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Die Abgrenzung von sozialen Normen und sozialen Tatsachen. Eine Vergleichsanalyse nach Durkheim und Popitz

Titre: Die Abgrenzung von sozialen Normen und sozialen Tatsachen. Eine Vergleichsanalyse nach Durkheim und Popitz

Dossier / Travail , 2018 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Vladislav Shenker (Auteur)

Sociologie - Généralités et Théories
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Diese Arbeit untersucht die Unterscheidung zwischen sozialen Normen und sozialen Tatsachen gemäß Émile Durkheim und Niklas Luhmann. Durkheim etablierte in seinen "Regeln der soziologischen Methode" die Grundlagen für eine empirische Methodik in der Soziologie und definierte soziale Tatsachen als strukturgebende Phänomene. Popitz führte später den Begriff der sozialen Norm ein, der sich auf Regeln des sozialen Verhaltens bezieht. Die Analyse beider Konzepte zeigt, dass soziale Normen als Teilmenge der übergeordneten sozialen Tatsachen betrachtet werden können, jedoch nicht identisch mit diesen sind. Die Arbeit diskutiert die Implikationen dieser Unterscheidung für die soziologische Forschung und schlägt eine mögliche Synthese vor.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff der sozialen Tatsache bei Durkheim

2.1 Definition des Begriffes der sozialen Tatsache

2.2 Merkmale sozialer Tatsachen

2.2.1 Zwanghaftigkeit und Äußerlichkeit

2.2.2 Allgemeinheit und Unabhängigkeit

3 Der Begriff der sozialen Norm bei Popitz

3.1 Definition des Begriffes der sozialen Norm

3.2 Merkmale sozialer Normierung

3.2.1 Verhaltensregelmäßigkeit

3.2.2 Normierung der Verhaltensregelmäßigkeit

3.2.3 Unterscheidung von Sitten- und Rechtsnormen

4 Soziale Normen als soziale Tatsachen

4.1 Konstruktion eines Fallbeispiels

4.2 Die Rolle der Sanktion in Bezug auf soziale Tatsachen

4.3 Die Unterscheidung zwischen Rechts- und Sittennormen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Beziehung zwischen den soziologischen Begriffen der sozialen Tatsache bei Émile Durkheim und der sozialen Norm bei Heinrich Popitz, um zu klären, ob soziale Normen als eine spezielle Teilmenge sozialer Tatsachen betrachtet werden können.

  • Vergleich der soziologischen Theorien von Durkheim und Popitz
  • Analyse der Merkmale sozialer Tatsachen (Zwang, Äußerlichkeit, Allgemeinheit)
  • Untersuchung der Definition sozialer Normen durch Verhaltensregelmäßigkeit und Sanktionierung
  • Konstruktion und Diskussion fallbasierter Beispiele zur empirischen Abgrenzung
  • Methodische Reflexion zur Beobachtbarkeit sozialer Phänomene

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition des Begriffes der sozialen Norm

In seinem Buch mit dem Titel „Normative Konstruktion der Gesellschaft“ definiert Popitz soziale Normen zunächst im weiteren Sinne als:

„Ein Verhalten, das wir als zukünftiges Verhalten erwarten können; ein Verhalten, das bestimmten Verhaltensregelmäßigkeiten entspricht; ein gesolltes, desideratives Verhalten, ein Verhalten, das mit Sanktionsrisiko bei Abweichungen verbunden ist.“ (Popitz, 1980, p. 10)

Insgesamt verknüpft Popitz den Normbegriff mit vier Begriffen weiteren Begriffen, die ich hier als Merkmale der sozialen Normierung herausstellen will. Erstens regulieren soziale Normen Verhalten, das wir als zukünftiges Verhalten mit (zweitens) einer gewissen Regelmäßigkeit von Anderen erwarten können. Normiertes Verhalten ist außerdem drittens ein desideratives, also gewolltes oder gesolltes Verhalten. Also Verhalten, welches einen Wunsch oder ein Verlangen ausdrückt. Und letztendlich ist es viertens normiertes Verhalten, das mit einem Sanktionsrisiko bei Abweichungen verbunden ist.

Diese Definition ist sehr weitläufig und deckt eine Fülle sozialer Phänomene ab, jedoch sieht Popitz ein methodisches Problem darin, den Normbegriff an alle vier genannten Merkmale zu koppeln. Wunsch, Verlangen und Erwartung sind mit Durkheim gesprochen individuelle Kriterien der psychischen Verfasstheit von Individuen. Sie vermengen sich zwar zusammen mit sozialen Tatbeständen zu sozio-psychischen Phänomenen (vgl. Durkheim, 1895, p. 111), doch führt diese „Vermengung“ von individualpsychologischen Verhaltensweisen und sozialen Tatsachen zu einer Verwischung der Grenze zwischen Soziologie und Psychologie, wie sie in prägnantester Weise von Durkheim gefordert wird.

Eine klare soziologisch ausgerichtete Definition soll sich an „äußerliche, relativ zugängliche, klar [und] erfaßbare Merkmale“ binden (Popitz, 1980, p. 12). Damit sind alle psychologischen Phänomene ausgeschlossen. Wir können schließlich niemals in den Verstand anderer „hineinblicken“. Was wir dagegen relativ problemlos beobachten können, sind die Verhaltensweisen anderer Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Soziologie als Wissenschaft ein und stellt die zentrale Fragestellung zur Beziehung zwischen Durkheims sozialen Tatsachen und Popitz' sozialen Normen auf.

2 Der Begriff der sozialen Tatsache bei Durkheim: Hier werden die Definition und die zentralen Merkmale wie Zwanghaftigkeit, Äußerlichkeit, Allgemeinheit und Unabhängigkeit erarbeitet.

3 Der Begriff der sozialen Norm bei Popitz: In diesem Kapitel wird die Theorie der sozialen Normen vorgestellt, wobei insbesondere die Rolle der Verhaltensregelmäßigkeit und der Sanktion beleuchtet wird.

4 Soziale Normen als soziale Tatsachen: Anhand von Fallbeispielen, wie der Nutzung von Landeswährungen, wird reflektiert, inwieweit soziale Normen die Kriterien sozialer Tatsachen erfüllen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und diskutiert die methodischen Herausforderungen der empirischen Erfassbarkeit beider Phänomene.

Schlüsselwörter

Soziale Tatsachen, soziale Normen, Émile Durkheim, Heinrich Popitz, Verhaltensregelmäßigkeit, Sanktion, soziale Ordnung, Zwang, Soziologie, empirische Methode, Institutionalisierung, Rollenpluralismus, Kollektivgeist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die zwei zentralen soziologischen Konzepte der "sozialen Tatsache" von Émile Durkheim und der "sozialen Norm" von Heinrich Popitz, um Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen zu identifizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die Definition sozialer Ordnung, die Bedingungen menschlichen Zusammenlebens, sowie die methodische Frage, wie soziale Phänomene wissenschaftlich objektiv beobachtet werden können.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob soziale Normen (Popitz) als eine spezielle Teilmenge unter das übergeordnete Phänomen der sozialen Tatsachen (Durkheim) subsumiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch die Konstruktion und Anwendung von Fallbeispielen ergänzt wird, um die abstrakten Konzepte empirisch fassbarer zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte getrennt definiert und analysiert, bevor in einem Vergleichsteil mittels eines Fallbeispiels (Landeswährung) die Überschneidungen und Unterschiede in der praktischen Anwendung geprüft werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Tatsachen, soziale Normen, Zwang, Sanktionierung, Verhaltensregelmäßigkeit und die methodische Herausforderung der Objektivität in der Soziologie.

Wie unterscheidet Popitz zwischen Sitten- und Rechtsnormen?

Popitz differenziert primär über den Grad der Institutionalisierung, wobei Rechtsnormen als dauerhafter, fixierter und an organisatorische Arrangements gebunden definiert werden.

Welche Rolle spielt das Fallbeispiel der Landeswährung?

Die Landeswährung dient als konkretes Beispiel, um zu illustrieren, wie ein Phänomen gleichzeitig als soziale Tatsache und als sozial normiertes Verhalten fungieren kann.

Warum wird die empirische Erfassbarkeit im Fazit kritisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass sowohl bei Durkheim als auch bei Popitz die Objektivierung von Sanktionen und Reaktionen problematisch bleibt und der Beobachter oft subjektive Deutungen vornehmen muss.

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Résumé des informations

Titre
Die Abgrenzung von sozialen Normen und sozialen Tatsachen. Eine Vergleichsanalyse nach Durkheim und Popitz
Université
University of Würzburg  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Cours
Klassiker der Soziologie
Note
1,3
Auteur
Vladislav Shenker (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
17
N° de catalogue
V1456545
ISBN (PDF)
9783389001912
ISBN (Livre)
9783389001929
Langue
allemand
mots-clé
popitz durkheim soziale tatsache soziale norm soziologie philosophie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Vladislav Shenker (Auteur), 2018, Die Abgrenzung von sozialen Normen und sozialen Tatsachen. Eine Vergleichsanalyse nach Durkheim und Popitz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1456545
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Extrait de  17  pages
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