Weltweit sterben jährlich über 3 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Wenn sich das Verhalten der Menschen nicht ändert, werden dies laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation im Jahre 2020 sogar 10 Millionen sein. Das Inhalieren von Tabakrauch ist die Ursache für 80 bis 90% der chronischen Atemwegserkrankungen, für 80 bis 85% aller Lungenkrebse und für 25 bis 43% aller koronaren Herzerkrankungen. Von allen Krebstodesfällen werden 25 bis 30% auf das Rauchen zurückgeführt. (15)
Trotz dieser allgemein bekannten und überaus gefährlichen Auswirkungen auf die Gesundheit schaffen zahlreiche Raucher es nicht, von der Sucht loszukommen und auf die Zigarette zu verzichten.
Sehr häufig, insbesondere von jungen Mädchen und Frauen, wird die Sorge vor einer Gewichtszunahme als ein Grund genannt, nicht mit dem Rauchen aufzuhören bzw. nach einer Entwöhnung wieder damit zu beginnen. Getreu dem ehemaligen Werbeslogan von Lucky Strike-Zigaretten „Reach for a Lucky instead of a sweet“, mit dem Zigaretten als Ersatz für Süßigkeiten angepriesen wurden, sind viele Menschen der Meinung, durch das Rauchen ihre Nahrungsaufnahme und damit ihr Körpergewicht regulieren zu können.
Ob und inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Raucherentwöhnung und einer darauf folgenden Gewichtszunahme besteht, soll in dieser Arbeit geklärt werden. Zu Beginn werden die Auswirkungen des Nikotins auf die einzelnen Bereiche des Körpers näher erläutert, im Anschluss daran soll ein Überblick über die Einflüsse des Rauchens auf Körpergewichtsveränderungen sowie die möglicherweise dafür verantwortlichen Ursachen gewährt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. DIE WIRKUNGEN VON NIKOTIN AUF DEN ORGANISMUS
2.1 ZENTRALNERVENSYSTEM
2.2 KARDIOVASKULÄRE EFFEKTE
2.3 HORMONELLE EFFEKTE
2.4 METABOLISCHE EFFEKTE
3. RAUCHEN UND KÖRPERGEWICHT
3.1 NIKOTINABHÄNGIGKEIT UND KOHLENHYDRATSUCHT
4. RAUCHERENTWÖHNUNG UND GEWICHTSVERÄNDERUNGEN
4.1 MÖGLICHE URSACHEN DER GEWICHTSZUNAHME
4.2 UNTERSTÜTZENDE MAßNAHMEN ZUM RAUCHVERZICHT
4.2.1 Bewegungsaktivität als Alternativverhalten
4.2.2 Diätetische Empfehlungen
4.2.3 Entspannungsmethoden
5. CONCLUSIO
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen dem Tabakkonsum, der Raucherentwöhnung und der häufig beobachteten Gewichtszunahme bei ehemaligen Rauchern. Ziel ist es, die physiologischen Wirkungsmechanismen von Nikotin auf den Stoffwechsel zu klären und Strategien aufzuzeigen, wie eine Gewichtszunahme während des Rauchstopps vermieden werden kann.
- Physiologische Wirkung von Nikotin auf den Organismus
- Einfluss von Nikotin auf den Energiestoffwechsel und das Körpergewicht
- Zusammenhang zwischen Nikotinabhängigkeit und Kohlenhydratsucht
- Ursachenanalyse der Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp
- Praktische Maßnahmen zur Gewichtsregulation bei der Raucherentwöhnung
Auszug aus dem Buch
2. Die Wirkungen von Nikotin auf den Organismus
Unter den mehr als 3.800 Inhaltsstoffen von Tabak gilt Nikotin als die abhängig machende Substanz. (4, S. 209)
„Nikotin hat eine eindeutig suchterzeugende Wirkung, die denen anderer Rauschmittel wie Amphetaminen, Kokain oder Morphin gleichkommt.“ (4, S. 210)
Nikotin ist eine farblose alkalische Flüssigkeit, die gut löslich in Wasser, organischen Lösungsmitteln und Ölen ist. Beim Verbrennen von Tabak wird das Nikotin mit dem Rauch freigesetzt. Ein inhalierender Raucher absorbiert dabei sowohl über die Mundschleimhaut als auch über die Lunge bis zu 95% des im Rauch enthaltenen Nikotins. Es erreicht in nur sieben bis zehn Sekunden das Gehirn und überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke. (9, S. 36; 4, S. 209)
Unmittelbar nach Erreichen des zentralen Nervensystems setzen die Wirkungen des Nikotins ein, wozu im Besonderen Vasokonstriktion, Zunahme der Herzfrequenz, Blutdruckanstieg, Abnahme des Hautwiderstandes und Absinken der Hauttemperatur zählen. (9, S. 36)
Nikotin begünstigt weiters die Freisetzung von den Hormonen Adrenalin, Noradrenalin, Vasopressin und Endorphinen, was zu einer positiven Beeinflussung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und psychomotorischer Leistungsfähigkeit, Zunahme der Stresstoleranz und Abnahme der Aggressivität führt. Es stillt außerdem den Hunger und trägt damit zur Gewichtsverminderung bei. (16)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und stellt die verbreitete Sorge vor Gewichtszunahme als Barriere bei der Raucherentwöhnung dar.
2. DIE WIRKUNGEN VON NIKOTIN AUF DEN ORGANISMUS: Dieses Kapitel erläutert die pharmakologischen Wirkungen von Nikotin auf das Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System, den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel.
3. RAUCHEN UND KÖRPERGEWICHT: Hier wird der komplexe Zusammenhang zwischen Rauchen, Appetitregulation und Insulinresistenz sowie die spezifische Rolle der Kohlenhydratsucht analysiert.
4. RAUCHERENTWÖHNUNG UND GEWICHTSVERÄNDERUNGEN: Das Kapitel befasst sich mit den Gründen für die Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp und präsentiert unterstützende Maßnahmen wie Bewegung, Ernährung und Entspannung.
5. CONCLUSIO: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Gewichtszunahme meist stoffwechselbedingt ist, jedoch durch gezielte Lebensstiländerungen während des Entzugs gemildert werden kann.
Schlüsselwörter
Rauchen, Nikotin, Körpergewicht, Raucherentwöhnung, Gewichtszunahme, Stoffwechsel, Insulinresistenz, Kohlenhydratsucht, Energiestoffwechsel, Nikotinabhängigkeit, Tabakabstinenz, Ernährungsverhalten, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die physiologischen und metabolischen Zusammenhänge zwischen dem Rauchen, dem Verzicht auf Tabak und der resultierenden Veränderung des Körpergewichts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Wirkung von Nikotin auf verschiedene Körpersysteme, die Analyse der Gewichtszunahme beim Rauchstopp sowie praktische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, warum Raucher häufig ein niedrigeres Körpergewicht haben und welche physiologischen Mechanismen bei einer Raucherentwöhnung zur Gewichtszunahme führen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender medizinischer Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die pharmakologische Wirkung von Nikotin, den Zusammenhang zwischen Rauchen und Gewicht sowie Strategien zur Vermeidung der Gewichtszunahme beim Aufhören.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Rauchen, Gewichtszunahme, Stoffwechsel, Nikotinabhängigkeit und Raucherentwöhnung charakterisieren.
Warum nehmen Menschen nach dem Rauchstopp durchschnittlich zu?
Der Rauchstopp führt laut Arbeit zu einem gedrosselten Energieumsatz und einer möglichen Veränderung der Insulinresistenz, was bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme Gewichtszunahmen begünstigt.
Spielt der Appetit auf Süßes eine Rolle beim Rauchverzicht?
Ja, Nikotin wirkt dämpfend auf den Appetit; nach dem Entzug tritt oft ein verstärktes Verlangen nach Kohlenhydraten (Kohlenhydratsucht) auf, das die Gewichtszunahme fördert.
Können Nikotinpräparate beim Gewicht halten helfen?
Untersuchungen deuten darauf hin, dass die kontrollierte Gabe von Nikotinpräparaten während der Entwöhnungsphase die Gewichtszunahme reduzieren kann.
Ist Sport eine effektive Maßnahme gegen die Gewichtszunahme beim Rauchstopp?
Ja, körperliche Aktivität wirkt regulierend auf das Gewicht, verbessert die Stressresistenz und erhöht die Erfolgschancen bei der Tabakabstinenz signifikant.
- Citar trabajo
- Kornelia Scheiblauer (Autor), 2007, Der Einfluss des Rauchens auf das Körpergewicht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146064