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Das Scheitern eines höheren CO2-Preises

Anwendung eines politökonomischen Modells und Erkenntnisse der verhaltensorientierten Ökonomik

Título: Das Scheitern eines höheren CO2-Preises

Tesis (Bachelor) , 2024 , 68 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Simon Hirzel (Autor)

Economía - Otros
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Die Höhe des CO2-Preises ist in Deutschland höchst umstritten und auch weltweit Gegenstand kontroverser Debatten. Dabei scheint die ökonomische Sichtweise auf dieses Thema eindeutig zu sein: der Klimawandel gilt als das größte Marktversagen, das die Welt je gesehen hat, sodass das Marktergebnis nicht pareto-effizient sein kann. Deshalb geht es der Theorie nach um das einfache Internalisieren eines externen Effektes, das in Form eines CO2-Preises geschieht. Wird der CO2-Preis auf Höhe der verursachten externen Grenzkosten festgesetzt, beziehen Agenten die wahren Kosten ihrer Emissionen in ihr Entscheidungskalkül mit ein und handeln optimal. Das Marktergebnis ist (wieder) pareto-effizient.

In der Realität sieht es allerdings anders aus. Die High-Level Commission on Carbon Prices empfiehlt Kohlenstoffpreise von $50 bis $100 (in 2023 US-Dollar) pro Tonne CO2-Äqui-valent im Jahr 2030. Der IPCC gibt sogar die Zahl von $115 (in 2023 US-Dollar) an, um die globale Erwärmung noch möglichst unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Für eine Begrenzung auf unter 1,5 Grad Celsius müssten die weltweiten CO2-Preise noch höher sein. Zum 1. April 2023 dagegen waren gerade einmal 5% der globalen Treibhausgasemissionen mit dem Preisniveau versehen, das für 2030 empfohlen wird.

Diese Arbeit versucht deshalb eine Antwort auf die Frage zu geben: Wie wirkten polit- und verhaltensökonomische Faktoren einer Erhöhung des CO2-Preises in den letzten Jahren entgegen und wie können diese in Deutschland in Zukunft adressiert werden?

Auf diese Weise können wichtige Kennzeichen einer erfolgreichen Erhöhung des CO2-Preises abgeleitet und politische Maßnahmen entsprechend gestaltet werden.

Anhand umfangreicher wissenschaftlicher Literatur identifiziert diese Arbeit die Aspekte wahrgenommene Effektivität, Einnahmenverwendung und Vertrauen in die Politik als wesentliche Determinanten für die Akzeptanz eines höheren CO2-Preises. Außerdem ist die ex ante Identifikation von Verlierern und Gewinnern einer Reform entscheidend. Eine glaubwürdige Kompensation dieser Verlierer und die Reduzierung von Unsicherheit durch eine moderne Arbeitsmarktpolitik, vertrauensbildende Kommunikation und geeignete Informationsbereitstellung gelten als mögliche Lösungswege. Am Beispiel Deutschlands werden zudem Vorschläge für konkrete Politikmaßnahmen unterbreitet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erklärungen für die Ablehnung eines höheren CO2-Preises

2.1 Politökonomische Erkenntnisse

2.1.1 Identifikation entscheidender Faktoren

2.1.2 Effektivität

2.1.3 Zweckbindung und Einnahmenverwendung

2.2 Verhaltensökonomische Erkenntnisse

2.2.1 Labeling

2.2.2 Vertrauen

3 Das Scheitern von Reformen

3.1 Vorstellung des Modells

3.2 Anwendung auf den Fall eines höheren CO2-Preises

3.3 Ergebnisse

3.4 Diskussion

4 Ausblick auf steigende CO2-Preise

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die polit- und verhaltensökonomischen Barrieren, die der Einführung eines höheren CO2-Preises entgegenstehen, mit dem Ziel, Strategien zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz abzuleiten.

  • Analyse der wahrgenommenen Effektivität und Fairness als Akzeptanzfaktoren
  • Einfluss von Vertrauen in das politische System und Framing-Effekte (Labeling)
  • Anwendung des politökonomischen Modells von Fernandez & Rodrik auf CO2-Reformen
  • Identifikation betroffener Haushalte und sozialverträgliche Ausgleichsmechanismen (Klimageld)

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Zunächst lehnte die Ampelkoalition aufgrund gestiegener Energiepreise eine Erhöhung des CO2-Preises ab. Nun wird er doch stärker ansteigen als erwartet. Es zeigt sich: Die Höhe des CO2-Preises ist in Deutschland höchst umstritten und auch weltweit Gegenstand kontroverser Debatten. Dabei scheint die ökonomische Sichtweise auf dieses Thema eindeutig zu sein: der Klimawandel gilt als das größte Marktversagen, das die Welt je gesehen hat (Stern, 2014, S. 8), sodass das Marktergebnis nicht pareto-effizient sein kann (Chiroleu-Assouline & Fodha, 2014, S. 140–141). Deshalb geht es der Theorie nach um das einfache Internalisieren eines externen Effektes, das in Form eines CO2-Preises geschieht. Wird der CO2-Preis auf Höhe der verursachten externen Grenzkosten festgesetzt, beziehen Agenten die wahren Kosten ihrer Emissionen in ihr Entscheidungskalkül mit ein und handeln optimal (Pigou, 2013). Das Marktergebnis ist (wieder) pareto-effizient.

In der Realität sieht es allerdings anders aus. Die High-Level Commission on Carbon Prices empfiehlt Kohlenstoffpreise von $50 bis $100 (in 2023 US-Dollar) pro Tonne CO2-Äquivalent im Jahr 2030. Der IPCC gibt sogar die Zahl von $115 (in 2023 US-Dollar) an, um die globale Erwärmung noch möglichst unter 2 Grad Celsius zu begrenzen (World Bank, 2023, S. 20). Für eine Begrenzung auf unter 1,5 Grad Celsius müssten die weltweiten CO2-Preise noch höher sein. Zum 1. April 2023 dagegen waren gerade einmal 5% der globalen Treibhausgasemissionen mit dem Preisniveau versehen, das für 2030 empfohlen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen ökonomischen Empfehlungen zu CO2-Preisen und deren tatsächlicher politischer Umsetzung unter Berücksichtigung von Unsicherheit und Ablehnung.

2 Erklärungen für die Ablehnung eines höheren CO2-Preises: Dieses Kapitel identifiziert wahrgenommene Ineffektivität, fehlende ökologische Zweckbindung sowie mangelndes Vertrauen in die Politik als wesentliche Hemmnisse für die Akzeptanz.

3 Das Scheitern von Reformen: Unter Anwendung eines politökonomischen Modells wird erläutert, wie individuelle Unsicherheit über die persönlichen Folgen einer Reform zu einem Status quo Bias führt, der effiziente Anpassungen verhindert.

4 Ausblick auf steigende CO2-Preise: Es werden die Auswirkungen künftiger Preissteigerungen auf Haushalte beleuchtet und die positive Rolle eines unbürokratischen Klimageldes als Ausgleichsmechanismus hervorgehoben.

5 Fazit: Das Fazit fasst die politischen Hindernisse zusammen und plädiert für Maßnahmen wie Transparenz, Partizipation und die Einführung eines Klimageldes zur Vertrauensbildung.

Schlüsselwörter

CO2-Preis, Klimaschutz, Politökonomie, Verhaltensökonomik, Akzeptanz, Klimageld, Zweckbindung, Vertrauen, Marktversagen, Status quo Bias, Unsicherheit, Umverteilung, Fairness, Treibhausgasemissionen, Reform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum die Anhebung des CO2-Preises trotz ihrer ökonomischen Sinnhaftigkeit oft auf starken politischen und gesellschaftlichen Widerstand stößt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind politökonomische Faktoren, verhaltensökonomische Einflüsse wie Vertrauen und Framing sowie die Verteilungswirkungen einer CO2-Bepreisung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, polit- und verhaltensökonomische Barrieren der CO2-Preiserhöhung zu identifizieren und daraus Strategien für eine erfolgreichere politische Gestaltung und Kommunikation abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Anwendung eines formalen politökonomischen Modells nach Fernandez & Rodrik (1991) zur Erklärung von Reformwiderständen.

Was ist die Kernaussage zum Thema Vertrauen?

Politisches Vertrauen ist eine zentrale Moderatorvariable; Bürger unterstützen eine CO2-Steuer vor allem dann, wenn sie darauf vertrauen, dass erzielte Einnahmen zweckgebunden und fair rückverteilt werden.

Welche Rolle spielt die Unsicherheit in der Arbeit?

Individuelle Unsicherheit über die persönlichen Folgen einer klimapolitischen Reform führt bei den Wählern zu einem Status quo Bias, der selbst wohlfahrtssteigernde Reformen ex ante blockiert.

Wie unterscheidet sich die Wirkung des Wortes "Steuer" von "Klimabeitrag"?

Experimente zeigen, dass das Wort "Steuer" negativ assoziiert wird, während "Klimabeitrag" als zielgerichtetes Instrument im Kontext einer Zweckbindung die Akzeptanz erhöhen kann.

Warum profitieren einkommensschwache Haushalte laut den Daten überdurchschnittlich von einem Klimageld?

Da diese Haushalte meist einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als einkommensstärkere Gruppen, übersteigt die pauschale Rückerstattung pro Kopf in der Regel ihre durch den CO2-Preis verursachten Zusatzkosten.

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Detalles

Título
Das Scheitern eines höheren CO2-Preises
Subtítulo
Anwendung eines politökonomischen Modells und Erkenntnisse der verhaltensorientierten Ökonomik
Universidad
University of Mannheim
Calificación
1,3
Autor
Simon Hirzel (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
68
No. de catálogo
V1461094
ISBN (PDF)
9783389005866
ISBN (Libro)
9783389005873
Idioma
Alemán
Etiqueta
CO2-Preis Finanzwissenschaft Umweltökonomik Reformen Umweltpolitik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Simon Hirzel (Autor), 2024, Das Scheitern eines höheren CO2-Preises, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1461094
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Extracto de  68  Páginas
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