Der Einfluss des Rauchens auf das Körpergewicht


Seminararbeit, 2007

12 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Wirkungen von Nikotin auf den Organismus
2.1 Zentralnervensystem
2.2 Kardiovaskuläre Effekte
2.3 Hormonelle Effekte
2.4 Metabolische Effekte

3. Rauchen und Körpergewicht
3.1 Nikotinabhängigkeit und Kohlenhydratsucht

4. Raucherentwöhnung und Gewichtsveränderungen
4.1 Mögliche Ursachen der Gewichtszunahme
4.2 Unterstützende Maßnahmen zum Rauchverzicht
4.2.1 Bewegungsaktivität als Alternativverhalten
4.2.2 Diätetische Empfehlungen
4.2.3 Entspannungsmethoden

5. Conclusio

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Weltweit sterben jährlich über 3 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Wenn sich das Verhalten der Menschen nicht ändert, werden dies laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation im Jahre 2020 sogar 10 Millionen sein. Das Inhalieren von Tabakrauch ist die Ursache für 80 bis 90% der chronischen Atemwegserkrankungen, für 80 bis 85% aller Lungenkrebse und für 25 bis 43% aller koronaren Herzerkrankungen. Von allen Krebstodesfällen werden 25 bis 30% auf das Rauchen zurückgeführt. (15)

Trotz dieser allgemein bekannten und überaus gefährlichen Auswirkungen auf die Gesundheit schaffen zahlreiche Raucher es nicht, von der Sucht loszukommen und auf die Zigarette zu verzichten.

Sehr häufig, insbesondere von jungen Mädchen und Frauen, wird die Sorge vor einer Gewichtszunahme als ein Grund genannt, nicht mit dem Rauchen aufzuhören bzw. nach einer Entwöhnung wieder damit zu beginnen. Getreu dem ehemaligen Werbeslogan von Lucky Strike-Zigaretten „Reach for a Lucky instead of a sweet“, mit dem Zigaretten als Ersatz für Süßigkeiten angepriesen wurden, sind viele Menschen der Meinung, durch das Rauchen ihre Nahrungsaufnahme und damit ihr Körpergewicht regulieren zu können.

Ob und inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Raucherentwöhnung und einer darauf folgenden Gewichtszunahme besteht, soll in dieser Arbeit geklärt werden. Zu Beginn werden die Auswirkungen des Nikotins auf die einzelnen Bereiche des Körpers näher erläutert, im Anschluss daran soll ein Überblick über die Einflüsse des Rauchens auf Körpergewichtsveränderungen sowie die möglicherweise dafür verantwortlichen Ursachen gewährt werden.

2. Die Wirkungen von Nikotin auf den Organismus

Unter den mehr als 3.800 Inhaltsstoffen von Tabak gilt Nikotin als die abhängig machende Substanz. (4, S. 209)

„Nikotin hat eine eindeutig suchterzeugende Wirkung, die denen anderer Rauschmittel wie Amphetaminen, Kokain oder Morphin gleichkommt.“ (4, S. 210)

Nikotin ist eine farblose alkalische Flüssigkeit, die gut löslich in Wasser, organischen Lösungsmitteln und Ölen ist. Beim Verbrennen von Tabak wird das Nikotin mit dem Rauch freigesetzt. Ein inhalierender Raucher absorbiert dabei sowohl über die Mundschleimhaut als auch über die Lunge bis zu 95% des im Rauch enthaltenen Nikotins. Es erreicht in nur sieben bis zehn Sekunden das Gehirn und überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke. (9, S. 36; 4, S. 209)

Unmittelbar nach Erreichen des zentralen Nervensystems setzen die Wirkungen des Nikotins ein, wozu im Besonderen Vasokonstriktion, Zunahme der Herzfrequenz, Blutdruckanstieg, Abnahme des Hautwiderstandes und Absinken der Hauttemperatur zählen. (9, S. 36)

Nikotin begünstigt weiters die Freisetzung von den Hormonen Adrenalin, Noradrenalin, Vasopressin und Endorphinen, was zu einer positiven Beeinflussung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und psychomotorischer Leistungsfähigkeit, Zunahme der Stresstoleranz und Abnahme der Aggressivität führt. Es stillt außerdem den Hunger und trägt damit zur Gewichtsverminderung bei. (16)

Die Nikotinwirkungen auf die einzelnen Bereiche des Körpers werden im Folgenden näher beschrieben.

2.1 Zentralnervensystem

Die meisten Raucher sind sich einig, dass Rauchen ‚wach’ macht (vor allem die ersten Zigaretten des Tages) und entspannt, besonders in Stresssituationen. Wahrscheinlich abhängig von der Ausgangslage wirkt Nikotin vorwiegend kortikal (stimulierend) oder beeinflusst vor allem das limbische System und hat dadurch einen sedierenden Effekt. Viele Raucher glauben, dass die Zigarette ihre Stimmung verbessert und die Konzentration steigert.“ (12, S. 26)

Verursacht wird diese positive Beeinflussung der Stimmungslage durch die erleichterte Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin, Acetylcholin, Serotonin oder ß-Endorphin, was durch die Bindung des Nikotins an Nikotinrezeptoren im Gehirn erreicht wird. (12, S. 29)

2.2 Kardiovaskuläre Effekte

Nikotin bewirkt eine Vasokonstriktion, also ein Zusammenziehen der Gefäße, was zu kurzzeitiger Steigerung der Herzfrequenz, des Schlagvolumens, des koronaren Blutflusses sowie des Blutdrucks führt. (12, S. 27)

2.3 Hormonelle Effekte

Nikotin erhöht die Sekretion von Katecholaminen, Wachstumshormon, Kortisol und Prolaktin, die Östrogenspiegel dagegen werden gesenkt. (7)

Bei Frauen konnten ein verfrühtes Einsetzen der Menopause sowie ein erhöhtes Osteoporoserisiko, zurückzuführen auf die niedrigen Östrogenspiegel, beobachtet werden. (12, S. 27)

2.4 Metabolische Effekte

„Die Nikotinwirkung auf den Magen-Darm-Trakt wird durch Acetylcholin, Katecholamine und Peptidhormone verstärkt. Die Magensäuresekretion wird nicht regelmäßig angeregt, dennoch kann man von einer ulzerogenen Wirkung des Tabakrauchens ausgehen. Offensichtlich wird die Peristaltik des Darms angeregt und kann zu mehrmaligem Absetzen von Stuhl führen, oft ein Grund, warum Raucher nicht auf die Morgenzigarette verzichten wollen.“ (8, S. 82)

Im Fettstoffwechsel konnten durch das Rauchen bedingte erhöhte LDL-Werte, erniedrigte HDL-Werte sowie eine gesteigerte Lipolyse nachgewiesen werden. (12, S. 27)

Außerdem verfügen Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern über erhöhte Triglyzeridkonzentrationen, die sich in Langzeitstudien jedoch nicht bestätigen ließen. (8, S. 179)

Auch die Insulinwirkung wird durch das Rauchen nachteilig beeinflusst. Nikotin steigert die Insulinresistenz sowohl an gesunden Personen als auch an nichtinsulinpflichtigen Diabetikern. (7; 8, S.183)

„Raucher zeigen typische Zeichen eines Insulinresistenz-Syndroms.“ (8, S. 183)

3. Rauchen und Körpergewicht

In der Literatur finden sich zahlreiche Ansätze, welchen Einfluss das Rauchen auf das Körpergewicht hat. Es herrschen sehr unterschiedliche Meinungen vor, um wie viel, wenn überhaupt, das Gewicht nach der Raucherentwöhnung ansteigt und welcher Mechanismus dafür verantwortlich ist .

„Zahlreiche Raucher verlieren während des jahrelangen Rauchens aus verschiedenen Ursachen an Körpergewicht (Abnahme des Appetits, erhöhte Fettsäureoxidation, Verschlechterung der Insulinresistenz, erhöhte Insulin-Plasmaspiegel), wobei das Rauchen nicht als Anorektikum angesehen werden kann.“ (10)

Umgekehrt kommt es durch den Rauchstopp zur Verbesserung der Insulinresistenz bei gleichzeitiger Gewichtszunahme. (10)

Aus einer Studie des Fritz-Lickint-Institutes für Nikotinforschung und Raucherentwöhnung in Erfurt geht hervor, dass die Gewichtsbeeinflussung durch das Rauchen bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern. Laut selbiger Studie konsumieren Raucher die gleichen oder sogar höhere Mengen an Nahrungsmitteln als Nichtraucher, wobei sie aufgrund des erhöhten Energiestoffwechsels jedoch über ein niedrigeres Körpergewicht verfügen. Eine solche Gewichtsreduktion konnte allerdings erst nach einer 20 bis 30-jährigen Raucherkarriere festgestellt werden. (7)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Rauchens auf das Körpergewicht
Hochschule
Akademie für den Diätdienst und ernährungsmedizinischen Beratungsdienst am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien
Note
1,00
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V146064
ISBN (eBook)
9783640549825
ISBN (Buch)
9783640553068
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rauchen, Körpergewicht, Gewichtszunahme, Ernährung, Rauchstopp, Stoffwechsel
Arbeit zitieren
Kornelia Scheiblauer (Autor:in), 2007, Der Einfluss des Rauchens auf das Körpergewicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146064

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