Die folgende schriftliche Ausarbeitung wird sich mit der Schrift „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“ beschäftigen und anhand dieser die Bildungstheorie Schleiermachers herausarbeiten.
Der erste Abschnitt dient zur Einführung in das Thema des Bildungsbegriffs, in dem zuerst der aktuelle Begriff der Bildung erklärt wird. Anschließend folgt Schleiermachers Vorstellung des Bildungsbegriffs. Nach dieser Einführung in das Thema folgt eine Auseinandersetzung mit dem Individuum, der Gesellschaft und der freien Geselligkeit, die in enger Verbindung mit Schleiermachers Bildungsbegriff stehen. Im Fazit werden die Ergebnisse aufgegriffen und zusammenfassend erläutert, welche Bildungstheorie Schleiermacher in der Schrift „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“ entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bildung
2.1 Einführung zum Bildungsbegriff
2.2 Vorstellung des Bildungsbegriffs Schleiermachers
3 Schleiermachers Theorieversuch des geselligen Betragens
3.1 Individuum
3.2 Gesellschaft
3.3 Freie Geselligkeit
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis von Bildung in der Schrift „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“ von Friedrich Schleiermacher. Das primäre Ziel ist es, die spezifische Bildungstheorie herauszuarbeiten, die Schleiermacher in diesem Werk entwirft, und dabei aufzuzeigen, wie das Ideal der freien Geselligkeit und das individuelle Streben nach dem Menschsein ineinandergreifen.
- Historische und systematische Einordnung des Bildungsbegriffs bei Schleiermacher
- Die Rolle des Individuums als zentrales Element der Selbstbildung
- Die Struktur der Gesellschaft und das gesetzmäßige gesellige Betragen
- Das Konzept der "Freien Geselligkeit" als notwendiger Freiraum für die Entfaltung der Menschlichkeit
- Das Spannungsfeld zwischen individuellem Charakter und gesellschaftlicher Integration
Auszug aus dem Buch
3.3 Freie Geselligkeit
Vorab kann gesagt werden, dass für Schleiermacher die Geselligkeit nicht etwas Ideelles, Abstraktes, Anschaubares oder Konkretes ist, sondern er vermittelt, dass die Gebildeten das Bedürfnis nach Geselligkeit fordern.57 Geselligkeit ist ein Bedürfnis und eine Gemeinsamkeit aller Gebildeten, die als Theorie expliziert werden kann.58 Somit ist Schleiermachers Theorieversuch erkennbar durch das gesellige Betragen, welches auf ein Bedürfnis der gebildeten Menschen zurückgeführt wird. Bei der Formulierung des Begriffs „geselligen Betragens“ liegt eine Vereinigung vor, welche sich wechselseitig bestimmt.59 Die Gebildeten befinden sich schon immer in einer Gesellschaft und das Betragen soll eine Verbesserung ihres geselligen Standes herbeirufen.
Dennoch wird nur das gesellige Betragen der gebildeten Menschen zum Gegenstand einer Theorie und nicht die Geselligkeit.60 Das heißt, dass es bei dem Begriff der Geselligkeit um die Geselligkeit der Gebildeten geht und er nicht nur durch die Freiheit, sondern auch durch die Distanz zu den Menschen, die über den Gebildeten stehen, gekennzeichnet ist. Die freie Geselligkeit schafft einen Raum für das Denken, das aufgrund des Austausches der verschiedenen individuellen Perspektiven, auf Wissen ausgerichtet ist.61
Schleiermacher fasst den Begriff der freien Geselligkeit als Bedürfnis aller gebildeten Menschen auf und nicht nur als Bedürfnis aller Menschen. Nicht in der Theorie, sondern im geselligen Betragen selbst findet das Bedürfnis der freien Geselligkeit seine Zufriedenstellung.62 Zuerst muss ein Blick auf das Bedürfnis aller gebildeten Menschen geworfen werden, da sich daraus erst eine Theoriemöglichkeit ergibt. Schleiermacher erwähnt direkt, dass es zwei gesellschaftliche Bereiche gibt. Das häusliche und das bürgerliche Leben, die sich gegenseitig nicht ergänzen und je einen eigenen Mangel aufzeigen.63 Die Menschen, die sich mit den Sorgen des häuslichen und die des bürgerlichen Lebens beschäftigen, werden einen langsameren Weg zum höheren „[…] Ziele des menschlichen Daseins […]“64 haben, welches das Bedürfnis nach der freien Geselligkeit ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Schleiermachers Theorie ein und benennt die zentrale Forschungsfrage nach der Bildungstheorie in seiner Schrift „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“.
2 Bildung: Dieses Kapitel erörtert das moderne Verständnis von Bildung und stellt Schleiermachers spezifischen Bildungsbegriff in den historischen Kontext seiner Zeit.
3 Schleiermachers Theorieversuch des geselligen Betragens: Hier wird der Kern von Schleiermachers Überlegungen analysiert, indem das Zusammenspiel von Individuum, Gesellschaft und der freien Geselligkeit als Bildungsraum untersucht wird.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Zusammenführung von individueller Selbstbildung und gemeinschaftlicher Integration im Ideal der freien Geselligkeit.
Schlüsselwörter
Friedrich Schleiermacher, Bildungstheorie, geselliges Betragen, freie Geselligkeit, Individuum, Selbstbildung, Menschsein, Gesellschaft, Persönlichkeitsentwicklung, Philosophie, Pädagogik, dialektische Methode, Theoriebildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Friedrich Schleiermacher in seinem Essay „Versuch einer Theorie des geselligen Betragens“ einen eigenen Bildungsbegriff entwickelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Begriff der Bildung, der Rolle des Individuums, der Struktur der Gesellschaft und dem spezifischen Konzept der "freien Geselligkeit".
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, welche Bildungstheorie Schleiermacher konkret in seiner Schrift über das gesellige Betragen formuliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Schleiermachers Primärtext sowie einschlägige Forschungsliteratur auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Bildungsbegriff sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Individuum, der Gesellschaft und der freien Geselligkeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das „gesellige Betragen“, „Selbstbildung“, „Individuum“ und „freie Geselligkeit“ im Kontext von Schleiermachers Pädagogik.
Warum unterscheidet Schleiermacher zwischen dem häuslichen und dem bürgerlichen Leben?
Er sieht in beiden Bereichen Hindernisse für die „ganzheitliche und freientfaltete Menschlichkeit“, weshalb die freie Geselligkeit als ergänzender „Dritter Raum“ notwendig wird.
Was genau versteht Schleiermacher unter der „freien Geselligkeit“?
Es ist ein Raum, der frei von äußeren Zwecken gesucht wird, um durch den Austausch unter Gebildeten die eigene Individualität mit dem Ganzen der Menschheit zu verbinden.
Was bedeutet die Aussage, dass das Individuum „als seyend und als werdend“ verstanden wird?
Schleiermacher reflektiert damit, dass der Einzelne sowohl als festes, ausgeprägtes Wesen (seiend) als auch als ein in ständiger Entwicklung befindliches Subjekt (werdend) in der Gesellschaft fungiert.
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- Anonym (Author), 2020, Das gesellige Betragen bei Friedrich Schleiermacher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1465990