Die folgende Hausarbeit soll sich mit dem Thema der Wienand-Steiner Affäre befassen. Da eine hinreichende Bearbeitung des Themas durch den gesetzten Rahmen dieser Hausarbeit unmöglich wäre, soll sich diese in erster Linie mit der Darstellung der Affäre, beziehungsweise mit der Illustration Wienands in der Presse der damaligen Zeit beschäftigen. Zunächst wird der gesamtgeschichtliche Kontext im Deutschland der frühen siebziger Jahre beschrieben werden, um so die Rahmenbedingungen aufzuzeigen, die grundliegend für ein Zustandekommen der Affäre waren. Im Anschluss daran erfolgt eine kurze Beschreibung der Person Wienands, um den Werdegang und die Stationen der Arbeit dessen zu verdeutlichen. Das Hauptthema der Arbeit, die Darstellung der Affäre und insbesondere der Person Wienands in der Presse setzt nun ein und geschieht im Verlauf der Erklärung der zur Affäre gehörenden Zusammenhänge. Um das Bild, dass von Wienand in der Presse bzw. durch die Presse herrschte zu vervollständigen, werden zudem Artikel vor der Affäre aufgezeigt werden, um so zum einen mögliche Unterschiede der Berichterstattung über ihn angemessener darstellen zu können und zum anderen, weil Informationen aus diesen Artikeln für den späteren Verlauf der Hausarbeit von Bedeutung sind, um die Unterschiede, respektive Gemeinsamkeiten in den Darstellungen vor und nach der Affäre zu analysieren. Daher wird auch die Pan-Inter-Affäre bündig an Hand von Presseberichterstattungen der betreffenden Jahrgänge beschrieben werden. Die Bilder und Karikaturen, auf die im Text eingegangen wird, sind im Anhang zu finden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Gesamtgeschichtlicher Kontext
1. Die politische Situation in der Bundesrepublik ab 1969
2. Konstruktives Misstrauensvotum
III. Karl Wienand
IV. Die Wienand-Steiner-Affäre und die Darstellung Wienands in der Presse
1. Wienands Darstellung vor der Steiner-Affäre
2. Die Darstellung im Zusammenhang mit der Wienand-Steiner-Affäre
V. Fazit
VI. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die mediale Darstellung des Politikers Karl Wienand während der sogenannten Wienand-Steiner-Affäre in den frühen 1970er Jahren. Dabei wird analysiert, wie Presseberichte und Karikaturen das öffentliche Bild des SPD-Politikers prägten, ihn vorverurteilten und maßgeblich zu seiner Stigmatisierung als unglaubwürdige Person beitrugen.
- Analyse des politisch-historischen Kontextes der sozialliberalen Koalition
- Untersuchung der Rolle von Karl Wienand als einflussreiche Figur der SPD
- Vergleich der Berichterstattung vor und während der Wienand-Steiner-Affäre
- Auswertung von Presseartikeln und Karikaturen hinsichtlich ihrer suggestiven Wirkung
- Betrachtung der Auswirkungen medialer Kampagnen auf die öffentliche Politikverdrossenheit
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung im Zusammenhang mit der Wienand-Steiner-Affäre
Nach dem gescheiterten Misstrauensvotum wurde in Bonn ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, dessen Auftrag es war zu klären, ob Bundestagsabgeordnete bei der Abstimmung bestochen worden waren, was durch die Medien bereits kurze Zeit nach dieser in Frage gestellt wurde, so beispielsweise durch den bei einem Bericht hervorgehobenen Satz „Wer war korrumpiert?“. Die Einsetzung geschah auf Verlangen der Opposition, die klären wollte, welche Abgeordneten aus der eigenen Reihe gegen den eigenen Kandidaten votiert hatten. Anlass für die Vermutung der Bestechung lieferte der CDU-Abgeordnete Julius Steiner, da dieser gegenüber Spiegelredakteuren im Frühjahr 1973 zugab, sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten und zu haben, was in seinen Augen dieselbe Wirkung wie ein “Nein“ hatte. Im Zuge dieses Eingeständnisses erklärte Steiner auch, er sei ebenfalls als Doppelagent für die DDR und für Bonn tätig, habe dies allerdings gegenüber der Bundesregierung und anderen hohen Stellen deutlich gemacht, lediglich der CDU-Führung sei dies nicht bekannt, da er kein Vertrauen in diese besitzen würde. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es täglich neue Gerüchte über mögliche Bestechlichkeit von Abgeordneten, was sich auch in der Form von Karikaturen in der zeitlichen Presse zeigte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Wienand-Steiner-Affäre ein und erläutert die Zielsetzung, die Darstellung Wienands in der zeitgenössischen Presse zu analysieren.
II. Gesamtgeschichtlicher Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die politische Situation der Bundesrepublik ab 1969 und das konstruktive Misstrauensvotum als Rahmenbedingungen der Affäre.
III. Karl Wienand: Hier wird der politische Werdegang von Karl Wienand sowie seine bedeutende Rolle innerhalb der SPD-Fraktion beschrieben.
IV. Die Wienand-Steiner-Affäre und die Darstellung Wienands in der Presse: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die negative Berichterstattung über Wienand, angefangen bei der Pan-International-Affäre bis hin zu den Vorwürfen der Bestechung im Zuge der Steiner-Affäre.
V. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Wienand durch die Presse massiv verunglimpft und trotz fehlender Beweise frühzeitig vorverurteilt wurde.
VI. Ausblick: Der Ausblick gibt einen Überblick über das weitere Leben und die zahlreichen, teils bis in die 90er Jahre reichenden, gerichtlichen Auseinandersetzungen Wienands.
Schlüsselwörter
Karl Wienand, Wienand-Steiner-Affäre, Politische Korruption, Presseberichterstattung, Medienwirkung, SPD, Bundestag, Untersuchungsausschuss, Karikaturen, Skandal, Politische Geschichte, Bundesrepublik Deutschland, Glaubwürdigkeit, Vorverurteilung, Politikverdrossenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die mediale Inszenierung und Berichterstattung über den SPD-Politiker Karl Wienand während der politischen Krisenzeiten Anfang der 1970er Jahre, insbesondere im Kontext der Wienand-Steiner-Affäre.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Zu den zentralen Themen gehören die politische Instabilität der sozialliberalen Koalition, der Einfluss von Korruptionsvorwürfen auf die parlamentarische Demokratie und die Macht der Presse bei der öffentlichen Stigmatisierung von Politikern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, wie durch einseitige Berichterstattung und den gezielten Einsatz von Karikaturen das öffentliche Bild von Karl Wienand systematisch negativ geformt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Analyse von zeitgenössischen Presseberichten und Karikaturen, ergänzt durch historische Quellen und Literatur zum politischen Werdegang von Karl Wienand.
Was ist der inhaltliche Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Vorwürfe der Bestechung im Zusammenhang mit der Steiner-Affäre und wie Medien diese nutzten, um Wienands Glaubwürdigkeit nachhaltig zu untergraben.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Wienand-Steiner-Affäre, mediale Vorverurteilung, politische Korruption, deutsche Zeitgeschichte und der Einfluss der Presse auf das Vertrauen in die Demokratie.
Wie unterschied sich die Berichterstattung über Steiner von der über Wienand?
Laut der Analyse wurde Steiner im Vergleich zu Wienand in der Presse in deutlich geringerem Maße negativ dargestellt, obwohl auch gegen ihn schwerwiegende Vorwürfe vorlagen.
Welche Rolle spielte die Pan-International-Affäre für das Bild Wienands?
Die Pan-International-Affäre bildete eine Vorbelastung für das mediale Ansehen Wienands, die von den Medien später in die Steiner-Affäre übertragen wurde, um ein Muster der Unwahrheit zu suggerieren.
Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der Arbeitsweise des Untersuchungsausschusses?
Die Arbeit stellt fest, dass der Ausschuss keine Beweise für eine Schuld Wienands finden konnte, die mediale Wirkung jedoch bereits vor Abschluss der Untersuchungen auf eine vorzeitige Schuldzuweisung fixiert war.
Wie bewertet das Dokument die langfristigen Folgen für die Bevölkerung?
Durch die Art der Berichterstattung wurde eine ausgeprägte Politikverdrossenheit in der Bevölkerung geschürt, da den Lesern vermittelt wurde, dass politische Korruption weit verbreitet und das System grundsätzlich korrupt sei.
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- Stefan Langenbach (Autor), 2008, Die Darstellung der Wienand-Steiner Affäre und Karl Wienands in der Presse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146866