisebericht und zeichnet dessen Entwicklung vom traditionellen Bericht über Goethe bis hin zum romantischen Reisewerk und Heines Reisebild nach.
3. Intentionen der Autoren von Reiseberichten: Hier werden die biografischen Hintergründe und persönlichen sowie zeitgeschichtlichen Intentionen von Heinrich Heine und Theodor Fontane gegenübergestellt.
4. Aufbau der Reiseberichte: Dieses Kapitel analysiert den strukturellen Aufbau der „Harzreise“ und des Spreewald-Kapitels der „Wanderungen“ und führt einen direkten Vergleich der beiden Werke durch.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und betont die überraschenden Gemeinsamkeiten der beiden analysierten Reisewerke.
Schlüsselwörter
Reisebericht, Reiseliteratur, Heinrich Heine, Theodor Fontane, Die Harzreise, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Vormärz, Realismus, Gattungsgeschichte, Naturbeschreibung, Gesellschaftskritik, Reisefeuilleton, Spreewald, Literaturwissenschaft, Epochenvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Gattung des Reiseberichts im 18. und 19. Jahrhundert und vergleicht beispielhaft Werke von Heinrich Heine und Theodor Fontane.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Gattungsdefinition, die Analyse der Intentionen der Autoren sowie der inhaltliche und strukturelle Aufbau der gewählten Reiseberichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein Überblick über die Bedeutung der Reiseliteratur in der betrachteten Zeit und ein Vergleich, wie Heine und Fontane ihre Reisen literarisch verarbeiteten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse sowie den Vergleich von Primärtexten und Sekundärliteratur zur Gattungs- und Epochencharakteristik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Untersuchung der Autorenintentionen vor dem Hintergrund ihrer Zeit und die detaillierte Analyse der Textstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Reisebericht, Reiseliteratur, Heine, Fontane, Vormärz, Realismus, Gattungsgeschichte, Naturbeschreibung und Gesellschaftskritik.
Warum wählte Fontane die Mark Brandenburg für seine Reiseberichte?
Fontane erkannte, dass man das Schöne nicht nur in der Fremde suchen muss, sondern auch die Heimat wertschätzen sollte, inspiriert durch seine Reisen in die Fremde.
Inwiefern unterscheiden sich Heines und Fontanes Reiseberichte?
Während Heine stärker satirisch-kritisch agiert und zwischen verschiedenen „Welten“ schwankt, ist Fontanes Stil im Realismus verhaftet und zeichnet sich durch eine genauere, teils leicht idealisierte Realitätsbeschreibung aus.
Wie spielt die Zensur bei Heinrich Heine eine Rolle?
Heine nutzte den Reisebericht als literarische Kunstform, um die strengen Zensurvorgaben des Vormärz zu umgehen und dennoch Gesellschaftskritik zu üben.
Welche Bedeutung misst die Autorin Fontanes „Wanderungen“ bei?
Die Autorin betrachtet die „Wanderungen“ als das Lebenswerk Fontanes, an dem er fast 25 Jahre arbeitete und das die Heimat in einer klaren, realistischen Sprache festhält.
- Citation du texte
- Anne Lachmann (Auteur), 2009, Reiseliteratur im 18. und 19. Jahrhundert am Beispiel der „Harzreise“ Heinrich Heines und den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ Theodor Fontanes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145473