Die Schrift beleuchtet das Verhältnis von Naturschönem und Kunstschönem wie es innerhalb der Hegelschen Geistesphilosophie zum Tragen kommt. Damit einher geht der Versuch zu klären, was unter "Begriff", "Idee" und "Ideal" bei Hegel jeweils zu verstehen ist und in welcher Beziehung wiederum diese Begriffe zueinander stehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Das Schöne als solches
Das Naturschöne
Das Kunstschöne
Das Verhältnis von Kunst- und Naturschönem
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Kunstschönheit und Naturschönheit innerhalb der Ästhetik von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und bettet diese Analyse in den weiteren Kontext seiner Philosophie des absoluten Geistes ein.
- Die philosophischen Grundlagen Hegels (Phänomenologie des Geistes)
- Die Definition des Schönen als sinnliches Scheinen der Idee
- Die Differenzierung zwischen Naturschönem und Kunstschönem
- Die Überlegenheit des Kunstschönen als Ideal
- Die Rolle des Subjekts und des Geistes in der ästhetischen Anschauung
Auszug aus dem Buch
Das Schöne als solches
Der zur Wahrheit seiner selbst gelangende Begriff des absoluten Geistes setzte einerseits den Begriff im Sinne eines ihm zukommenden Allgemeinen und andererseits eine in die Realität hineinreichende Besonderung und Vereinzelung des Begriffes als hintergründiges Denkmodell voraus. Solange diese Besonderung im Sinne eines mit dem Allgemeinen des Begriffes nicht Identisches war, solange blieb der Begriff des absoluten Geistes unrealisiert. Die Konstellation von Allgemeinem und eines in Realität hineinwandernden Besonderen, das beispielhaft ein Einzelnes als eine bestimmte Gestalt des Daseins objektiviert, entscheidet demnach über den Grad der Wahrheit einer gegebenen Realisierung.
Wo immer der Begriff nur eine besondere Seite seiner selbst repräsentiert bzw. objektiviert und seine Identität mit dem Allgemeinen nicht in Erscheinung tritt, dort erscheint der Begriff in sich unvollkommen und unfrei. Jedoch liegt es in der Natur des Begriffes, sich in seiner wahren Gestalt zu erheben, d.h. sich in seiner Totalität zu offenbaren, und wo immer diese Offenbarung des Begriffs als eine identische Gestalt mit sich selbst in das Dasein tritt, dort tritt der Begriff als Idee in das Dasein.
Die Idee ist nach Hegel demnach die zur Realität gelangte Gestalt des Begriffes in seiner Identität von Besonderem und Allgemeinem als dem wahren Begriff. "... Denn das Allgemeine kommt in dem Besonderen, welches nur die besonderen Seiten des Allgemeinen selber ist, zu keinem absolut Anderen und stellt deshalb im Besonderen seine Einheit mit sich als Allgemeinem wieder her. In dieser Rückkehr zu sich ist der Begriff unendliche Negation; Negation nicht gegen anderes, sondern Selbstbestimmung, in welcher er sich nur auf sich beziehende affirmative Einheit bleibt. So ist er die wahrhafte Einzelheit als die in ihren Besonderheiten sich nur mit sich selber zusammenschließende Allgemeinheit ...“.1
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor führt in Hegels Philosophie des absoluten Geistes ein, um den Rahmen für das Verständnis von Kunst- und Naturschönheit zu stecken.
Das Schöne als solches: Hier wird das Verhältnis von Begriff, Besonderung und Idee geklärt, wobei das Schöne als das "sinnliche Scheinen der Idee" definiert wird.
Das Naturschöne: Das Kapitel untersucht die Entfaltung der Idee in der Natur, von der unorganischen Materie bis hin zum lebendig-organischen Bereich, und thematisiert dabei die Grenzen der Natur.
Das Kunstschöne: Es wird dargelegt, warum das Kunstschöne als das "Ideal" gilt, da es die Mängel des Naturschönen durch die geistige Durchdringung überwindet.
Das Verhältnis von Kunst- und Naturschönem: Der abschließende Teil verdeutlicht die Überordnung des Kunstschönen über das Naturschöne im System Hegels.
Schlüsselwörter
Hegel, Ästhetik, Kunstschönes, Naturschönes, Absoluter Geist, Idee, Begriff, Ideal, Philosophie, Dialektik, Subjekt-Objekt-Beziehung, Schönheit, Leben, Realisierung, Erscheinung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert Hegels ästhetische Theorie, speziell das Spannungsverhältnis zwischen dem in der Natur erscheinenden Schönen und dem durch menschliche Kunst hervorgebrachten Ideal.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Philosophie des absoluten Geistes, die Definition des Schönen als sinnliche Manifestation der Idee sowie die strukturellen Unterschiede zwischen Natur und Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den philosophischen Hintergrund Hegels zu erläutern und aufzuzeigen, warum das Kunstschöne nach Hegel als die vollendete Form der Schönheit gegenüber dem Naturschönen anzusehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und Interpretation der Hegelschen Vorlesungen über Ästhetik sowie der Phänomenologie des Geistes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Schönen an sich, die Untersuchung der Natur als Entfaltung des Lebens und die abschließende Definition der Kunst als notwendige Verwirklichung des Ideals.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hegels Ästhetik, das Verhältnis von Kunst- und Naturschönem, die Idee, der absolute Geist und die Selbstbestimmung des Begriffs.
Warum gilt das Naturschöne nach Hegel als unvollkommen?
Das Naturschöne bleibt in der Endlichkeit und Bedürftigkeit verhaftet; es fehlt ihm die vollendete geistige Durchdringung und Autonomie, die erst in der Kunstform erreicht wird.
Was ist das "sinnliche Scheinen der Idee"?
Dies ist Hegels Kernbestimmung des Schönen: Die Idee gelangt in einer anschaulichen, sinnlich wahrnehmbaren Gestalt zur Identität mit ihrem eigenen Begriff.
- Quote paper
- Arnold Wohler (Author), 1996, Über Naturschönes und Kunstschönes in Hegels Ästhetik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145575