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Rationalität, Hierarchie und Entscheidung. Das Garbage Can-Modell und Entscheidungspartizipation in Organisationen

Titel: Rationalität, Hierarchie und Entscheidung. Das Garbage Can-Modell und Entscheidungspartizipation in Organisationen

Hausarbeit , 2022 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Liza Albrecht (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das GCM misst der Rationalität sowie der Hierarchie in der organisationalen Entscheidungsfindung einen besonderen Stellenwert zu, da sie den Kontext für den Entscheidungsprozess bilden und dadurch die Konzepte "Entscheidung" und "Organisation" miteinander verbinden. Die Hausarbeit legt im Folgenden die Annahmen des GCMs dar und beschreibt durch die Verbindung zwischen Rationalität, Hierarchie und Entscheidung das Phänomen der Entscheidungspartizipation von Organisationsmitgliedern. In einem weiteren Schritt wird erörtert, inwiefern die theoretischen Annahmen in der Empirie eines organisationalen Alltags beobachtet werden können. Dadurch sollen neue Erkenntnisse über die Verfasstheit und die Struktur von Organisationen gewonnen werden.

Organisationen sind in vielfältigen Formen anzutreffen: Universitäten, Schulen, politische Parteien, Unternehmen - sie weisen verschiedene Strukturen auf, dienen unterschiedlichen Zwecken - und haben gemeinsam, dass in allen Organisationstypen regelmäßig und unaufhörlich Entscheidungen stattfinden.

Die klassischen Theorien, die sich mit der Entscheidungsfindung in Organisationen befassen, beschreiben die Entscheidung als bewusste und rationale Handlung, die auf der Grundlage von vorher gesetzten Zielen und in Erwartung von Handlungsfolgen verrichtet wird. Ein wesentlich komplexeres Bild zeichnen jedoch empirische Beobachtungen von tatsächlichen Entscheidungsprozessen in Organisationen. Diese Beobachtungen haben zur Entwicklung von einer Reihe von Theoriemodellen geführt, die die Mehrdeutigkeit der Ziele sowie die lose Kopplung der einzelnen Entscheidungskomponenten innerhalb von Organisationen hervorheben. Das (im Folgenden GCM) nach Cohen, March und Olsen ist eines dieser Modelle und arbeitet somit nicht mit einer konsequent und rational aufeinander aufbauenden Reihenfolge der Komponenten, sondern geht vielmehr davon aus, dass die einzelnen Komponenten aufgrund der Gleichzeitigkeit ihres Auftretens miteinander verbunden sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung und Methode

2. Theoretischer Rahmen

2.1. Grundkonzepte der Entscheidungsfindung

2.2. Garbage Can Modell of organizational decision-making

2.2.1. Nicht-Rationalität

2.2.2. organisierte Anarchie

3. Empirische Beobachtungen

3.1. Organisation Schule

3.2. Organisation (Universitäts-)Bibliothek

3.3. Politische Parteien

3.4. Organisation Büro (Unternehmen)

3.5. Grundbedingungen für Partizipation

4. Zusammenfassung und Diskussion

4.1. Zusammenfassung der Annahmen und Beobachtungen

4.2. Diskussion und Erörterung der Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das "Garbage Can Modell" (GCM) der organisationalen Entscheidungsfindung und untersucht, inwieweit die darin beschriebenen Phänomene der Nicht-Rationalität und organisierten Anarchie in der Praxis unterschiedlicher Organisationstypen empirisch nachweisbar sind.

  • Theoretische Fundierung des Garbage Can Modells
  • Gegenüberstellung von rationalen Entscheidungsmodellen und organisierter Anarchie
  • Empirische Fallbeispiele aus Schulen, Bibliotheken, Parteien und Unternehmen
  • Analyse von Partizipationsbedingungen in Entscheidungsprozessen
  • Diskussion der Modellanwendung im modernen Organisationsalltag

Auszug aus dem Buch

2.2. Garbage Can Modell of organizational decision-making

Das GCM versucht mithilfe eines Simulationsmodells die Diskrepanz zwischen den theoretischen Annahmen der rationalen Entscheidung und den empirischen Beobachtungen von Entscheidungsprozessen zu erklären. Dabei möchte das Modell die Erkenntnisse der bestehenden Theorien nicht ersetzen, sondern sie durch weitere Merkmale erweitern (March/Olsen 1986:12).

2.2.1. Nicht-Rationalität

Das GCM sieht Organisationen als Ansammlung von „choices looking for problems, issues and feelings looking for decision situations in which they might be aired, solutions looking for issues to which they might be the answer, and decision makers looking for work“ (Cohen et al. 1972: 2).

Das GCM erhält seinen Namen folglich, weil sich Entscheidungen dadurch ereignen, dass sich aus den Handlungen der Organisationsmitglieder Probleme, Lösungen und Gelegenheiten als ungeplante Neben“abfälle“ ergeben, die sich in einer Art Garbage Can bzw. Mülleimer ohne besondere Ordnung zusammenfinden (Wilz 2022: 23). Der Inhalt einer Garbage Can variiert dabei je nachdem, welche alternativen Mülleimer verfügbar sind, welche Labels diese haben, welche Art von Müll produziert wird und mit welcher Schnelligkeit der Müll gesammelt und geleert wird. Eine solche Theorie der organisatorischen Entscheidungsfindung muss sich also mit einem relativ komplizierten Zusammenspiel von vier Faktoren bzw. Strömungen befassen: der Entstehung von Problemen in einer Organisation, dem Einsatz von Mitgliedern bzw. Teilnehmern, der Erarbeitung von Lösungen sowie den unterschiedlichen Gelegenheiten (Cohen et al 1972: 2f., vgl. Bavec 2001: 376, Giesecke 1991: 62f.).

Eine einfache Lösung wäre, sich vorzustellen, dass die einzelnen Faktoren chronologisch verlaufen und rational aufeinander aufbauen, also, dass die Wahlmöglichkeiten zunächst zur Entstehung von Entscheidungsalternativen, dann zu einer Prüfung ihrer Konsequenzen, im Anschluss zu einer Bewertung dieser Konsequenzen im Hinblick auf die Ziele und schließlich zu einer Entscheidung führen. Das GCM stellt jedoch einen anderen Ansatz vor und beschreibt eine Entscheidung als das Ergebnis mehrerer relativ unabhängiger Ströme innerhalb einer Organisation, wobei sich die Aufmerksamkeit hier auf die Wechselbeziehungen zwischen den vier oben genannten Strömen beschränkt (Cohen et al. 1972: 2f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Entscheidungsfindung im Kontext unterschiedlicher Organisationstypen und Vorstellung des Garbage Can Modells.

2. Theoretischer Rahmen: Darstellung der theoretischen Grundlagen, insbesondere Abgrenzung zwischen klassischer Rationalität und der organisierten Anarchie des GCM.

3. Empirische Beobachtungen: Anwendung des theoretischen Modells auf konkrete Beispiele wie Schulen, Bibliotheken, Parteien und Wirtschaftsunternehmen.

4. Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Erkenntnisse sowie kritische Reflexion der Anwendbarkeit des GCM auf reale Organisationsstrukturen.

5. Fazit: Resümee über den Nutzen des Modells für das Verständnis komplexer Entscheidungsprozesse in einer schnelllebigen Welt.

Schlüsselwörter

Garbage Can Modell, organisierte Anarchie, Entscheidungsfindung, Nicht-Rationalität, Entscheidungsprozesse, Organisationsstrukturen, Zweckhierarchie, Partizipation, Prozesshaftigkeit, lose Kopplung, organisationale Ambiguität, Entscheidungsträger, empirische Beobachtung, systemische Komplexität, Entscheidungsarenen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Beschreibung und empirischen Validierung des Garbage Can Modells zur Erklärung von Entscheidungsprozessen in Organisationen, die nicht durch strikt rationale Hierarchien geprägt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die organisationale Entscheidungsfindung, das Spannungsfeld zwischen Rationalitätskonzepten und organisierter Anarchie sowie die Bedingungen für Partizipation in komplexen Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Phänomene der Nicht-Rationalität und der organisierten Anarchie aus dem GCM herauszuarbeiten und zu prüfen, ob diese in der Praxis verschiedener Organisationen beobachtbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalysen basiert und diese mit empirischen Beobachtungsstudien aus unterschiedlichen Organisationsbereichen verknüpft.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung des Modells sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Fallbeispielen aus Schulen, Bibliotheken, Parteien und Unternehmen.

Was zeichnet die Schlüsselbegriffe dieser Arbeit aus?

Die Begriffe konzentrieren sich auf die Merkmale von "organisierten Anarchien" und die spezifischen Komponenten wie "Probleme", "Lösungen" und "Entscheidungsgelegenheiten" innerhalb von GCM-Prozessen.

Inwiefern unterscheiden sich „by resolution“, „by oversight“ und „by flight“?

Diese drei Begriffe beschreiben die unterschiedlichen Modi, wie Entscheidungen im GCM entstehen: entweder durch zielgerichtete Arbeitsweise (resolution), schnelle, unreflektierte Verbindung von Elementen (oversight) oder durch das Ausweichen auf aktuelle Probleme (flight).

Welche Rolle spielt die „lose Kopplung“ für die Organisation?

Die lose Kopplung ermöglicht, dass Entscheidungskomponenten relativ unabhängig voneinander agieren, was das Modell flexibler, aber auch schwerer steuerbar macht als klassische hierarchische Strukturen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rationalität, Hierarchie und Entscheidung. Das Garbage Can-Modell und Entscheidungspartizipation in Organisationen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Soziologie und Kultur)
Veranstaltung
Die Praxis des Organisierens
Note
2,0
Autor
Liza Albrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
18
Katalognummer
V1458836
ISBN (PDF)
9783389001622
ISBN (Buch)
9783389001639
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Garbage Can Modell Entscheidungspartizipation in Organisationen Rationalität und Entscheidungen Hierarchien in Organisationen Organisierte Anarchie Betriebsorganisation Organisationssoziologie Entscheidungsprozesse in Organisationen Betriebliche Entscheidungsprozesse Entscheidungen Mitarbeiter Decision making Decision happen Organisation Bibliothek Organisation politische Partei Organisation Büro Grundbedingungen Partizipation Entscheidungspartizipation
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Arbeit zitieren
Liza Albrecht (Autor:in), 2022, Rationalität, Hierarchie und Entscheidung. Das Garbage Can-Modell und Entscheidungspartizipation in Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458836
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Leseprobe aus  18  Seiten
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