Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll zunächst ein Überblick über das Personalmanagement im öffentlichen Dienst sowie über die Mitarbeitendenbindung geschaffen werden. Im Laufe der Arbeit wird das Thema „Personalmanagement in der öffentlichen Jugendhilfe - Ansatzpunkte zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung am Beispiel des Allgemeinen Sozialen Diensts (ASD)“ bearbeitet. Dafür werden Ansatzpunkte an einem Beispiel ausformuliert. Im Fokus steht dabei die Verknüpfung zwischen den aufgezeigten Theorien und der Praxis. Es soll überprüft werden, ob die Theorien und Ansatzpunkte aus der Literatur in die Praxis der Sozialen Arbeit übertragbar sind. Zur Beantwortung des Themas wird die Bedeutung der Mitarbeitendenbindung im Personalmanagement verdeutlicht, um praxisnahe Umsetzungsideen für den ASD aufzuzeigen. Methodisch wird eine Mitarbeitendenbefragung durchgeführt, um anhand dessen mögliche Maßnahmen zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung zu erarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Öffentliche Jugendhilfe
2.1 Jugendamt
2.2 ASD
2.2.1 Personalsituation im ASD
2.2.2 Kernaufgaben des ASD
2.2.3 Relevante Entwicklungsstufen des ASD
2.3 Beispiel: Kreis Minden-Lübbecke
2.3.1 ASD des Kreises Minden-Lübbecke
2.3.2 Personalpolitik des Kreises Minden-Lübbecke
3. Personalmanagement im öffentlichen Dienst
3.1 Entwicklung und Herausforderung
3.2 Verhältnis von Personalmanagement und ASD
4. Mitarbeitendenbindung
4.1 Chance von Mitarbeitendenbindung
4.2 Risiken von Mitarbeitendenbindung
5. Dreidimensionales organisationales Commitment (OC) nach Allen und Meyer
5.1 Bindungstypen
5.2 Abgrenzung zur organisationalen Identifikation (OI) und Arbeitszufriedenheit (AZ)
5.3 Einflussfaktoren auf das organisationales Commitment (OC) und die Mitarbeitendenbindung
6. Methodisches Vorgehen
6.1 Teilnehmende Mitarbeitenden
6.2 Pretest
6.3 Datenerhebung
6.4 Rücklauf
7. Ergebnisauswertung der Mitarbeitendenbefragung
7.1 Arbeitsplatz
7.2 Unternehmenskultur
7.3 Work-Life-Balance
7.4 Entwicklungsmöglichkeiten
7.5 Arbeitsabläufe
7.6 Führungsebene
7.7 Team
8. Ansatzpunkte zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung
9. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert das Personalmanagement und die Mitarbeitendenbindung innerhalb der öffentlichen Jugendhilfe, exemplarisch dargestellt am Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Kreises Minden-Lübbecke. Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Mitarbeitendenbefragung und unter Einbeziehung des dreidimensionalen Commitment-Modells nach Allen und Meyer Ansatzpunkte zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung zu identifizieren, um dem Fachkräftemangel und hoher Fluktuation entgegenzuwirken.
- Analyse der Rahmenbedingungen und Herausforderungen des ASD in der öffentlichen Jugendhilfe.
- Untersuchung der Bedeutung von Mitarbeitendenbindung als zentralem Instrument des Personalmanagements.
- Empirische Erfassung der aktuellen Bindungssituation der Mitarbeitenden im ASD des Kreises Minden-Lübbecke.
- Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten von theoretischen Bindungsmodellen in der Praxis sozialer Arbeit.
- Ableitung praxisnaher Handlungsempfehlungen zur verbesserten Mitarbeitendenbindung.
Auszug aus dem Buch
2.2 ASD
Der ASD ist innerhalb des Jugendamtes ein Dienst, der für die Menschen bei schwierigen Lebenslagen als erster Ansprechpartner fungiert. Bei einem Erstkontakt wird dafür der Hilfebedarf analysiert und im nächsten Schritt erforderliche Hilfe vermittelt, um so einen Zugang für die Betroffenen zu schaffen. Die Aufgabenschwerpunkte des ASD sind durch das Doppelte Mandat gekennzeichnet. Das heißt zum einen, dass die Familien zu einer Hilfe motiviert und entsprechend ihrer individuellen Belange unterstützt werden sowie zum anderen, dass im Sinne des staatlichen Wächteramtes agiert wird. Demzufolge müssen die Mitarbeitenden den Schutz des Wohles von Kindern und Jugendlichen gewährleisten und ggf. bei Erforderlichkeit auch gegen den Willen der Personenberechtigten eingreifen (vgl. Merchel 2019, S. 4).
Wie bereits in Kapitel 2.1 beschrieben, hat der JHA ein Mitbestimmungsrecht. Für den ASD bedeutet das in der Praxis, der JHA „[…] kann Entscheidungen in allen Angelegenheiten der Kinder- und Jugend[-]hilfe treffen und Maßnahmen der Verwaltung entscheidend beeinflussen“ (Merchel 2015, S. 45). Somit ist er u. a. für die Aufgabengestaltung des ASD maßgeblich verantwortlich.
Kapitelzusammenfassungen
1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz des ASD als Herzstück der öffentlichen Jugendhilfe sowie die Dringlichkeit der Mitarbeitendenbindung angesichts von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen.
2. Öffentliche Jugendhilfe: Charakterisiert die Strukturen und Kernaufgaben von Jugendamt und ASD, insbesondere unter Berücksichtigung der speziellen Anforderungen sozialer Dienstleistungen.
3. Personalmanagement im öffentlichen Dienst: Erläutert die Aufgaben und Herausforderungen des Personalmanagements bei der Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal in sozialen Arbeitsfeldern.
4. Mitarbeitendenbindung: Definiert das Konzept der Mitarbeitendenbindung und analysiert deren Chancen sowie potenzielle Risiken für eine Organisation.
5. Dreidimensionales organisationales Commitment (OC) nach Allen und Meyer: Führt das commitment-theoretische Fundament ein und beschreibt die Bindungstypen zur Analyse und Steuerung der individuellen Mitarbeiterbindung.
6. Methodisches Vorgehen: Beschreibt die Konzeption und Durchführung der empirischen Mitarbeiterbefragung beim ASD des Kreises Minden-Lübbecke.
7. Ergebnisauswertung der Mitarbeitendenbefragung: Präsentiert und analysiert die erhobenen Daten zu verschiedenen Aspekten wie Arbeitsplatz, Unternehmenskultur und Führung.
8. Ansatzpunkte zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung: Führt theoretische Grundlagen und empirische Ergebnisse zusammen, um konkrete Handlungsimpulse für das Personalmanagement zu formulieren.
9. Schlussfolgerung: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen, personalstrategischen Ausrichtung in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Allgemeiner Sozialer Dienst, ASD, Mitarbeitendenbindung, Personalmanagement, Öffentliche Jugendhilfe, Organisationales Commitment, Arbeitszufriedenheit, Fachkräftemangel, Bindungstypen, Führungsebene, Unternehmenskultur, Employee Branding, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das Personalmanagement im ASD durch gezielte Maßnahmen zur Mitarbeitendenbindung gestärkt werden kann, um den Herausforderungen wie Fachkräftemangel und hoher Fluktuation zu begegnen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Zentrale Themen umfassen rechtliche und organisatorische Grundlagen des ASD, Personalmanagementstrategien im öffentlichen Sektor und psychologische Theorien zur Bindung von Beschäftigten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das primäre Ziel ist die Identifikation von Ansatzpunkten zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung beim ASD des Kreises Minden-Lübbecke auf Basis der Verbindung von theoretischen Erkenntnissen und einer empirischen Befragung.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit verwendet einen quantitativen Forschungsansatz mittels einer elektronischen schriftlichen Befragung aller Mitarbeitenden des untersuchten ASD, die an den Skalen des COBB-Fragebogens orientiert ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Jugendhilfe, Personalmanagement und Commitments-Modellen, gefolgt von einer detaillierten Auswertung der empirischen Ergebnisse aus der Befragung.
Welche Stichworte charakterisieren diese Arbeit besonders?
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Mitarbeitendenbindung, ASD, Organisationales Commitment, Fachkräftemangel, öffentliche Jugendhilfe und Personalmanagement geprägt.
Welche Rolle spielt das "Doppelte Mandat" für den ASD?
Das Doppelte Mandat definiert das Spannungsfeld des ASD zwischen der Hilfeleistung für Familien und der Wahrnehmung des staatlichen Wächteramtes zum Schutz des Kindeswohls, was hohe Belastungen für die Mitarbeitenden verursacht.
Wie unterscheidet sich die "eskalierende Bindung" von einer wünschenswerten Bindung?
Wünschenswerte Bindung fördert Identifikation und Motivation; eine eskalierende oder übermäßige Bindung hingegen kann zu destruktivem Gehorsam, Burnout und Stagnation führen, da kritisches Denken und Weiterentwicklung unterdrückt werden.
Welche Bedeutung haben immaterielle Faktoren in der Befragung?
Die Ergebnisse zeigen, dass für die Mitarbeitenden nicht primär die Entlohnung entscheidend ist, sondern Faktoren wie Wertschätzung, Präsenz der Führungsebene, Rückhalt und ein konstruktiver Austausch, die stark zu ihrem Wohlbefinden beitragen.
- Arbeit zitieren
- Antje Priesmeier (Autor:in), 2021, Personalmanagement in der öffentlichen Jugendhilfe. Ansatzpunkte zur Optimierung der Mitarbeitendenbindung am Beispiel des Allgemeinen Sozialen Diensts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459375