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Kriegsberichterstattung in Bosnien 1992-1995

Das Beispiel Bugojno

Title: Kriegsberichterstattung in Bosnien 1992-1995

Thesis (M.A.) , 2007 , 111 Pages , Grade: 2

Autor:in: Pavo Prskalo (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Als ich begonnen hatte, mich
mit diesem Thema zu beschäftigen, stellte ich mir jedoch bald die Frage, wie
wohl die Menschen in Bosnien-Herzegowina zur Zeit des Krieges über die
Situation in ihrem Land informiert waren. Wussten sie über die genaue Lage
Bescheid? Ging es ihnen so wie mir oder waren sie womöglich noch viel
weniger informiert? Fragen, die so in der Literatur noch nicht beantwortet
wurden.
Nun ist es sicherlich schwierig, diese Antworten für ganz Bosnien-
Herzegowina zu finden und zu verallgemeinern. Folglich wählte ich mit der
Gemeinde Bugojno einen Schwerpunkt, der mich persönlich betraf und auch
am meisten interessierte. In dieser, zum größten Teil von Muslimen und
Kroaten bewohnten Gemeinde, hatte ich als Kind von bosnisch-kroatischen
Eltern die Sommerferien verbracht und dabei viele Freunde, sowohl Muslime
als auch Kroaten, kennengelernt. Daher will ich zu Beginn betonen, dass diese
Arbeit keine der beiden Seiten gleich welcher Hinsicht bevorzugen soll.
Bei näherer Betrachtung der Aufgabe wurde schnell klar, dass der Großteil
der Informationen, die die Menschen hatten, über die Medien verbreitet wurde.
Um die Situation in Bugojno näher zu beleuchten, wählte ich mit den
Tageszeitungen Osloboenje aus Sarajevo und Slobodna Dalmacija aus Split
zwei Medien als Schwerpunkte der Betrachtung aus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Quellenlage und Probleme

1.2 Vorgehensweise

2 Bosnien-Herzegowina - Von den Anfängen bis zum Abkommen von Dayton

2.1 Titos Puffer-Republik

2.2 Probleme und Konfliktvoraussetzungen

2.2.1 Wirtschaft

2.2.2 Ethnische Verhältnisse

2.2.3 Zerfall der Einheitspartei

2.3 Kriegsverlauf

2.3.1 Serbische Übermacht

2.3.2 Krieg der Verbündeten

2.3.3 Die Folgen und das Abkommen von Dayton

3 Bugojno - Ein Überblick

3.1 Bevölkerung

3.2 Wirtschaft und Wohnen

3.3 Der Konflikt

3.3.1 Erste Phase

3.3.2 Zweite Phase

3.3.3 Dritte Phase

4 Kriegsberichterstattung

4.1 Kriegsberichterstattung allgemein

4.1.1 Die Tageszeitung Oslobođenje

4.1.2 Die Tageszeitung Slobodna Dalmacija

4.1.3 Weitere Medien in BiH

5. Die Berichterstattung aus Bugojno

5.1 Gemeinsame Sache

5.2 Kroatisch-muslimischer Krieg

5.2.1 Beruhigung

5.2.2 Der Jahreswechsel 1992/93

5.2.3 Über Gornji Vakuf nach Bugojno

5.2.4 Erneute Beruhigung

5.2.5 Erneute Vorwürfe

5.2.6 Anheizen

5.3 Offener Ausbruch

5.4 Die Eroberung oder der Fall Bugojnos

5.5 Abnahme der Intensität

5.6 Reduzierung der Berichterstattung

5.7 Kroatisch-muslimischer Frieden

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriegsberichterstattung im Bosnienkrieg (1992–1995) am konkreten Beispiel der Gemeinde Bugojno. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Leitmedien über den Konflikt berichteten und welche Rolle sie bei der Konstruktion von Feindbildern und der Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung spielten.

  • Kriegsberichterstattung als Mittel der psychologischen Kriegsführung.
  • Die Rolle der Tageszeitungen Oslobođenje (Sarajevo) und Slobodna Dalmacija (Split).
  • Verlauf und mediale Darstellung des Konflikts in der Gemeinde Bugojno.
  • Transformation des Bündnisses zwischen Muslimen und Kroaten zum Feindbild.
  • Auswirkung von politischer und militärischer Einflussnahme auf die Medien.

Auszug aus dem Buch

4.1 Kriegsberichterstattung allgemein

Eine Prämisse journalistischer Arbeit ist die Objektivität. Journalistische Berichte werden allerdings von Menschen verfasst – ein gewisses Maß an subjektiver Betrachtung ist deshalb wohl nie zu vermeiden. Das Ziel sollte aber zumindest eine „innere Objektivität“ sein. Formale Verhaltenskriterien müssen dabei eingehalten werden. Die gemeldeten Fakten müssen stimmen. Die geschilderte Darstellung muss vollständig und ausgewogen sein und darf keine Erkenntnisse weglassen.97

Die Praxis zeigt oft ein anderes Bild. Objektivität zu bewahren ist in stark emotional geprägten Situationen wie etwa einem Krieg schwierig. Der Berichterstatter unterliegt hier der Gefahr oder vielleicht auf der Versuchung der Selektion. Auf der einen Seite fordert die Öffentlichkeit ein genaues Bild über die Lage, den Frontverlauf, die Erfolge und Verluste. Der Journalist will dieBevölkerung nicht enttäuschen, schließlich ist sie Abnehmer und auch Geldgeber. Andererseits haben die jeweilige Kriegspartei und die Regierung im „eigenen Medium“ ein Interesse daran, die Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit mit zensierten Informationen gezielt zu beeinflussen, und ein Feindbild gegenüber der anderen Seite aufzubauen.

Die Kriegsberichterstattung bewegt sich zwischen Regierung, Kapital und Gesellschaft - und jeder stellt seine eigenen Forderungen. Der Berichterstatter hat die Möglichkeit, ein Ereignis medial nicht zu verkünden, sollte es ihm oder seiner Interessengruppe nicht entsprechen. Genauso besteht die Möglichkeit etwas Positives in übermäßiger Weise darzustellen und auszuschmücken.98 Besonders in Krisenzeiten wächst der Einfluss der Medien.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors, den Forschungsgegenstand und die methodische Herangehensweise bei der Untersuchung der Berichterstattung.

2 Bosnien-Herzegowina - Von den Anfängen bis zum Abkommen von Dayton: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung Jugoslawiens, die Ursachen des Nationalitätenproblems und den allgemeinen Kriegsverlauf in Bosnien-Herzegowina.

3 Bugojno - Ein Überblick: Es werden demografische, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Gemeinde Bugojno sowie die drei Phasen des dortigen Konflikts skizziert.

4 Kriegsberichterstattung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftlichen Grundlagen der Kriegsberichterstattung ein und stellt die beiden untersuchten Tageszeitungen sowie weitere Medien vor.

5. Die Berichterstattung aus Bugojno: Der Hauptteil analysiert detailliert die mediale Darstellung des Konflikts in Bugojno, angefangen von der gemeinsamen Verteidigung bis hin zur Eskalation zwischen Kroaten und Muslimen.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert über die Subjektivität und Manipulierbarkeit der Medien im Kriegskontext.

Schlüsselwörter

Bosnienkrieg, Bugojno, Kriegsberichterstattung, Medienanalyse, Slobodna Dalmacija, Oslobođenje, Ethnische Säuberung, Kroatisch-muslimischer Konflikt, Propaganda, Journalistische Objektivität, Jugoslawien, Bürgerkrieg, Medienmanipulation, Feindbilder, Kriegsfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie die Medien über die kriegerischen Ereignisse in der bosnischen Gemeinde Bugojno berichtet haben und inwieweit diese Berichte die Wahrnehmung der Konfliktparteien prägten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Rolle der Medien als "Vierte Gewalt", der Einfluss von Politik und Militär auf die Berichterstattung sowie die Transformation von Verbündeten zu Gegnern im Kontext des Bosnienkrieges.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie zwei gegensätzliche Leitmedien (Oslobođenje und Slobodna Dalmacija) ein und denselben Konflikt unterschiedlich darstellten, um die eigene Bevölkerung zu mobilisieren und den Gegner zu diskreditieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Der Autor führt eine inhaltsanalytische Betrachtung der journalistischen Texte durch, wobei er die Berichterstattung über den Zeitraum von 1992 bis 1995 vergleicht und in den historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich chronologisch der Darstellung des Krieges in Bugojno, von der anfänglichen Kooperation gegen serbische Truppen bis hin zum erbitterten Kampf zwischen kroatischen und muslimischen Einheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bosnienkrieg, Bugojno, Kriegsberichterstattung, Propaganda, ethnische Säuberung sowie die beiden Zeitungen Oslobođenje und Slobodna Dalmacija.

Welche spezifischen Herausforderungen gab es bei der Quellenbeschaffung in Bugojno?

Der Autor berichtet von einem tiefgreifenden Verdrängungsprozess vor Ort und einem katastrophalen Zustand der Gemeindearchive, was die Beschaffung schriftlicher Quellen vor Ort erheblich erschwerte.

Wie unterschied sich die Berichterstattung von Oslobođenje und Slobodna Dalmacija?

Während Oslobođenje stärker die Perspektive der muslimischen Regierungsseite wiedergab, stand Slobodna Dalmacija hinter den Interessen der kroatischen Seite und nutzte die Berichterstattung gezielt für das Image der eigenen Truppen.

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Details

Title
Kriegsberichterstattung in Bosnien 1992-1995
Subtitle
Das Beispiel Bugojno
College
University of Hamburg  (Departement Geschichtswissenschaft)
Grade
2
Author
Pavo Prskalo (Author)
Publication Year
2007
Pages
111
Catalog Number
V146550
ISBN (eBook)
9783640584543
ISBN (Book)
9783640584550
Language
German
Tags
Bosnienkrieg Bosnien Bugojno Kriegsberichterstattung Bosnien-Herzegowina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pavo Prskalo (Author), 2007, Kriegsberichterstattung in Bosnien 1992-1995, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146550
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