1. Frage: Stellen Sie mit Bezug auf G. Freges Text „Über Sinn und
Bedeutung“ (1891) dar, wie Frege zu seiner These „Der Gedanke ist der Sinn eines Satzes“ gelangt und was mit dieser These gemeint ist.
2. Frage: Erläutern Sie a) die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen und stellen Sie b) W.v.O. Quines Kritik dieser Unterscheidung (in dem Text
„Two Dogmas of Empiricism“ von 1951) in ihren wesentlichen
Argumentationsschritten dar.
3. Frage: Erläutern Sie den Unterschied zwischen analytisch wahren und logisch wahren Aussagen.
1. Stellen Sie mit Bezug auf G. Freges Text „Über Sinn und Bedeutung“ (1891) dar, wie Frege zu seiner These „Der Gedanke ist der Sinn eines Satzes“ gelangt und was mit dieser These gemeint ist.
In „Über Sinn und Bedeutung“ setzt G. Frege die Termini Bedeutung, Sinn, Vorstellung, Wahrheitswert und Gedanke in Beziehung zueinander. Hierbei muss man beachten, dass er die Wörter Sinn und Bedeutung abweichend von alltagssprachlichem Gebrauch verwendet. Mit ‚Bedeutung’ meint Frege die Referenz eines Ausdrucks. Das was er ‚Sinn’ nennt, kommt dem nahe, was man für gewöhnlich als Bedeutung bezeichnet. Man könnte als Gleichung (1) aufstellen:
Sinn : Bedeutung = Bedeutung : Bezeichnung
(nach Frege) (heute übliche Terminologie)
Frege versteht also das Wort ‚Bedeutung’ mehr im etymologischen Sinn und verwendet es als ‘hindeuten auf einen Gegenstand’; somit entspricht es der heutigen Verwendung von ‚Bezeichnung’.
Um die Gedankengänge zu Freges These ‚Der Gedanke ist der Sinn eines Satzes’ darzustellen, werden hier die wichtigsten seiner Schritte noch einmal aufgestellt. Sein erster Schritt besteht darin, überhaupt nachzuweisen, dass Sätze einen Sinn haben
müssen. Schon Aristoteles hat in „De Interpretatione“ bei der Definition des Satzes angegeben, „Jeder Satz hat einen Sinn [semantikós] [...]“ (2). Frege beginnt seinen Text mit der Frage der Identität (Gleichheit) von Sätzen, er versucht zu beantworten ob diese Identität eine Beziehung ist und zwischen was diese Beziehung besteht. Er führt die beiden Sätze a = a und a = b auf, wobei sich im zweiten Satz eine Erweiterung unserer Erkenntnis findet. Zwischen diesen Zeichen (Eigennamen, Gegenstände) wird eine Beziehung behauptet, welche nur besteht, insofern diese Zeichen etwas bezeichnen.
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(1) Gleichung aus Brekle:1972, 63.
(2) Zitiert nach: Tugendhat/ Wolf: 2004, 23.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Frage: Stellen Sie mit Bezug auf G. Freges Text „Über Sinn und Bedeutung“ (1891) dar, wie Frege zu seiner These „Der Gedanke ist der Sinn eines Satzes“ gelangt und was mit dieser These gemeint ist.
- 1.1. Bedeutung und Sinn
- 1.2. Die Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung
- 1.3. Die Bedeutung eines Satzes
- 1.4. Der Gedanke als Sinn eines Satzes
- 2. Frage: Erläutern Sie a) die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen.
- 2.1. Analytische Aussagen
- 2.2. Synthetische Aussagen
- und stellen Sie b) W.v.O. Quines Kritik dieser Unterscheidung (in dem Text „Two Dogmas of Empiricism“ von 1951) in ihren wesentlichen Argumentationsschritten dar.
- 3. Frage: Erläutern Sie den Unterschied zwischen analytisch wahren und logisch wahren Aussagen.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit logisch-sprachphilosophischen Grundbegriffen und versucht, wichtige Konzepte zu erläutern und zu analysieren. Dabei werden die zentralen Arbeiten von Gottlob Frege und Willard Van Orman Quine herangezogen, um die Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung, analytischen und synthetischen Aussagen sowie analytisch wahren und logisch wahren Aussagen zu beleuchten.
- Die Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung nach Frege
- Die Bedeutung des Gedankens als Sinn eines Satzes
- Die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen
- Quines Kritik an der Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen
- Der Unterschied zwischen analytisch wahren und logisch wahren Aussagen
Zusammenfassung der Kapitel
Der Text ist in drei Hauptteile gegliedert, die sich mit den drei Fragestellungen befassen. Im ersten Teil wird Freges Theorie von Sinn und Bedeutung im Detail erläutert, wobei die verschiedenen Aspekte seiner Argumentation Schritt für Schritt dargestellt werden. Der zweite Teil behandelt die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen und Quines Kritik daran. Der dritte Teil schließlich befasst sich mit der Unterscheidung zwischen analytisch wahren und logisch wahren Aussagen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind Sinn, Bedeutung, Gedanke, analytische Aussage, synthetische Aussage, analytisch wahr, logisch wahr, Frege, Quine, „Über Sinn und Bedeutung“, „Two Dogmas of Empiricism“.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Gottlob Frege unter „Sinn“ und „Bedeutung“?
Für Frege ist die „Bedeutung“ die Referenz (der bezeichnete Gegenstand), während der „Sinn“ die Art des Gegebenseins dieses Gegenstands ist.
Warum ist für Frege „der Gedanke der Sinn eines Satzes“?
Ein Satz drückt einen Gedanken aus. Dieser Gedanke ist der objektive Inhalt, den jeder erfassen kann, und stellt somit den „Sinn“ des Satzes dar.
Was ist der Unterschied zwischen analytischen und synthetischen Aussagen?
Analytische Aussagen sind allein aufgrund der Bedeutung ihrer Begriffe wahr (z.B. „Junggesellen sind unverheiratet“), während synthetische Aussagen empirische Informationen über die Welt liefern.
Wie kritisiert W.v.O. Quine die Unterscheidung zwischen analytisch und synthetisch?
In „Two Dogmas of Empiricism“ argumentiert Quine, dass es keine scharfe Grenze gibt, da Begriffe oft zirkulär definiert werden und unser Wissen ein zusammenhängendes Netz bildet.
Was unterscheidet analytisch wahre von logisch wahren Aussagen?
Logisch wahre Aussagen bleiben wahr, wenn man alle außer den logischen Begriffen austauscht; analytisch wahre Aussagen hängen zusätzlich von der Bedeutung der nicht-logischen Begriffe ab.
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- M.A. Ulrike Hammer (Author), 2006, Propädeutische Logik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146793