Von der Menge an volkswirtschaftlichen, ordnungspolitischen, organisationstheoretischen und informationstechnologischen Megatrends der letzten Dekaden wurde der internationale Luftverkehr in Form der Phänomene Globalisierung, Deregulierung, Wertschöpfungskettenfragmentierung und Computerisierung besonders intensiv getroffen. Auf die hierdurch induzierte zunehmende Wettbewerbsintensität hat der Luftfrachtmarkt verstärkt mit Konsolidierungstendenzen aber auch mit der Bildung horizontalen Kooperationen reagiert. Nachdem dieser Kooperationstyp in Form der Strategischen Allianz gescheitert ist, bilden sich nun seit wenigen Jahren zunehmend vertikale Kooperationen heraus. Eine Zwitterstellung nimmt dabei die Aero-Logic GmbH als eine Kooperation aus Lufthansa Cargo (Airline) und DHL Express (Integrator) ein.
Ziel dieser Arbeit ist zu prüfen, ob die bestehende Kooperation der Aerologic auf der Basis eines theoretischen Analyserahmens in Bezug auf Governancestruktur und Institutionalisierung Legitimation erfährt. Hierzu werden in Kapitel 2 zunächst die Rahmenbedingungen des Luftfrachtmarktes skizziert und anschließend die beteiligten Unternehmen im Kurzprofil vorgestellt. In Kapitel 3 werden diese Ergebnisse aufgegriffen um die Aerologic zunächst in Bezug auf die Governance Struktur anhand des ressourcenorientierten Ansatzes (Abschnitt 3.1) und nachfolgend in Bezug auf die Institutionalisierung unter besonderer Berücksichtigung des Principal-Agenten Beziehungen (Abschnitt 3.2) zu analysieren. Die Arbeit schließt in Kapitel 4 mit einer Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Umwelt- und Unternehmensbetrachtung
2.1 Marktabgrenzung und Kernleistungscharakteristika
2.2 Kooperationspartner und Aerologic im Profil
2.2.1 Die Kooperationspartner im Profil
2.2.2 AeroLogic GmbH im Profil
3. Ökonomische Analyse und kritische Würdigung ausgewählter Kooperationsparameter
3.1 Wahl der Governancestruktur: Eine Ressourcenorientierte Analyse
3.2 Die Wahl der Institutionalisierung unter Berücksichtigung der Prinzipal-Agenten Konstellationen
3.2.1 Aerologic und Partnerunternehmen
3.2.2 Aerologic und Dritte
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Legitimation der AeroLogic GmbH als Kooperation zwischen Lufthansa Cargo und DHL Express. Ziel ist es, auf Basis eines theoretischen Analyserahmens zu prüfen, ob die gewählte Governancestruktur und Institutionalisierung eine ökonomische Rechtfertigung erfahren.
- Analyse der Luftfrachtmarkt-Rahmenbedingungen und Unternehmensprofile
- Ressourcenorientierte Untersuchung der Governance-Struktur
- Anwendung des Prinzipal-Agenten-Ansatzes zur Analyse der Institutionalisierung
- Bewertung von Leistungsrisiken und relationalen Risiken in der Kooperation
- Untersuchung von Synergieeffekten und Wettbewerbsvorteilen durch Ressourcenpoolung
Auszug aus dem Buch
3.1 Wahl der Governancestruktur: Eine Ressourcenorientierte Analyse
Zunächst gilt es die durch beide Partner in die Kooperation eingebrachten Ressourcen zu identifizieren um im Anschluss beurteilen zu können, ob die Unternehmen ihren individuellen Zielfunktionswert durch die Kombination der Ressourcen steigern können. Hierfür muss der Zielfunktionswert zunächst ermittelt werden. Explizit als Kooperationsziel genannt wird die Auslastungsgradoptimierung, welche jedoch als Subziel der Kostenreduktion zu sehen ist, welche wiederum selbst nur ein Subziel zur Erreichung der Finalziele „Geld verdienen“ und „Verdienstquelle sichern“ darstellt. Ressourcen werden an dieser Stelle als Vermögenswertpotenziale aufgefasst, wobei aus diesen durch die Anwendung von Fähigkeiten zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen entstehen kann. Dabei lassen sich neben der Stammeinlage in die GmbH als finanzieller Ressource, die beide Unternehmen zu gleichen Teilen in Höhe €0,1 Mio. einbringen insb. die slots von Seiten der LHC und vor allem die von beiden Unternehmen eingebrachten Kundenlisten als intangible Ressourcen identifizieren.
Durch die Kombinierung der Ressourcen könnten Größenvorteile entstehen, wobei diese in Form von Economies of Scale, Scope und Density vorliegen können. Dabei sind Economies of Scale ausschließlich in Bezug auf die reine Netzerweiterung, d.h. das Hinzufügen von spokes zu verstehen wodurch Skaleneffekte außerhalb der Kernaktivität möglich sind. Da dies bei der Aerologic frühestens ab Ende 2010 und dann auch nur geringfügig der Fall sein wird und darüber hinaus die Gesamteffekte als gering angesehen werden, werden sie hier nicht weiter betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Megatrends des Luftfrachtmarktes und leitet das Ziel der Arbeit ab, die Legitimation der Kooperation AeroLogic durch theoretische Analyserahmen zu prüfen.
2. Umwelt- und Unternehmensbetrachtung: Es erfolgt eine Abgrenzung des Marktes sowie die Vorstellung der beteiligten Unternehmen Lufthansa Cargo und DHL Express sowie der AeroLogic GmbH als Joint Venture.
3. Ökonomische Analyse und kritische Würdigung ausgewählter Kooperationsparameter: In diesem Hauptteil wird die Governance-Struktur ressourcenorientiert analysiert und die Institutionalisierung unter Nutzung des Prinzipal-Agenten-Ansatzes hinsichtlich Risiken und Synergien bewertet.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Legitimation der Kooperation unter Anwendung des ressourcenökonomischen Ansatzes und weist auf weiteren Forschungsbedarf durch alternative Erklärungsmodelle hin.
Schlüsselwörter
AeroLogic GmbH, Luftfrachtmarkt, Kooperation, Joint Venture, Ressourcenorientierter Ansatz, Governancestruktur, Prinzipal-Agenten-Theorie, Leasing, Kostenvorteile, Wettbewerbsvorteile, Leistungsrisiko, Informatiosasymmetrie, Lufthansa Cargo, DHL Express, Kapazitätsauslastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die ökonomische Legitimation der AeroLogic GmbH als strategische Kooperation zwischen den Logistikunternehmen Lufthansa Cargo und DHL Express.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit der Luftfrachtlogistik, der Governance von Unternehmenskooperationen, Leasingmodellen und der Anwendung der Prinzipal-Agenten-Theorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis eines theoretischen Analyserahmens zu prüfen, ob die Kooperationsstruktur der AeroLogic GmbH die individuellen Zielwerte der beteiligten Partner steigern kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt den ressourcenorientierten Ansatz (Resource-based View) sowie den Prinzipal-Agenten-Ansatz zur theoretischen Fundierung der Analyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ressourcenkombination, Skaleneffekte, die Risikoarten (Leistungsrisiko vs. relationales Risiko) und die Institutionalisierung der AeroLogic als Joint Venture.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind AeroLogic, Luftfracht, Governance, Joint Venture, Prinzipal-Agenten-Beziehung und Ressourcenpoolung.
Warum ist das gewählte Governance-Modell für AeroLogic relevant?
Es dient dazu, die unternehmerischen Chancen und Risiken zwischen den beiden großen Gesellschaftern Lufthansa Cargo und DHL Express paritätisch zu verteilen.
Welche Rolle spielt die Boeing 777 in dieser Kooperation?
Die Boeing 777 ermöglicht aufgrund ihrer größeren Reichweite und ökonomischeren Triebwerke erhebliche Kostenvorteile und ist zentral für die Effizienzsteigerung der Frachtkette.
- Arbeit zitieren
- Hendrik von der Brelie (Autor:in), 2009, Kooperation zwischen Logistikdienstleistern am Beispiel der AeroLogic GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145975