Bei der folgenden Lerngruppe handelt es sich um eine sechste Klasse des X Gymnasiums. Insgesamt umfasst die Regelklasse 27 Schülerinnen und Schüler, wobei alle Lernenden Deutsch als Erstsprache (L1) erworben haben. Auf Grund dessen ist die Klasse durch eine auffallend hohe sprachliche Homogenität gekennzeichnet. Der Erwerb einer sukzessiv früh oder spät erworbenen Zweitsprache (L2) ist weder in Deutsch noch in einer anderen Sprache gegeben, da in jeder der Familien zuhause Deutsch gesprochen wird. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist monolingual aufgewachsen, was bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler seit ihrer Geburt ausschließlich eine Sprache (Deutsch), als alleinige Erstsprache erlernt haben. Der Spracherwerb in der Muttersprache Deutsch hat bei allen Schülerinnen und Schüler durch Imitation enger Bezugspersonen und der alltäglichen Umgebung mit der deutschen Sprache stattgefunden.
Lediglich zwei Schülerinnen und Schüler der Klasse sind zweisprachig/ bilingual aufgewachsen und haben einen simultan- bilingualen Erstspracherwerb durchlaufen. Der doppelte Erstspracherwerb hat hierbei ungesteuert und anhand von muttersprachlichem Input stattgefunden. Daraus resultierend sprechen, schreiben und lesen die Schülerin und der Schüler beide Sprachen gleichermaßen gut. Zusätzlich sind die Schülerin und der Schüler in der Lage, ohne Probleme von einer Sprache in die andere zu wechseln, was nach Lüdi als code switchig bezeichnet wird. Mit Blick auf den Migrationsstatus lassen sich die Schülerin und der Schüler der "2,5 Generation" zuordnen. Dies bedeutet, dass jeweils ein Elternteil im Ausland geboren wurde, der andere Elternteil und das Kind dagegen im Inland. Insgesamt kann die Mehrheit der Klasse zwischen der im außerschulischen Kontext gesprochenen Alltagssprache und der im Schulkontext gesprochenen Bildungssprache differenzieren. Auch wenn sich die Ausprägung der Fach- und Bildungssprache noch in den Anfängen befindet, ist dennoch ein überdurchschnittlich gutes Sprachniveau der Schülerinnen und Schüler zu beobachten. Dies lässt sich durch den hohen sozioökonomischen Status der Eltern begründen und dem damit verbundenen gut ausgeprägten Sprach- und Bildungsniveau der Eltern.
Inhaltsverzeichnis
1 Sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in der Lerngruppe
2 Fachliche Kompetenzen der Unterrichtseinheit
3 Sprachliche Anforderungen der fachlichen Ziele der Unterrichtseinheit
4 Sprachliche Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler mit Blick auf die Unterrichtsziele und Ableitung sprachlicher Lernziele
5 Sprachsensible Unterrichtsgestaltung mit Bezugnahme auf sprachsensible Unterrichtsmethoden und Sprachförderkonzepte
6 Wesentliche Merkmale der Praktikumsschule und Konzepte sprachlicher Bildung auf der Ebene der Bildungseinrichtung
7 Aufgabe im Rahmen des Seminars
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Portfolioarbeit analysiert die sprachlichen Anforderungen einer Sportunterrichtseinheit der siebten Klasse und erarbeitet Ansätze, wie durch sprachsensible Methoden und gezielte Förderung die fachliche sowie sprachliche Kompetenz der Lernenden gestärkt werden kann.
- Analyse der sprachlichen Heterogenität innerhalb einer Sportklasse
- Verknüpfung von sportlichen Fachzielen mit sprachlichen Anforderungen
- Evaluation von Diagnoseinstrumenten zur Sprachstandserhebung im Sportunterricht
- Konzeption sprachsensibler Unterrichtsgestaltung mittels Methoden wie "Stationenlernen"
- Implementierung von Scaffolding-Elementen zur Förderung der Bildungs- und Fachsprache
Auszug aus dem Buch
Sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in der Lerngruppe
Bei der folgenden Lerngruppe handelt es sich um eine sechste Klasse des X Gymnasiums. Insgesamt umfasst die Regelklasse 27 Schülerinnen und Schüler, wobei alle Lernenden Deutsch als Erstsprache (L1) erworben haben. Auf Grund dessen ist die Klasse durch eine auffallend hohe sprachliche Homogenität gekennzeichnet. Der Erwerb einer sukzessiv früh oder spät erworbenen Zweitsprache (L2) ist weder in Deutsch noch in einer anderen Sprache gegeben, da in jeder der Familien zuhause Deutsch gesprochen wird. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist monolingual aufgewachsen, was bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler seit ihrer Geburt ausschließlich eine Sprache (Deutsch), als alleinige Erstsprache erlernt haben (Fürstenau & Niedrig, 2010).
Lediglich zwei Schülerinnen und Schüler der Klasse sind zweisprachig/ bilingual aufgewachsen und haben einen simultan- bilingualen Erstspracherwerb durchlaufen. Der doppelte Erstspracherwerb hat hierbei ungesteuert und anhand von muttersprachlichem Input stattgefunden. Daraus resultierend sprechen, schreiben und lesen die Schülerin und der Schüler beide Sprachen gleichermaßen gut. Zusätzlich sind die Schülerin und der Schüler in der Lage, ohne Probleme von einer Sprache in die andere zu wechseln, was nach Lüdi (1996) als code switchig bezeichnet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Sprachliche Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in der Lerngruppe: Dieses Kapitel beschreibt die soziolinguistische Zusammensetzung der Lerngruppe und stellt fest, dass alle Schülerinnen und Schüler Deutsch als Erstsprache beherrschen.
2 Fachliche Kompetenzen der Unterrichtseinheit: Hier werden das Unterrichtsvorhaben zum Thema Ausdauertraining sowie die spezifischen Lernziele für die Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen dargelegt.
3 Sprachliche Anforderungen der fachlichen Ziele der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel beleuchtet die notwendigen sprachlichen Voraussetzungen auf Wort-, Satz- und Textebene, um die fachlichen Ziele des Stationenlernens zu erreichen.
4 Sprachliche Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler mit Blick auf die Unterrichtsziele und Ableitung sprachlicher Lernziele: Kapitel 4 diskutiert die Bedeutung einer systematischen Sprachstandserhebung und stellt verschiedene Diagnoseverfahren wie standardisierte Lesetests oder Profilanalysen vor.
5 Sprachsensible Unterrichtsgestaltung mit Bezugnahme auf sprachsensible Unterrichtsmethoden und Sprachförderkonzepte: Hier wird analysiert, wie durch Methoden wie das Stationenlernen und den gezielten Einsatz von Scaffolding-Hilfsmitteln die Sprachförderung im Sportunterricht integriert werden kann.
6 Wesentliche Merkmale der Praktikumsschule und Konzepte sprachlicher Bildung auf der Ebene der Bildungseinrichtung: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Schulstruktur und reflektiert, wie die Schule mit Mehrsprachigkeit und Sprachförderung umgeht.
7 Aufgabe im Rahmen des Seminars: Dieser Teil befasst sich mit der detaillierten Analyse eines Sachtextes hinsichtlich sprachlicher Stolpersteine und entwickelt praktische Förderstrategien für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Sprachsensibler Unterricht, Sportunterricht, Stationenlernen, Scaffolding, Sprachförderung, Zweitsprache, Bildungssprache, Fachsprache, Sprachdiagnose, Lesekompetenz, Sprachliche Heterogenität, Interaktion, Wortschatz, Mehrsprachigkeit, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Sprachförderung in den Sportunterricht an einem Gymnasium integriert werden kann, um Lernprozesse zu unterstützen und die Bildungssprache der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der sprachlichen Heterogenität, der Analyse von Anforderungen an Sachtexte, der Bedeutung von Sprachdiagnostik und der Implementierung sprachsensibler Methoden wie Stationenlernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch bewusste Sprachförderung und gezielte Instrumente sportliche und sprachliche Lernziele effektiv miteinander verknüpfen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die mit Modellen wie dem "Makro- und Mikro-Scaffolding" nach Gibbons sowie etablierten Ansätzen wie der "Profilanalyse" arbeitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die sprachlichen Anforderungen spezifischer Unterrichtsmaterialien als auch konkrete Konzepte zur Sprachstandsanalyse und zur Gestaltung eines sprachsensiblen Sportunterrichts diskutiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Sprachsensibilität", "Scaffolding", "Fachsprache" und "Bildungssprache" im Kontext des schulischen Lernens.
Warum ist die Analyse von "Tosende Nordsee" für dieses Portfolio relevant?
Der Text dient als praktisches Fallbeispiel, um zu demonstrieren, welche sprachlichen Schwierigkeiten (Wortebene, Satzebene, Textebene) bei Sachtexten auftreten und wie diese durch gezielte Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler bewältigt werden können.
Welche Rolle spielt die Methodik des "Reziproken Lesens" in der Arbeit?
Der Autor schlägt das "Reziproke Lesen" als kooperative Methode vor, um in Gruppenarbeit nicht nur das Leseverständnis, sondern auch die soziolinguistischen Kompetenzen und die Beteiligungsquote der Lernenden im Unterricht zu erhöhen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Deutsch als Zweitsprache und sprachliche Förderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1460092