Virtuellen Maschinen, die von sogenannter Virtualisierungssoftware bereitgestellt werden, werden in der IT-Welt ein immer höherer Stellenwert zugesprochen. Die Software VirtualBox des Softwarekonzerns Sun Microsystem ist solch eine Virtualisierungssoftware.
Das Erreichen beruflicher Handlungskompetenz bestimmt den Bildungsauftrag der Berufsschule. Doch was bedeutet „berufliche Handlungskompetenz“ überhaupt?
Im Vorwort des Rahmenlehrplans für den gewählten Ausbildungsberuf wird beruf-liche Handlungskompetenz „verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, sich in gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen sach-gerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten“. Sie umfasst dabei die Zieldimensionen:
• Fachkompetenz
• Sozialkompetenz
• Personalkompetenz
• Lern- und Methodenkompetenz
Ein Unterricht, der zum Ziel hat, eben diese berufliche Handlungskompetenz zu stärken muss auch die Aspekte behandeln, die über das reine Erreichen von Fachkompetenz hinausgeht.
Auch wenn die Ausführungen im Rahmenlehrplan sowie in den Standards keine Vorgabe machen, welches Betriebssystem, aus der Vielzahl der auf dem Markt erhältlichen Betriebssysteme, zu verwenden ist, ergibt sich jedoch anhand der beruflichen Aufgaben des Elektronikers für Automatisierungstechnik die Tendenz hin zu Windows XP. Wie bereits in den anthropogenen Voraussetzungen der Schüler beschrieben, sind so gut wie alle Auszubildenden beim gleichen Ausbildungsbetrieb unter Vertrag.
Dieser Betrieb setzt zur Prozessautomatisierung Geräte der Siemens S7-Reihe ein. Zur Programmierung dieser Geräte wird die Entwicklungsumgebung Simatic Manager verwendet. Diese Entwicklungsumgebung ist derzeit lediglich unter Windows XP lauffähig.
Mit der Zielsetzung, den Unterricht handlungsorientiert zu gestalten, wird dieser Unterricht in erster Linie schüleraktiv gestaltet. Quasi von Beginn an arbeiten die Schüler in Partner- bzw. Gruppenarbeit. Da die meisten Schüler bisher keinen Kontakt mit dem beruflichen Bildungswesen hatten, ist es besonders wichtig die Schüler langsam an die handlungsorientierte Arbeitsweise in der Berufsschule hinzuführen. Es wird daher nicht von den Schülern verlangt, dass sie bereits selbstständig nach dem Schema der vollständigen Handlung das Handlungsziel erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Fachtheoretische Auseinandersetzung mit dem Thema
1.2 Pädagogische Anforderungen an den Unterricht zur Stärkung der beruflichen Handlungskompetenz der Schüler
2 Didaktische Analyse
2.1 Anthropogene Voraussetzungen der Auszubildenden
2.2 Lehrplanbezug der Unterrichtseinheit
2.3 Einbindung der Unterrichtseinheit in die Grobplanung
2.4 Bedeutung der Inhalte für die Auszubildenden
2.5 Lernziele
3 Planung der Unterrichtseinheit
3.1 Räumliche und technische Voraussetzungen der Schule
3.2 Methoden und Auswahl der Medien
3.3 Lernzielkontrolle
4 Durchführung der Unterrichtseinheit
4.1 Klärung des Handlungszieles
4.2 Erarbeitung der vorbereitenden Maßnahmen zur Installation eines Betriebssystems
4.3 Information, Installation und Konfiguration von Virtuellen Maschinen
4.4 Installation des Betriebssystems Windows XP
4.5 Erstellen der Dokumentation
5 Leistungskontrolle
5.1 Bewertung der Dokumentation
5.2 Klassenarbeit
6 Abschließende Bewertung und Reflexion der Unterrichtseinheit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit zur Installation eines Betriebssystems mittels Virtualisierungssoftware. Ziel ist es, die berufliche Handlungskompetenz der Auszubildenden zu fördern und ihnen praxisnahe Fähigkeiten im Umgang mit virtuellen Umgebungen zu vermitteln.
- Methodik der handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung
- Einsatz von VirtualBox zur Simulation virtueller Rechner
- Durchführung und Konfiguration einer Windows XP-Installation
- Erstellung einer fachgerechten technischen Dokumentation
- Förderung der Problemlösekompetenz im IT-Umfeld
Auszug aus dem Buch
1.1 Fachtheoretische Auseinandersetzung mit dem Thema
Virtuellen Maschinen, die von sogenannter Virtualisierungssoftware bereitgestellt werden, werden in der IT-Welt ein immer höherer Stellenwert zugesprochen. Die Software VirtualBox des Softwarekonzerns Sun Microsystem ist solch eine Virtualisierungssoftware.
Eine Virtuelle Maschine bezeichnet einen rein aus Software bestehenden Rechner, der als Prozess auf einem sogenannten Host-Betriebssystem ausgeführt wird. Auf diesem virtuellen Rechner lassen sich wiederum andere Betriebssysteme installieren. Die Virtuelle Maschine, die auf einem physikalisch vorhandenen Rechner installiert ist, wird als Gast bezeichnet. Dabei weiß das Gast-Betriebssystem jedoch nicht, dass es nicht auf einem tatsächlich vorhandenen PC ausgeführt wird und sämtliche Hardware, die es erkennt und steuert, nur von der Virtualisierungssoftware softwarebasiert simuliert wird. Den einzelnen Gast-Systemen wird dabei jeweils ein eigener kompletter Rechner mit allen Hardware-Elementen (Prozessor, Laufwerke, Arbeitsspeicher, usw.) vorgegaukelt.(Wikipedia)
Diese Hardwareeigenschaften, wie beispielsweise die Größen von Festplatte oder Arbeitsspeicher, können bei VirtualBox benutzerfreundlich über eine grafische Benutzeroberfläche eingestellt werden. Grenzen dieser Einstellung sind nur durch die Grenzen des Host-Rechners gegeben. Es kann demnach nicht mehr Arbeitsspeicher dem Gast zu Verfügung gestellt werden, als der Host auch tatsächlich eingebaut hat. Abzüglich selbstverständlich der Größe, die das Hostbetriebssystem selbst benötigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Virtualisierung und theoretische Fundierung der pädagogischen Ziele wie der Förderung der beruflichen Handlungskompetenz.
2 Didaktische Analyse: Beschreibung der Zielgruppe, Einordnung in den Lehrplan sowie Definition der Lernziele (kognitiv, affektiv, psychomotorisch).
3 Planung der Unterrichtseinheit: Darstellung der technischen Gegebenheiten im Schullabor, Auswahl der Lehrmethoden und Planung der Lernzielkontrollen.
4 Durchführung der Unterrichtseinheit: Dokumentation des konkreten Unterrichtsablaufs vom ersten Handlungsziel über die Recherche bis zur finalen Installation und Dokumentationserstellung.
5 Leistungskontrolle: Erläuterung der Bewertungskriterien für die Schülerarbeiten sowie Analyse der Ergebnisse aus der Dokumentationsbewertung und der Klassenarbeit.
6 Abschließende Bewertung und Reflexion der Unterrichtseinheit: Kritische Nachbetrachtung der Unterrichtsgestaltung, Analyse der Erfolge und Verbesserungspotenziale für künftige Einheiten.
Schlüsselwörter
Berufliche Handlungskompetenz, Virtualisierungssoftware, VirtualBox, Windows XP, Handlungsortientierung, IT-Unterricht, Betriebssystem, Virtuelle Maschine, Didaktische Analyse, Projektkompetenz, Lernfeld 4, Systemtechnik, Dokumentation, Fehlerlösungskompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine praxisorientierte Unterrichtseinheit, in der Auszubildende lernen, wie ein Betriebssystem innerhalb einer virtuellen Umgebung installiert und konfiguriert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die fachlichen Aspekte der Virtualisierung, die handlungsorientierte Unterrichtsplanung in der Berufsschule sowie die Vermittlung technischer Problemlösekompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist die Förderung der beruflichen Handlungskompetenz der Schüler durch ein praxisnahes Szenario, das die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation einer Softwareinstallation umfasst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Konzept der handlungsorientierten Unterrichtsgestaltung nach dem Modell der vollständigen Handlung angewandt, um die Selbstständigkeit der Lernenden zu erhöhen.
Was sind die wichtigsten Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der didaktischen Analyse der Lerngruppe, der technischen Infrastruktur der Schule, dem Ablauf der Unterrichtsphasen und der abschließenden Leistungsbewertung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Handlungskompetenz, Virtualisierung, VirtualBox, Windows XP und berufliche Bildung definieren.
Warum wurde ausgerechnet Windows XP als Beispiel gewählt?
Aufgrund der spezifischen Anforderungen in den Ausbildungsbetrieben der Schüler, die oft ältere Softwareumgebungen wie den Siemens Simatic Manager nutzen, ist Windows XP für diese Anwender weiterhin von hoher Relevanz.
Welche Rolle spielt die Dokumentation in der Unterrichtseinheit?
Die Dokumentation dient nicht nur der Leistungskontrolle, sondern ist ein zentrales Produkt, an dem die Schüler den Prozess der Systeminstallation nachvollziehbar reflektieren und zugleich ihre Anwenderkenntnisse in Standardsoftware festigen.
Wie wurde mit technischen Ausfällen während des Unterrichts umgegangen?
Der Ausfall des Schulnetzwerkes zwang die Schüler dazu, Teile der Arbeit zu Hause fertigzustellen, was eine zusätzliche, wenn auch ungeplante Anforderung an deren Selbstorganisation stellte.
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- M.Sc. Thomas Frietsch (Author), 2009, Handlungsorientierte Erarbeitung der Installation eines Betriebssystems, exemplarisch dargestellt am Beispiel von Windows XP, im Lernfeld 4 der Klasse E1EA mit Hilfe von VirtualBox, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146509