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Einführung in die Soziologie der Gewalt

Gewalt und Kommunikation: Coping

Título: Einführung in die Soziologie der Gewalt

Trabajo Escrito , 2019 , 9 Páginas

Autor:in: Lars Hofer (Autor)

Didáctica - Didáctica general, objetivos de la educación, métodos
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem bestimmten Phänomen der Soziologie der Gewalt, dem Coping. Hier wird insbesondere auf die von Jan Philipp Reemtsma beleuchtete soziologische Perspektive von Gewalt und Kommunikation in der Moderne näher eingegangen.

Im Rahmen des Seminars „Zur Erklärbarkeit von Gewaltereignissen in der soziologischen Reflexion“ haben wir uns mit den verschiedenen Erklärungen von Gewaltereignissen und ihrer Soziologie beschäftigt. Im Laufe des Semesters haben wir uns dem Thema Gewalt aus verschiedenen Fachrichtungen genähert: Wir haben uns die biologisch-reduktive Perspektive von Lorenz, für den Gewalt durch inner- oder zwischenmenschliche Aggression ausgelöst wird, angeschaut. Wir haben Gewalt als Effekt anomischer Nebenfolgen gesellschaftlicher Veränderungen, wie sie Heitmeyer sieht, betrachtet, der Gewalt vor allem in der Gesellschaft und in der Umwälzung im Modernisierungsprozess sieht, wo nach Desintegration Reintegration oder Gewalt folgt. Nach Sutterlüty ist Gewalt Folge individuell-biographischer Ohnmachtserfahrungen, die gewaltsam oder nicht gewaltsam, direkt oder nicht direkt erfahren werden kann.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Coping: Delegitimierung durch Verfahren und die Ausschließung des Dritten

3. Coping: Das Opfer als Autorität und die Ersetzung des Dritten

4. Coping: Instrumentelle Deutung und Verleugnung der Kommunikation

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gewalt in der Moderne, wobei der Fokus insbesondere auf den soziologischen Perspektiven von Jan Philipp Reemtsma liegt. Ziel ist es, Gewalt nicht primär als rationale oder zweckgerichtete Handlung zu begreifen, sondern als Kommunikationsmittel, welches durch gesellschaftliche Copingstrategien verleugnet oder funktional umgedeutet wird.

  • Wissenschaftliche theoretische Einordnung von Gewaltereignissen.
  • Analyse von Copingstrategien im Umgang mit Gewaltphänomenen.
  • Die Rolle von Verfahren und Opfern in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.
  • Die Spannung zwischen autotelischer Gewalt und instrumenteller Deutung.
  • Herausforderungen der Moderne bei der Auseinandersetzung mit Gewalt als Lebensform.

Auszug aus dem Buch

Coping: Das Opfer als Autorität und die Ersetzung des Dritten

Nach dem zweiten Weltkrieg geriet eine weitere Copingstrategie ins Wanken, nämlich im Paradigmenwechsel der Rolle des Opfers. So gibt es transkulturelle und psychologische Neigungen von gegen das Opfer gerichtete Basiseffekte, die dem Opfer Schuld an der erfahrenen Gewalt geben. Nach den Nürnberger Prozessen traten die Opfer als Zeuge der Anklage auf: Mit Interesse wurde ihr Schicksal verfolgt und ihnen durch die Überlebendenmemoiren Deutungsautorität über nicht nur über die erlebte Gewalt sondern über das Leben im Allgemeinen zugesprochen, was sich später auf Entführungs- und Vergewaltigungsopfer ausbreitete. Daraus resultierten die Überlebendenmemoiren als neue Literaturgattung. Als Konflikt bleibt, dass ein derartig kurzer Ausschnitt sich nicht eignet, um über die conditio humana zu sprechen und sogar als Fiktion ausgenutzt werden kann. Für die Nürnberger Prozesse sowie auch für die Strafprozesse hatte dieser Paradigmenwechsel Konsequenzen. Die Aufmerksamkeit für das Opfer führte zu zumeist positiven Resultaten in der Verbesserung der Rechtsstellung des Opfers. Auch konnte das Opfer Nebenkläger werden. Gleichzeitig führt diese veränderte Wahrnehmung der Rolle des Opfers in der Öffentlichkeit zu öffentlichem Interesse und emotionaler Mitnahme. Die Opferrolle dient bisweilen auch als Coping-Strategie zur Verleugnung des autotelischen Charakters der Gewalt in der Moderne. Somit nimmt das Opfer eine Doppelrolle als zum einen unmittelbar Betroffene der Gewalt und zum anderen als Redner, Deuter und Verorter der Gewalt, ein, wodurch sie zugleich den Dritten vertreten. Die kommunikative Funktion der Gewalt ist an- und abwesend zugleich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene soziologische und psychologische Ansätze zur Erklärung von Gewalt und führt in die spezifische Fragestellung der Arbeit ein.

2. Coping: Delegitimierung durch Verfahren und die Ausschließung des Dritten: Hier wird am Beispiel der Nürnberger Prozesse analysiert, wie juristische Verfahren als Copingstrategie dienen, um durch den Ausschluss eines Dritten Gewalt einzuordnen und rechtlich zu delegitimieren.

3. Coping: Das Opfer als Autorität und die Ersetzung des Dritten: Das Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel in der Rolle des Opfers nach 1945 und untersucht, wie die Aufwertung des Opfers als Zeuge und Deuter von Gewalt als Strategie fungiert.

4. Coping: Instrumentelle Deutung und Verleugnung der Kommunikation: Es wird untersucht, wie im Kontext des Kalten Krieges und des Terrorismus die autotelische Dimension von Gewalt verleugnet wird, indem sie rein instrumentell begründet wird.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die moderne Gesellschaft Gewalt als autotelische Lebensform verleugnet und stattdessen durch verschiedene Copingmechanismen in ein für sie verständliches, instrumentelles Raster zu pressen versucht.

Schlüsselwörter

Soziologie, Gewaltforschung, Copingstrategien, Jan Philipp Reemtsma, Moderne, Kommunikationsmittel, Autotelische Gewalt, Opferrolle, Nürnberger Prozesse, Instrumentelle Deutung, Gewalt als Lebensform, Delegitimierung, Gesellschaftsstruktur, Rechtshygiene, Rationalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie moderne Gesellschaften mit Gewalt umgehen, indem sie diese mittels soziologischer Konzepte, insbesondere nach Jan Philipp Reemtsma, als Kommunikationsphänomen untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang von Gewalt und Kommunikation, verschiedene Copingstrategien in der Moderne sowie die gesellschaftliche Delegitimierung oder Umdeutung von Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Moderne Gewalt als „autotelische Lebensform“ tendenziell verleugnet und versucht, diese durch Mechanismen wie juridische Verfahren oder eine instrumentelle Deutung begreifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und der Reflexion diskurstheoretischer Ansätze zur Gewaltforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Copingstrategien: durch juristische Verfahren (Nürnberg), durch die Aufwertung der Opferrolle und durch die rein instrumentelle Deutung von Gewalttaten wie im Fall des Terrorismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Autotelische Gewalt, Copingstrategien, Moderne, Kommunikation und Instrumentelle Deutung charakterisieren.

Welche paradoxe Ausgangslage hatten die Nürnberger Prozesse laut der Arbeit?

Die Nürnberger Prozesse mussten einerseits etabliertes Recht anwenden, um andererseits neues Recht zu schaffen, und standen zudem vor der Herausforderung, gleichzeitig als Legislative und Judikative zu agieren.

Wie verändert sich laut der Arbeit die Rolle des Opfers nach 1945?

Das Opfer wandelt sich vom bloßen Betroffenen zum Zeugen mit Deutungsautorität, was einerseits die Rechtsstellung verbessert, andererseits aber auch als Coping-Mechanismus zur Verleugnung des tieferen Gewaltcharakters dient.

Final del extracto de 9 páginas  - subir

Detalles

Título
Einführung in die Soziologie der Gewalt
Subtítulo
Gewalt und Kommunikation: Coping
Universidad
University of Münster  (Bildungswissenschaften)
Curso
Zur Erklärbarkeit von Gewaltereignissen in der soziologischen Reflexion
Autor
Lars Hofer (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
9
No. de catálogo
V1464643
ISBN (PDF)
9783389011546
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungswisenschaften, Gewalt, Coping, Soziologie, Kommunikation,
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lars Hofer (Autor), 2019, Einführung in die Soziologie der Gewalt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1464643
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