Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theater Studies, Dance

Die Nachahmung der Natur in „Die Räuber“

Die Anwendbarkeit des Schillerschen Begriffs der Nachahmung im 18. Jahrhundert

Title: Die Nachahmung der Natur in „Die Räuber“

Seminar Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Selma Alic (Author)

Theater Studies, Dance
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Erfolg von Friedrich Schillers erstem Drama „Die Räuber“, von der Erstaufführung am 13. Januar 1782 in München bis weit ins 19. Jahrhundert, ist unumstritten. Dies hat weniger mit Schillers neuartiger Vorstellung von der natürlichen Darstellung einer Rolle auf der Bühne zu tun. Vielmehr ist von dem allgemeinen Interesse des Publikums an der dramatischen Handlung, an Recht und Unrecht, an der Ausführung der Gerechtigkeit, und vom Theaterbesuch als einem gesellschaftlichen Ereignis auszugehen. Dennoch werden hier der Einfluss und die Relevanz bzw. die Möglichkeit der Anwendung von Schillers Naturbegriff, sowohl im Bezug auf den Schauspielenden, als auch auf seine Rolle und die dramatische Handlung auf der Bühne untersucht. Es wurde versucht, auf der Ebene des Schillerschen Begriffs der Nachahmung der Natur auf der Bühne eine mögliche Verbindung zwischen dem Schauspieler und seiner Rolle, dem Schauspieler und seines Publikums, und des Publikums und des Stückes selbst herzustellen bzw. nachzuvollziehen. Anhand von Dokumentationen zur Erstaufführung des Stückes und der Buchausgabe des Stückes, sowie Schillers Selbstrezension desselben, wurde der Versuch einer Rekonstruktion der tatsächlichen Anwendung bzw. Anwendbarkeit von Schillers theoretischer Vorstellung von der natürlichen Darstellung auf die Aufführung unternommen. Auch die zumindest partielle Realisierbarkeit einer solchen Darstellung wurde hier festgehalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Herkunft und Begriffsverschiebungen des Theaters

3 Die natürliche Darstellung nach Friedrich Schiller

4 Exkurs: Die Natur des Publikums und des Schauspielers im 18. Jahrhundert

5 Formen der Natur auf der Bühne

5.1 Der Schauspieler

5.2 Die Rolle

5.3 Die dramatische Handlung

6 Das Fehlen der Natur auf der Bühne

6.1 Der Schauspieler

6.2 Die Rolle

6.3 Die dramatische Handlung

7 Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendbarkeit von Friedrich Schillers Naturbegriff auf die Aufführungspraxis seines Dramas „Die Räuber“ im 18. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwiefern eine natürliche Darstellung auf der Bühne theoretisch gefordert und praktisch realisiert werden konnte, wobei das Spannungsfeld zwischen der künstlerischen Intention des Autors, der Rolle des Schauspielers und der Wahrnehmung durch das Publikum im Zentrum steht.

  • Historische Herkunft des Theaters und Begriffsverschiebungen
  • Schillers Konzept der natürlichen Darstellung und Nachahmung
  • Einfluss des soziokulturellen Wandels auf Publikum und Schauspielkunst
  • Wechselspiel zwischen schauspielerischer Darstellung, Rolle und Handlung
  • Grenzen der Realisierbarkeit von Natürlichkeit unter den Bedingungen des 18. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

3 Die natürliche Darstellung nach Friedrich Schiller

Analog zum aristotelischen Begriff der Nachahmung, der hiermit die Nachahmung sowohl der Mimik und Gestik, als auch der Eigenschaften anderer Menschen meint,12 ist diese für Schiller die Präsentation der wahren Natur eines Menschen, die Offenbarung seiner Seele auf der Bühne. Für ihn dient die Bühne der Widerspiegelung der natürlichen menschlichen Eigenschaften, sowohl der guten als auch der schlechten. Er vergleicht seine Notwendigkeit der Darstellung der Wahrheit mit einem Menschenmaler, der kein idealisiertes Bild sondern eine Kopie, eine Abbildung der wirklichen Welt malen möchte. Die Bühne sieht er allerdings als sozusagen nicht groß genug für sämtliche Eigenschaften eines Menschen. Denn auf der Bühne hätte man höchstens drei Stunden zur Darstellung aller Eigenschaften13, und ein Mensch würde aber seinen wahren Charakter nie in so einer kurzen Zeit offenbaren. Weiters schreibt Schiller, dass ein völlig boshafter Mensch für den Zuschauer abstoßend, und somit kein Gegenstand der Kunst sei. Auch wäre für einen Zuschauer eine „edle Seele“ auf der Bühne unerträglich. Das heißt, falls es solche Menschen tatsächlich geben sollte, können diese auf der Bühne nicht dargestellt werden. Deshalb sucht Schiller in seinem Stück letztendlich einen Mittelweg, mit dem er sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften der beiden Hauptfiguren ans Licht bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Schillers Drama „Die Räuber“ dar und erläutert die Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit seines Konzepts der natürlichen Darstellung auf der Bühne.

2 Die Herkunft und Begriffsverschiebungen des Theaters: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Schauspiels vom rituellen Ursprung bis zur Professionalisierung der Schauspielkunst im 18. Jahrhundert.

3 Die natürliche Darstellung nach Friedrich Schiller: Hier wird Schillers theoretisches Verständnis der Naturnachahmung expliziert, das die Bühne als Ort der Offenbarung wahrer menschlicher Eigenschaften begreift.

4 Exkurs: Die Natur des Publikums und des Schauspielers im 18. Jahrhundert: Der Exkurs beleuchtet die soziokulturelle Veränderung des Theaterpublikums und die daraus resultierenden neuen Anforderungen an die Disziplin und Ausbildung der Schauspieler.

5 Formen der Natur auf der Bühne: Dieses Kapitel untersucht die praktischen Ausprägungen von Natürlichkeit in Bezug auf den Schauspieler, die Rollengestaltung und die dramatische Handlung.

6 Das Fehlen der Natur auf der Bühne: Hier werden die Paradoxa und Grenzen der Natürlichkeit behandelt, indem aufgezeigt wird, warum eine vollständige Abbildung der Natur auf der Bühne technisch und künstlerisch nicht möglich ist.

7 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, dass das Maß an Natürlichkeit stets vom Dichter und dem Verständnis des Publikums abhängt, wobei das Drama auch in seiner Künstlichkeit eine eigene innere Ordnung bewahrt.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Die Räuber, Natürlichkeit, Nachahmung, Schauspielkunst, Theatergeschichte, Bühnendarstellung, Rollenverständnis, Theaterpublikum, 18. Jahrhundert, dramatische Handlung, ästhetische Theorie, Kunstverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Schillers theoretischem Konzept der „natürlichen Darstellung“ und dessen Anwendbarkeit auf die Theaterpraxis des späten 18. Jahrhunderts anhand seines Dramas „Die Räuber“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Theaters, die Theorie der Mimesis (Nachahmung), die Rollenentwicklung von Schauspielern und die sich wandelnde Rolle des Theaterpublikums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu rekonstruieren, ob Schillers theoretische Forderung nach „natürlicher Darstellung“ auf der zeitgenössischen Bühne tatsächlich realisierbar war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Dokumente, zeitgenössischer Rezensionen (einschließlich Schillers eigener Vorrede) und theaterwissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung Schillers, einen historischen Exkurs zum Theaterbetrieb im 18. Jahrhundert sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von Formen der Natur und Momenten des „Fehlens der Natur“ auf der Bühne.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Naturnachahmung“, „Schauspielkunst“, „Bühnenwirklichkeit“ und den historischen Kontext des europäischen Theaters definiert.

Wie bewertet der Autor Schillers Forderungen an den Schauspieler?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Schillers Anforderungen in der Praxis oft problematisch waren, da sie auf ein Wunschpublikum zielten, das in seiner individuellen Wahrnehmung nicht homogen war.

Warum ist laut Autor die „ganze Natur“ eines Charakters nicht darstellbar?

Der Autor führt an, dass eine Bühnenaufführung zeitlich begrenzt ist und die Kunstform des Dramas die Komplexität eines gesamten Menschenlebens nicht in wenigen Stunden vollständig und glaubhaft abbilden kann.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Nachahmung der Natur in „Die Räuber“
Subtitle
Die Anwendbarkeit des Schillerschen Begriffs der Nachahmung im 18. Jahrhundert
College
University of Vienna
Grade
2,0
Author
Selma Alic (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V146667
ISBN (eBook)
9783640576142
ISBN (Book)
9783640575909
Language
German
Tags
Nachahmung Natur Räuber“ Anwendbarkeit Schillerschen Begriffs Nachahmung Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Selma Alic (Author), 2008, Die Nachahmung der Natur in „Die Räuber“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146667
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint