Die vorliegende Hausarbeit "Gleichberechtigung und Gleichstellung im Mediendiskurs. Eine korpuslinguistische Diskursanalyse" wurde im Seminar "Medienlinguistische Werkstatt" 2023 geschrieben. Sie beschäftigt sich mit den Begriffen Gleichstellung und Gleichberechtigung und deren Verwendung in Medienberichterstattung im Jahre 1999 und 2017. In der Studie wird eine korpuslinguistische quantitativ-qualitative Diskursanalyse durchgeführt.
Die Arbeit besteht aus einer Einleitung, einem Hauptteil, einem Fazit und einem Literaturverzeichnis. In der Einleitung wird die Relevanz der Arbeit begründet, die Ziele der Forschung beschrieben und die Forschungsfrage formuliert. Der Hauptteil ist in drei Abschnitte (Kapiteln 2 bis 4) gegliedert. Kapitel 2 und 3 beinhalten die theoretischen Grundlagen der Forschung sowie den Forschungsstand. Im Kapitel 2 werden die Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung definiert und die historischen Hintergründe beschrieben. Kapitel 3 stellt die theoretischen Grundlagen zur Korpuslinguistik, sowie die Anwendung des korpuslinguistischen Tools COSMAS II dar. Es wird beschrieben, wie man ein benutzerdefiniertes Korpus erstellt, eine Suchanfrage formuliert und die Ergebnisse in der Kookkurrenzen- oder KWiC-Ansicht betrachtet. Im Kapitel 4 werden die durchgeführte Analyse präsentiert und die Ergebnisse interpretiert. Das Fazit stellt eine kurze Zusammenfassung der Arbeit dar. Dann wird über die Arbeit und weitere Forschungsmöglichkeiten reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gleichberechtigung und Gleichstellung als Grundprinzipien der Gesellschaft
3. Korpuslinguistik – eine Methode zur Analyse von Diskursen
4. Gleichberechtigung und Gleichstellung im Mediendiskurs der Jahre 1999 und 2018
4.1. Beschreibung der verwendeten Korpora und Suchbegriffe
4.2. Ergebnisse der Jahre 1999 und 2018. Analyse und Vergleich
5. Zusammenfassung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Verwendung und den Bedeutungswandel der Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung im deutschen Mediendiskurs der Jahre 1999 und 2018 anhand einer korpuslinguistischen Analyse zu untersuchen und zu vergleichen.
- Korpuslinguistische Analyse des Mediendiskurses
- Vergleich der Begriffsverwendung in den Jahren 1999 und 2018
- Methodische Anwendung des Analyse-Tools COSMAS II
- Untersuchung von Kookkurrenzen und Kontexten
- Diskussion zur gesellschaftlichen Bedeutung und Umsetzung beider Prinzipien
Auszug aus dem Buch
3. Korpuslinguistik – eine Methode zur Analyse von Diskursen
Die Korpuslinguistik ist eine empirische Methode der Linguistik, womit linguistische Forschungsfragen bearbeitet werden können. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten in der Korpuslinguistik zu forschen, die Ergebnisse in mehreren Bereichen vorzustellen und anzuwenden. Durch bestimmte Datentypen, die gezielt durch experimentelle oder nicht experimentelle Datenerhebungen gewonnen werden, zeichnet sich diese empirische Methode aus (vgl. Hirschmann 2019: 1).
Für die Forschung wird ein Korpus bzw. mehrere Korpora benötigt. Unter Korpus wird eine Sammlung von Textdaten verstanden. Eine der Bedingungen für ein Korpus ist, dass die Sprache im Kontext erfasst sein muss. D. h. dass eine Sammlung von Substantiven oder Verben kein Korpus sein kann. Der Zweck des Korpus ist “eine quantitative Auswertung von qualitativen sprachlichen Merkmalen” zuzulassen (vgl. Hirschmann 2019: 2). Als eines der notwendigen Kriterien für ein Korpus nennt Hirschmann die Erfüllung eines linguistischen Zwecks:
Dass ein Korpus einen linguistischen Zweck erfüllen muss, kann als notwendiges Kriterium für Korpora erachtet werden. Dieser Ansicht nach kann dieselbe Textgrundlage durchaus ein Korpus oder auch kein Korpus sein; z. B. stellt eine digital gespeicherte Romansammlung, die zur Unterhaltung gelesen wird, kein Korpus dar. Dient dieselbe Textsammlung der Bearbeitung einer linguistischen Forschungsfrage, muss sie als Korpus bezeichnet werden (Hirschmann 2019: 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Arbeit, beschreibt die Forschungsziele und führt in die Fragestellung zur Verwendung der Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung ein.
2. Gleichberechtigung und Gleichstellung als Grundprinzipien der Gesellschaft: In diesem Kapitel werden die Definitionen beider Begriffe sowie ihre historischen Hintergründe und die rechtliche Situation in Deutschland erläutert.
3. Korpuslinguistik – eine Methode zur Analyse von Diskursen: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Korpuslinguistik sowie die Funktionsweise und Anwendung des korpuslinguistischen Tools COSMAS II.
4. Gleichberechtigung und Gleichstellung im Mediendiskurs der Jahre 1999 und 2018: Hier wird die empirische Analyse der Korpora für die Jahre 1999 und 2018 durchgeführt, die Daten werden quantitativ sowie qualitativ ausgewertet und verglichen.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und diskutiert die Veränderungen im Diskurs über beide Begriffe im Zeitverlauf.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Forschungsliteratur, Internetquellen und Softwaretools.
Schlüsselwörter
Gleichberechtigung, Gleichstellung, Korpuslinguistik, Mediendiskurs, Kookkurrenzanalyse, COSMAS II, Diskursanalyse, Frauenbewegung, Gender-Mainstreaming, Sprachgebrauch, Frequenzanalyse, Kollokationen, Gesellschaft, Feminismus, Quantitativ-qualitative Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Gebrauch der Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung in deutschen Medien im Jahr 1999 im Vergleich zum Jahr 2018.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf linguistischer Diskursanalyse, der Verwendung von Korpora und der gesellschaftspolitischen Entwicklung in Bezug auf Frauenrechte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie verändern sich die Kookkurrenzen rund um Gleichberechtigung und Gleichstellung im Mediendiskurs 1999 und 2018 und warum?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische, korpuslinguistische Methode mittels des Tools COSMAS II verwendet, um quantitative Frequenzen und qualitative Kookkurrenzen zu ermitteln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Begriffen und zur Korpuslinguistik sowie einen empirischen Teil, der die Analyse der jeweiligen Korpora für 1999 und 2018 beinhaltet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gleichberechtigung, Gleichstellung, Korpuslinguistik, Mediendiskurs, COSMAS II und Kookkurrenzanalyse.
Warum wurden genau die Jahre 1999 und 2018 gewählt?
Das Jahr 1999 markiert die Anerkennung der Gleichstellung als Leitprinzip durch das Bundeskabinett, während 2018 einen zeitlich versetzten Vergleichspunkt bietet, um Entwicklungen nach dem #metoo-Skandal zu betrachten.
Welche zentrale Erkenntnis ergibt sich aus dem Vergleich der Kookkurrenzen?
Die Analyse zeigt, dass die Begriffe im Jahr 2018 stärker in ähnlichen Kontexten verwendet werden als noch im Jahr 1999, wobei das Thema im Jahr 2018 insgesamt präsenter war.
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- Anastasiia Stulen (Author), 2023, Gleichberechtigung und Gleichstellung im Mediendiskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1466046