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Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch

Legenden oder Wirklichkeit?

Title: Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch

Term Paper , 2009 , 11 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Florian Kalk (Author)

World History - Early and Ancient History
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Laut Athenaios, hätte Solon ein Gesetz erlassen, dass den Männern verbot im Parfümgewerbe zu arbeiten. Dieser behauptet auch, dass Solon die damalige Form der Prostitution durch Gesetze reglementiert und veränderte hätte. Da diese Darstellungen jedoch erstmals ca. 800 Jahre nach Solons Lebzeiten bei Athenaios auftauchten und sie zuvor weder bei Aristoteles noch bei sonst einem bekannten Schriftsteller Beachtung gefunden hatten, wird die Frage aufgeworfen, ob diese Gesetze wirklich von dem berühmten Gesetzesvater Athens stammen oder Athenaios sie ihm nur fälschlicher Weise zugeschrieben hat? Um dies zu überprüfen, werde ich die Gesetze bei Athenaios analysieren und versuchen dessen Intention herauszuarbeiten. Weiterhin werde ich versuchen Quellen zu finden in denen die Gesetze ebenfalls erwähnt werden. Außerdem muss Solons Einstellung von Luxus dargestellt werden, damit eine glaubwürdige Einschätzung seiner Einstellung zum Reichtum möglicherweise Aufschluss über die Wahrheit der Gesetze geben kann. Diese Vorgehensweise soll mir dabei helfen zu beantworten, ob Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch Legenden oder Wirklichkeit sind.
Zwar haben sich schon diverse Wissenschaftler mit den beiden Gesetzen im Hinblick auf Solons Luxusgesetzgebung beschäftigt, doch gehen die Meinungen über die Echtheit auseinander. In dieser Arbeit wird in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Quellen, sowie unter Berücksichtigung der das Thema betreffenden wissenschaftlichen Literatur nachzuweisen sein, dass die Gesetze nicht echt sein können. Wichtig für die Bearbeitung der Fragestellung erwiesen sich hierbei neben Quellen von Athenaios, Solon, und Plutarch, Monographien von R. Bernhard , C. Reinsberg und L. de Blois, der Aufsatz von M. Fischer und diverse Lexikonartikel aus der RE.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2.1 Solons Gesetz zum Parfümgebrauch

2.2 Solons Gesetz zur Prostitution

2.3 Solons Einstellung zum Luxus

3 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Authentizität zweier Solon zugeschriebener Gesetze – eines zum Parfümgebrauch bei Männern und eines zur Prostitution – vor dem Hintergrund von Solons nachgewiesener Einstellung zum Luxus und dem Lebensstil im antiken Athen.

  • Kritische Analyse antiker Quellen (insb. Athenaios) zur Zuschreibung solonischer Gesetze.
  • Untersuchung des Stellenwerts von Parfüm im alltäglichen Leben der Athener.
  • Evaluierung der historischen Plausibilität von staatlichen Eingriffen in die Prostitution.
  • Rekonstruktion von Solons tatsächlicher Einstellung zu Reichtum und Tugend.
  • Methodische Abgrenzung historischer Fakten von legendenhafter Überlieferung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Solons Gesetz zum Parfümgebrauch

Für die Bearbeitung der Quellen ist eine Auseinandersetzung sinnvoll, die eng an dem Text verläuft. Daher werde ich diesen sukzessiv analysieren.

Parfüm war in Athen sehr teuer. Ein Fläschchen wurde für fünf Minen verkauft [...]. Nicht allein das Volk von Sardis liebte Parfüms [...]. Stets düfteliebend ist das ganze Sardevolk, sondern auch die Athener selbst. Sie, die die Urheber der schönsten Leistungen auf allen Gebieten der menschlichen Kultur waren, verzichteten nicht auf die Verwendung von Parfüms, mochte deren Preis auch noch so maßlos sein wie oben erwähnt, nicht anders als wir heute, da die besten Dinge so teuer sind [...].

In dieser Quelle beschreibt Athenaios den Umgang mit Parfüm in Athen. So würde sich der Preis auf fünf Minen belaufen, was einem Gegenwert von 500 Drachmen oder 3000 Obolen entspricht. Bedenkt man, dass ein Sklave zu der Zeit in den Silberminen von Laurion einen Tagesverdienst von einem Obolus hatte, dann erkennt man, dass Parfüm sehr teuer gewesen ist und es sich nur die Reichen im Lande leisten konnten. Daher muss man es den Luxusgütern zuschreiben, also Gütern, die nicht notwendig zum Überleben sind. Folglich konnte es nur von reichen Bürgern und Adligen gekauft werden, die genug Geld übrig hatten, um Luxusartikel und anderen nicht lebensnotwendigen Dinge, wie z.B. auch Wein oder Schmuck, zu kaufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der solonischen Gesetzgebung ein und stellt die Forschungsfrage nach der Authentizität der überlieferten Parfüm- und Prostitutionsgesetze.

2.1 Solons Gesetz zum Parfümgebrauch: Hier wird der Text des Athenaios analysiert und der Widerspruch zwischen einem angeblichen Verbot und dem alltäglichen, kostspieligen Parfümgebrauch im antiken Athen herausgearbeitet.

2.2 Solons Gesetz zur Prostitution: Das Kapitel untersucht die Behauptung, Solon habe Bordelle staatlich reglementiert, und bewertet diese als zweifelhafte Interpretation bzw. absichtliche Falschauslegung antiker Quellen.

2.3 Solons Einstellung zum Luxus: Auf Basis von Solons Fragmenten wird aufgezeigt, dass er Reichtum an sich nicht ablehnte, sondern lediglich Habgier und verbrecherischen Erwerb kritisierte, was die zugeschriebenen Luxusgesetze als unplausibel erscheinen lässt.

3 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass beide Gesetze Legenden sind und Athenaios diese Solon zu Unrecht zuschrieb, um dessen vermeintliche Genialität oder moralische Strenge zu unterstreichen.

Schlüsselwörter

Solon, Athen, Athenaios, Luxusgesetze, Parfümgebrauch, Prostitution, antike Geschichte, Quellenkritik, Gesetzgebung, Tugend, Reichtum, antikes Griechenland, historische Authentizität, Sittenschützer, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob zwei spezifische Gesetze, die dem athenischen Staatsmann Solon zugeschrieben werden – ein Verbot des Parfümgebrauchs für Männer und eine Reglementierung der Prostitution – tatsächlich existiert haben oder ob es sich um spätere Mythen handelt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Glaubwürdigkeit antiker Autoren, die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen des täglichen Lebens im antiken Athen sowie Solons ethische Haltung zu Reichtum und Luxus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Solon zugeschriebenen Luxusgesetze zur Prostitution und zum Parfümgebrauch historisch belegte Wirklichkeit oder legendenhafte Zuschreibungen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine philologisch-historische Quellenanalyse, bei der die Texte des Athenaios mit Solons eigenen Fragmenten und anderen historischen Erkenntnissen verglichen und kritisch hinterfragt werden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der beiden strittigen Gesetze sowie die Analyse von Solons philosophischer Einstellung zum Luxus, um Widersprüche zwischen dem überlieferten Bild des „Sittenschützers“ und den realen historischen Umständen aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den prägenden Begriffen gehören Solon, Athen, Quellenkritik, Luxusgesetze, antike Prostitution, Athenaios und historische Authentizität.

Warum spielt Athenaios in dieser Arbeit eine so zentrale Rolle?

Athenaios ist die Hauptquelle für die beiden besprochenen Gesetze. Der Autor analysiert dessen Schriften kritisch und stellt fest, dass Athenaios erst 800 Jahre nach Solon schrieb, was seine Glaubwürdigkeit in diesen speziellen Punkten stark mindert.

Welche Verbindung zieht der Autor zwischen Solon und Sokrates?

Die Arbeit stellt fest, dass Athenaios möglicherweise bewusst Solon mit Sokrates in Verbindung brachte, um Sokrates' bekannte Abneigung gegen Parfüm auf Solon zu übertragen und Solon so als moralisch strengen „Sittenschützer“ zu stilisieren.

Wie bewertet der Autor Solons Einstellung zum Reichtum?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Solon Reichtum durchaus als erstrebenswert betrachtete, sofern er auf ehrliche Weise erworben wurde. Er verabscheute nicht den Luxus an sich, sondern die Habgier und Maßlosigkeit.

Hat die Reglementierung der Prostitution laut der Arbeit einen wahren Kern?

Der Autor hält es für möglich, dass ein Gesetz von Plutarch falsch verstanden oder bewusst verdreht wurde, um Solons angebliches finanzielles Geschick und seine Führungsqualitäten zu preisen, nicht jedoch, dass eine faktische staatliche Bordell-Reglementierung durch Solon belegt ist.

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Details

Title
Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch
Subtitle
Legenden oder Wirklichkeit?
College
University of Paderborn  (Historisches Institut)
Course
Einführung in die alte Geschichte – Von der Gesellschaft zum Staat: Das Beispiel Athen
Grade
2,7
Author
Florian Kalk (Author)
Publication Year
2009
Pages
11
Catalog Number
V145780
ISBN (eBook)
9783640562824
ISBN (Book)
9783640562534
Language
German
Tags
Solon Athen Luxusgesetze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Kalk (Author), 2009, Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145780
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