Unterrichtsstunde: Tanzimprovisation

Experimentieren zu Bewegungsimpulsen


Unterrichtsentwurf, 2009

16 Seiten, Note: "-"


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Situation der Klasse

2 Sachanalyse
2.1 Tanzimprovisation
2.2 Koordinative Fähigkeiten beim lmprovisieren

3 Didaktische Entscheidungen
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.2 Einbettung der Stunde im Gesamtkonzept
3.3 Auflistung der Unterrichtsziele

4 Methodische Entscheidungen

5 Unterrichtsskizze

6 Literaturverzeichnis

Anhang

1 Lehr- und Lernvoraussetzungen

1.1 Rahmenbedingungen

Für den Sportunterricht der stehen die grolge und „laute"Kraichgauhalle und die etwas kleinere Mühltalhalle, welche jeweils in drei Hallenteile getrennt werden, zur Verfügung. Beide Hallen liegen gegenüber dem Schulgelände und sind in etwa drei Gehminuten zu erreichen. Bis zur 7. Klassenstufe müssen die Schülerinnen und Schüler den Weg mit der Lehrperson gemeinsam zurücklegen. Direkt auf dem Schulgelände gibt es eine noch kleinere, ruhigere Schulturnhalle. Gewöhnungsbedürftig, aber auch notwendig, ist der monatliche Wechsel zwischen den unterschiedlich (gut) ausgestatteten Hallen. Jede Klasse rotiert nach vier Wochen eine Halle bzw. ein Hallendrittel weiter. Zusätzlich wird jede Halle von umliegenden Schulen und örtlichen Vereinen mitbenutzt, was ein hohes Malg an Organisation und Koordination verlangt. Aufgrund der Tatsache, dass der Sport der Mädchen 6bc vierstündig an zwei Tagen pro Woche erfolgt, findet der Sportunterricht zudem noch montags in einer anderen Halle statt als dienstags. Dies stellt eine zusätzliche Komponente dar, welche bei der Planung berücksichtigt werden muss.

Da der anstehende Unterrichtsbesuch an einem Extra-Termin erfolgt, kann ich mir die Halle aussuchen. Aufgrund der Klassengrölge und des Themas, für welches räumliche Enge unvorteilhaft wäre, entscheide ich mich deshalb für ein Drittel in der relativ grolgen Mühltalhalle.

1.2 Situation der asse

Die Klasse 6bc der Realschule setzt sich aus 31 Mädchen aus zwei Klassen zusammen.

Ich habe die Klasse in diesem Schuljahr neu übernommen und war zuerst etwas „erschlagen" von der grolgen Anzahl an Schülerinnen.

In der 5. Klasse wurden die beiden Klassen geschlechterheterogen und von verschiedenen Lehrern unterrichtet. Dementsprechend bringen die Schülerinnen verschiedene Vorkenntnisse und Fähigkeiten mit. Scheinbar wurde im vorherigen Schuljahr wenig Wert auf entsprechende Kleidung gelegt, denn in der ersten Sportstunde kamen die Schülerinnen mit Ohrringen, Schmuck, Stralgenschuhen etc. in die Halle. Es hat ein paar Sportstunden gedauert, bis die von der Schule und von mir vorgegebenen Kleidungs- und Schmuckregelungen angenommen und konsequent befolgt wurden.

Geholfen hat diesbezüglich das zum Beginn jeder Stunde durchgeführte Ritual mit der Checkliste und der Schmuck- und Wertsachenkiste. Die einlaminierte, grüne Checkliste1 wird zu Beginn jeder Stunde im Sitzkreis herumgegeben. Es ist je ein Bild zu den Themen Schmuck, Piercings, Kleidung, Schuhe und Haargummi darauf abgebildet und im Vorfeld besprochen worden. Die Checkliste hilft den Schülerinnen, sich an die Regeln zu erinnern und erleichtert mir als Lehrperson das Kontrollieren. Wird eine Schülerin nachdem sie die Checkliste in der Hand hatte mit etwas Regelkonträrem „erwischt", folgen abgesprochene Konsequenzen (z.B. nicht mitmachen dürfen, „Strich", Extraaufgaben Elternmittelungen).

Die Schmuck- und Wertsachenkiste, die ebenso im Anfangssitzkreis herumgereicht wird, dient den Schülerinnen als Aufbewahrungsort für Ohrringe, Uhren und andere Wertsachen.

Zur Ritualisierung findet nicht nur zu Beginn jeder Stunde sondern auch am Ende ein Sitzkreis statt. Aufgerdem trifft sich die Klasse auch zwischen Unterrichtsphasen, falls nötig, im Sitzkreis. Zum Abschluss jeder Stunde, nachdem alle Geräte gemeinsam aufgeräumt wurden, stellen wir uns dann in einen Kreis, reichen uns die Hände und verabschieden uns gemeinsam im Chor mit „Uuund Tschtiss".

Um etwas über das Sportinteresse der Gruppe zu erfahren, habe ich zum Schuljahresbeginn eine Umfrage in Form von Sportsteckbriefen durchgeführt. Bei der Auswertung wurde mir schnell klar, dass es aufgrund der extrem breiten Streuung an Lieblingssportarten und Sportarten, die Schülerinnen nicht mögen, kaum möglich sein wird, immer alle Interessen zu berücksichtigen. So gaben z.B. fünf Schülerinnen an, dass sie Geräteturnen betreiben und sehr mögen, sowie sechs Schülerinnen, dass sie Geräteturnen zu ihren am wenigsten beliebten Sportarten zählen. Viele Schülerinnen betreiben auch informell Sport, z.B. beim Inlineskaten, Fahrrad fahren und Schwimmen.

Sehr heterogen ist erwartungsgemäfg auch das Leistungsniveau der einzelnen Schülerinnen, sowie deren Bewegungsmotivation. Den unterschiedlichen Leistungsniveaus versuche ich mit Differenzierung sangeboten zu begegnen. Manche Schülerinnen nutzen trotzdem jede Möglichkeit, um sich vor Bewegungen „zu drücken". Eine Schülerin findet immer alles anstrengend und mag es nicht einmal, ein paar Minuten zu stehen, wenn ein Unterrichtsgespräch stattfindet. Bei 31 Schülerinnen ist es schwierig, immer ermahnend und motivierend auf einzelne Schülerinnen einzuwirken. Deshalb denke ich gerade darüber nach, Verhaltensverträge mit einzelnen Schülern abzuschliefgen.

Problematisch für die Gruppe erweist sich auch eine Schülerin mit Migrationshintergrund, die seit diesem Schuljahr neu in der Klasse ist. Sie war vorher in der Hauptschule und ist oft vorlaut und frech zu Mitschülerinnen. Des Ofteren gibt es Streit und ich werde gebeten, zu vermitteln. Aufgerdem hält sie sich oft nicht an Regeln und Abmachungen und scheint immun gegen Konsequenzen zu sein. Ich Tanzimprovisation—Experimentieren zu Bewegungsimpulsen versuche durch Lob und Einzelgespräche auf sie einzuwirken, denn sie ist eigentlich motiviert und bewegungsfreudig, legt sich aber durch ihr Verhalten selbst Steine in den Weg.

2 Sachanalyse

2.1 Tanzimprovisation

Improvisieren bedeutet, sich spontan zu einem Thema oder einer Musik zu bewegen, ohne die Bewegung unbedingt festzuhalten oder wiederholbar zu machen. Das heit, ( die Schüler # können Bewegungserfahrungen sammeln, ohne an festgelegte Abl a ufe gebunden zu sein. ( ROSENBERG 2000, 85)

Gerade für Anfänger, so ROSENBERG, sei das Ausprobieren und Experimentieren, das eine Improvisation kennzeichnet, wichtig, denn so könne eine technische Uberforderung vermieden werden. Jeder Tänzer kann entsprechend seiner individuellen Möglichkeiten Bewegungserfahrungen sammeln und sein Bewegungsrepertoire erweitern.

Ansatzpunkte für Improvisationsaufgaben können Musik, Fortbewegungsarten, ein Partner, verschiedene Körpertechniken oder ein Objekt sein. Durch diese ergeben sich eine Vielzahl von Improvisationsaufgaben zu ganz verschiedenen Themenbereichen.

Eine Improvisation kann laut ROSENBERG verschiedene Aufgaben erfüllen. Improvisieren kann zu einer Technik hinführen, ein Weg zu einer Choreografie sein oder dem spontanen Anwenden gelernter Techniken dienen. Abgesehen davon kann das Improvisieren auch zum Selbstzweck werden, wenn man sich zum Beispiel inspiriert von Musik aus Freude an der Bewegung frei dazu bewegt (vgl. ROSENBERG 2000, 85-11 4).

2.2 Koordinative Fahigkeiten beim Improvisieren

Grundsätzlich kommen bei Bewegungshandlungen konditionelle, kognitive, emotionale und koordinative Fähigkeiten zum Tragen. Letzteren kommt beim Improvisieren in der heutigen Stunde eine besondere Bedeutung zu. Welche koordinativen Fähigkeiten besonders gefordert und gefördert werden, soll im Folgenden kurz dargestellt werden:

- Die Differenzierungsfähigkeit ermöglicht es, Bewegungen in zeitlicher, räumlicher und kraftmälgiger Hinsicht mit grolger Präzision durchzuführen. Sie kann durch das (simultane) Nachahmen von Bewegungen verbessert werden.

[...]


1 Siehe Anhang.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Tanzimprovisation
Untertitel
Experimentieren zu Bewegungsimpulsen
Note
"-"
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V145556
ISBN (eBook)
9783640606078
ISBN (Buch)
9783640605842
Dateigröße
1366 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Tanzimprovisation, Experimentieren, Bewegungsimpulsen
Arbeit zitieren
Juliane Schäfer (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Tanzimprovisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145556

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