Die vorliegende Arbeit befasst sich am Beispiel ausgewählter historisch-politischer Lieder sowohl mit den Möglichkeiten als auch mit den Grenzen der Nutzung dieser Lieder als Medium der Aneignung ausgewählter Sach- und Methodenkenntnisse zur Umsetzung differenzierter Lernziele im Musikunterricht und über den reinen Fachunterricht hinaus. Im Anschluss an die begriffliche Klärung und Erörterung allgemeiner Grundlagen der Gesamtthematik soll es im Hinblick auf die Frage, in welcher Hinsicht politischen Liedern als Medium im Unterricht eine besondere Bedeutung zukommt, konkret um folgende Aspekte gehen:
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Musik und Politik- bzw. Geschichtsbewusstsein? Welche didaktischen Vorüberlegungen müssen dem Einsatz von Liedern als Unterrichtsmedium vorausgehen? Auf welche Weise lassen sich einzelne Lieder im Unterricht konkret nutzen? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Interpretation bzw. Lehrintention?
Die Auswahl des Untersuchungsgegenstandes erklärt sich zum einen aus den besonders in den letzten Jahren ständig zunehmenden Bestrebungen um interdisziplinäre Ansätze und damit verbundenen ganzheitlichen Bildungsidealen, für deren Entsprechung die Verbindung von Musik, Politik und Geschichte zahlreiche viel versprechende Möglichkeiten offeriert. Zum anderen stellt sich die Literaturlage durch eine Vielzahl jüngerer Publikationen, gerade aus dem Bereich der Musik- und Geschichtsdidaktik, günstig dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das historisch-politische Lied – Volkslieddiskussion und Gattungsautonomie
2.1 Musik und Geschichtlichkeit
2.2 Didaktische Vorüberlegungen
3. Zugriffsarten
3.1 Aspekte der Analyse
3.2 Problemkreise
4. Grobkonzeption eines Unterrichtseinstiegs unter Verwendung eines politischen Liedes
4.1 Makin Woopee – Charlie and his orchestra
4.2 Einbettung in den Gesamtkontext
5. Resümee
6. Literatur (Auswahlbibliografie)
6.1 Quellen
6.2 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie historisch-politische Lieder als Medium für den Musikunterricht genutzt werden können, um fachspezifische Kompetenzen zu vermitteln und ein tieferes Verständnis für die Verschränkung von Musik, Politik und Geschichte zu fördern.
- Didaktische Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung historisch-politischer Lieder.
- Methoden der Analyse von Musik im historisch-politischen Kontext.
- Die Bedeutung von Kontextinformationen für das Musikverstehen.
- Praktische Grobkonzeption eines Unterrichtseinstiegs am Beispiel von NS-Propagandaliedern.
- Wahrnehmungswandel zwischen Entstehungszeit und heutiger Rezeption.
Auszug aus dem Buch
4.1 Makin Woopee – Charlie and his orchestra
In Ermangelung einer Notenausgabe sei darauf verwiesen, dass die Musik zu dem nachfolgend notierten Liedtext ein typisches Beispiel für Swingmusik ist. Auch der gesprochene Einleitungstext wird rhythmisch prägnant unterlegt.
The Jews of the USA have asked Eddie Cantor to write a new Version of his famous Old Timer ‘Makin´ Woopee’. In one of his latest programmes on the air he sang the following song:
1. Another war, another profit, another Jewish business trick! Another season, another reason for makin´ woopee!
2. A lot of dough, a lot of gold, the British Empire is free and sold! We´re the money, thanks to Frankie we are the boys, folks we´re makin´woopee!
3. Washington is our ghetto, Roosevelt is our king, democracy is our motto think what a war can bring!
4. We throw our German names away, we are the kikes of the USA. You are the goys, folks, we are the boys, folks we´re makin´woopee!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet Potenziale und Grenzen historisch-politischer Lieder als Unterrichtsmedium und formuliert leitende Fragestellungen zur methodischen und inhaltlichen Einbindung.
2. Das historisch-politische Lied – Volkslieddiskussion und Gattungsautonomie: Dieses Kapitel klärt Begrifflichkeiten und erörtert die notwendigen didaktischen Überlegungen zur Bedeutung von Musik als geschichtliche Objektivation.
3. Zugriffsarten: Hier werden drei methodische Zugangsweisen (ereignisbezogen, typenbezogen, medial) vorgestellt und Aspekte der musikalischen Analyse sowie potenzielle Schwierigkeiten reflektiert.
4. Grobkonzeption eines Unterrichtseinstiegs unter Verwendung eines politischen Liedes: Das Kapitel bietet ein konkretes Fallbeispiel zur Einbindung eines Propagandaliedes in den Musikunterricht und thematisiert die notwendige Kontextualisierung.
5. Resümee: Die abschließenden Überlegungen fassen zusammen, dass solche Lieder fächerübergreifende Denkkategorien fördern und eine unverzichtbare Quelle für den Geschichts- und Musikunterricht darstellen.
6. Literatur (Auswahlbibliografie): Dieses Kapitel führt die verwendeten Quellen und weiterführende Literatur zur Fachdidaktik und Musikgeschichte auf.
Schlüsselwörter
Musikunterricht, historisch-politisches Lied, Geschichtsbewusstsein, Didaktik, Musikpädagogik, NS-Propaganda, Swingmusik, Wirkungsanalyse, Fachdidaktik Musik, Zeitdokument, Musikgeschichte, Interdisziplinarität, Unterrichtskonzeption, Politische Bildung, Medienanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und den praktischen Einsatz von historisch-politischen Liedern als Lehrmedium im Musikunterricht, um Lernziele im Bereich Fachwissen und Geschichtsbewusstsein zu erreichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Verbindung von Musik, Politik und Geschichte sowie auf die methodischen Möglichkeiten, diese in den schulischen Kontext zu übersetzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Liednutzung aufzuzeigen und Strategien für eine fundierte didaktische Interpretation zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden musikdidaktische und geschichtswissenschaftliche Ansätze kombiniert, um sowohl die formale Analyse als auch den historischen Kontext der Lieder zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Methoden zur Liedanalyse, die Reflexion von Problemkreisen bei der Rezeption sowie eine konkrete Unterrichtskonzeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Musikunterricht, historisch-politisches Lied, Geschichtsbewusstsein, didaktische Interpretation und Medienwirkung.
Warum ist laut Autorin der "Bruch" in politischer Musik so wichtig?
Der Bruch zwischen der (unterhaltenden) Musik und dem (propagandistischen) Text ist entscheidend, da er die Instrumentalisierung von Musik im "Dritten Reich" für Schüler offenlegt.
Welche Rolle spielt die emotionale Wirkung bei historischen Liedern?
Die Autorin betont, dass die Wirkung auf heutige Hörer stark von der ursprünglichen Absicht abweichen kann und daher eine quellenkritische Begleitung durch den Lehrer zwingend erforderlich ist.
- Citation du texte
- Anke Zimmermann (Auteur), 2003, Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten des historisch-politischen Liedes im Musikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146052