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Unter welchen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt (oder: verboten) sein?

Title: Unter welchen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt (oder: verboten) sein?

Seminar Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Wagner (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Der Eid des Hippokrates, der auch heute noch von Ärzten abgelegt wird, besagt, dass Ärzte Ihren Patienten keinen Schaden zufügen sollen; dieser Eid steht folgender Hausarbeit voran da er eine wesentliche Grundlage ist, die es bei der Betrachtung des Themas „Euthanasie / Sterbehilfe“ in all ihren Ausformungen zu überdenken gilt. Der Arbeit übergeordnet steht die Frage: „Unter welchen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt (oder: verboten) sein?“

Zunächst einmal könnte man vorschnell antworten, dass aus dem Eid hervorgeht, dass dies niemals und unter keinen Umständen geschehen dürfe, da ja selbst die als freiwillig zu bezeichnende Form - „...wenn ich darum gebeten werde...“ - vom Wortlaut her untersagt ist. Nun ist es allerdings so, dass ein allseitiges Verbot hier im Bereich der Medizin, wie auch anderswo, mehr Unheil als Vorteil bringen würde und deshalb ist dieses Verbot nur mit seinen Beschränkungen sinnvoll zu betrachten und zu behandeln und vor allem auch im Bereich der modernen Medizin ein vieldiskutiertes Thema. Sterbehilfe sei in der folgenden Betrachtung zusammen mit ihrem oftmals verpönten Partner Euthanasie synonym zu betrachten und steht in ihrer allgemeinen Bedeutung abgeleitet aus dem Griechischen für „guter Tod“. Bei dieser Übersetzung kann man sich bereits hier die Frage stellen, warum denn dann etwas Negatives daran gesehen werden soll, wenn doch schon die Griechen, denen man bedeutende Entwicklungen die grundlegend für die moderne Zivilisation waren zuschreibt, ihm eine solche Bedeutung gaben. Doch soll dies erst später näher beleuchtet werden.

Die wesentliche Definition von Euthanasie im Hinblick auf diese Arbeit soll allerdings die vom im Folgenden recht oft herangezogenen Referenztheoretiker Peter Singer darstellen, welcher verschiedene Formen der Sterbehilfe kennzeichnet und sich daraus natürlich für die Formen spezifische Probleme ergeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Klärung der Begrifflichkeiten

3 Praktisches Beispiel – Jack Kevorkian

4 Die freiwillige Euthanasie und ihre Rechtfertigung

5 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Zulässigkeit von Sterbehilfe unter verschiedenen Bedingungen und analysiert die Positionen des Philosophen Peter Singer. Ziel ist es, auf Basis ethischer Kriterien zu erörtern, ob und unter welchen Voraussetzungen Sterbehilfe moralisch gerechtfertigt werden kann, wobei insbesondere zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Euthanasie differenziert wird.

  • Ethische Begriffsdefinitionen im Kontext der Euthanasie
  • Rechtfertigungsstrategien nach Peter Singer
  • Analyse praktischer Fallbeispiele (Jack Kevorkian)
  • Debatte um das Recht auf Sterben und Autonomie
  • Unterscheidung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Euthanasie

Auszug aus dem Buch

2. Klärung der Begrifflichkeiten

Wie es weiter oben schon angedeutet wurde, leitet sich Euthanasie aus 2 griechischen Worten ab und bedeutet in der wortwörtlichen Übersetzung „guter Tod“. Nach dem Lexikon werden damit all jene Handlungen bezeichnet, die von der Hilfe und Unterstützung im Sterben bis hin zur aktiven Tötung Sterbender oder Schwerstkranker reichen. Sterbehilfe (wie sie in Deutschland in Abgrenzung zur Euthanasie mit Rücksicht auf den Missbrauch dieser während des nationalsozialistischen Regimes) nur bezeichnet wird, betrifft auch Situationen, bei denen ein Sterbeprozess bereits unumkehrbar begonnen hat und unterstützt weiterhin die Herbeiführung des eigenen Todes durch eine weitere Person. In diesem Sinne muss Sterbehilfe allerdings weiter gefasst werden und bezieht sich somit auch auf Menschen mit schweren Behinderungen, Wachkomapatienten, Menschen mit der Alzheimer-Krankheit im fortgeschrittenen Stadium oder solchen, die sich nicht selbst zu einem Sterbewunsch geäußert haben oder dazu nicht in der Lage sind. Besonders für diesen letzten Punkt ist der Personenbegriff Peter Singers ein entscheidendes Kriterium, anhand dessen er auch die Unterscheidung seiner verschiedenen Arten von Euthanasie festmacht. Die Definition von Person und der sich damit ergebende Status eines Mensch ist ein zentraler Punkt in Singers Buch und dient als Grundlage für nahezu jede Betrachtung innerhalb seiner Theorie. Eine Person ist für Singer ein Mensch, welcher über Selbstbewusstsein sowie Autonomie, Rationalität und Wünsche verfügt. Dieser geht dann über die bloß vegetative Existenz hinaus, begreift sich als distinkte Entität, die in der Zeit fortbesteht und ist nicht bloß durch Interessen geleitet, sondern entwickelt Wünsche und Ziele. Aufgrund dieser Definition ist natürlich auch klar, dass ein Mensch den Personenstatus nicht von Beginn an innehat und ihn obendrein auch im Laufe seines Lebens verlieren kann. Das letzte der genannten Kriterien stellt für Singer den besonderen moralischen Unterschied zwischen Personen und Nichtpersonen dar, aufgrund dessen er schließt, dass das Töten von Nichtpersonen moralisch nicht so schlimm ist, wie das von Personen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Sterbehilfe ein, thematisiert das ärztliche Ethos nach Hippokrates und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.

2 Klärung der Begrifflichkeiten: Hier werden die ethischen Definitionen von Sterbehilfe und Euthanasie dargelegt, wobei insbesondere Peter Singers Kriterien zur Unterscheidung von Personen und Nichtpersonen erläutert werden.

3 Praktisches Beispiel – Jack Kevorkian: Dieses Kapitel beleuchtet das Wirken des US-Pathologen Jack Kevorkian als praktisches Fallbeispiel für die Unterstützung bei der Sterbehilfe.

4 Die freiwillige Euthanasie und ihre Rechtfertigung: Der Abschnitt diskutiert die utilitaristische Argumentation Peter Singers zur Rechtfertigung der freiwilligen Sterbehilfe und setzt sich mit Gegenargumenten auseinander.

5 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst die ethischen Standpunkte zusammen, bewertet die gesetzliche Regelung im US-Bundesstaat Oregon und zieht ein persönliches Fazit.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Euthanasie, Peter Singer, Praktische Ethik, freiwillige Euthanasie, Patientenautonomie, Jack Kevorkian, Death with Dignity Act, utilitaristische Ethik, Lebensrecht, Selbstbestimmung, Personenstatus, unheilbare Krankheit, ethische Grenzfragen, medizinische Sterbebegleitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moralische Zulässigkeit der Sterbehilfe und beleuchtet die ethischen Implikationen, insbesondere vor dem Hintergrund der philosophischen Theorien von Peter Singer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die begriffliche Klärung von Euthanasie, die Unterscheidung zwischen freiwilliger und unfreiwilliger Sterbehilfe sowie die Analyse von Personsein und Autonomie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, fundiert zu erörtern, unter welchen Umständen Sterbehilfe moralisch gerechtfertigt sein kann und welche Kriterien dabei über Leben und Tod entscheiden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse philosophischer Texte, insbesondere den utilitaristischen Ansatz Peter Singers, sowie die Fallanalyse historischer und rechtlicher Beispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Sterbehilfe, die Vorstellung der Praxis Jack Kevorkians und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rechtfertigung der freiwilligen Euthanasie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sterbehilfe, Euthanasie, Personenstatus, Patientenautonomie und utilitaristische Ethik bestimmt.

Welche Bedeutung spielt der "Death with Dignity Act" für die Argumentation?

Der Act dient als praktisches Modellbeispiel, um zu zeigen, wie eine regulierte und kontrollierte Form der ärztlich assistierten Sterbehilfe in der modernen Gesellschaft rechtlich gestaltet werden kann.

Wie unterscheidet Peter Singer moralisch zwischen Personen und Nichtpersonen?

Singer knüpft den Status der Person an Eigenschaften wie Rationalität, Autonomie und Selbstbewusstsein; das Töten einer Nichtperson wird in seinem ethischen System als weniger schwerwiegend bewertet als das Töten einer Person.

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Details

Title
Unter welchen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt (oder: verboten) sein?
College
University of Leipzig
Grade
2,0
Author
Stefan Wagner (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V146660
ISBN (eBook)
9783640576098
ISBN (Book)
9783640575855
Language
German
Tags
Unter Umständen Sterbehilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Wagner (Author), 2009, Unter welchen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt (oder: verboten) sein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146660
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