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Widerstand hinter Stacheldraht - Nationalsozialistische Lager und SMAD-Lager im Vergleich

Title: Widerstand hinter Stacheldraht - Nationalsozialistische Lager und SMAD-Lager im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anke Zimmermann (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich am Beispiel der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager bzw. Ghettos und der Lager der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Gebiet der SBZ sowohl mit Aufbau und Funktionsweise zweier Lagerformen der Moderne als auch mit Widerstandsformen innerhalb beider Lagersysteme.
Im Hinblick auf die Frage, worin mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der zeitlich so eng aufeinander folgenden Lagertypen bestehen, soll es konkret um folgende Aspekte gehen:
Welche politischen und strukturellen Voraussetzungen führten zur Einrichtung der Lager? Wer wurde aus welchen Gründen und mit welchen Folgen inhaftiert? Welche rechtlichen Grundlagen gab es? Wie war die Häftlingsgemeinschaft strukturiert? Welche Formen des Widerstandes gab es, auf wessen Initiative gingen sie zurück, welche Interessen spielten eine Rolle und zu welchen Konsequenzen führten sie? Die Arbeit schließt mit dem Versuch eines Vergleichs beider Lagersysteme unter kritischer Betrachtung der heutigen Quellenlage.
Die Auswahl des Untersuchungsgegenstandes erklärt sich zum einen aus der Kontroversität der bisherigen Forschungen zur Gesamtthematik, zum anderen stellt sich die Quellenlage durch eine Reihe jüngerer Publikationen teilweise günstig dar , auch wenn offensichtlich ist, dass die Lager der SMAD im Vergleich zu den nationalsozialistischen KZs bzw. Ghettos bislang weniger gut und intensiv erforscht worden sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Akten und Dokumente der Lager auf dem Gebiet der SBZ auch nach dem Ende des Kalten Krieges noch immer nicht zufrieden stellend erfasst und ausgewertet sind und auch der Umgang mit Zeitzeugenberichten sich mit besonderen Problemen konfrontiert sieht. Dieser Problematik ist daher am Ende der Arbeit ein eigenes Kapitel gewidmet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Widerstand

3. Das nationalsozialistische KZ bzw. Ghetto

3.1 Voraussetzungen für den Widerstand und dessen Ausprägungen

3.2 Die Rolle von Religion, Kunst und Kultur

3.3 Auswirkungen und Konsequenzen von Widerstandsaktionen

4. Die Lager der SMAD 1945-1950

4.1 Struktur der Häftlingsgemeinschaft und Internierungsgründe

4.2 Formen des Widerstandes und Protestes

5. Zeitzeugenbefragungen und –berichte

6. „Phänomen Lager“: Vergleich von Vergleichbarem?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlichen Vergleich zwischen den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie den Speziallagern der sowjetischen Militäradministration (SMAD) in Deutschland nach 1945 zu ziehen. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung der strukturellen Funktionsweisen der jeweiligen Lagersysteme sowie eine detaillierte Analyse der Widerstandsformen, die sich unter den spezifischen Extrembedingungen in beiden Lagertypen entwickelten.

  • Vergleichende Analyse der Entstehungsgeschichte und strukturellen Bedingungen von NS-Lagern und SMAD-Internierungslagern.
  • Untersuchung von Widerstandsformen im Lageralltag, inklusive Formen geistiger Selbstbehauptung sowie Sabotageakten.
  • Herausarbeitung der Bedeutung von Religion, Kunst und Kultur als Mittel der Widerständigkeit.
  • Kritische Reflexion der Quellenlage, insbesondere unter Einbeziehung von Zeitzeugenberichten im Rahmen der Oral History.
  • Bewertung der Vergleichbarkeit beider Lagertypen unter Berücksichtigung historischer und politischer Kontexte.

Auszug aus dem Buch

3.3 Auswirkungen und Konsequenzen von Widerstandsaktionen

Häufig wird die Frage gestellt, warum es nicht noch häufiger zu Aufständen und ähnlichen Aktionen des Widerstandes gekommen sei, da doch das Zahlenverhältnis zwischen der Wachmannschaft und den Gefangenen in den meisten Lagern für die Letztgenannten so günstig war. Wer diese Frage stellt, der übersieht jedoch nicht nur den desolaten physischen und psychischen Zustand, in dem sich ein großer Teil der Häftlinge befand, sondern auch die Brutalität und das Spitzel-Netz der SS. Die Konsequenzen, die den an Widerstandsaktionen beteiligten Häftlingen im Falle ihrer Entdeckung drohten, waren beängstigend. Zumeist endete eine solche Aufdeckung geplanter oder durchgeführter Aktionen tödlich. Einen weiteren zu überdenkenden Punkt stellt die Frage dar, was im Falle geglückter Aufstände geschehen wäre. Für viele Häftlinge in zahlreichen Lagern spielte der Gedanke an Widerstand folglich gar keine Rolle. Dennoch gab es zahlreiche Aufstände und Sabotageakte. Häftlinge des KZ Buchenwald sabotierten erfolgreich Maschinen der Rüstungsproduktion im Gustloff-Werk in Weimar. Jedes beschädigte Gewehr und jedes außer Betrieb gesetzte Auto war – wenn auch in bescheidenem Rahmen - „ein Sieg der Widerstandskämpfer aus dem KZ über die Faschisten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der nationalsozialistischen Lager und der SMAD-Speziallager ein und definiert den methodischen Rahmen für den geplanten historischen Vergleich.

2. Widerstand: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Problematik des Widerstandsbegriffs in Lagern und differenziert zwischen verschiedenen Formen von Selbstbehauptung und Gegenhandeln.

3. Das nationalsozialistische KZ bzw. Ghetto: Es erfolgt eine Analyse des NS-Lagersystems, seiner Hierarchien sowie der Rolle von Funktionshäftlingen und der Bedeutung des Häftlingskodex.

3.1 Voraussetzungen für den Widerstand und dessen Ausprägungen: Hier werden die motivationalen und strukturellen Faktoren untersucht, die es Häftlingen ermöglichten, trotz des Lagerzwangs Widerstand zu leisten.

3.2 Die Rolle von Religion, Kunst und Kultur: Dieses Kapitel beleuchtet, wie kulturelle Aktivitäten und Religionsausübung als „sanfter“ Widerstand zur Stärkung der Gemeinschaft und zur Aufrechterhaltung des Lebenswillens dienten.

3.3 Auswirkungen und Konsequenzen von Widerstandsaktionen: Das Kapitel befasst sich mit den Risiken und repressiven Gegenmaßnahmen der Lagerverwaltungen sowie mit den Erfolgen und Enttäuschungen von Widerstandsversuchen.

4. Die Lager der SMAD 1945-1950: Es werden Aufbau, Funktion und die sowjetische Internierungspraxis auf dem Gebiet der SBZ nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt.

4.1 Struktur der Häftlingsgemeinschaft und Internierungsgründe: Dieses Kapitel analysiert das Spektrum der Internierten und die politischen Hintergründe, die zur Inhaftierung durch die sowjetische Besatzungsmacht führten.

4.2 Formen des Widerstandes und Protestes: Es wird untersucht, wie sich Widerstand unter den spezifischen Bedingungen der SMAD-Lager äußerte, wobei insbesondere kulturelle Einzelaktionen im Vordergrund stehen.

5. Zeitzeugenbefragungen und –berichte: Dieses Kapitel reflektiert die methodischen Herausforderungen der Oral History und den Wert von Zeitzeugenaussagen für die Erforschung der Lagergeschichte.

6. „Phänomen Lager“: Vergleich von Vergleichbarem?: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse synthetisiert und die Frage der Vergleichbarkeit von NS-Lagern und SMAD-Lagern kritisch erörtert.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, SMAD, Speziallager, Konzentrationslager, Widerstand, Internierung, Häftlingsgemeinschaft, Zwangsarbeit, Sabotage, Oral History, Zeitzeugen, Lageralltag, SBZ, Menschenrechte, Unterdrückung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich dem historischen Vergleich zwischen dem nationalsozialistischen Lagersystem und den Lagern der sowjetischen Militäradministration (SMAD) in der SBZ zwischen 1945 und 1950.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur der Lager, die Bedingungen für die Häftlinge, die verschiedenen Formen von Widerstand sowie die schwierige Quellenlage durch Zeitzeugenberichte.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Funktion und dem Widerstandspotenzial der beiden Lagertypen bestehen und ob ein Vergleich historisch gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende historische Analyse sowie quellenkritische Ansätze, insbesondere unter Berücksichtigung von Zeitzeugeninterviews und existierender Publikationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der NS-Konzentrationslager (inklusive Widerstand und kultureller Aspekte) und der anschließenden Analyse der SMAD-Speziallager.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Nationalsozialismus, SMAD, Speziallager, Widerstand, Häftlingsstruktur, Sabotage, Oral History und historische Quellenkritik.

Wird die Rolle von Kunst im Lager thematisiert?

Ja, in Kapitel 3.2 wird ausführlich erläutert, wie Kunst und Kultur als „sanfter Widerstand“ zur psychischen Entlastung und Identitätswahrung der Häftlinge beitrugen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Vergleich?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass trotz zahlreicher struktureller Ähnlichkeiten aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen und ideologischen Hintergründe ein Vergleich der beiden Lagersysteme mit Vorsicht zu genießen ist.

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Details

Title
Widerstand hinter Stacheldraht - Nationalsozialistische Lager und SMAD-Lager im Vergleich
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Course
Doppelter Widerstand: „Drittes Reich“ und DDR im Vergleich
Grade
1,0
Author
Anke Zimmermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
28
Catalog Number
V146058
ISBN (eBook)
9783640564729
ISBN (Book)
9783640564842
Language
German
Tags
Widerstand Lager KZ NKWD SMAD Kultur kultureller Widerstand Lagersystem Totalitarismus Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Zimmermann (Author), 2003, Widerstand hinter Stacheldraht - Nationalsozialistische Lager und SMAD-Lager im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146058
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