Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit den Reaktionen der Federal Reserve Bank und der Europäischen Zentralbank während der Finanzkrise. Vordergründig werden deskriptiv die Einflüsse der der Term Auction Facilities (TAF) und der Langfristoperationen auf den OIS-LIBOR-Spread beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geldpolitik der Zentralbanken
2.1 Allgemeine geldpolitische Grundlagen
2.2 Das Federal Reserve System
2.3 Das Europäische System der Zentralbanken
3 Geldpolitische Eingriffe während der Finanzkrise
3.1 Reaktionen der Fed
3.2 Reaktionen der EZB
3.3 Zinspolitik der Fed und der EZB im Vergleich
4 Bewertung der geldpolitischen Eingriffe
4.1 Auswirkungen auf ausgewählte Zinssätze
4.2 Auswirkungen auf Inflationsprognosen und die langfristige Realwirtschaft
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die geldpolitischen Reaktionen der US-amerikanischen Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) während der globalen Finanzkrise ab 2007, mit einem besonderen Fokus auf die Effektivität dieser Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems.
- Grundlagen geldpolitischer Instrumentarien von Zentralbanken
- Vergleich der institutionellen Rahmenbedingungen von Fed und EZB
- Analyse der krisenspezifischen Maßnahmen wie TAF, PDCF und Tender
- Kritische Evaluation der Auswirkungen auf LIBOR-OIS-Spreads und langfristige Zinsen
- Diskussion über die Grenzen der Geldpolitik und zukünftige Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Reaktionen der Fed
Der Beginn der Krise wird auf den 09. August 2007 datiert. An diesem Tag hat sich der LIBOR-OIS-Spread exorbitant vergrößert. Die Fed war gezwungen zu reagieren, unter anderem, weil sich die Banken aufgrund von Vertrauensverlusten gegenseitig kein Geld mehr liehen und illiquide wurden. Zu den Maßnahmen gehörten die Verlängerung der Diskontkredite von Übernacht- auf 30-Tage-Kredite, die Reduzierung der Primary Credit Rate von 100 auf 50 Basispunkte und die sukzessive Reduktion der Federal Funds Rate. Die Versuche die Marktturbulenzen, mittels der bisherigen amerikanischen Geldpolitik in den Griff zu bekommen, schlugen allerdings fehl. Die Fed reagierte deshalb, in Anlehnung an die europäische Geldpolitik, mit neuen geldpolitischen Instrumenten.
Im Folgenden wird auf zwei bedeutende Neuerungen näher eingegangen. Zum Einen war es der Fed möglich, durch die Term Auction Facilities (TAF), einer größeren Anzahl an Privatbanken Liquidität zur Verfügung zu stellen. Vorher war es nur einem kleinen Kreis an Privatbanken (Primary Dealer) gestattet sich Geld von der Zentralbank zu leihen. Darüberhinaus wurden die zur Kreditaufnahme zu hinterlegenden Sicherungsmöglichkeiten erweitert. Zum Anderen führte die Fed, im Zuge der Insolvenzanmeldung der Investmentbank Bear-Sterns, ein weiteres Instrument, die Primary Dealer Credit Facility (PDCF), ein. Dies ermöglichte Investmentbanken sich Zentralbankgeld zu leihen. Im Nachhinein bewährten sich die beiden Instrumente als probate Mittel, da der Finanzmarkt deutlich besser mit Zentralbankgeld versorgt werden konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzkrise ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die geldpolitischen Strategien der Fed und der EZB zu vergleichen und zu bewerten.
2 Geldpolitik der Zentralbanken: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Geldpolitik sowie die institutionellen Merkmale und Instrumente des Federal Reserve Systems und des Europäischen Systems der Zentralbanken dargelegt.
3 Geldpolitische Eingriffe während der Finanzkrise: Dieses Kapitel beschreibt die konkreten Maßnahmen beider Zentralbanken zur Liquiditätssicherung und vergleicht ihre unterschiedlichen Ansätze bei der Zinspolitik während der Krise.
4 Bewertung der geldpolitischen Eingriffe: Eine kritische wissenschaftliche Analyse der Maßnahmen, basierend auf deren Einfluss auf Zins-Spreads, Inflationserwartungen und die allgemeine Realwirtschaft.
5 Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der Geldpolitik in der Krise und gibt Impulse für zukünftige Forschungsansätze sowie potenzielle Gefahren wie die Deflationsgefahr.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, Finanzkrise, Zentralbank, Fed, EZB, LIBOR-OIS-Spread, Leitzins, Liquidität, Finanzmarktstabilität, Offenmarktgeschäfte, Zinspolitik, Inflationsprognosen, TAF, PDCF, Krisenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die geldpolitischen Reaktionen der amerikanischen Fed und der europäischen EZB auf die Finanzkrise, die im Jahr 2007 begann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören geldpolitische Instrumentarien, die institutionelle Unabhängigkeit von Zentralbanken, krisenspezifische Liquiditätshilfen und deren Auswirkungen auf die Zinsstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bewertung der Güte und Effektivität der umgesetzten geldpolitischen Maßnahmen beider Zentralbanken im Hinblick auf die Stabilisierung des Finanzsystems.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine kritische Würdigung bestehender ökonometrischer Untersuchungen, um die Wirkung der Zentralbankmaßnahmen qualitativ zu bewerten.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Eingriffe während der Krise, wie z.B. die Einführung der Term Auction Facilities (TAF) und den Vergleich der Zinspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind Geldpolitik, Finanzkrise, LIBOR-OIS-Spread, Federal Reserve System und Europäisches System der Zentralbanken.
Warum war die TAF für die Federal Reserve so bedeutsam?
Die TAF ermöglichte es der Fed, einer breiteren Anzahl von Privatbanken Liquidität bereitzustellen, anstatt nur einen kleinen Kreis von Primary Dealern zu bedienen.
Wie unterscheidet sich die EZB in ihrer Zinspolitik von der Fed?
Während die Fed zu Beginn der Krise zügig die Zinsen senkte, agierte die EZB zögerlicher, da sie ihr primäres Ziel der Preisstabilität durch Inflationsrisiken gefährdet sah.
Welches Problem identifiziert der Autor am Ende der Arbeit?
Der Autor weist darauf hin, dass die Zentralbanken durch massive Liquiditätshilfen nun das Risiko „toxischer“ Wertpapiere in ihren Bilanzen tragen und sich an den Grenzen ihrer Wirksamkeit befinden.
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- Kerim Ben Hamida (Author), 2010, Geldpolitik der Fed und der EZB in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146695