Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Familienbesteuerung in Deutschland Auswirkungen der Reform des Ehegattensplittings auf die Erwerbstätigkeit der Frauen

Titel: Familienbesteuerung in Deutschland Auswirkungen der Reform des Ehegattensplittings auf die Erwerbstätigkeit der Frauen

Bachelorarbeit , 2014 , 45 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Kaltrina Morina (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bachelorarbeit untersucht das Ehegattensplitting in Deutschland, ein Steuermodell, das trotz gesellschaftlicher Veränderungen immer noch Anwendung findet. Es analysiert, wie dieses Modell die Steuerlast von Ehepaaren mit ungleichen Einkommen reduziert und dabei insbesondere das traditionelle Alleinverdienermodell steuerlich begünstigt. Die Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit von Frauen werden kritisch beleuchtet, wobei festgestellt wird, dass das Ehegattensplitting Anreize für Nichterwerbstätigkeit oder Teilzeitarbeit schaffen kann, was zu wirtschaftlicher Abhängigkeit in der Ehe führt. Alternativen wie die Individualbesteuerung und das Familiensplitting werden diskutiert, um zu erörtern, wie diese die Erwerbsentscheidungen von Frauen beeinflussen könnten und ob sie geeignet sind, die aktuellen steuerlichen Anreize zu modernisieren. Das Ehegattensplitting in Deutschland ist seit seiner Einführung in den 1950er Jahren in seiner Grundstruktur weitgehend unverändert geblieben (Stand: 2024).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Voraussetzungen für die deutsche Ehegattenbesteuerung

3 Von der Haushaltsbesteuerung bis zur Entscheidung des BVerfG vom 17.01.1957

3.1. Haushaltsbesteuerung in Preußen von 1806 – 1906

3.2. Die Besteuerung der Eheleute in der Weimarer Republik

3.3. Die Besteuerung der Eheleute im Dritten Reich

3.3.1. Neufassung des Gesetzes im Jahr 1934 und das Erwerbsverhalten der Frauen

3.3.2. Neufassung des Gesetzes im Jahr 1941 und die Auswirkungen für die Frauen

3.4. Die Besteuerung der Eheleute in der Nachkriegszeit

3.5. Die Neuregelung der Veranlagungsform vom 17.01.1957

3.5.1. Verfassungsrechtliche Grundlagen

3.5.2. Fazit zum Beschluss des BVerfG

4 Das Ehegattensplitting in Deutschland

4.1. Entstehung und aktuelle Rechtslage

4.2. Die verfassungsrechtliche Rechtfertigung

4.3. Steuerliche Umsetzung des Ehegattensplittings

4.3.1. Funktionsweise und Freibetrag

4.3.2. Ehegattensplitting und Lohnsteuer

4.3.3. Splittingeffekt

5 Das Ehegattensplitting und die Erwerbstätigkeit der Frauen

5.1. Die Konsequenzen der Nichterwerbstätigkeit der Frauen

5.2. Ausweg: „Minijob pur“

6 Alternativvorschläge

6.1. Funktionsweise der reinen Individualbesteuerung und die Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen

6.2. Familiensplitting

6.2.1. Funktionsweise des Familientarifsplittings

6.2.2. Funktionsweise des Familienrealsplitting

6.2.3. Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen

6.3. Eherealsplitting

6.3.1. Funktionsweise

6.3.2. Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten der Frauen

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die Funktionsweise des deutschen Ehegattensplittings sowie dessen Auswirkungen auf das Erwerbsverhalten verheirateter Frauen, wobei kritisch hinterfragt wird, ob dieses Instrument gesellschaftspolitischen Wandlungen noch gerecht wird.

  • Historische Entwicklung der Ehegattenbesteuerung (Preußen bis heute)
  • Verfassungsrechtliche Rechtfertigung und Urteile des BVerfG
  • Mechanismen des Splittingeffekts und steuerliche Umsetzung
  • Negative Anreizwirkungen auf die Erwerbstätigkeit von Frauen
  • Diskussion von Alternativkonzepten (Individualbesteuerung, Familiensplitting)

Auszug aus dem Buch

4.3.3. Splittingeffekt

Das Splittingverfahren ist ein Instrument um die steuerliche Mehrbelastung von Eheleuten zu senken. Das zu versteuernde Einkommen wird bei der Zusammenveranlagung mit Splitting halbiert und dadurch kommt es zu einer Abflachung der Progression.

In Tabelle 2 wird ersichtlich, dass durch die Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting eine Steuerschuld für das Beispielehepaar in Höhe von 25.560 Euro entsteht. Für das Ehepaar in der Tabelle 1 wurde die Summe der Steuerschuld im Falle der individuellen Veranlagung in Höhe von 25.901 Euro ermittelt. Die Differenz beträgt somit 341 Euro. Diesen steuerlichen Vorteil, welcher durch die Option des Ehegattensplittings entsteht, nennt man Splittingeffekt.

Die oben erläuterte Abflachung der Progression beim Ehegattensplitting hat zur Folge dass die steuerliche Entlastung bzw. der sog. Splittingvorteil sich bemerkbar macht, je höher der Unterschied der individuellen Einkommen der Ehepartner ist.

Um diesen Splittingeffekt bei eheinterner Teilung der Arbeit zu veranschaulichen bedarf es zuerst an eine Ermittlung der Steuerschuld. Zum einen nach Anwendung der Grundtabelle (Tabelle 3) und zum anderen nach der Anwendung der Splittingtabelle (Tabelle 4). Die Differenz zwischen Tabelle 3 und 4 ergibt somit den Splittingeffekt oder auch den sogenannten Splittingvorteil (Tabelle 5). Im Folgenden wird die Steuerlast ermittelt, die sich nach Verhältnis der Einkommenshöhe in der Ehe ergibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die jahrzehntelange Kontroverse um das Ehegattensplitting und dessen Einfluss auf die Erwerbsteilnahme von Frauen.

2 Die Voraussetzungen für die deutsche Ehegattenbesteuerung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des deutschen Einkommensteuersystems, insbesondere die Progressionszonen und das Prinzip der Individualbesteuerung.

3 Von der Haushaltsbesteuerung bis zur Entscheidung des BVerfG vom 17.01.1957: Es wird die historische Entwicklung der Familienbesteuerung von der preußischen Klassensteuer über die Weimarer Republik bis hin zum grundlegenden Beschluss des BVerfG im Jahr 1957 nachgezeichnet.

4 Das Ehegattensplitting in Deutschland: Hier werden die aktuelle Rechtslage, die verfassungsrechtliche Rechtfertigung sowie die mathematische Funktionsweise des Splittingeffekts detailliert dargestellt.

5 Das Ehegattensplitting und die Erwerbstätigkeit der Frauen: Im Fokus steht die analyse der ökonomischen Anreizstrukturen, die Frauen – insbesondere Mütter – dazu bewegen, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren oder abzubrechen.

6 Alternativvorschläge: Das Kapitel diskutiert Reformansätze wie die reine Individualbesteuerung, das Familiensplitting und das Ehe-Realsplitting sowie deren Auswirkungen.

7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Ehegattensplitting angesichts gewandelter gesellschaftlicher Normen als reformbedürftig.

Schlüsselwörter

Ehegattensplitting, Einkommensteuergesetz, Erwerbsverhalten von Frauen, Haushaltsbesteuerung, Splittingeffekt, Individualbesteuerung, Familiensplitting, BVerfG, Progressionszone, Arbeitsmarktpolitik, Steuervorteil, Familienförderung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbstätigkeit, Steuerklasse V.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Ehegattensplitting in Deutschland, seine historische Genese und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Erwerbsentscheidungen verheirateter Frauen.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Felder sind die Historie der Familienbesteuerung, verfassungsrechtliche Grundlagen, die Mechanik des Splittings sowie Reformmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob das Ehegattensplitting in seiner jetzigen Form noch zeitgemäß ist oder durch negative Anreize die Erwerbsbeteiligung von Frauen behindert.

Welche Methode wird wissenschaftlich angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten, historischen und ökonomischen Analyse sowie der Auswertung von Studien und Modellen zur Wirkung des Steuersystems auf private Haushalte.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Geschichte der Besteuung, die Funktionsweise des Splittingvorteils, die ökonomischen Folgen für Einverdienst-Ehen und die Diskussion alternativer Besteuerungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?

Die wichtigsten Begriffe sind Ehegattensplitting, Erwerbsanreiz, Familienbesteuerung, Gender-Aspekte in der Steuerpolitik und Reform-Optionen.

Warum wird die Kombination der Steuerklassen III/V kritisiert?

Die Kritik besagt, dass die Steuerklasse V den Ehepartner mit dem geringeren Einkommen zu stark belastet, was einen negativen Anreiz schafft, eine sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Inwiefern hat die nationalsozialistische Ära das heutige Splitting beeinflusst?

Das während der NS-Zeit eingeführte Modell diente explizit der Steuerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen gemäß der damaligen Ideologie, was das System historisch vorbelastet.

Was sind die Hauptargumente für eine reine Individualbesteuerung?

Befürworter sehen darin eine Stärkung der Eigenständigkeit von Frauen und eine Erhöhung des Arbeitsangebots, da die steuerliche Benachteiligung des Zweitverdieners entfällt.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familienbesteuerung in Deutschland Auswirkungen der Reform des Ehegattensplittings auf die Erwerbstätigkeit der Frauen
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
Note
2,0
Autor
Kaltrina Morina (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
45
Katalognummer
V1463877
ISBN (PDF)
9783389010112
ISBN (Buch)
9783389010129
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehegattensplitting, Erwerbstätigkeit von Frauen, Wirtschaftliche Abhängigkeit, Geschlechterrollen, systemische Benachteiligung von Frauen, Minijob, Splittingeffekt, Förderung traditioneller Rollen,
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kaltrina Morina (Autor:in), 2014, Familienbesteuerung in Deutschland Auswirkungen der Reform des Ehegattensplittings auf die Erwerbstätigkeit der Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463877
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  45  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum