Stereotype begegnen uns beinahe täglich in allen möglichen Situationen. Angefangen vom neutralen Bild, das wir über einen Angehörigen einer bestimmten Kultur im Kopf haben, bis hin zum negativ geprägten Vorurteil gegen etwas oder jemanden – nichts betrachten wir ohne den Einfluss von Stereotypen. Über den Ursprung des ein oder anderen Stereotyps machen sich die wenigstens Menschen Gedanken. Dabei kommt kein Urteil von irgendwoher, sondern hat stets einen Hintergrund, der es klassifiziert.
Was sagen Stereotype eigentlich über die eigene Wahrnehmung des Fremden und des Vertrauten aus? Und wo ist der Umgang mit Stereotypen sehr heikel und bedarf einer Sensibilisierung?
Diesen Fragen möchte ich in meiner Hausarbeit näher auf den Grund gehen. Betrachtet werden soll dabei der Bereich der Wirtschaft, in dem interkulturelle Kompetenz unabdingbar ist, sowie der landeskundliche Fremdsprachenunterricht, dessen Ziel es sein sollte, dem Lerner diese Kompetenz zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Was sind Stereotype?
1.1 Die Klassifizierung von Stereotypen
1.1.1 Geografisch begründete Stereotype
1.1.2 Historisch begründete Stereotype
1.1.3 Kausal begründete Stereotype
1.2 Die Wechselwirkung von Fremd- und Selbstwahrnehmung
2. Beispiele norwegisch-deutscher Stereotype
2.1 Beispiele aus der Wirtschaft
2.1.1 Beispiel 1
2.1.2 Beispiel 2
2.2 Beispiel aus dem Unterricht
3. Stereotype im Fremdsprachenunterricht
3.1 Didaktische Möglichkeiten der Verwendung von Stereotypen
4. Schlussbemerkung
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Natur und Wirkung von Stereotypen im interkulturellen Kontext zwischen Deutschland und Norwegen, mit dem Ziel, Ansätze für den Fremdsprachenunterricht zur Entwicklung interkultureller Kompetenz aufzuzeigen.
- Klassifizierung von Stereotypen (geografisch, historisch, kausal)
- Wechselwirkung zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung
- Analyse norwegisch-deutscher Stereotype in Wirtschaft und Unterricht
- Didaktische Konzepte zur bewussten Auseinandersetzung mit Klischees
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Geografisch begründete Stereotype
Bei geografisch begründeten Stereotypen liegt das Verhalten vor, dass durch „von der Natur vorgezeichneten Bedingungen Rückschlüsse auf die Eigentümlichkeiten der Bewohner“ gezogen werden. Messbare Fakten wie Klima, Wirtschaftlichkeit des Bodens, Industriedichte oder die weltgeografische Lage des Landes oder der Region werden folglich auf die Menschen, die in der jeweiligen Gegend ansässig sind, und deren Kultur projiziert. So wird beispielsweise die isolierte Lage eines Inselstaates dazu genutzt, auch die Menschen als isoliert und somit als konservativ, gern unter sich bleibend bis hin zu fremdenfeindlich zu klassifizieren. Ist jemandem von der anderen Kultur nur ein Teil der Industrie bekannt, der vielleicht eine große Fläche des Landes einnimmt und optisch nicht sehr ansehnlich ist, so mag er darauf schließen, dass es im ganzen Land dreckig und grau ist, die Menschen dementsprechend alle schlecht gelaunt, nur für die Arbeit lebend und unfreundlich sind. Andersherum werden aber auch die Menschen positiv bewertet, die aus einem Land stammen, das vielfältige und unberührte Natur beherbergt, diese wahrt und für den Tourismus anbietet. Hier spricht man schnell von freundlichen, immer fröhlichen und aufgeschlossenen Einwohnern.
Oft ist nur ein geografischer Faktor ausreichend, um ein ganzes Land oder eine ganze Kultur darüber zu bewerten. Geografische Stereotype tauchen auch besonders häufig innerhalb eines Landes auf, wenn dieses über verschiedene Naturerscheinungen verfügt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Allgegenwart von Stereotypen und die Relevanz ihrer kritischen Betrachtung im Rahmen interkultureller Kompetenz.
1. Was sind Stereotype?: Definition des Begriffs und Erläuterung der kognitiven Prozesse der Gruppeneinteilung nach Walter Lippmann.
2. Beispiele norwegisch-deutscher Stereotype: Analyse konkreter Vorurteile aus dem wirtschaftlichen Sektor und einer studentischen Umfrage.
3. Stereotype im Fremdsprachenunterricht: Darstellung didaktischer Methoden, um durch die Arbeit mit Klischees interkulturelles Verständnis zu fördern.
4. Schlussbemerkung: Fazit über die Notwendigkeit, Unterrichtskonzepte zur Überwindung von Stereotypen in einer globalisierten Welt weiterzuentwickeln.
5. Literatur: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Stereotype, Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Landeskunde, Fremdwahrnehmung, Selbstwahrnehmung, Deutschland, Norwegen, Wirtschaftskommunikation, Didaktik, Ethnozentrismus, Vorurteile, Kulturvergleich, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen von Stereotypen in der interkulturellen Kommunikation zwischen Deutschland und Norwegen und deren Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Klassifizierung von Stereotypen, die Analyse der Wechselwirkung von Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie didaktische Strategien für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Stereotype im Fremdsprachenunterricht als didaktisches Mittel genutzt werden können, um interkulturelle Kompetenz zu entwickeln und Vorurteile abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse von Stereotypen vorgenommen, ergänzt durch Fallbeispiele aus der Wirtschaft und eine empirische Gruppenumfrage in einem Universitätskurs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Stereotypenbildung, eine Analyse spezifischer norwegisch-deutscher Stereotype und die Anwendung didaktischer Konzepte im Fremdsprachenunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stereotype, Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Landeskunde und Fremdwahrnehmung charakterisiert.
Warum spielt die Selbstwahrnehmung bei der Analyse von Stereotypen eine Rolle?
Die Autorin verdeutlicht, dass jede Aussage über eine fremde Kultur immer auch Rückschlüsse auf die eigene Kultur und die eigene Identität zulässt, was für interkulturelle Kontakte essenziell ist.
Wie können Lehrer Stereotype konkret im Unterricht nutzen?
Beispielsweise durch die Ausarbeitung fiktiver Lebensläufe von Zielkultur-Vertretern oder die kritische Reflexion von Aussagen über verschiedene Regionen, um den Blick über Klischees hinaus zu schärfen.
Welche Bedeutung haben geografische Faktoren bei der Entstehung von Stereotypen?
Geografische Faktoren wie Natur, Klima oder Industriedichte dienen oft als einfache Erklärungsmuster, um komplexe nationale Identitäten pauschal zu bewerten.
Was ist das Fazit der Arbeit bezüglich des Umgangs mit Vorurteilen?
Da Stereotype unweigerlich in menschlichen Köpfen entstehen, ist das langfristige Ziel nicht ihre völlige Beseitigung, sondern eine kritische Sensibilisierung, um wertneutraler auf fremde Kulturen zugehen zu können.
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- BA Jenny Schulz (Author), 2010, Stereotype zwischen Deutschland und Norwegen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146317