Die Angebote in den Fernsehformaten nehmen jedes Jahr immer weiter zu. In einigen Formaten geht es um Erziehungsprobleme,in anderen wiederum um Beziehungsprobleme oder Schulden. Die Sendung "Das Supertalent" auf RTL soll auf den ersten Blick sich von den Problemen der Welt sich distanzieren und eine vielfältige und bunte Darbietung von verschiedenen Menschen verschiedener Nationalitäten und verschiedenen Alters darbieten, die außergewöhnlich gute Talente haben und sind. 2007 erschien in Deutschland zum ersten Mal "Das Supertalent" im Fernsehen,doch den großen Reiz und Anklang kam mit der zweiten Staffel im Jahr 2008. Das Jurorenteam 2008 besteht aus Dieter Bohlen, Sylvie van der Vaart und Bruce Darnell. Desweiteren ist ein Moderatorenpaar, welches die Zuschauer durch die Sendung begleitet,vorhanden: Marco Schreyl und Daniel Hartwich. Die Sendung scheint auf ersten Blick eine Show zu sein, die wahre Talente sucht und fördern möchte. Ob dies wirklich so ist und was die Sendung wirklich den Zuschauern bietet,auf bewusste und unterbewusste Art, soll in dieser Arbeit anhand dem Themenkomplex Emotionalität und Feminität der Männer1 dargestellt werden. Im Folgenden stelle ich zuerst die Methodik des tiefenhermeneutischen Ansatzes der Medienforschung vor, die die Grundlage für meine Analyse bildet. Anschließend gehe ich auf die inhaltsanalytischen Ergebnisse ein,zu denen das konversionsanalytische Sendeschema gehört. Im Schlussteil ziehe ich einen Vergleich der Männer untereinander und komme schließlich zum Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Tiefenhermeneutische Medienanalyse
3. Die Technik der Konversionsanalyse
3. 1 Inhaltsanalyse einer Forschungsgruppe
3.2 Wirkungsanalyse mit Publikumsgruppen
3.3 Systematisierung der Ergebnisse
4. Das Format Das Supertalent auf RTL
4.1 Einführung in die Sendung
4.2 Konversionsanalytisches Sendeschema „Das Supertalent“ vom 22.11.08
4.3 Der Spannungsbogen
5. Inhaltsanalyse der Sendung Das Supertalent
5.1 Themenkomplex1: Die Verletzlichkeit und Feminität der Männer
5.2 Resümee
6. Fazit
7.Literaturverzeichnis
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Fernsehformat „Das Supertalent“ auf RTL hinsichtlich der bewussten und unterbewussten Botschaften, die den Zuschauern vermittelt werden. Im Fokus steht dabei die Analyse der Darstellung von „verletzlichen Männern“ und deren Kontrastierung zum traditionellen männlichen Rollenbild innerhalb der Sendung.
- Anwendung der tiefenhermeneutischen Medienanalyse
- Konversionsanalytisches Sendeschema und Spannungsbögen
- Darstellung geschlechtsspezifischer Rollenbilder
- Analyse der Wirkung von Schicksalserzählungen und emotionaler Inszenierung
Auszug aus dem Buch
5.1 Themenkomplex1: Die Verletzlichkeit und Feminität der Männer
Ich möchte mit der Gruppe Allgäu Power beginnen. Sie sind auch die erste männliche Gruppe im Ablauf der Sendung. Beginnend mit dem Trailer weiter zum Auftritt.
Allgäu Power
In der Szene 8 wird die Band mit Musikinstrumenten und Gummistiefeln im Kuhstall gezeigt, dazu spielt die Musik von James Bond, welches einen ironischen Beigeschmack mit sich bringt. Dieses Bild soll eventuell Humor ausdrücken, doch die Forschungsgruppe interpretierte mit dieser Szene Lächerlichkeit, d.h. dass die Band sich mit ihrem „Auftritt“ im Kuhstall nur lächerlich darstellt und man dadurch nicht das Gefühl bekommt, sie gehörten nun auf eine Bühne. Im Trailer werden des Weiteren die Kühe eingeblendet und ein Gruppenbild der Allgäu Power neben einem Misthaufen. Während sie Kühe melken und weitere Stallarbeiten verrichten und anschließend Bier trinken spielt ihr Lied Bauer-sucht-Frau, welches sie in der vorherigen Sendung gesungen hatten. Das Bild, welches ihnen hier zugeschrieben wird, ist nicht das typische Männerbild, das in der Gesellschaft verankert ist, sondern eher genau das Gegenteil: keine Männer, sondern Bauern, die den ganzen Tag im Stall sind, ungepflegt und ungebildet sind, die nicht attraktiv sind und jene, die man nicht ernst nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes "Das Supertalent" sowie der methodischen Herangehensweise.
2. Tiefenhermeneutische Medienanalyse: Erläuterung der von Ulrike Prokop entwickelten Methode zur Analyse latenter Sinnstrukturen in Medienangeboten.
3. Die Technik der Konversionsanalyse: Detaillierte Darstellung der Arbeitsschritte der Konversionsanalyse, unterteilt in Inhaltsanalyse, Wirkungsanalyse und Systematisierung.
4. Das Format Das Supertalent auf RTL: Beschreibung des Sendeformats, des Sendeschemas sowie der dramaturgischen Gestaltung der Sendung.
5. Inhaltsanalyse der Sendung Das Supertalent: Durchführung der Analyse basierend auf den Wahrnehmungsprotokollen mit Schwerpunkt auf den männlichen Kandidaten.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung in den soziologischen Kontext des männlichen Rollenbildes.
7.Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
Anhang: Zusätzliche Dokumentationen zum Sendeschema und zur Terminologie.
Schlüsselwörter
Das Supertalent, Medienanalyse, Tiefenhermeneutik, Konversionsanalyse, Männlichkeitsbild, Feminität, Verletzlichkeit, RTL, Casting-Show, Zuschauerrezeption, Rollenverständnis, Psychodynamik, Dramaturgie, Identität, Soziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht kritisch die Castingshow "Das Supertalent" auf RTL und analysiert, wie das Format männliche Teilnehmer inszeniert, insbesondere unter dem Aspekt ihrer Verletzlichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Tiefenhermeneutik als Analyseansatz, die Darstellung von Geschlechterrollen sowie die dramaturgische Nutzung emotionaler Schicksalserzählungen durch den Sender.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?
Es soll geklärt werden, wie die Sendung auf bewusster und unterbewusster Ebene den Zuschauern Talente präsentiert und inwiefern dabei das traditionelle männliche Rollenbild durchbrochen oder thematisiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird das Verfahren der tiefenhermeneutischen Medienanalyse (auch Konversionsanalyse) nach Ulrike Prokop angewandt, welches durch Wahrnehmungsprotokolle und Gruppendiskussionen ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Formats "Das Supertalent", der systematischen Analyse des Sendeschemas sowie der inhaltlichen Untersuchung spezifischer männlicher Kandidaten anhand von Trailern und Auftritten.
Welche Schlüsselwörter definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konversionsanalyse, Männlichkeitsbild, Verletzlichkeit, Medienanalyse, RTL-Castingshow und psychodynamische Rezeption.
Wie unterscheidet sich das Bild der untersuchten Männer vom gesellschaftlichen Idealbild?
Die Analyse zeigt auf, dass die untersuchten Männer oft Eigenschaften wie "verletzlich", "feminin" oder "bauernhaft" zeigen, die dem klassischen Ideal eines starken, kämpferischen "Homo Faber" entgegenstehen.
Welche Rolle spielt die emotionale Musikuntermalung in der Sendung laut der Analyse?
Die Musik fungiert laut der Autorin als unterstützendes Instrument, das die Dramatik der individuellen Schicksalsgeschichten unterstreicht und die Emotionen der Zuschauer lenken soll.
Was kritisiert die Arbeit an der Jury-Zusammensetzung?
Kritisiert wird insbesondere die von Dieter Bohlen dominierte Rollenverteilung in der Jury, in der er den "Macho" verkörpert und anderen Juroren explizit Rollen zuschreibt.
- Citation du texte
- Feryal Kor (Auteur), 2009, Verletzlichkeit und Feminität der Männer in der RTL-Sendung "Das Supertalent", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146360