Die Hausarbeit analysiert die 2024 erfolgte Erweiterung der BRICS-Staaten aus neorealistischer theoretischen Perspektive. Hierbei wird die Power Transition Theorie (PTT) angewendet, laut der sich im internationalen System zyklisch Koalitionen aufstrebender Staaten bilden werden, welche die alten Mächte herausfordern. Als eine solche wird die alte und neue BRICS-Koalition näher untersucht. Dabei wird das Potenzial der Staatengruppe, eine Gegenhegemonie im internationalen System zu errichten, analysiert. Hierfür werden die Gründungsmitglieder sowie die neu hinzugekommenen Staaten anhand ihrer außenpolitischen Orientierung und Zielsetzung klassifiziert, um das Potenzial einer künftigen antihegemonialen Koalition durch die BRICS festzustellen. Dabei soll geprüft werden, ob die Erweiterung der BRICS für bestimmte als revisionistisch eingestufte Staaten (VR China, Russland) als Instrument verwendet werden könnte, eine anti- bzw. gegenhegemoniale Koalition zu etablieren. Von Interesse ist auch, ob die außenpolitische Orientierung eines Staates der BRICS die Position zur Erweiterung der Staatengruppe beeinflusst. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf die möglichen geopolitischen Auswirkungen der BRICS-Erweiterung und dem Erfolgspotenzial der BRICS als gegenhegemonialem Block.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Forschungsstand zu den BRICS
2.2 Realismus und Neorealismus
2.3 Power Transition Theory (PTT).
2.4 Forschungshypothesen und Operationalisierung
2.5. Untersuchung und Methodik
3. Empirische Analyse
3.1 Entstehung und Entwicklung der BRICS
3.2 Die Erweiterung der BRICS
3.3 Position der BRICS-Mitglieder zur Erweiterung der Gruppe
3.4 Die BRICS als gegenhegemonialer Block
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die 2024 erfolgte Erweiterung der BRICS-Staatengruppe vor dem Hintergrund der neorealistischen Theorie internationaler Beziehungen, um das Zustandekommen und die möglichen Konsequenzen dieser institutionellen Entwicklung zu erklären und hinsichtlich ihrer geopolitischen Bedeutung für eine multipolare Weltordnung zu bewerten.
- Neorealistische Analyse der internationalen Machtverhältnisse
- Power Transition Theory (PTT) und revisionistische Tendenzen
- Analyse der BRICS-Erweiterung und nationaler Interessen
- Potenzial der BRICS als contre-hegemonialer Block
- Auswirkungen autokratischer Regime und wirtschaftlicher Motive
Auszug aus dem Buch
3.4 Die BRICS als gegenhegemonialer Block
Als geopolitischer Akteur sind die BRICS von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung. Mit der Erweiterung der Organisation vereinen sie die drei großen revisionistischen Mächte China, Iran und Russland und fordern damit die bestehende Ordnung heraus. Sie werden dabei von einem bedeutenden Teil des globalen Südens unterstützt. Zahlreiche Staaten sehen die BRICS als eine attraktive Alternative, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, ohne den politischen Bedingungen und Normen der liberalen Weltordnung folgen zu müssen. Die Erweiterung der BRICS um weitere Staaten ist deshalb wahrscheinlich. Für China ist diese Entwicklung ein großer Erfolg seiner Außenpolitik, da es als stärkste Macht der BRICS und Hauptsitz der BRICS-Entwicklungsbank zahlreiche Staaten noch enger an sich binden kann. Mit der jüngsten Erweiterung haben die BRICS eine stärker antiwestliche Ausrichtung und werden nun von autokratischen Staaten dominiert, welche mit Moskau und Peking sympathisieren. Die Aufnahme neuer Mitglieder erlaubt auch eine Stärkung der zahlreichen BRICS-Initiativen, welche nun auf neue Staaten ausgeweitet werden können, wodurch internationale Normen für die Welt außerhalb der G7 gesetzt werden können. Dies schafft im Zusammenspiel mit dem Aufbau weiterer von Peking und Moskau dominierter Institutionen wie der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) und der Asiatischen Infrastrukturentwicklungsbank (AIB) eine zunehmend attraktive Alternative zu den von den G7-dominierten Organisationen und Strukturen der liberalen Weltordnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, erläutert die Relevanz der BRICS-Erweiterung und stellt die Forschungsfrage nach den neorealistischen Erklärungsansätzen.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament durch die Definition von Realismus, Neorealismus und der Power Transition Theory sowie die Herleitung der Hypothesen.
3. Empirische Analyse: Die Empirie beleuchtet die historische Entwicklung, die konkrete Erweiterung, die internen Positionierungen der Mitglieder und das Potenzial als gegenhegemonialer Block.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext sowie zukünftige Forschungsnotwendigkeiten ein.
Schlüsselwörter
BRICS, Neorealismus, Power Transition Theory, Weltordnung, Erweiterung, Revisionismus, Geopolitik, Süd-Süd-Kooperation, Multipolarität, Hegemonie, Institutionelle Entwicklung, Sicherheitspolitik, Globaler Süden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit der im Jahr 2024 vollzogenen Erweiterung der Staatengruppe BRICS auseinander und betrachtet diese aus einer spezifisch machtpolitischen, neorealistischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Machtverschiebungen im internationalen System, die Rolle revisionistischer Mächte wie China und Russland sowie die Frage, ob die BRICS einen Gegenpol zur westlich dominierten Weltordnung darstellen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich die Erweiterung der BRICS aus neorealistischer Perspektive erklären und bewerten?
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt eine Form der qualitativen Dokumentenauswertung und Literatursichtung, die im Rahmen einer Fallstudie zu den globalen Machtverschiebungen unter Anwendung neorealistischer Theorieelemente durchgeführt wird.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Meilensteine der BRICS, die Beweggründe der Erweiterung, die divergenten Interessen der Mitgliedsstaaten und die Eignung der Gruppe als gegenhegemoniale Kraft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neorealismus, BRICS, multipolare Weltordnung, Revisionismus und geopolitische Strategien definiert.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle Chinas innerhalb der erweiterten BRICS?
Die Arbeit identifiziert China als die dominante Wirtschaftsmacht, die durch die Erweiterung ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen festigt und die BRICS gezielt zur Förderung ihrer eigenen Interessen nutzt.
Gibt es innerhalb der BRICS einen Konsens zur gegenhegemonialen Ausrichtung?
Nein, laut der Untersuchung herrscht eine deutliche Inhomogenität; während Russland und China revisionistische Ziele verfolgen, streben andere Mitglieder lediglich eine wirtschaftliche Diversifizierung an und vermeiden eine konfrontative Blockbildung.
- Arbeit zitieren
- Alexander Fuchß (Autor:in), 2024, Die BRICS-Erweiterung von 2024. Eine neorealistische Analyse der Power Transition und das Potenzial für eine antihegemoniale Koalition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1465858