Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gebärdensprache in Kindertagesstätten.
Sprache kann über Handbewegungen, Worten, Mimik, Gestik oder auch Pfeiftöne passieren. Die Kommunikation mit Mimik, Gestik und der Körperhaltung bildet den Schwerpunkt in dieser Arbeit.
Zuerst will ich mich mit den wichtigsten Aspekten rund um die Gebärdensprache beschäftigen. Anschließend stelle ich ein sehr wichtiges Buch vor, das sich mit Gebärden für die Kita beschäftigt und danach werde ich zwei Projekte erläutern und über meine eigenen Erfahrungen während meines Praktikums in einer integrativen Kita erzählen.
Was ist überhaupt die Sprache? Und wie verständigen sich Menschen, die gehörlos oder hörgeschädigt sind? Dieser Fragestellung will ich in meiner Ausarbeitung auf den Grund gehen.
Laut Edward Sapir, ist Sprache eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen. Die Sprache ist ein Zeichensystem, welches der Kommunikation dient.
Inhaltsverzeichnis
1 Definitionen
2 Allgemeines
2.1 Deutscher Gehörlosen-Bund
2.2 Gebärden
2.3 Lautsprachunterstützende (LUG) / Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG)
2.4 GUK – Gebärden unterstützte Kommunikation
2.5 Minderheitensprachen
2.6 Regeln zur Kommunikation mit Gehörlosen
3 Tommy’s Gebärdenwelt
4 Projekte
4.1 „Wo Kinder mit Händen sprechen“
4.2 Kita Waldshuter Zeile
5 Beispiele aus dem Kita-Alltag
6 Fazit
7 Quellenverzeichnis
7.1 Internet
7.2 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die praktische Umsetzung von Gebärdensprache in Kindertagesstätten, um die Integration gehörloser Kinder zu fördern und die Kommunikation sowie Sprachentwicklung aller Kinder zu unterstützen.
- Theoretische Grundlagen zur Gebärdensprache und verschiedenen Systemen (DGS, LUG, LBG, GUK).
- Kommunikationsregeln beim Umgang mit gehörlosen und hörgeschädigten Menschen.
- Vorstellung von Lernmaterialien wie "Tommy’s Gebärdenwelt".
- Analyse erfolgreicher Praxisprojekte in Kindertagesstätten zur Integration.
- Reflektion eigener Erfahrungen aus einem Praktikum im Kita-Alltag.
Auszug aus dem Buch
1 Definitionen
Erstens: „Die Deutsche Gebärdensprache ist ein visuelles Sprachsystem mit eigener Grammatik, das den Gehörlosen eine entspannte und verlässliche Kommunikation ermöglicht. Auf dieser Grundlage hat sich eine eigene Sprachgemeinschaft und Kultur entwickelt, der sich neben Gehörlosen zunehmend auch Hörende zugehörig fühlen, die die Gebärdensprache beherrschen.“
Zweitens: „Gebärdensprache sind eigenständige, vollwertige Sprachsysteme, die Gehörlose in ihren verschiedenen nationalen und regionalen Gehörlosengemeinschaften untereinander ausgebildet haben. Anders als die akustisch-auditiv verfahrenden Lautsprachen werden die Gebärdensprachen visuell-motorisch realisiert. Sie sind nicht mit den nonverbalen Kommunikationsmitteln Hörender identisch (Körpersprache), sondern ausdifferenzierte Zeichensysteme, die über ein umfassendes Lexikon und eine komplexe Grammatik verfügen.“
Drittens: „Eine Gebärdensprache ist eine eigenständige, visuell wahrnehmbare natürliche Sprache, die insbesondere von gehörlosen und schwerhörigen Menschen zur Kommunikation genutzt wird. Bei Menschen mit Taubblindheit werden Gebärdensprache bzw. Gebärden im Handkontakt über die haptischen Sinneswahrnehmungen Bewegung, Ertastung und Berührung erkannt. Die Sprache zählt zur Gruppe der Minderheitensprachen. Gebärdensprache besteht aus kombinierten Zeichen (Gebärden), die vor allem mit den Händen, in Verbindung mit Mimik und Mundbild (lautlos gesprochene Wörter oder Silben) und zudem im Kontext mit der Körperhaltung gebildet werden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definitionen: Bietet ein grundlegendes Verständnis durch drei zentrale Definitionen der Gebärdensprache und erläutert deren visuelle Natur sowie soziale Bedeutung.
2 Allgemeines: Behandelt die Rolle des Deutschen Gehörlosen-Bundes, unterscheidet verschiedene Gebärdensysteme wie DGS, LBG und GUK und definiert wichtige Kommunikationsregeln.
3 Tommy’s Gebärdenwelt: Stellt ein dreiteiliges Lernprogramm für Kinder vor, das Gebärden mittels Abbildungen und CD-ROMs für den Kita-Alltag zugänglich macht.
4 Projekte: Analysiert zwei spezifische Praxisbeispiele, wie Kindertagesstätten durch bilinguale Konzepte und sinnesorientierte Projekte die Inklusion vorantreiben.
5 Beispiele aus dem Kita-Alltag: Dokumentiert persönliche Erfahrungen der Autorin in einem zweiwöchigen Projekt, bei dem Gebärden zur Förderung eines gehörlosen Kindes im Morgenkreis integriert wurden.
6 Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und spricht sich für eine stärkere Einbindung unterstützender Gebärdensysteme im Kindergarten aus, da diese die Entwicklung aller Kinder fördern.
Schlüsselwörter
Gebärdensprache, Deutsche Gebärdensprache, LUG, LBG, GUK, Inklusion, Kindertagesstätte, Gehörlosigkeit, Kommunikation, Integration, Frühförderung, Sprachentwicklung, Gebärden, Tommy’s Gebärdenwelt, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Gebärdensprache und unterstützende Gebärdensysteme erfolgreich in den Alltag von Kindertagesstätten integriert werden können, um die Kommunikation und Inklusion zu verbessern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen, verschiedenen Gebärdensystemen, Kommunikationsregeln, der Vorstellung von Lehrmaterialien und der praktischen Umsetzung in Kita-Projekten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Einsatz von Gebärden nicht nur gehörlosen oder hörgeschädigten Kindern hilft, sondern die sprachliche Entwicklung und Merkfähigkeit aller Kinder unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung sowie auf der qualitativen Reflexion praktischer Erfahrungen und Beobachtungen während eines Praktikums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen auch Lehrmaterialien wie „Tommy’s Gebärdenwelt“ sowie konkrete Fallbeispiele aus verschiedenen Kindertagesstätten und ein persönlicher Erfahrungsbericht beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gebärdensprache, Inklusion, Kindertagesstätte, GUK (Gebärden unterstützte Kommunikation) und Sprachentwicklung.
Worin liegt der Unterschied zwischen DGS und GUK laut der Autorin?
Die DGS ist eine eigenständige, komplexe Sprache mit eigener Grammatik, während GUK als unterstützendes System für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen eingesetzt wird, um durch einfache Gebärden die Lautsprache zu begleiten.
Warum betont die Autorin die Bedeutung von Gebärden für hörende Kinder?
Die Autorin hebt hervor, dass auch hörende Kinder von der Gebärden-Unterstützung profitieren, da diese die Konzentration schult, das genaue Hinsehen fördert und die allgemeine Merkfähigkeit steigert.
- Quote paper
- Nina Friedmann (Author), 2011, Gebärdensprache in Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463890