Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Linguistique

Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in der Bundesrepublik Deutschland

Titre: Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in der Bundesrepublik Deutschland

Dossier / Travail , 2020 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die forensische Linguistik ist in der breiten Öffentlichkeit weit weniger bekannt bei Kriminalfällen als z.B. die Gerichtsmedizin oder die forensische Ballistik. Doch trotzdem spielte sie bei vielen Fällen in der Kriminalgeschichte in Deutschland eine herausragende Rolle. Schriftliche Bekennerschreiben sind das Aushängeschild von terroristischen Vereinigungen. Erpressungen werden in vielen Fällen nur schriftlich mitgeteilt. Jeden Tag werden in Deutschland Drohungen, Beleidigungen und sogar Erpressungen in schriftlicher Form übermittelt. Besonders in Fällen wo es keine Zeugen, DNA-Spuren oder Fingerabdrücke gibt, kann die forensische Linguistik helfen den Täter zu fassen. In dieser Arbeit wird anhand von einigen Beispielen die Entwicklung dieses Fachgebiets in Deutschland beschrieben. Die öffentliche Wahrnehmung und die Reaktionen der einzelnen Akteure stehen dabei im Vordergrund. Es soll die Frage beantwortet werden welchen Schwierigkeiten sich die forensische Linguistik ausgesetzt war. Welche Vorteile sie bietet, aber auch welche Risiken und Schwächen sich gezeigt haben. Als ein Teilgebiet der angewandten Linguistik entwickelte sie sich seit den 1950er Jahren von einer Randerscheinung zu einem festen Bestandteil kriminaltechnischer Untersuchung. Die ersten großen Anwendungen in Deutschland beginnen mit den Terroraktionen der Roten Armee Fraktion in den 1970er Jahren, wo die Bekennerschreiben eine große Rolle in den Aktivitäten dieser terroristischen Vereinigung spielten. Daher wird im zweiten Teil dieser Arbeit auf die Sprache der RAF, unter linguistischen Betrachtungen, eingegangen. Die Sprache von Terroristen als Sondersprache, die Rückschlüsse auf Ideologie, Autorenschaft und Motive gibt. Es wird ebenso der aktuelle Stand der Forschung in Deutschland beschrieben und somit können die früheren Fälle mit der heutigen Vorgehensweise verglichen werden. Aber auch die Risiken der heutigen technischen Möglichkeiten werden erwähnt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in Deutschland

2.1 Die Ursprünge

2.2 Der Entführungsfall Richard Oetker

2.3 Der Fall Uwe Barschel

2.4 Das Symposium des BKA

3. Aktueller Forschungsstand

4. Die Sprache der RAF

4.1 Vorbemerkung

4.2 Das Bekennerschreiben des Attentats auf das Springer-Hochhaus

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Etablierung des Fachbereichs der forensischen Linguistik in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie sprachwissenschaftliche Methoden bei der Aufklärung von Kriminalfällen innerhalb der Ermittlungsbehörden an Bedeutung gewonnen haben, welche Herausforderungen dabei entstanden sind und wie sich die Praxis durch technologische Fortschritte sowie im Kontext politisch motivierter Texte gewandelt hat.

  • Historische Genese der forensischen Linguistik im deutschen Raum
  • Analyse praxisorientierter Fallbeispiele (Richard Oetker, Uwe Barschel)
  • Die Rolle der forensischen Linguistik bei den Ermittlungen des BKA
  • Sprachanalyse terroristischer Texte am Beispiel der RAF
  • Vergleich zwischen traditionellen Methoden und modernen computerlinguistischen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Entführungsfall Richard Oetker

Richard Oetker ist der Sohn von Rudolf-August Oetker aus der Unternehmer-Familie Oetker. Er wurde 1976 von Dieter Zlof entführt. Der Täter Zlof wurde erst 2 Jahre nach der Entführung gefasst. Es gab keine Zeugen und der Prozess basierte allein auf Indizien.5 Der 1980 geführte Prozess war die erste größere öffentliche Wahrnehmung der forensischen Linguistik in Deutschland. Es gab 4 Erpresserbriefe, angefertigt von einer Schreibmaschine und somit waren Schriftvergleiche nicht möglich. Dazu gab es noch eine Stimmaufnahme des Täters durch einen Telefonanruf. Als Vergleichsmaterial diente sichergestelltes Schriftgut beim mutmaßlichem Entführer. Insgesamt 8 Gutachter legten ihre Expertisen ab. 2 Gutachter verwendeten statistische Methoden die von Experten als fehlerhaft bewertet wurden und somit konnten diese nicht berücksichtigt werden. Allgemein bewertete das Gericht linguistische Gutachten als noch nicht ausgereift an.6 Da die Aussagen sehr unterschiedlich waren, musste das Gericht eigenständig entscheiden, welche Aspekte wohl zutreffend sind oder nicht. Damit zeigt dieser Prozess auch die große Problematik der forensischen Linguistik. Vor allem bei unzureichender Datenmenge zum Vergleich und zum damaligen Zeitpunkt noch unzureichende Grundlagenforschung mussten sich die Sachverständigen wohl auch auf ihr Gefühl und eigenes Fachwissen aus dem Bereich der Linguistik verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die forensische Linguistik und deren Bedeutung bei der Identifizierung unbekannter Täter in der Kriminalgeschichte.

2. Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in Deutschland: Darstellung der Anfänge des Fachbereichs, illustriert durch prominente Fälle wie die Entführung von Richard Oetker und die Kontroversen um den Fall Uwe Barschel.

3. Aktueller Forschungsstand: Erörterung der modernen Methoden, wie der Computerlinguistik, und der Herausforderungen bei der Anwendung in heutigen Ermittlungsverfahren.

4. Die Sprache der RAF: Untersuchung der rhetorischen Strategien und der ideologischen Sondersprache in den Bekennerschreiben der Roten Armee Fraktion.

5. Schlussbemerkung: Resümee über den Stellenwert der forensischen Linguistik zwischen wissenschaftlicher Skepsis und zunehmender Unverzichtbarkeit in der modernen Kriminalistik.

Schlüsselwörter

Forensische Linguistik, Schriftvergleich, Indizienprozess, BKA, RAF, Bekennerschreiben, Täteridentifizierung, Sprachprofiling, Computerlinguistik, Kriminalistik, Stimmaufnahme, Ideologie, Sprachanalyse, Rechtsfälle, Ermittlungsarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der forensischen Linguistik in Deutschland als Werkzeug der Kriminalistik und untersucht, wie linguistische Analysen zur Aufklärung von Straftaten beitragen konnten.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Neben der historischen Entstehung des Fachs fokussiert sich die Arbeit auf die Rolle von Gutachten in Strafprozessen, die linguistische Analyse terroristischer Texte und die technologische Weiterentwicklung des Bereichs.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der forensischen Linguistik von ihren Anfängen als Randdisziplin hin zu einem festen Bestandteil der Kriminaltechnik unter Berücksichtigung der kritischen Wahrnehmung durch die Justiz darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt in der Arbeit zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine deskriptive Forschungsweise, die auf der Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Presseberichten und der Auswertung historischer Gerichts- und Symposiumsunterlagen basiert.

Welche Inhalte werden primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse wichtiger Kriminalfälle (Oetker, Barschel), die Institutionalisierung durch das BKA-Symposium sowie eine exemplarische Untersuchung sprachlicher Merkmale in der Rote Armee Fraktion (RAF).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die zentralen Termini sind forensische Linguistik, Schriftvergleich, Indizienbeweis, Täteridentifizierung und computergestützte Sprachanalyse.

Warum war der Fall Richard Oetker für die Disziplin so prägend?

Der Fall gilt als Ausgangspunkt der öffentlichen Wahrnehmung forensisch-linguistischer Gutachten in Deutschland, da hier erstmals in größerem Umfang linguistische Expertisen in einem Indizienprozess eingesetzt wurden.

Welche Rolle spielte das BKA für die Anerkennung der forensischen Linguistik?

Das BKA-Symposium 1988 markierte einen Wendepunkt, indem es den Bedarf an wissenschaftlich fundierten Standards und einer systematischen Dokumentation zur Unterstützung polizeilicher Ermittlungen einleitete.

Fin de l'extrait de 14 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in der Bundesrepublik Deutschland
Université
University of Luxembourg  (Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität)
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
14
N° de catalogue
V1465997
ISBN (PDF)
9783389012727
ISBN (Livre)
9783389012734
Langue
allemand
mots-clé
Forensische Linguistik, Linguistik und Forensik, Sprache der RAF, RAF, Geschichte der BRD, Kriminalgeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2020, Die historische Entwicklung der forensischen Linguistik in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1465997
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint