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Der deutsche Bundeskanzler im Wandel der Zeit

Ist der Begriff Kanzlerdemokratie noch zeitgemäß?

Title: Der deutsche Bundeskanzler im Wandel der Zeit

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Daniel Hamann (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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"Für die Bundesrepublik dürfte die Entstehung einer patriarchischen Demokratie nach der Hitlerschen Diktatur und dem Chaos der unmittelbaren Nachkriegszeit die glücklichste Lösung gewesen sein." Alfred Grosser Franzosischer Publizist und Politologe (Knopp 1999: 31)
Alfred Grosser beschreibt mit seinem Zitat die Politik der ersten Zehn Jahre der Bundesrepublik Deutschland, die Ära Konrad Adenauers, der von 1949 bis 1963 Bundeskanzler war. Konrad Adenauer trug wesentlich zum Wiederaufbau Deutschlands bei. Aber nicht nur in seiner Funktion als Bundeskanzler sondern schon vorher, als Vorsitzender des Parlamentarischen Rates. Denn in dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der deutschen Verfassung. Der Parlamentarische Rat beschloss als Lehre aus der instabilen und schließlich folgenreich gescheiterten Weimarer Republik im Grundgesetz dem Bundeskanzler eine tragende und bedeutsame Rolle im politischen System der Bundesrepublik zuzuweisen.
Durch diese Entscheidung und Adenauers patriarchischem Regierungsstil entstand zunächst im Mundgebrauch, später bei Journalisten, letztendlich auch in der Wissenschaft der Begriff der "Kanzlerdemokratie".

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Reichskanzler zum Bundeskanzler

3. Der Begriff der Kanzlerdemokratie

4. Der persönliche Faktor

5. Institutionelle Vorraussetzungen

6. Moderne Entwicklungen in der Politik

7. Der moderne Kanzler

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des Begriffs der "Kanzlerdemokratie" im Kontext des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, institutioneller Rahmenbedingungen sowie des Einflusses der Personalisierung und moderner Medien.

  • Historische Herleitung des Kanzleramtes vom Reichskanzler zum Bundeskanzler
  • Analyse und Definition des Begriffs "Kanzlerdemokratie"
  • Die Rolle des persönlichen Faktors und der Kanzlerpersönlichkeit
  • Institutionelle Einschränkungen und Koalitionszwänge
  • Auswirkungen moderner Medialisierung auf das Regierungsmodell

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

,,Für die Bundesrepublik dürfte die Entstehung einer patriarchischen Demokratie nach der Hitlerschen Diktatur und dem Chaos der unmittelbaren Nachkriegszeit die glücklichste Lösung gewesen sein." Alfred Grosser Franzosischer Publizist und Politologe (Knopp 1999: 31)

Alfred Grosser beschreibt mit seinem Zitat die Politik der ersten Zehn Jahre der Bundesrepublik Deutschland, die Ära Konrad Adenauers, der von 1949 bis 1963 Bundeskanzler war. Konrad Adenauer trug wesentlich zum Wiederaufbau Deutschlands bei. Aber nicht nur in seiner Funktion als Bundeskanzler sondern schon vorher, als Vorsitzender des Parlamentarischen Rates. Denn in dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil an der Gestaltung der deutschen Verfassung. Der Parlamentarische Rat beschloss als Lehre aus der instabilen und schließlich folgenreich gescheiterten Weimarer Republik im Grundgesetz dem Bundeskanzler eine tragende und bedeutsame Rolle im politischen System der Bundesrepublik zuzuweisen.

Durch diese Entscheidung und Adenauers patriarchischem Regierungsstil entstand zunächst im Mundgebrauch, später bei Journalisten, letztendlich auch in der Wissenschaft der Begriff der ,,Kanzlerdemokratie".

Heut zu Tage ist dieser Begriff in der Politikwissenschaft umstritten. Es ist unklar inwiefern diese Bezeichnung „Kanzlerdemokratie“ in Bezug auf die heutigen Rahmenbedingungen politischer Führung noch relevant ist. Denn auch wenn die Bestimmungen des Grundgesetzes die Grundlage für eine dominante Stellung des Kanzlers im deutschen Regierungssystem bilden, scheint die Bezeichnung „Kanzlerdemokratie“ nur bedingt auf das gegenwärtige deutsche Regierungssystem anwendbar zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehung des Begriffs der Kanzlerdemokratie ein und stellt die Relevanzfrage für das moderne Regierungssystem.

2. Vom Reichskanzler zum Bundeskanzler: Das Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stärkung des Bundeskanzlers als bewusste Abkehr von den Mängeln der Weimarer Reichsverfassung.

3. Der Begriff der Kanzlerdemokratie: Hier wird die historische Bedingtheit des Begriffs durch die Ära Adenauer und die damalige politische Kultur untersucht.

4. Der persönliche Faktor: Dieses Kapitel hinterfragt, ob die Kanzlerpersönlichkeit oder eher strukturelle Faktoren maßgeblich für das Regierungshandeln sind.

5. Institutionelle Vorraussetzungen: Es wird analysiert, inwieweit informelle Koalitionszwänge und institutionelle Strukturen die formelle Macht des Kanzlers begrenzen.

6. Moderne Entwicklungen in der Politik: Das Kapitel thematisiert, wie gesellschaftliche Komplexität und Medien die Machtverhältnisse und das Rollenverständnis des Kanzlers verändern.

7. Der moderne Kanzler: Hier wird die Rolle des Kanzlers im Zeitalter der Medialisierung und der Personalisierung durch Wahlkämpfe beleuchtet.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kanzlerdemokratie weiterhin ein essentielles Strukturmerkmal des deutschen Regierungssystems beschreibt, auch wenn der Begriff ständiger Neudefinition bedarf.

Schlüsselwörter

Bundeskanzler, Kanzlerdemokratie, Grundgesetz, Adenauer, Regierungssystem, Parlamentarismus, Richtlinienkompetenz, Personalisierung, Parteiendemokratie, Medienkanzler, Koalition, politische Führung, Machtstruktur, Regierungsstil, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des deutschen Bundeskanzlers und untersucht, ob der Begriff "Kanzlerdemokratie" für das heutige Regierungssystem noch als angemessene Bezeichnung dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Wurzeln des Kanzleramtes, die verfassungsrechtlichen Grundlagen, der Einfluss der Persönlichkeit des Kanzlers sowie der Strukturwandel durch Koalitionen und moderne Medien.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Aussagekraft und Anwendungsgrenzen des Begriffs "Kanzlerdemokratie" im Wandel der Zeit wissenschaftlich zu prüfen und einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse, um verschiedene politikwissenschaftliche Definitionen und Regierungsmodelle zur Kanzlerdemokratie gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erörterung des Kanzlerprinzips im Vergleich zum Ressort- und Kabinettsprinzip sowie die Diskussion von Machtfaktoren wie Medialisierung und Parteienabhängigkeit.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wesentliche Begriffe sind Bundeskanzler, Kanzlerdemokratie, Grundgesetz, Regierungsstil, Richtlinienkompetenz und Personalisierung der Politik.

Inwiefern beeinflussten die Erfahrungen aus der Weimarer Republik die heutige Kanzlerposition?

Die Verfasser des Grundgesetzes wollten die Schwäche des damaligen Reichskanzlers verhindern und schufen daher mit Instrumenten wie dem konstruktiven Misstrauensvotum ein stabileres, auf Führung ausgerichtetes Amt.

Wie verändert der Einfluss der Medien das Bild des "modernen Kanzlers"?

Moderne Medien verstärken die Personalisierung der Politik, was zu einem sogenannten "Kanzlerbonus" führt, der den Kanzler stärker in den Fokus rückt, gleichzeitig aber den Druck zur Selbstdarstellung erhöht.

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Details

Title
Der deutsche Bundeskanzler im Wandel der Zeit
Subtitle
Ist der Begriff Kanzlerdemokratie noch zeitgemäß?
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,3
Author
Daniel Hamann (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V146476
ISBN (eBook)
9783640576777
ISBN (Book)
9783640577149
Language
German
Tags
Bundeskanzler Wandel Zeit Begriff Kanzlerdemokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Hamann (Author), 2008, Der deutsche Bundeskanzler im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146476
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