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Vorstandsentlohnung deutscher Konzerne

Entwicklung der Angabepflichten und empirische Analyse 2008/09

Título: Vorstandsentlohnung deutscher Konzerne

Tesis , 2010 , 63 Páginas , Calificación: 2,4

Autor:in: Bernd Brandscheid (Autor)

Economía de las empresas - Negocios - General
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Da sich besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten negative Schlagzeilen über Missmanagement häufen und der Ruf nach mehr Transparenz und Kontrolle wiederholt, ist es nicht verwunderlich, dass der Gesetzgeber auch vor dem Hintergrund der Öffentlichkeit verstärkt in die Führungsetagen von Unternehmen eingreift. Dabei wird intensiv über die Höhe der Vorstandsvergütung in Deutschland debattiert. Zweifelsohne ist diese Debatte und die damit häufig einhergehende negative Kritik von einer Atmosphäre bestehend aus Neid, Missgunst und politischem Klamauk umgeben. Vor diesem Hintergrund gelten sämtliche Fragen bezüglich der Vergütung von Vorständen als ein gesellschaftlich sensibles Thema. Dies schließt die Vergütungshöhe und -Struktur, die Pflicht zur Offenlegung, aber auch die Art der Festsetzung und Kontrolle der Entlohnung ein. Es existiert ein Regelwerk auf Basis der freiwilligen Selbstverpflichtung, der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK). Dieser Kodex war für die spätere Gesetzgebung im Rahmen der Offenlegung von Vorstandsgehältern von entscheidender Tragweite. Ziel des Kapitels ist es, herauszufinden, inwiefern der Kodex konkret die daraus folgende Gesetzgebung beeinflusst hat und welchen Stellenwert er nach der Gesetzesnovelle besitzt. Den Kern der Arbeit bilden die beiden Gesetzesnormen bezüglich der Offenlegung und Angemessenheit von Vorstandsvergütungen sowie die empirische Analyse. Der Zielgedanke dieses Kapitels befasst sich mit der generellen Erläuterung der gesetzlichen Regelungen, der Reaktion der verschiedenen Akteure und den sowohl theoretischen als auch praktischen Problemen in der Anwendung. Es folgt eine Beurteilung des VorstOG als Zwischenfazit, bevor im weiteren Kapitel auf das im Sommer 2009 verabschiedete Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) eingegangen wird. Dabei wird im Schwerpunkt auf die relevanten Publizitätspflichten, jedoch der Vollständigkeit halber auch auf die weiteren gesetzlichen Änderungen eingegangen. Nachdem auch hier auf die wesentlichen Fragestellungen wie die aus dem Vorkapitel eingegangen wird, bildet die empirische Analyse den Schlussteil. Hierbei wurden DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen bezüglich Vergütungshöhe und -Struktur ihrer Vorstände untersucht; dabei stellt dieser Teil der Arbeit besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Rezession ein außerordentlich spannendes Kapitel dar. Letztendlich ist die Analyse der Akzeptanz der derzeit gültigen Gesetzgebung ein weiterer wichtiger Punkt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Intentionen, Fragestellungen und Gang der Arbeit

1.2 Prinzipal-Agent-Problematik der Entlohnung

1.3 Formen der Vergütung von Führungskräften

2 Erste Publizitätsbewegungen und Corporate Governance

2.1 Hintergrund der Governance-Bewegung

2.2 Arbeiten auf nationaler Ebene

2.3 Ziel und Zweck des Kodex (DCGK)

2.4 Rechtliche Einordnung

2.5 Umsetzung des Kodex

3 Das Gesetz zur Offenlegung von Vorstandsgehältern (VorstOG)

3.1 Entstehungshintergrund und Regelungsziel

3.2 Adressaten des Gesetzes

3.3 Inhalt des VorstOG

3.3.1 Aufschlüsselung der Gehaltsbestandteile

3.3.2 Leistungen Dritter, Versorgungszusagen und Abfindungen

3.3.3 Die Escape-Klausel

3.3.4 Der Vergütungsbericht

3.3.5 Anwendung auf Konzernebene

3.3.6 Sanktionen bei Verstößen

3.4 Gesetzliche Legitimation

3.5 Beurteilung

4 Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG)

4.1 Entstehungshintergrund und Regelungsziel

4.2 Adressaten des Gesetzes

4.3 Inhalte des VorstAG

4.3.1 Präzisierung des § 87 Abs. 1 AktG

4.3.2 Nachträgliche Herabsetzung der Vergütung

4.3.3 Selbstbehalt bei D&O-Versicherungen

4.3.4 Zweijährige Karenzzeit bei Wechsel von Vorstand in Aufsichtsrat

4.3.5 Neue Regeln bezüglich der Vergütungsfestsetzung

4.3.6 Votum der Aktionäre zum Vergütungssystem

4.3.7 Mindestausübungsfrist bei Aktienoptionsplänen

4.3.8 Verstärkung der Transparenz der Vorstandsvergütung

4.3.9 Veränderte Haftungsregelungen und Sanktionen

4.4 Beurteilung

5 Empirie

5.1 Intentionen, Ziele und Methodik der empirischen Analyse

5.2 Auswertung Segment DAX30

5.3 Auswertung Segment MDAX50

5.4 Auswertung Segment SDAX50

5.5 Auswertung der gesamten Empirie

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Angabepflichten für Vorstandsvergütungen bei deutschen Kapitalgesellschaften. Das primäre Ziel besteht darin, den Einfluss der Gesetzgebung – konkret des VorstOG und des VorstAG – auf die Transparenz und Struktur der Vorstandsbezüge zu analysieren, ergänzt durch eine empirische Untersuchung der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen.

  • Entwicklung und Wirkung der Corporate-Governance-Kodizes
  • Analyse des Gesetzes zur Offenlegung von Vorstandsgehältern (VorstOG)
  • Untersuchung des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG)
  • Empirische Auswertung der Vergütungsstrukturen deutscher Konzerne
  • Diskussion der Wirksamkeit gesetzlicher Transparenzvorgaben

Auszug aus dem Buch

1.2 Prinzipal-Agent-Problematik der Entlohnung

Während bei einer Personengesellschaft idealtypisch Anteilseigner und Unternehmungsführung personell vereint sind, stellt eine Kapitalgesellschaft in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ein Konstrukt aus mindestens zwei Organen dar. So ist die Trennung von Unternehmensführung und Kapitaleignern möglich, sie bilden jeweils ein unabhängiges Organ und können gegebenenfalls freiwillig oder durch gesetzliche Verpflichtung durch ein weiteres Organ, den Aufsichtsrat, ergänzt werden. Der Aufsichtsrat einer GmbH ist nach § 1 Abs. 1 Satz 5 DrittelbG ab einer Unternehmensgröße von mehr als 500 Arbeitnehmern zwingend vorgeschrieben und besteht zu mindestens einem Drittel aus Vertretern der Belegschaft und gemäß § 7 Abs. 1 MitbestG ab 2000 Arbeitnehmern jeweils zur Hälfte aus Vertretern von Belegschaft und Kapitalgebern.

Die Aktiengesellschaft als weitere Form der Kapitalgesellschaft stellt unabhängig von ihrer Größe ein Konstrukt aus drei Organen dar. Die Anteilseigner der Unternehmung treffen sich mindestens einmal jährlich zur Hauptversammlung; diese entlastet als oberstes Organ den Vorstand, wählt seine Interessenvertreter in den Aufsichtsrat und stimmt über weitere Tagesordnungspunkte ab. Als zweites Organ stellt der Vorstand die Unternehmensleitung dar, welcher vom Aufsichtsrat als drittes Organ kontrolliert wird und nach § 95 AktG sich aus Aktionärs- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Ein gleichzeitiges Mandat in Vorstand und Aufsichtsrat ist untersagt.

In Deutschland bestimmt § 87 AktG die Regelung der Vorstandsgehälter, demnach hat der Aufsichtsrat angemessene Gesamtbezüge festzusetzen. Dabei konnte der Rat bisher als Ganzes oder als Ausschuss die Höhe und deren Zusammensetzung bestimmen (siehe Punkt 4.3.5). Die Beziehung zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und Anteilseignern wird in der Literatur intensiv diskutiert, hierbei sticht besonders der Prinzipal-Agenten-Ansatz hervor. Dabei handelt es sich unter anderem um das Verhältnis von Auftraggeber (Prinzipal) in Form des Aufsichtsrates zum Auftragnehmer (Agenten), also dem zur Geschäftsführung beauftragten Vorstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Vorstandsvergütung, die Prinzipal-Agent-Theorie sowie den Gang der Arbeit.

2 Erste Publizitätsbewegungen und Corporate Governance: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von Governance-Regelwerken und den DCGK in Deutschland.

3 Das Gesetz zur Offenlegung von Vorstandsgehältern (VorstOG): Analyse der gesetzlichen Pflichten zur individuellen Offenlegung von Bezügen und deren kritische Würdigung.

4 Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG): Detaillierte Betrachtung der regulatorischen Neuerungen zur Vergütungsstruktur, Haftung und Kontrollmechanismen.

5 Empirie: Methodische Erhebung und Auswertung der Vergütungsdaten für DAX, MDAX und SDAX-Unternehmen.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der gesetzgeberischen Maßnahmen und Ausblick auf die Wirksamkeit der Regelungen.

Schlüsselwörter

Vorstandsvergütung, Corporate Governance, DCGK, VorstOG, VorstAG, Transparenz, Prinzipal-Agent-Theorie, Aktiengesetz, Aufsichtsrat, Anlegerschutz, Vergütungsbericht, Aktienoptionen, Vergütungsstruktur, Haftung, Empirie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die regulatorische Entwicklung der Offenlegung und Angemessenheit von Vorstandsvergütungen in deutschen Aktiengesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die Corporate-Governance-Bewegung, die gesetzlichen Anforderungen des VorstOG und VorstAG sowie die empirische Analyse der Vergütungspraxis börsennotierter Unternehmen.

Was ist das Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Einfluss der Gesetzgebung auf die Transparenz zu prüfen und eine empirische Korrelation zwischen Unternehmensleistung und Vergütung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse zur rechtlichen Einordnung, ergänzt durch eine quantitative empirische Analyse der Geschäftsberichte von 150 börsennotierten Unternehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der freiwilligen Selbstverpflichtung durch Kodizes sowie die detaillierte Prüfung der Gesetze VorstOG und VorstAG.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Vorstandsvergütung, Transparenz, Corporate Governance und Nachhaltigkeit der Unternehmensführung.

Wie wirkt sich das VorstAG auf die Arbeit des Aufsichtsrates aus?

Das VorstAG stärkt die Verantwortung des Aufsichtsrates, schränkt die Delegation von Vergütungsentscheidungen ein und verschärft Haftungsregelungen bei unangemessener Festsetzung.

Welche Rolle spielt die Empirie in der Arbeit?

Die Empirie validiert die theoretischen Überlegungen, indem sie aufzeigt, wie die Unternehmen auf die erhöhten Transparenzforderungen in der Praxis reagieren.

Final del extracto de 63 páginas  - subir

Detalles

Título
Vorstandsentlohnung deutscher Konzerne
Subtítulo
Entwicklung der Angabepflichten und empirische Analyse 2008/09
Universidad
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Calificación
2,4
Autor
Bernd Brandscheid (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
63
No. de catálogo
V146313
ISBN (Ebook)
9783640550005
ISBN (Libro)
9783640552818
Idioma
Alemán
Etiqueta
Vorstandsentlohnung Konzerne Entwicklung Angabepflichten Analyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bernd Brandscheid (Autor), 2010, Vorstandsentlohnung deutscher Konzerne, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146313
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