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Erfahrungen und Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in Bezug auf ehrenamtliches Engagement

Título: Erfahrungen und Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in Bezug auf ehrenamtliches Engagement

Tesis de Máster , 2022 , 148 Páginas

Autor:in: Alina Niessner (Autor)

Pedagogía - Inclusión
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Das ehrenamtliche Engagement spielt eine bedeutende Rolle in der deutschen Gesellschaft und trägt maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Mit über 15 Millionen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland zeigt sich die breite Unterstützung und Mitwirkungsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung. Besonders in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Corona-Pandemie oder globaler Krisen wird die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements deutlich sichtbar.

Trotz dieser weitreichenden Bedeutung besteht jedoch noch immer ein Forschungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf das inklusive Ehrenamt und die Einbindung von Menschen mit Behinderung in ehrenamtliche Tätigkeiten. Während zahlreiche Studien das ehrenamtliche Engagement insgesamt beleuchten, bleiben die Perspektiven und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung häufig unerforscht.

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, diese Lücke zu schließen und einen Beitrag zur Erforschung des inklusiven Ehrenamts zu leisten. Dabei liegt der Fokus darauf, die Sichtweisen und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung als ehrenamtlich Engagierte selbst einzubeziehen. Durch eine umfassende Analyse sollen die Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen des inklusiven Ehrenamts beleuchtet werden.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird zunächst das Konzept des ehrenamtlichen Engagements genauer beleuchtet. Dabei werden die grundlegenden Definitionen sowie aktuelle Zahlen und Fakten zu diesem Thema dargestellt, um auf Basis dessen die inklusiven Strukturen des ehrenamtlichen Engagements zu erforschen.

Anschließend wird der Fokus auf das inklusive Ehrenamt gelegt, wobei die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie der aktuelle Forschungsstand näher betrachtet werden. Hierbei werden insbesondere die Perspektiven und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung als ehrenamtlich Engagierte in den Blick genommen.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen dazu beitragen, die Bedeutung des inklusiven Ehrenamts zu unterstreichen und Impulse für eine weiterführende Forschung zu setzen. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, die Stimmen und Erfahrungen von Menschen mit Behinderung im Kontext des ehrenamtlichen Engagements zu würdigen und ihnen eine Plattform zur Artikulation ihrer Perspektiven zu bieten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ehrenamtliches Engagement

2.1. Begriffsdefinition: Ehrenamt oder bürgerschaftliches Engagement?!

2.2. Zahlen & Fakten zu ehrenamtlichem Engagement in Deutschland

2.2.1. Einsatzbereiche

2.2.2. Motive für ein ehrenamtlichem Engagement

2.2.3. Zugangsmöglichkeiten

3. Inklusives Ehrenamt: Menschen mit Behinderung als ehrenamtlich Engagierte

3.1. Inklusion im rechtlichen und politischen Kontext

3.2. Exkurs: Geistige Behinderung

3.3. Aktueller Forschungsstand: Inklusives Ehrenamt in der Praxis

3.3.1. Zahlen & Fakten

3.3.2. Gelingensbedingungen

3.3.3. Chancen & Potenziale

3.3.4. Herausforderungen

4. Forschungsdesign

4.1. Forschungshintergrund

4.2. Fragestellung

4.3. Erhebungsmethodik

4.4. Auswahl der Stichprobe

4.4.1. Special Olympics Nordrhein-Westfalen

4.4.2. Franz-Sales-Haus

4.5. Durchführung der Erhebung

4.6. Datenaufbereitung

4.7. Methodik der Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse nach U. Kuckartz

5. Ergebnisdarstellung

5.1. Hauptkategorie „Ich als ehrenamtlich Engagierte_r“

5.2. Hauptkategorie „Weiterempfehlung“

5.3. Hauptkategorie „(Weiteres) Ehrenamt beginnen“

5.4. Hauptkategorie „Sonstiges“

6. Diskussion

6.1. Ergebnisdiskussion: Die Vielschichtigkeit des inklusiven Ehrenamts

6.2. Diskussion der Methodik

7. Fazit & Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Perspektive und die spezifischen Erfahrungen sowie Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung im Kontext ihres ehrenamtlichen Engagements zu erforschen, um Barrieren abzubauen und Inklusion in diesem Bereich zu fördern.

  • Erforschung der Lebenswirklichkeit und Motivation von ehrenamtlich engagierten Menschen mit geistiger Behinderung.
  • Analyse der Gelingensbedingungen und Herausforderungen für inklusives Ehrenamt in Organisationen und Vereinen.
  • Untersuchung der Bedeutung von Kommunikation und Barrierefreiheit für die Teilhabe.
  • Ableitung von Empfehlungen zur Gestaltung inklusiver Strukturen im Ehrenamt.
  • Befähigung der Hauptakteure, ihre Sichtweise aktiv in den Diskurs einzubringen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In Deutschland engagieren sich laut aktueller Daten derzeit 15,72 Millionen Bürger_innen in Deutschland ehrenamtlich (vgl. IfD Allensbach 2022, zit. n. de.statista.com 2022). Insbesondere in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie oder dem Krieg in der Ukraine wird deutlich, welchen enormen Mehrwehrt das Engagement der Menschen haben kann.

Die Relevanz ehrenamtlichen Engagements für den gesellschaftlichen Zusammenhalt werden immer wieder betont. In diesem Sinne sollte auch ein Selbstverständnis darüber bestehen, dass Ehrenamt für alle Gesellschaftsmitglieder da ist, auch für diese aus sozial schwierigen Kontexten oder mit Beeinträchtigungen.

„Den »normalen« Engagierten gibt es nicht: jung oder alt, Frau oder Mann, eingesessen oder eingewandert, behindert oder nicht. Ehrenamtliche Tätige sind so vielfältig wie die Vielfalt der Gesellschaft.“ (Wagner 2014, S. 147)

Obgleich sich viele Angebote im Rahmen ehrenamtlichen Engagements an Menschen mit Behinderung als Empfänger_innen richten, sind sie eben nicht nur in dieser Rolle zu verstehen. Vielmehr sind Menschen mit Behinderung „gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger mit individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sie in den Dienst der Gesellschaft stellen können, sofern man ihnen die Möglichkeit dazu bietet.“ (BMAS 2016, S. 133). Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 hat sich Deutschland dazu verpflichtet, die Inklusion, Chancengleichheit, Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung aktiv umzusetzen und zu fördern (vgl. DIMR 2022). Darauf fußend müssen Menschen mit Behinderung auch die Möglichkeit erhalten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ehrenamt ist in diesem Kontext nicht mehr nur einseitig zu verstehen: Menschen mit Behinderung können sowohl Empfänger_innen ehrenamtlichen Engagements als auch als selbst Engagierte sein und sind in beiden Rollen zu respektieren.

„Hier geht es nämlich um echte Teilhabe: Für die Mitbürger etwas zu tun. Sich als Bürgerin und Bürger für die Gesellschaft einzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des ehrenamtlichen Engagements ein und thematisiert das Recht auf Inklusion und Teilhabe für Menschen mit Behinderung.

2. Ehrenamtliches Engagement: Hier wird das theoretische Konstrukt des Ehrenamts beleuchtet, inklusive seiner historischen Entwicklung und aktueller statistischer Daten in Deutschland.

3. Inklusives Ehrenamt: Menschen mit Behinderung als ehrenamtlich Engagierte: Dieses Kapitel erörtert die rechtlichen Grundlagen der Inklusion und den Forschungsstand zum Einbezug von Menschen mit Behinderung in das ehrenamtliche Engagement.

4. Forschungsdesign: Hier erfolgt die detaillierte Beschreibung des qualitativen Forschungsvorgehens, der Auswahl der Stichprobe und der angewandten Inhaltsanalyse.

5. Ergebnisdarstellung: In diesem Kapitel werden die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse strukturiert nach den Hauptkategorien präsentiert.

6. Diskussion: Die Ergebnisse werden hier in den theoretischen Kontext eingeordnet und methodenkritisch reflektiert.

7. Fazit & Ausblick: Dieses abschließende Kapitel fasst die Kernbotschaften zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige Entwicklungen für ein inklusiveres Ehrenamt.

Schlüsselwörter

Ehrenamtliches Engagement, Inklusion, Menschen mit Behinderung, Geistige Behinderung, Teilhabe, UN-Behindertenrechtskonvention, Qualitative Forschung, Motivationsfaktoren, Barrieren, Unterstützungsbedarf, Qualitative Inhaltsanalyse, Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Ehrenamtspauschale, Freiwilligendienste, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Forschungsarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Erfahrungen, Motivationen und Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung, die sich aktiv ehrenamtlich einbringen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Inklusionsidee, das Konzept des Ehrenamts im Wandel, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die praktischen Voraussetzungen und Barrieren für Menschen mit Behinderung im Engagement.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Studie?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Erfahrungen und Bedarfe haben Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung im Kontext von ehrenamtlichem Engagement?“

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?

Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf teilstandardisierten Interviews basiert. Die Datenauswertung erfolgt nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?

Der Hauptteil analysiert die gewonnenen Interviewdaten und vergleicht diese mit dem theoretischen Hintergrund, wobei besonders die Perspektive der Engagierten auf Aufgaben, Vorbereitung und Unterstützungsbedarfe im Fokus steht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Inklusives Ehrenamt, Selbstbestimmung, Teilhabebarrieren und die sogenannte geistige Behinderung als Zielgruppendefinition.

Welche Rolle spielen Organisationen wie das Franz-Sales-Haus oder Special Olympics bei der Untersuchung?

Diese Einrichtungen dienen als Forschungsfeld, aus deren Mitgliederstruktur die Stichprobe rekrutiert wurde, um unterschiedliche Engagementkontexte exemplarisch zu beleuchten.

Warum wird Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in der Studie eine besondere Stimme gegeben?

Die Autorin betont den Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“. Menschen mit Behinderung werden oft nur als Empfänger von Hilfe gesehen; diese Arbeit ermöglicht ihnen, ihre Rolle als aktiv Handelnde selbst zu reflektieren.

Final del extracto de 148 páginas  - subir

Detalles

Título
Erfahrungen und Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in Bezug auf ehrenamtliches Engagement
Autor
Alina Niessner (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
148
No. de catálogo
V1464567
ISBN (PDF)
9783389012826
ISBN (Libro)
9783389012833
Idioma
Alemán
Etiqueta
erfahrungen bedarfe menschen behinderung bezug engagement
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alina Niessner (Autor), 2022, Erfahrungen und Bedarfe von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung in Bezug auf ehrenamtliches Engagement, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1464567
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