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Entlang des "Highway of Tears". Eine Analyse struktureller und kultureller Gewalt gegen indigene Frauen in Kanada

Title: Entlang des "Highway of Tears". Eine Analyse struktureller und kultureller Gewalt gegen indigene Frauen in Kanada

Seminar Paper , 2024 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maria Rasp (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Summary Excerpt Details

Der "Highway of Tears" in Kanada ist mehr als nur eine Straße - er symbolisiert ein tief verwurzeltes strukturelles Problem, das das Leben indigener Frauen bedroht. Seit 1969 sind zahlreiche Frauen und Mädchen entlang dieser Route verschwunden oder ermordet aufgefunden worden, doch die genaue Zahl der Opfer bleibt unklar. Diese Arbeit untersucht die tieferen Ursachen und Konsequenzen dieses Phänomens, indem er einen theoretischen Rahmen für die Analyse struktureller und kultureller Gewalt bietet und den historischen Kontext der indigenen Bevölkerung Kanadas betrachtet. Zudem wird die Diskrepanz in der medialen Berichterstattung zwischen indigenen und weißen Frauen im Zusammenhang mit Vermissten- und Mordfällen aufgezeigt. Durch die Untersuchung des geografischen Kontextes entlang des Highway of Tears und die Analyse eines exemplarischen Vermisstenfalls aus den 1990er Jahren werden die Gründe für die Häufung von Gewaltverbrechen entlang dieser Route beleuchtet. Diese Arbeit trägt dazu bei, das Bewusstsein für die anhaltende Ungerechtigkeit und die dringende Notwendigkeit struktureller Veränderungen zu schärfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

THEORETISCHER UMRISS

HISTORISCHER KONTEXT

INDIGENE FRAUEN IN KANADA

EXKURS: DAS „MISSING WHITE WOMEN SYNDROME“

DIE GEOGRAPHISCHE VERORTUNG VON MORDFÄLLEN ENTLANG DES HIGHWAY 16: EINE BEWERTUNG MÖGLICHER URSACHEN

SCHICKSALE ENTLANG DES „HIGHWAY OF TEARS”

FALL 1

FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit dem soziologischen Phänomen der Femizide an indigenen Frauen in Kanada, insbesondere entlang der als „Highway of Tears“ bekannten Route. Das Ziel ist es, die strukturellen Gewaltverhältnisse, die koloniale Geschichte sowie die mediale Vernachlässigung dieser Verbrechen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinschaften zu verdeutlichen.

  • Strukturelle Gewalt und soziologische Gewaltbegriffe
  • Historische Auswirkungen der Kolonialisierung und „Residential Schools“
  • Mediale Diskrepanz durch das „Missing White Women Syndrome“
  • Geographische und infrastrukturelle Faktoren des Highway 16
  • Intergenerationale Traumata und prekäre sozioökonomische Lebenslagen

Auszug aus dem Buch

Exkurs: Das „Missing White Women Syndrome“

Das „Missing White Women Syndrome“ beschreibt, dass das Verschwinden von weißen Frauen mehr Medienaufmerksamkeit erregt als das von Frauen anderer ethischer Zugehörigkeit (vgl. Colin et al. 2015, 36). Doch nicht nur die ethische Zugehörigkeit einer Person kann als Faktor für den Fokus der Medien gesehen werden, sondern auch die konventionelle Attraktivität, das Alter, sowie die Klassenzugehörigkeit. Somit zeigt sich oftmals ein Desinteresse an den Fällen, bei denen diese Beschreibung des „ideal victim“ nicht passt. In einer Analyse von Glichrist (2010) wurden sechs Medienberichtserstattungen untersucht. Dabei wurden drei Fälle dokumentiert, in denen weiße Frauen verschwanden oder ermordet wurden, während in den übrigen drei Fällen indigene Frauen betroffen waren. Die Untersuchung zeigte, dass die Medien über das Verschwinden der weißen Frauen sechsmal mehr berichteten als über das der indigenen Frauen (vgl. Brandon et al. 2024, 3). Slakoff und Fradella von der Loyola State University New Orleans und der University of Arizona (2019) stellten fest, dass Nachrichtensender von Einschaltquoten abhängig sind und damit die Gewinne maximieren müssen. Somit sind sie auf Fälle fokussiert, die gesellschaftlich mehr Interesse erregen, weshalb die Objektivität des Journalismus verloren gehen kann. Weiße, attraktive Frauen stellen noch immer das „ideal victim“, dar und gelten für Zuschauer*Innen als „faszinierender“. Auf Grund dessen erleben Angehörige von indigenen Opfern immer wieder eine deutlich geringere Aufmerksamkeit in den Medien.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Morde am Highway 16 und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der Zielsetzung der Arbeit.

THEORETISCHER UMRISS: Soziologische Definition von Gewalt, insbesondere die Konzepte der strukturellen und kulturellen Gewalt nach Galtung.

HISTORISCHER KONTEXT: Betrachtung der Geschichte der Kolonisierung Kanadas und deren tiefgreifende Auswirkungen durch die "Residential Schools".

INDIGENE FRAUEN IN KANADA: Analyse der sozioökonomischen Lebensbedingungen und der Überrepräsentanz indigener Frauen in Vermisstenstatistiken.

EXKURS: DAS „MISSING WHITE WOMEN SYNDROME“: Untersuchung der medialen Verzerrung bei der Berichterstattung über vermisste Frauen basierend auf ethnischer Herkunft.

DIE GEOGRAPHISCHE VERORTUNG VON MORDFÄLLEN ENTLANG DES HIGHWAY 16: EINE BEWERTUNG MÖGLICHER URSACHEN: Beleuchtung der infrastrukturellen und geographischen Probleme, die den Highway 16 zu einer Gefahrenzone machen.

SCHICKSALE ENTLANG DES „HIGHWAY OF TEARS”: Darstellung des Fallbeispiels „Fall 1“ zur Verdeutlichung der realen Auswirkungen der Problematik.

FALL 1: Detaillierte Betrachtung eines anonymisierten Einzelfalls eines verschwundenen Mädchens im Jahr 1990.

FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenführung der Erkenntnisse und Aufruf zu koordinierten Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Personen.

Schlüsselwörter

Highway of Tears, Femizide, indigene Frauen, Kanada, strukturelle Gewalt, Residential Schools, Missing White Women Syndrome, soziale Ungleichheit, Kolonialisierung, intergenerationales Trauma, Highway 16, Medienkritik, Menschenrechte, Sicherheit, Vermisstenfälle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Femizide und Vermisstenfälle an indigenen Frauen in Kanada, fokussiert auf den sogenannten „Highway of Tears“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind koloniale Geschichte, strukturelle Gewalt, mediale Diskriminierung sowie prekäre sozioökonomische Lebensumstände indigener Bevölkerungsgruppen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die soziologischen Hintergründe der Gewalt gegen indigene Frauen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass es sich um ein tief verwurzeltes, strukturelles Problem handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine soziologische Perspektive zur Analyse struktureller und kultureller Gewalt nach Johan Galtung sowie eine kritische Diskursanalyse medialer Darstellungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben theoretischen Grundlagen beleuchtet der Hauptteil den historischen Kontext der Residential Schools, die Auswirkungen der Armut auf die Mobilität und die Problematik der medialen Aufmerksamkeitsselektion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Schlüsselwörter sind Highway of Tears, strukturelle Gewalt, Femizide, indigene Frauen und intergenerationales Trauma.

Warum spielt das „Missing White Women Syndrome“ in dieser Arbeit eine wichtige Rolle?

Es dient dazu zu erklären, warum Verbrechen an indigenen Frauen systemisch weniger Beachtung in der Medienöffentlichkeit finden als Verbrechen an weißen Frauen.

Welche Bedeutung hat das Fallbeispiel [Person 1]?

Das Fallbeispiel dient als Illustration der tragischen Realität und zeigt exemplarisch auf, wie Behörden und Medien in den 1990er Jahren mit diesen Fällen umgingen.

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Details

Title
Entlang des "Highway of Tears". Eine Analyse struktureller und kultureller Gewalt gegen indigene Frauen in Kanada
College
University of Vienna  (Institut für Soziologie)
Course
Gewalt und Geschlecht - Soziologische Perspektivenbildung zu Femiziden als Gipfelpunkten von Gewalt
Grade
1,0
Author
Maria Rasp (Author)
Publication Year
2024
Pages
16
Catalog Number
V1465235
ISBN (PDF)
9783389013311
ISBN (Book)
9783389013328
Language
German
Tags
entlang highway tears eine analyse gewalt frauen kanada
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Rasp (Author), 2024, Entlang des "Highway of Tears". Eine Analyse struktureller und kultureller Gewalt gegen indigene Frauen in Kanada, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1465235
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