Neben einer kurzen Einführung in die moderne Leseförderung, deren Ziel die Vermittlung positiver Leseerfahrungen, durch einen möglichst unverschulten Umgang durch den Deutschunterricht, liegt in dieser Arbeit der Schwerpunkt auf dem Lesetagebuch und seinen methodisch-didaktischen Hintergründen. Exemplarisch verdeutlicht werden soll die Arbeit mit einem Lesetagebuch anhand des Jugendromans „Paul Vier und die Schröders“ von Andreas Steinhöfel und im Seminar entstandenen Beispielen der Studierenden. Abschließend werde ich zu einer persönlichen Stellungnahme kommen, indem ich die Methode des Lesetagebuches noch einmal in den Kontext der Leseförderung stelle und seine Wirksamkeit kritisch-konstruktiv hinterfrage und zusammenfasse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leseförderung
3. Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung
3.1 Aufbau und Inhalt eines Lesetagebuches
3.2 Ziele
3.3 Einsatzmöglichkeiten
3.4 Offene und geschlossene Form
3.5 Aufgaben der Lehrperson
3.6 Problematische Aspekte des Lesetagebuchs
4. Praxisbeispiel zum Einsatz des Lesetagebuchs
4.1 Inhalt „Paul Vier und die Schröders“
4.2 Methodisch- didaktische Überlegungen zu „Paul Vier und die Schröders“
4.3 Die Arbeit mit dem Lesetagebuch und Steinhöfels Roman „Paul Vier und die Schröders“
4.4 Beispiele aus dem Seminar
5. Resümee
6. Literatur
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Lesetagebuch als methodisches Instrument der Leseförderung im schulischen Kontext. Ziel ist es, den Mehrwert dieser Methode für eine individuelle und handlungsorientierte Lesesozialisation herauszuarbeiten und ihre Anwendung anhand des Jugendromans „Paul Vier und die Schröders“ von Andreas Steinhöfel praxisnah zu illustrieren.
- Grundlagen und Wandel moderner Leseförderung im Deutschunterricht.
- Didaktische Potenziale und Methoden des Lesetagebuchs.
- Rolle der Lehrkraft bei der Gestaltung offener Lernumgebungen.
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten anhand von Literaturbeispielen.
- Reflexion über die Herausforderungen bei der Bewertung subjektiver Leseergebnisse.
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufbau und Inhalt eines Lesetagebuches
Ähnlich einem regulären Tagebuch, ist das Lesetagebuch ein Ort (meistens ein DIN A4 oder A5 Heft) an dem Eindrücke, Gefühle und Gedanken niedergeschrieben werden, die dem Verfasser als wichtig und merkenswert erscheinen. Auch das Lesetagebuch ist von seiner Form her offen und kann kreativ und vielseitig gestaltet werden. Des Weiteren sind die Aufschriebe, wie beim Tagebuch, kontinuierlich und beziehen sich auf einen bestimmten Zeitraum. Unterscheidend ist natürlich, dass sich das Lesetagebuch auf Eindrücke von Gelesenem bezieht und die Reflexionen in Zusammenhang mit der Lektüre stehen und nicht nur persönliche Alltagseindrücke und Erlebnisse wieder gegeben werden, das Lesetagebuch kann „daher als Sonderform des allgemeinen Tagebuchs [bezeichnet werden]“. Die datierten Aufschriebe zum Buch begleiten die Lektüre vor, nach und während des Leseprozesses. Je nach Vorgaben der Lehrkraft richten sich die Lesetagebücher nach einer offenen oder geschlossenen Form, sind also ganz frei oder nach Vorgaben zu gestalten – hierauf werde ich in 3.4 noch näher eingehen. Generell gehören in ein Lesetagebuch immer auch formale Informationen zum Buch, wie Titel, Autor, Verlag und Erscheinungsjahr.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Entstehung der Arbeit im Kontext eines Seminars zur Leseförderung und legt den Fokus auf die Untersuchung des Lesetagebuchs anhand von Andreas Steinhöfels Roman.
2. Leseförderung: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Leseförderung von der reinen Nachhilfe für leseschwache Schüler hin zu einem integrativen Konzept zur Stärkung der Lesemotivation und -kompetenz für alle Lernenden.
3. Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung: Es werden die theoretischen Grundlagen des Lesetagebuchs, seine Ziele hinsichtlich der Methodenkompetenz, verschiedene Formate sowie die Rolle der Lehrperson und kritische Aspekte beleuchtet.
4. Praxisbeispiel zum Einsatz des Lesetagebuchs: Dieser Abschnitt zeigt anhand von Andreas Steinhöfels „Paul Vier und die Schröders“ konkret auf, wie das Lesetagebuch methodisch-didaktisch in den Unterricht integriert und mit konkreten Aufgabenstellungen verknüpft werden kann.
5. Resümee: Die Autorin fasst die Bedeutung der Methode zusammen und betont das Potenzial des Lesetagebuchs für einen schülerorientierten Unterricht, der individuelle Stärken fördert.
6. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen sowie Internetressourcen auf, die zur theoretischen Fundierung der Arbeit beigetragen haben.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Lesetagebuch, Deutschunterricht, Lesemotivation, Lesekompetenz, Literaturunterricht, Schülerorientierung, Handlungs- und Produktionsorientierung, Ganzschrift, Lesesozialisation, Methodik, Didaktik, Leseprozess, Paul Vier und die Schröders, Lesebegleitung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie das Lesetagebuch als handlungsorientierte Methode dazu beitragen kann, Lesefreude zu wecken und die Lesekompetenz bei Schülern nachhaltig zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die moderne Leseförderung, die methodisch-didaktische Gestaltung des Lesetagebuchs, die Rolle der Lehrperson sowie der praktische Einsatz an einer konkreten Ganzschrift.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wirksamkeit des Lesetagebuchs zu hinterfragen und seine Rolle als schülerorientiertes Instrument zu verdeutlichen, das den Literaturunterricht über traditionelle analytische Ansätze hinaus bereichert.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur in Verbindung mit einem konkreten Praxisbeispiel, das im Rahmen eines Seminars erprobt wurde.
Welche Aspekte des Lesetagebuchs werden im Hauptteil diskutiert?
Es werden Aufbau, Ziele, Einsatzmöglichkeiten, offene versus geschlossene Formen sowie die pädagogischen Aufgaben und potenzielle Schwierigkeiten, wie etwa die Problematik der Bewertung, analysiert.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Schlagworte wie Lesesozialisation, handlungsorientierter Unterricht, individuelle Förderung und schülerzentrierte Pädagogik.
Wie bewertet die Autorin die Problematik der Zensuren bei Lesetagebüchern?
Die Autorin argumentiert, dass eine vergleichende, leistungsorientierte Bewertung bei einem subjektiven Produkt wie einem Lesetagebuch schwierig ist; stattdessen sollte der Prozesscharakter und die individuelle Würdigung im Vordergrund stehen.
Warum wird der Roman „Paul Vier und die Schröders“ als Beispiel gewählt?
Der Roman eignet sich besonders gut, da er ein breites Spektrum an Themen bietet, wie Außenseitertum und Andersartigkeit, die für Schüler der Sekundarstufe I von hoher Identifikationsrelevanz sind.
- Citation du texte
- M.A. Sarah Nixdorff (Auteur), 2008, Das Lesetagebuch als Methode der Leseförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145784