Konzept und aktueller Zustand einer europäischen Hochschule auf dem zweiten Bildungsweg


Hausarbeit, 2003

19 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

1. Das Recht auf Bildung und die persönliche Bildungs- weiterentwicklung
1.1 Bildung als Grundrecht
1.2 Zweiter Bildungsweg

2. Die Europahochschule des zweiten Bildungswegs

2.1 Zugangsvoraussetzung an einer „Europäischen Hochschule“ des zweiten Bildungswegs
2.2 Wie könnte eine „Europäische Hochschule“ des
zweiten Bildungswegs aussehen
2.3 Wie ist der aktuelle Zustand der „Europäischen
Hochschule“ des zweiten Bildungswegs

3. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit fokussiert sich auf ein Konzept einer europäischen Hochschule auf dem zweiten Bildungsweg, wobei der erste Teil sich zunächst mit dem Recht auf Bildung und die Bildungsweiterentwicklung beschäftigt. Im ersten Teil wird beschrieben, wie wichtig es ist, dass jeder Mensch ein Recht bzw. Grundrecht auf Bildung und Bildungsweiterentwicklung hat und wie dieses umgesetzt werden könnte. Ferner wird der zweite Bildungsweg definiert.

Im zweiten Teil werden die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen der europäischen Hochschule auf dem zweiten Bildungsweg erklärt, wobei die Hochschulen die beschrieben werden in dem Sinne keine Europahochschulen auf dem zweiten Bildungsweg sind. Des Weiteren wird erklärt, wie eine Europahochschule des zweiten Bildungswegs aussehen könnte und wie der aktuelle Zustand ist. Zum Abschluss werden eine Zusammenfassung und ein Ausblick dargestellt.

1. Das Recht auf Bildung und die persönliche Bildungsweiterentwicklung

Bildung und die persönliche Bildungsweiterentwicklung ist für jeden Menschen in der Gesellschaft von sehr großer Bedeutung, ob nur die allgemeiner Schulausbildung, eine betriebliche Ausbildung oder ein Hochschulstudium. Die Motivation sich zu bilden und seine Bildung weiterzuentwickeln, wird unter anderem in den Familien gelegt. Die Eltern müssen den Kindern den Sinn des Lernens vermitteln. Viele junge Menschen halten nur die Gegenwart für wichtig und nicht die Zukunft. Bestimmte Verhaltensweisen sind zwar in der Gegenwart sehr angenehm, jedoch zahlen sie sich auf lange Sicht aber nicht aus. Ein sozialer Hintergrund und Bildungsleistungen sind in Deutschland eng miteinander verknüpft. Aus diesem Grunde kann die Rolle eines frühen Bildungs- und Sozialisationsprozess gar nicht hoch genug bewertet werden. Zur Unterstützung eines frühen Bildungsprozesses könnten z. B. auch Kindertageseinrichtungen einen wichtigen Beitrag leisten.[1] Dem heranwachsenden Menschen muss vermittelt werden, dass es für das Leben wichtig ist, sich Bildung anzueignen, um sich später in der Gesellschaft im privaten und beruflichen Sinne behaupten zu können. Nur durch das Medium Fernsehen kann einem Kind keine Bildung vermittelt werden. Für ein Kind ist es unter anderem wichtig, dass ihm ein Buch vorgelesen wird, um es zu motivieren lesen zu lernen. Schon während der Schulzeit muss gewährleistet sein, dass ein Heranwachsender in deren Stärken und Fähigkeiten sowie Schwächen unterstützt wird, um in späteren Bildungsinstitution dann den erforderlichen Anforderungen gerecht zu werden und nicht überfordert zu werden. Sollten Eltern aufgrund ihrer Bildung nicht in der Lage sein ihren Kindern bei den Schulaufgaben zur Seite zu stehen, ist es unabdingbar, sie in Form von Weiterbildungskursen zu unterstützen, um ihren Kindern bei möglichen Schulproblemen unter die Arme zu greifen. Diese Weiterbildungskurse könnten z. B. von den Schulen, die die Kinder besuchen durchgeführt werden. Kein Mensch in unserer Gesellschaft darf aufgrund seiner sozialen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Ethniszität und seiner Religion von Bildung ausgeschlossen werden. Jeder lernwillige Mensch muss in seinen Stärken bzw. Fähigkeiten und Schwächen die Chance erhalten, den Zugang zu Bildungsinstitutionen zu bekommen, um gefördert zu werden, ob es in private oder öffentlichen Bildungseinrichtungen ist. Ziel sollte es sein, dass die heranwachsende Generation in den allgemeinbildenden Schulen, in der betrieblichen Ausbildung oder an einer Hochschule auf spätere Aufgaben vorbereitet werden, in denen sie ihre Bildung weiter entwickeln und anwenden können. Dieses könnte man auch als lebenslanges Lernen bezeichnen, deren im Vorschulalter anfängt und im Rentenalter aufhört. [2] Allerdings ist es wichtig, dass die weiterführenden Bildungsinstitutionen in der Pflicht stehen, Selektionen in Form von Einstellungstests oder Aufnahmeprüfungen durchzuführen, um zu prüfen, ob derjenige die Fähigkeit besitzt, seine Bildungsweiterentwicklung an der jeweiligen Institution fortzuführen, ohne eventuell überfordert zu werden. Überforderung könnte zu Demotivation führen. Bildung und Bildungsweiterentwicklung stellt ein Grundrecht dar, dessen Einhaltung für eine Gesellschaft existenziell ist. Dieser Gedanke wird im nächsten Kapitel erklärt.

1.1 Bildung als Grundrecht

Die Bildung als Grundrecht in der Gesellschaft darf in keinster Weise eingeschränkt werden, um keinen Menschen aus dem Bildungs- oder Weiterbildungsprozess auszuschließen. Schon während der Schulzeit sollte hinreichend über Ausbildungsgänge informiert werden. So könnte unter Umständen die Abbrecherquote in der betrieblichen Ausbildung und insbesondere an einer Hochschule minimiert werden. Jeder Mensch muss gemäß des Grundgesetzes eine freie Entscheidung, welchen Beruf er lernt bzw. ausübt durchführen können.[3] In einigen Ländern gibt es nicht, wie in Deutschland ein „Ausbildungsrecht“ bzw. ein duales Ausbildungssystem. Beispielsweise in England ist das Qualifikationsniveau englischer Fachkräfte sehr gering. 1990 konnten 65 % der britischen Arbeitskräfte keinen formalen Bildungsabschluss vorweisen. Die Ursache dafür liegt im traditionellen on-the-job-training und dem Fehlen eines strukturierten Berufsbildungssystems.[4] Ein ähnliches Verhältnis findet man auch in Italien vor, da es dort kein duales Ausbildungssystem gibt sondern ausschließlich Berufsbildung in entsprechenden Schulen.[5] Es muss aber auch differenziert werden, dass viele Menschen, die ihre allgemeine Schulausbildung in Deutschland beendet haben, nicht immer die Ausbildung in ihrem gewünschten Beruf oder unter Umständen gar keinen Ausbildungsplatz finden, weil es nicht genügend Ausbildungsplätze gibt. Diese Tatsache könnte eine Einschränkung des Grundrechts darstellen. Es muss in Deutschland und in Europa Sorge getragen werden, dass jeder Mensch die Chance und das Recht auf Bildung und Weiterbildung erhält. Damit ist allerdings seitens der Bürger auch einhergehend, sich Bildung aneignen zu wollen. Bildung als Grundrecht könnte mit lebenslangem Lernen in Verbindung gebracht werden. Für jeden Menschen muss in sozialer und beruflicher Hinsicht ein Platz in der Gesellschaft sein.

Lebenslanges Lernen muss in der Gesellschaft gefördert werden, da die gesellschaftlichen, beruflichen und sozialen Anforderungen stetig steigen. Es impliziert, wie schon bereits gesagt eine Lernphase vom Vorschulalter bis ins Rentenalter und kann in den unterschiedlichsten Umgebungen erfolgen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der formalen Bildungssysteme.[6] Die Förderung des lebenslangen Lernens bedeutet, dass alle Menschen die Möglichkeit bekommen müssten, ihr Wissen zu erweitern, bei dem Erwerb der Basisqualifikationen unterstützt zu werden und den Weg für innovative und flexible Formen des Lernens zu ebnen.[7] Ferner sind die Ziele des Lernens z. B. die persönliche Entfaltung, die soziale Eingliederung, Förderung aktiver und demokratischer Bürger sowie Beschäftigungsaspekte.[8] Menschen muss gleichberechtigt und ungehindert der Zugang zu hochwertigen Lernangeboten und einer Vielzahl von Lernerfahrungen ermöglicht werden. Die Mitgliedsstaaten in Europa werden aufgefordert, ihre formalen Bildungs- und Berufsbildungssysteme zu reformieren, um Barrieren zwischen verschiedenen Lernformen zu beseitigen.[9]

Bildung als Grundrecht kann man auch dahingehend definieren, dass Menschen jeden Alters nach einer beruflichen Erstausbildung die Möglichkeit erhalten einen zweiten Bildungsabschluss, in welcher Form auch immer, ob ein Abitur nach einer betrieblichen Ausbildung oder ein Hochschulstudium durchzuführen. Insbesondere Menschen, die in ihrer Biographie zu wenig Bildung genossen haben, sollen die Möglichkeit erhalten, jederzeit eine weitere Ausbildung aufnehmen zu können, um ihre gesellschaftliche Position zu verbessern.[10] Mit dieser Aussage sind natürlich auch die Universitäten aufgerufen, sich diesen Prozess anzuschließen. Diese Darstellung, die im nächsten Kapitel ausführlicher behandelt wird, könnte im Zusammenhang mit dem lebenslangen Lernen auch als zweiter Bildungsweg definiert werden.

1.2 Zweiter Bildungsweg

Der zweite Bildungsweg könnte in verschiedener Hinsicht erklärt werden. In Deutschland können alle verschiedende Bildungsabschlüsse nachgeholt werden, wie z. B. das Abitur oder ein Hochschulstudium, wenn Menschen aufgrund ihrer Bildungsbiographie keinen hochwertigen oder aber auch gar keinen Bildungsabschluss erreichen konnten. Das System des zweiten Bildungswegs ist allerdings nicht in jedem europäischen Land eine Selbstverständlichkeit. In Italien beispielsweise gibt es in dem Sinne, wie schon oben angegeben, keinen zweiten Bildungsweg, in dem man einen Bildungsabschluss nachholen kann. Es gibt eine Grundversorgung in dem Sinne, dass der Besuch bis zum Ende der achten Klasse kostenlos ist, weiterführende Schulen aber ein Entgelt verlangen. Wie schon erwähnt, ist das Schulsystem auch ein anderes. In die Grundschule müssen die Kinder fünf Jahre gehen, danach folgen drei Jahre auf der Mittelschule. Nach den insgesamt acht Jahren bieten weiterführende Schulen eine berufsspezifische Ausbildung an, oder eine Vorbereitung auf die Universität.[11]

Es stellt sich die Frage, in welcher Weise der zweite Bildungsweg in Europa durchgeführt wird bzw. werden kann, wenn die Bildungssysteme der europäischen Länder so unterschiedlich sind. Ist es trotz allem möglich, eine Europahochschule des zweiten Bildungsweg zu entwickeln? Wie könnte eine solche Institution aussehen?

2. Die Europahochschule des zweiten Bildungswegs

2.1 Zugangsvoraussetzung an einer „Europäischen Hochschule“ des zweiten Bildungswegs

Die Zugangsvoraussetzung an einer Europäischen Hochschule des zweiten Bildungswegs sind unter der Prämisse, dass es in Zukunft eine Europahochschule auf dem zweiten Bildungsweg gibt wie folgt zu definieren:

Die Zugangsvoraussetzung könnte man dahingehend ausdrücken, dass wer kein allgemeines Abitur vorweist, eine Aufnahmeprüfung ablegt, wie es z. B. an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik der Fall ist. Die Aufnahmeprüfung besteht dort aus einem schriftlichen Teil und einem Referat über ein selbst ausgesuchtes Thema, was der Prüfling vortragen muss mit anschließender Fragestellungen seitens einer Prüfungskommission, die paritätisch besetzt ist (zwei Dozenten und ein studentischer Beisitzer).[12]

In Niedersachsen ist z. B. die Studienberechtigung von Meistern, Technikern und staatlich geprüften Betriebswirten wie folgt formuliert:

An niedersächsischen Fachhochschulen kann dieser Personenkreis ohne fachliche Einschränkungen studieren. Dieser Personenkreis ist darüber hinaus zugangsberechtigt zum Studium der Lehrämter für Grund-, Haupt- und Realschulen und für Sonderschulen.[13]

Wenn Meister, Techniker oder Betriebswirte an Universitäten oder Hochschulen in Niedersachsen einen anderen Studiengang als den vorgenannten absolvieren möchten, muss die berufliche Vorbildung für den vorgesehen Studiengang einschlägig sein. Sollten sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen, muss eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden.[14] Die Aufnahmeprüfung besteht aus einem allgemeinen Teil, bei dem erforderliches Allgemeinwissen abgeprüft wird, und einem besonderen Teil, in dem die fachlichen Voraussetzungen für den gewählten Studiengang geprüft werden.[15]

[...]


[1] Vgl. Becker, G. u. a. in: Welt am Sonntag, Die Familie ist die wichtigste Schule, Nr. 22, 02.06.2002, S. 16

[2] Vgl „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“, KOM (2001) 678 vom 21.10.2001, http://europa.eu.int/comm/dgs/education_culture/publ/pdf/III/area_de.pdp vom 08.04.2003, S. 10

[3] Vgl. Art. 12 GG, Freiheit der Berufswahl, 36. Auflage, 2001

[4] Vgl. Käpplinger, B., Anerkennung von Kompetenzen: Definitionen, Kontexte und Praxiserfahrungen in Europa, in: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, November 2002, S.8 http://www.die-bonn.de/esprid/dokumente/doc-2002/kaepplinger0201.pdf, vom 15.03.2003

[5] http:// www.geanet.net/deutsch/gea_mag/Nr_7/Koedukation/Meeting/hauptteil-meeting.html

[6] Vgl „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“, a. a. O

[7] Vgl. Aus- und Weiterbildung – Europa > Europäische Kommission > Lebenslanges Lernen, http://europa.eu/int/comm/education/lll_de.htm, vom 26.03.20023

[8] Vgl „Einen europäischen Raum des lebenslangen Lernens schaffen“, a. a. O.

[9] Vgl. Aus- und Weiterbildung – Europa > Europäische Kommission > Lebenslanges Lernen, a. a. O.

[10] Vgl. Modellversuch Lebenslanges Lernen, Bund-Länder-Kommission, Für Bildungsplanung und Forschungsförderung,http//www.blk-lll.de/LLL/menue_LLL.htm, vom 14.04.2003

[11] Vgl. Das Schulsystem in Italien, http://www.ggg.ra.bw.schule.de/schueler/roadahead/schule/g-italien1.htm

[12] Vgl. Leitbild der HWP – Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, Offener Hochschulzugang, http://intranet/1100_diehwp_leitbild.shtml vom 24.02.2003

[13] Vgl. Zweiter Bildungsweg, Studium ohne Abitur, Hochschulzugang in Niedersachsen, S. 3, http://www.niedersachsen.de/functions/downloadObject=c646502_s20,00.pdf, vom 15.04.2003

[14] Ebenda S. 3

[15] Ebenda, S. 9

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Konzept und aktueller Zustand einer europäischen Hochschule auf dem zweiten Bildungsweg
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Politische Soziologie
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V14594
ISBN (eBook)
9783638199506
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Zustand, Hochschule, Bildungsweg, Politische, Soziologie
Arbeit zitieren
Andrea Rolle (Autor), 2003, Konzept und aktueller Zustand einer europäischen Hochschule auf dem zweiten Bildungsweg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14594

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