Sammlern von Kleinmünzen des Deutschen Kaiserreiches, welches von1871-1918 existierte, dürfte schon einmal der Prägebuchstabe „H“ auf der ein oder anderen Münze begegnet sein. Wenn dem so war, konnte der Sammler sich freuen, denn dieser Prägebuchstabe weist auf eine Münzstätte hin, die verhältnismäßig wenige Münzen für das Kaiserreich prägte: Darmstadt. Durch die relative Seltenheit der Darmstädter Münzen, die nur 11 Jahre lang von 1872 bis 1882 geprägt wurden, werden diese Kleinmünzen heute teurer gehandelt als vergleichbare Exemplare aus den anderen deutschen Prägeanstalten.
Dieses Buch schildert kurz die Territorialgeschichte Hessen-Darmstadts, erläutert die Geschichte der Münzprägung in Darmstadt und widmet sich dann gezielt den Darmstädter Prägungen (Silber- Gold-und Kleinmünzen) zu Beginn des Kaiserreiches.
Inhaltsverzeichnis
1. Kurze Territorialgeschichte von Hessen-Darmstadt
2. Großherzöge von Hessen-Darmstadt
3. Münzprägung in Darmstadt vor Gründung des Deutschen Kaiserreiches
4. Münzprägung zu Beginn des Kaiserreiches
5. Darmstädter Münzen und deren Auflagen
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die historische Aufarbeitung der Münzprägung in Darmstadt als kleinste Prägestätte des Deutschen Kaiserreiches zwischen 1871 und 1882 sowie die Dokumentation der dort geprägten Münztypen und deren Auflagemengen.
- Historische Entwicklung des Großherzogtums Hessen-Darmstadt
- Die organisatorische Struktur der Darmstädter Münzprägestätte
- Vergleich der Darmstädter Produktionsmengen mit anderen deutschen Prägeanstalten
- Detaillierte Analyse der geprägten Nominale, Gold- und Silbermünzen
- Bedeutung der Prägebuchstaben im Kontext der Reichsgründung
Auszug aus dem Buch
3. Münzprägung in Darmstadt vor Gründung des Deutschen Kaiserreiches
Schon 1618 gründete der Landgraf Ludwig V. (1577-1626) für seinen Herrschaftsbereich in Darmstadt eine Münzprägeanstalt im Westen der Alten Vorstadt. Die Münze war im Bauhof angesiedelt, der seit 1580 die wesentlichen Ökonomiegebäude des Hofes beherbergte, und bestand aus zwei Gebäuden: „einem Hauptgebäude mit allen Werkstätten und Lagereinrichtungen sowie der 1703 hinzugekommenen, so genannten „Strecke“. Sie enthielt die für die Münzprägung notwendigen mechanischen Werke, für deren Antrieb die Wasserkraft des Mühlbachs genutzt wurde.“3 (Abb. 2)
Wegen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Prägeanstalt 1622 in das stärker befestigte Nidda verlegt, kehrte aber 1650 mit dem Münzmeister Johann Satorius nach Darmstadt zurück.4
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kurze Territorialgeschichte von Hessen-Darmstadt: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Herrschaftsgebiets Hessen-Darmstadt durch Erbteilungen ab 1567 und die politische Konsolidierung unter den Großherzogen bis zur Reichsgründung.
2. Großherzöge von Hessen-Darmstadt: Hier werden die Regenten des Hauses Hessen-Darmstadt im Zeitraum von 1806 bis 1918 namentlich aufgelistet und in Bezug auf ihre Regierungszeit sowie das Ausmaß des Territoriums eingeordnet.
3. Münzprägung in Darmstadt vor Gründung des Deutschen Kaiserreiches: Das Kapitel behandelt die Gründungsgeschichte der Darmstädter Münze ab 1618, ihre technische Ausstattung und die geschichtlichen Hintergründe während des Dreißigjährigen Krieges sowie des 19. Jahrhunderts.
4. Münzprägung zu Beginn des Kaiserreiches: Dieser Abschnitt analysiert die Zuteilung des Prägebuchstabens „H“ an Darmstadt im Rahmen der neuen Währungsordnung sowie die Gründe für die spätere Einstellung des Betriebs aufgrund mangelnder Rentabilität.
5. Darmstädter Münzen und deren Auflagen: Im letzten Kapitel werden die verschiedenen geprägten Münztypen, deren technische Spezifikationen und die spezifischen Auflagenzahlen sowie ihre heutige Bedeutung für Sammler detailliert analysiert.
Schlüsselwörter
Hessen-Darmstadt, Münzprägung, Kaiserreich, Prägebuchstabe H, Großherzogtum, Numismatik, Münzgeschichte, Kleinmünzen, Goldmünzen, Silbermünzen, Ludwig III., Ludwig IV., Münzmeister, Prägeanstalt, Auflagenzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Münzprägung in Darmstadt während der Ära des Deutschen Kaiserreiches von 1871 bis 1882.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der Darmstädter Münzstätte, der verwaltungstechnischen Einordnung in das Deutsche Kaiserreich und der numismatischen Erfassung der dort hergestellten Münzserien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Rolle Darmstadts als kleinste Prägestätte des Kaiserreichs zu dokumentieren und die produzierten Münzen quantitativ und qualitativ aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt primär historische Quellen, Zeitzeugnisse wie Zeitungsberichte und stadtarchivarische Recherchen sowie fachspezifische numismatische Kataloge.
Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?
Der Hauptteil analysiert die territoriale Geschichte, die Münzabfolgen unter den Großherzogen und die technischen sowie wirtschaftlichen Gründe für die Schließung der Prägestätte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Prägebuchstabe H, Hessen-Darmstadt, Numismatik, Deutsches Kaiserreich und historische Münzauflagen.
Warum erhielt Darmstadt den Prägebuchstaben „H“?
Der Buchstabe „H“ wurde im Zuge der nach Gebietsgröße und Einwohnerzahl gestaffelten „Rangfolge“ der deutschen Bundesstaaten für die Residenzstadt Darmstadt vergeben.
Was macht die 5-Mark-Goldmünzen aus dem Jahr 1877 so besonders?
Aufgrund des Todestags von Großherzog Ludwig III. im Juni 1877 existieren von diesem Jahrgang zwei verschiedene 5-Mark-Goldmünzen mit den Porträts von Ludwig III. und seinem Nachfolger Ludwig IV.
Warum wurde der Prägebetrieb 1882 eingestellt?
Die Prägestätte war unrentabel geworden; die Produktion wurde aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen zur größten Prägestätte nach Berlin verlagert.
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- René Frank (Autor), 2024, Münzprägung in Darmstadt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1466176