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Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit

Bernhard Waldenfels und das Heimatverständnis

Title: Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christoph Böhm (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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Fremdheit charakterisiert unseren Alltag. In allen Bereichen sind wir mit ihr konfrontiert. Ob als fremde Sprache, fremde Person oder, auf der körperlichen Ebene, als Entfremdung vom Körper. Darüber hinaus beschreiben wir unsere Erfahrungswelt auf Grund von, wie auch immer begründeten, Vorstellungen. So zählen wir bestimmte Orte zu unserer Heimat hinzu, wogegen andere außen vor bleiben. Dieses, meist unterbewusste, Kategorisieren bedarf einer Abgrenzung zwischen Heimat und Fremdheit und einer Differenz von beiden. Doch wie kommt die Fremdheit zustande und wie wird sie abgegrenzt? Der Philosoph Bernhard Waldenfels reflektiert die Begriffe Heimat und Fremdheit und diskutiert die Frage der Abgrenzung.
In der folgenden Hausarbeit soll geklärt werden, wie sich die Begriffe in der Geographie verorten, sich gegenseitig definieren und abgrenzen. Zudem soll der Nutzen einer Abgrenzung und die Relevanz für die Geographie diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bernhard Waldenfels – Zur Person

3. Die „beschreibende Wissenschaft“ – Gegenstand und Ziel der Phänomenologie

4. Begriffsklärung

4.1. Heimat

4.2. Fremdheit

4.3. Differenzierungen

5. Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit

6. Konkretisierung der „Heimat - Fremdheit - Problematik“

7. Perspektiven für die Geographie

8. Literatur

8.1. Abbildungsunterschriften

9. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen den Begriffen Heimat und Fremdheit unter besonderer Berücksichtigung der phänomenologischen Perspektive von Bernhard Waldenfels. Ziel ist es, zu klären, wie diese Begriffe geographisch verortet, gegenseitig definiert und voneinander abgegrenzt werden können, um die Relevanz dieser Grenzziehungen für die heutige Zeit zu beleuchten.

  • Phänomenologische Grundlagen nach Bernhard Waldenfels
  • Differenzierung zwischen Heimat und Fremdheit
  • Wechselwirkung und Verschränkung der „Welten“
  • Wandel des Heimatbegriffs in Agrar- vs. Industriegesellschaften
  • Bedeutung der Thematik für die moderne Geographie

Auszug aus dem Buch

3. Die „beschreibende Wissenschaft“ – Gegenstand und Ziel der Phänomenologie

Grundlage einer Betrachtung von Heimat und Fremdheit bei Bernhard Waldenfels ist die Phänomenologie. Ihr Anfänge liegen im Übergang zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Eine Phase in der man philosophisch versuchte den Dingen und ihrem Ursprung auf den Grund zu gehen, in dem man bei der Betrachtung die Gefühle des Betrachters als ausschlaggebend ansah. Edmund Husserl versuchte in dieser Zeit die Betrachtung ins Zentrum des Interesses zu bringen und an ihr den Gegenstand festzumachen. „Er [Husserl] hat begonnen (...) [zu sagen] was ich mache ist deskriptive Psychologie (...). Er hat sich bezogen auf Wissenschaftler (...) die von der Phänomenologie sprachen auf der ersten Stufe einer Deskription von Tatbeständen (...) Man beschreibt bevor man Theorien bildet. Theorien erst mal zurückhalten. (...) Erst mal beschreiben was uns vor Augen steht. Das ist der Anfangspunkt.“ (SCHWEIZER FERNSEHEN 2007, 3 Min. 03 sec.). Waldenfels beschreibt die Phänomenologie als eine Methode des „Staunen“ und „sich überraschen lassen“.

Ein Zusammenspiel von verschiedenen Vorgehensweisen in der phänomenologischen Betrachtung bildet ein Methode. Als einer dieser Vorgehensweisen beschreibt Waldenfels die phänomenologische Reduktion. Er meint hiermit nicht, dass das Phänomen, also die Erscheinung, reduziert werden soll, sondern die Zurückführung, auf die Art und Weise wie es erscheint. Also eine Art Konzentration auf die Art des Betrachtens. Man sieht in jedem Ding die gesamte Geschichte bzw. die uns dazu in den Sinn kommende Geschichte. Man soll versuchen die Betrachtung des Gegenstandes befreit vorzunehmen. Eng damit verbunden ist die Epoche. Hier meint Waldenfels die Urteilsenthaltung bei einer Betrachtung. „Epoche heißt eigentlich Urteilsenthaltung. Die Idee die dahinter steht (...) die Dinge beobachten bevor man ein Urteil fällt. Man sollte nicht das was man schon wieder holen, sondern die Wirklichkeit verfremden.“ (SCHWEIZER FERNSEHEN 2007, 14 Min. 00 sec.). Somit kann gesagt werden, dass das Anliegen des Phänomenologen ist, den Dingen auf den Grund zu gehen und all das was sie vermeintlich beschreibt, so sagen der historische Ballast, den die Dinge mitführen, abzulegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Bernhard Waldenfels – Zur Person: Biographischer Abriss zu Leben und Forschungsschwerpunkten des Philosophen Bernhard Waldenfels.

3. Die „beschreibende Wissenschaft“ – Gegenstand und Ziel der Phänomenologie: Erläuterung der phänomenologischen Methode nach Husserl und Waldenfels als Grundlage der Analyse.

4. Begriffsklärung: Detaillierte Analyse der Begriffe Heimat, Fremdheit und deren Differenzierung in verschiedenen Kontexten.

5. Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit: Untersuchung der Verschränkung und gegenseitigen Bedingtheit von Heimat und Fremdheit.

6. Konkretisierung der „Heimat - Fremdheit - Problematik“: Vergleich des Heimatverständnisses zwischen agrarisch geprägten Völkern und der modernen Industriegesellschaft.

7. Perspektiven für die Geographie: Diskussion der Bedeutung phänomenologischer Ansätze für die Geographie, insbesondere im Kontext von Interkulturalität und Sozialgeographie.

8. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

9. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Kernergebnisse der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Heimat, Fremdheit, Bernhard Waldenfels, Phänomenologie, Urteilsenthaltung, Intentionalität, Heimatverständnis, Sozialgeographie, Interkulturalität, Identität, Grenzziehung, Lebenswelt, Fremdheitstypen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung von Heimat und Fremdheit basierend auf den Theorien von Bernhard Waldenfels und deren Relevanz für die Geographie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die phänomenologische Betrachtungsweise, die begriffliche Abgrenzung von Heimat und Fremdheit sowie deren soziokulturelle und geographische Ausprägungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie sich Heimat und Fremdheit definieren und gegenseitig abgrenzen, und welche Bedeutung diese Grenzziehungen für die geographische Betrachtung haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen phänomenologischen Ansatz, orientiert an der Methodik von Edmund Husserl und Bernhard Waldenfels, um Begriffe aus einer deskriptiven Perspektive zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die phänomenologischen Grundlagen, definiert die Begriffe Heimat und Fremdheit, untersucht deren Verschränkung und zeigt den Wandel des Heimatverständnisses über die Zeit auf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Heimat, Fremdheit, Phänomenologie, Identität, Grenzziehung und die geographische Perspektive auf diese sozialen Konstrukte.

Wie unterscheidet Waldenfels die verschiedenen Arten von Fremdheit?

Waldenfels differenziert Fremdheit in drei Stufen: die alltägliche oder normale Fremdheit, die strukturelle Fremdheit und die radikale Form der Fremdheit.

Warum ist das Verständnis von Heimat heute schwieriger als früher?

Durch die moderne Globalisierung und Individualisierung hat sich das Heimatverständnis von einer agrarisch geprägten, festen Verortung hin zu einem diffusen Netzwerk aus verschiedenen Lebensbereichen entwickelt.

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Details

Title
Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit
Subtitle
Bernhard Waldenfels und das Heimatverständnis
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Geographisches Institut)
Course
Hauptseminar Heimat, Identität und Medien
Grade
2,0
Author
Christoph Böhm (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V145834
ISBN (eBook)
9783640562886
ISBN (Book)
9783640562619
Language
German
Tags
Heimat Fremdheit Bernhard Waldenfels
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Böhm (Author), 2009, Die Grenzziehung zwischen Heimat und Fremdheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145834
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