Menschenrechte: Anspruch und politische Wirklichkeit. Menschenrechtsverletzungen am Beispiel Europas und des Nahen Ostens.
Die Menschenrechte, ein Grundrecht eines jeden Menschen?! Beinahe alle demokratischen Verfassungen beziehen sich heute auf die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte", aus dem Jahre 1948. Zwischen dem Anspruch dieser und der politischen Wirklichkeit bestehen jedoch erhebliche Differenzen, die im Verlauf dieser Arbeit an konkreten Beispielen aus Europa und dem Nahen Osten aufgezeigt werden. Es wird einem in dieser Arbeit verdeutlicht, dass der Kampf um die Menschenrechte noch immer allgegenwärtig ist...
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
I.1 Idee der Menschenrechte
II. Responsibility to Protect (R2P)
II.1 Staatszentriertheit?
II.2 Internationale Schutzverantwortung?
II.3 Souveräne Staatengleichheit vs Gewaltverbot vs Interventionsverbot
III. Politische Wirklichkeit: Menschenrechtsverletzungen
III.1 Amnesty International Jahresbericht 2008: Menschenrechtsverletzungen nach AI
III.2 Bosnien-Krieg: Das Massaker von Srebrenica
III.3 Irak-Krieg: Ein Krieg ohne Zustimmung des UN Sicherheitsrates
III.4 Die Macht und Ohnmacht der Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) / Menschenrechtsorganisationen
IV. Menschenrechte im kulturellen Diskurs
V. Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem theoretischen Anspruch der Menschenrechte und ihrer politischen Wirklichkeit. Dabei wird analysiert, inwieweit Menschenrechte als wirkungsvolles Instrument in der internationalen Politik fungieren können, wenn sie mit völkerrechtlichen Prinzipien wie Souveränität und Gewaltverbot kollidieren.
- Die Wirksamkeit der "Responsibility to Protect" (R2P)
- Die Rolle von Menschenrechtsverletzungen in Europa und dem Nahen Osten
- Die Grenzen und Möglichkeiten von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs)
- Der Konflikt zwischen kultureller Pluralität und universalen Werten
- Die Diskrepanz zwischen völkerrechtlicher Rhetorik und politischer Praxis
Auszug aus dem Buch
III.2 Bosnien-Krieg: Das Massaker von Srebrenica
Auslöser der Entstehung von schweren Menschenrechtsverletzungen beruhen oftmals auf ethnischen Gegebenheiten. So genannte “ethnische Säuberungen” sind dann nicht selten das Endresultat von Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Ethnien innerhalb eines nationalen Territoriums. Gründe dafür können territorialer, religiöser und/oder kultureller Art sein.
Der Bosnien-Krieg in Bosnien und Herzegowina, in dessen Verlauf auch das Massaker von Srebrenica seinen Lauf nahm, dauerte von 1992 bis 1995. Das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 ging als das “schwerste Kriegsverbrechen in Europa nach dem zweiten Weltkrieg” in die Weltgeschichte ein. In diesem Krieg wurden zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen begangen, das Massaker von Srebrenica wurde zum Völkermord eingestuft und ist ein Beispiel des kollektiven Scheiterns der internationalen Schutzverantwortung.
Hauptgrund des Bosnien-Krieges waren ethnische Auseinandersetzungen zwischen Serben und bosnischen Serben. Die bosnischen Serben verlangten einen eigenen Staat, die Serben befürworteten den Verbleib des jugoslawischen Staatenbundes.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in den Menschenrechtsgedanken und die Entstehung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.
II. Responsibility to Protect (R2P): Analyse der internationalen Schutzverantwortung und des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Souveränität und humanitärer Intervention.
III. Politische Wirklichkeit: Menschenrechtsverletzungen: Untersuchung der Diskrepanz zwischen menschenrechtlichen Normen und tatsächlichen Verbrechen anhand konkreter Fallbeispiele.
IV. Menschenrechte im kulturellen Diskurs: Erörterung der Herausforderungen, die sich aus der Universalität der Menschenrechte im Kontext verschiedener kultureller und religiöser Identitäten ergeben.
V. Schlussfolgerung: Synthese der Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Menschenrechtspolitik und den notwendigen Kampf um deren Durchsetzung.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Responsibility to Protect, R2P, Völkerrecht, Souveränität, Menschenrechtsverletzungen, Srebrenica, Irak-Krieg, Amnesty International, Nicht-Regierungsorganisationen, Intervention, Universalität, kultureller Pluralismus, UN-Sicherheitsrat, politische Wirklichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen dem idealistischen Anspruch der Menschenrechte und deren faktischer Durchsetzung in der internationalen Politik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die "Responsibility to Protect", völkerrechtliche Spannungsfelder bei Interventionen, der Schutz der Menschenrechte durch NGOs sowie die kulturelle Debatte über die Universalität dieser Rechte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob Menschenrechte in der heutigen politischen Wirklichkeit ein wirkungsvolles Instrument sind oder lediglich ein rhetorisches Aushängeschild der Staatengemeinschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich von völkerrechtlichen Verträgen und Menschenrechtsabkommen mit realpolitischen Ereignissen und Berichten anerkannter Organisationen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Responsibility to Protect, der Analyse von Menschenrechtsverletzungen (Bosnien-Krieg, Irak-Krieg) sowie der kritischen Untersuchung der Rolle von NGOs.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Souveränität, humanitäre Intervention, moralische Verantwortung, internationale Schutzverantwortung und kulturelle Relativität geprägt.
Warum wird das Massaker von Srebrenica als zentrales Beispiel gewählt?
Srebrenica dient als Paradebeispiel für das kollektive Scheitern der internationalen Schutzverantwortung und die Unzulänglichkeit militärischer UN-Einsätze zur Verhinderung von Genoziden.
Wie bewertet der Autor die Rolle von NGOs?
NGOs werden als zunehmend mächtige Akteure gesehen, die durch das Erzeugen von öffentlichem Druck und das Umgehen diplomatischer Schranken wichtige Arbeit leisten, jedoch bei der direkten Durchsetzung von Rechten gegen staatliche Interessen an ihre Grenzen stoßen.
Inwiefern beeinflusst der kulturelle Diskurs die Durchsetzung der Menschenrechte?
Der kulturelle Diskurs zeigt auf, dass der Vorwurf, Menschenrechte seien westlich geprägt, oft als Schutzschild für autokratische Regimes genutzt wird, um internationale Kritik und Interventionen abzuwehren.
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- Carsten Duif (Author), 2009, Menschenrechte - Anspruch und politische Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146715