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Armut und Bildung. Der Roman "Streulicht" von Deniz Ohde

Titel: Armut und Bildung. Der Roman "Streulicht" von Deniz Ohde

Hausarbeit , 2024 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bildungsbiographien zeigen durch unterschiedliche Erfahrungen den Weg von Individuen durch das Bildungssystem. Sie verdeutlichen die ungleich verteilten Ressourcen und die Rolle der sozialen Herkunft. Ziel dieser Arbeit ist die Beleuchtung der Auswirkungen von Armut auf die Bildungschancen anhand der Ich-Erzählerin des "Romans Streulicht", geschrieben von Deniz Ohde, aus dem Jahr 2020. Die Familie der Protagonistin ist eine Arbeiterfamilie mit Migrationshintergrund mütterlicherseits. Dies beeinflusst ihren schulischen Bildungsweg. Nichtsdestotrotz besteht die Ich-Erzählerin ihr Abitur als einer der Jahrgangsbesten und schließt ein Studium ab.

Der sozialen Herkunft kommt im Kontext von sozialer Benachteiligung und Armut im Hinblick auf Bildung und Bildungserfolge eine zentrale Bedeutung zu, indem das Bildungsniveau Zugang zu verschiedenen sozialen Positionen vermittelt. So entscheidet die Herkunft von Schülern oft über ihre Bildungschancen. Kinder werden in eine Familie hineingeboren, die durch ihre Klasse und den damit verbundenen materiellen und kulturellen Ressourcen Einfluss auf den Bildungsweg nimmt und auch die Schule unterstützt als Bildungssystem die Aufrechterhaltung dieser Bildungsbarriere.

Um die Frage der Auswirkungen von Armut auf die Bildungschancen im Leben der Ich-Erzählerin zu beleuchten, wird vorausgehend ein theoretischer Hintergrund dargelegt, in dem der Begriff Armut sowie eine Betrachtung von Herkunft in dem Zusammenhang mit Bildung ausgeführt wird. Es folgt eine detaillierte Inhaltsangabe des Romans "Streulicht", sowie zwei Rezensionen von Florian Birnmeyer und Andrianna Di Bella. Um anschließend zu untersuchen, inwieweit Armut in der Familie der Ich-Erzählerin vorliegt und ob diese ihre schulische Entwicklung beeinflusst, wird der Roman Streulicht in den theoretischen Bezug und die Betrachtungsweise der Rezensionen gesetzt. Das abschließende Fazit dieser Arbeit beantwortet die Frage nach den Auswirkungen von Armut auf die Bildungschancen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Armut

2.2. Bildung und Herkunft

3. Der Roman Streulicht

4. Rezensionen

4.1 Florian Birnmeyer

4.2 Andrianna Di Bella

5. Armut im Roman Streulicht

6. Schluss

Zielsetzung und Forschungsgegenstand

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Faktors Armut auf die individuellen Bildungschancen und den akademischen Werdegang anhand der Protagonistin in Deniz Ohdes Roman „Streulicht“. Dabei wird analysiert, wie soziale Benachteiligung, familiäre Herkunft und institutionelle Barrieren im Bildungssystem zusammenwirken.

  • Theoretische Fundierung der Begriffe Armut und Bildungsarmut.
  • Analyse des Einflusses sozialer Herkunft auf Bildungsbiographien im Kontext soziologischer Theorien.
  • Untersuchung der spezifischen Lebensumstände der Ich-Erzählerin in „Streulicht“.
  • Vergleichende Betrachtung externer Rezensionen zur sozialen Positionierung der Protagonistin.
  • Bewertung der Wechselwirkung zwischen individuellem Bildungserfolg und struktureller Diskriminierung.

Auszug aus dem Buch

Der Roman Streulicht

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und schildert rückblickend die Kindheit der Ich-Erzählerin beginnend in ihrem Grundschulalter. Die Protagonistin lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung in der Nähe eines Industrie-Parks (vgl. Ohde 2020: 14). Ihre Mutter ist Türkin und arbeitet als Putzfrau (vgl. ebd.: 51, 119). Ihr Vater kommt aus der Arbeiterklasse (vgl. ebd.: 11), „arbeitete viele Nachtschichten“ (ebd.: 54), ist ein lauter und aggressiver Mann, nach dessen Regeln im Haus gelebt wird („Sonst hämmerte er an die Tür, trat mit dem Fuß gegen den Rahmen und rief „Lass mich rein!““ (ebd.: 47)) und der viel Alkohol trinkt (vgl. ebd.: 170). Der Großvater lebt in der Wohnung unter der Familie (vgl. ebd.: 25). Die Wohnung der Familie ist heruntergekommen, schmutzig (ebd.: 54) und der Vater bringt häufig unbrauchbare Sachen mit nach Hause, die sich in der Wohnung in „[…] Wannen voller Schrott […]“ (ebd.: S.32)) sammeln.

Die Protagonistin beschreibt, dass es bei ihr zu Hause nichts zu erleben gäbe (vgl. ebd.: 35) und Wünsche etwas sind, was eine Bürde für die Familie darstellt (vgl. ebd.: 51). Das Familienleben ist geprägt von antrainierter Sparsamkeit und der Ansammlung von Gegenständen und Essen für „schlechte Zeiten“ (vgl. ebd. 54.). Mahlzeiten nimmt die Erzählerin meist allein in ihrem Zimmer ein (vgl. ebd.: 63). Den ganzen Tag über laufen blöde Sendungen im Fernseher oder das Radio (vgl. ebd.: 63f., 86). Ihre Eltern streiten sich viel und laut (vgl. ebd.: 69). Die Ich-Erzählerin beschreibt, dass sie in einem Zeichensystem lebt, immer darauf achtet, nicht in die Schusslinie zu geraten und sich in Sicherheit zu bringen, bevor ihr Vater sie für etwas verantwortlich macht (vgl. ebd.: 64f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema der Armut im Kontext der sozialen Herkunft und definiert das Ziel der Arbeit, die Bildungschancen der Protagonistin in „Streulicht“ zu beleuchten.

2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden zentrale Konzepte wie absolute und relative Armut, der multidimensionale Lebenslagenansatz sowie die Bedeutung von Bildungsarmut und sozialer Herkunft theoretisch erarbeitet.

3. Der Roman Streulicht: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Zusammenfassung der Kindheit und des Lebenswegs der Protagonistin, welche von prekären Familienverhältnissen und Bildungsbarrieren geprägt ist.

4. Rezensionen: Hier werden die Sichten von Florian Birnmeyer und Andrianna Di Bella reflektiert, die den Roman als Aufdeckung systematischer Brüche im Bildungssystem bzw. als Auseinandersetzung mit Identitätsfragen deuten.

5. Armut im Roman Streulicht: In diesem Kapitel wird das theoretische Instrumentarium der Arbeit auf das Fallbeispiel angewendet, um die Einschränkung der verschiedenen Lebensdimensionen der Ich-Erzählerin nachzuweisen.

6. Schluss: Der Schlussteil fasst zusammen, dass die soziale Herkunft die Bildungschancen der Protagonistin maßgeblich determiniert, auch wenn sie letztlich erfolgreich einen akademischen Abschluss erreicht.

Schlüsselwörter

Armut, Bildungsarmut, Soziale Herkunft, Bildungschancen, Streulicht, Deniz Ohde, Bildungsbiographie, Chancengleichheit, Bourdieu, Kapitalausstattung, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Arbeiterklasse, Migrationshintergrund, Bildungsbarriere.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich Armut und die damit verbundene soziale Herkunft konkret auf den schulischen und akademischen Bildungsweg einer Protagonistin in der fiktionalen Literatur auswirken.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulerfolg, die Definition von Armut (insbesondere der multidimensionale Lebenslagenansatz) sowie die Bedeutung von kulturellem Kapital nach Pierre Bourdieu.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, unter Anwendung theoretischer Armuts- und Bildungskonzepte aufzuzeigen, wie das Elternhaus und das Bildungssystem die Bildungschancen eines Individuums aus der Arbeiterklasse beeinflussen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch die Anwendung soziologischer Theorien zur sozialen Ungleichheit und Armutsforschung untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Inhaltsangabe des Romans, die Einbeziehung externer Rezensionen und eine detaillierte Untersuchung der Lebensumstände der Protagonistin entlang fünf definierter Lebensdimensionen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Kernthemen sind Bildungsarmut, soziale Mobilität, Chancengleichheit und die systemischen Hürden im deutschen Bildungswesen.

Kann im Roman eine absolute Armut identifiziert werden?

Nach der Analyse des Textes kann im Sinne des physischen Existenzminimums keine absolute Armut konstatiert werden, da Grundbedürfnisse wie Nahrung und Wohnraum zwar defizitär, aber vorhanden sind.

Warum fühlt sich die Protagonistin trotz ihres akademischen Erfolgs fremd?

Dies wird auf ihre Sozialisation zurückgeführt; sie erlangt zwar Bildungsabschlüsse, kann sich jedoch aufgrund ihrer Herkunft nicht authentisch mit den neuen sozialen Kapitalformen identifizieren, was zu einem Gefühl der fehlenden Zugehörigkeit führt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Armut und Bildung. Der Roman "Streulicht" von Deniz Ohde
Hochschule
Universität Siegen  (Germanistisches Seminar)
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
18
Katalognummer
V1458200
ISBN (PDF)
9783389000298
ISBN (Buch)
9783389000304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale Herkunft Bildungsungleichheit Bildungsbiographie Armut Bildung Bildungschancen Streulicht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Armut und Bildung. Der Roman "Streulicht" von Deniz Ohde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458200
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Leseprobe aus  18  Seiten
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