Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung „Strategische Unternehmensführung“ an der Universität Hamburg gefertigt. Unter dem Titel „Zeitallokationstheoretischer Beitrag zur Erklärung des Kaufentscheides bei Berufskleidung“ wird zuerst eine Begriffsdefinition des Terminus „Berufskleidung“ vorgenommen. Im weiteren Verlauf wird die Zeitallokationstheorie Gary S. Beckers dargestellt und zusammengefasst, wobei auch eine kurze Übersicht über Beckers Tätigkeiten und weitere Forschungsfelder gegeben wird. Die im zweiten Teil erarbeiteten Themenkomplexe werden schließlich auf die Branche der Berufskleidung transferiert bzw. in den Bezug zum Kaufentscheid gestellt und anhand zweier Eigenschaften von Berufskleidung in Verbindung mit der Allokation der Zeit gebracht, woraus im vierten Teil Praxisimplikationen abgeleitet werden. Im Fazit der Arbeit wird weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt und ein Resümee gezogen.
Ein Ziel der Arbeit besteht darin, dem Leser die Theorie der Allokation der Zeit von Becker zu erläutern und ihm so eine andere Sichtweise des ökonomischen Handelns aufzuzeigen. Ein zweites Ziel besteht darin, die theoretischen Ansatzpunkte auf die Berufskleidung zu übertragen und Managementimplikationen zu erarbeiten, die im Rahmen der strategischen Unternehmensführung und des Marketing, insbesondere hier im Kundenbindungsmanagement, von Bedeutung sein können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Begriffsabgrenzung „Berufskleidung“
2. Einführung in die Zeitallokationstheorie von Gary S. Becker
2.1 Die Person Gary S. Becker
2.2 Allokation der Zeit
3. Beitrag zur Erklärung des Kaufentscheides von Berufskleidung
3.1 Der Kaufentscheid
3.2 Zeitersparnis als Einflussgröße
3.2.1 Funktionalität als Zeitersparnis
3.2.2 Schutz und Sicherheit als Zeitersparnis
4. Ableitbare Praxisimplikationen
4.1 Marketing
4.2 Produktentwicklung
5. Fazit und weiterer Forschungsbedarf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Kaufverhalten bei Berufskleidung unter Anwendung der Zeitallokationstheorie von Gary S. Becker, um das Verständnis ökonomischer Kaufentscheidungsprozesse zu vertiefen und daraus Marketing- sowie Produktentwicklungsstrategien abzuleiten.
- Anwendung der ökonomischen Zeitallokationstheorie auf Konsumentscheidungen.
- Analyse der zeitsparenden Eigenschaften von Berufskleidung.
- Erforschung des Nutzens von Funktionalität, Schutz und Sicherheit für den Arbeitnehmer.
- Ableitung konkreter Praxisimplikationen für Marketing und Produktgestaltung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Funktionalität als Zeitersparnis
Ein maßgeblich zeitsparender Faktor ist in der Funktionalität einer Berufskleidung zu sehen. Wobei unter Funktionalität alle Begriffe zusammengefasst werden, die ein Kleidungsstück für den Träger zu einem Hilfsmittel in der Ausübung seiner Tätigkeit machen. Als Beispiel wäre hier bei Handwerkerkleidung eine große Anzahl von Taschen zu nennen, die es dem Träger ermöglichen, Utensilien bei sich zu führen, ohne Drittzubehör zu benutzen. Als Praxisbeispiel ist der Elektriker zu nennen, der bei seiner Tätigkeit in der Regel häufig an schwer zugänglichen Orten arbeitet, da elektrische Einrichtungen im Hause meist verdeckt und nicht offensichtlich installiert sind. Geht man zum Beispiel von einer Tätigkeit aus, bei der der Elektriker auf das Hilfsmittel einer Leiter angewiesen ist, so ermöglicht es ihm die Berufskleidung, ohne stetiges Hinauf- und Hinabsteigen der Leiter eine Arbeitsausführung am Stück zu bewältigen, da das benötigte Werkzeug in den verschiedenen Funktionstaschen des Kleidungsstückes deponiert werden kann, wie in Abb. 1 ersichtlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über ihren Aufbau und ihre Ziele, die darin bestehen, Beckers Theorie auf die Berufskleidung zu übertragen.
2. Einführung in die Zeitallokationstheorie von Gary S. Becker: Dieses Kapitel stellt die Person Becker sowie seine Theorie vor, nach der Individuen ihre Zeit zur Maximierung ihres Nutzens optimal allokieren.
3. Beitrag zur Erklärung des Kaufentscheides von Berufskleidung: Hier wird der Kaufentscheid als Prozess analysiert und dargelegt, wie die Zeitersparnis durch Funktionalität und Schutz das Kaufverhalten beeinflusst.
4. Ableitbare Praxisimplikationen: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse in konkrete Empfehlungen für das Marketing und die zukünftige Produktentwicklung.
5. Fazit und weiterer Forschungsbedarf: Der Autor resümiert die Bedeutung der Theorie für das Marketing und zeigt auf, dass für eine exakte empirische Validierung weiterer Forschungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Zeitallokationstheorie, Gary S. Becker, Berufskleidung, Kaufentscheid, Nutzentheorie, Work-Wear, Corporate-Wear, Zeitersparnis, Funktionalität, Arbeitssicherheit, Marketing, Produktentwicklung, homo oeconomicus, Humankapital, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die ökonomische Theorie der Zeitallokation von Gary S. Becker genutzt werden kann, um Kaufentscheidungen für Berufskleidung besser zu erklären und zu verstehen.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft die ökonomische Zeitallokationstheorie mit der Praxis der Berufskleidung, unter besonderer Berücksichtigung von Funktionalität, Arbeitsschutz und Marketingstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Theorie der Allokation der Zeit verständlich zu machen und zu zeigen, wie Unternehmen diese theoretische Perspektive nutzen können, um ihre Produkte und Marketingbotschaften zielgerichteter auf den tatsächlichen Nutzen des Kunden auszurichten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die ökonomische Modelle auf das praktische Feld der Berufskleidung anwendet und daraus Implikationen für die strategische Unternehmensführung ableitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das Werk von Gary S. Becker und die Anwendung dieser Konzepte auf die Branche der Berufskleidung, wobei Faktoren wie Zeitersparnis durch Taschenfunktionalität oder Schutzfunktionen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Zeitallokationstheorie, Berufskleidung, Kaufentscheid, Funktionalität, Marketingstrategie und Arbeitssicherheit.
Warum wird Berufskleidung als "Zeitspargut" betrachtet?
Weil Berufsbekleidung dem Träger durch Funktionalität (z. B. Taschen) oder Schutz (z. B. Kniepolster) ermöglicht, Arbeitsschritte effizienter oder länger ohne Pausen auszuführen, was die Arbeitszeit verkürzt.
Welche Rolle spielt die Produktentwicklung für das Konzept der Zeitersparnis?
Die Produktentwicklung muss laut der Arbeit zukünftig Technologien integrieren (z. B. Mikrochips oder Sensorik), die dem Arbeiter noch mehr Schutz und Zeitvorteile verschaffen, um den Nutzwert des Produkts weiter zu steigern.
- Citation du texte
- Philip Kamm (Auteur), 2008, Zeitallokationstheoretischer Beitrag zur Erklärung des Kaufentscheides bei Berufskleidung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146457