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Zwischen Idealisierung und Entwertung - Zur Identitätsbildung behinderter Menschen

Title: Zwischen Idealisierung und Entwertung - Zur Identitätsbildung behinderter Menschen

Essay , 2010 , 6 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yvonne Kohl (Author)

Psychology - Social Psychology
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Die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und Akzeptanz des eigenen Körpers von Menschen mit Behinderungen wirft viele Fragen auf. Wie meistern die Menschen den Übergang von eigenen befremdlichen Gefühlen sich selbst gegenüber bis hin zur Akzeptanz und Annahme? Wie gehen sie damit um, wenn sie feststellen, dass sie einer chronischen Krankheit unterliegen, Opfer eines Unfalls sind und mit daraus resultierenden Folgen zu kämpfen haben. Wie stellt sich ihre Sichtweise dar, hinsichtlich einer angeborenen Einschränkung, die oftmals von außen einer negativen Stigmatisierung unterliegt? Welche Prozesse sind dafür verantwortlich, dass sie sich gegenüber gesellschaftlichen Dogmen und Herausforderungen emanzipieren. Eine "positive Identitätsfindung" ist die Herausforderung, der sich in diesem Text gewidmet werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretische Grundlagen der Identitätsbildung

1.1 Identitätsbegriff und psychosoziale Konzepte

1.2 Identitätsbildung bei behinderten Menschen im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen

2. Stigmatisierung und der Einfluss gesellschaftlicher Normen

2.1 Erving Goffman: Stigma und Identitätsdiskrepanz

2.2 Historischer Bedeutungswandel und Mythenbildung

3. Idealisierung und Entwertung als Pole der Identitätskonstruktion

3.1 Das „Vorbild“-Phänomen und dessen Auswirkungen

3.2 Reaktionen des Umfelds und Auswirkungen auf das Selbstbild

4. Wertetransformation nach Beatrice Wright

4.1 Ansätze zur Überwindung von Stigmatisierung durch Wertewandel

4.2 Kritische Reflexion zur Umsetzbarkeit in der Gesellschaft

5. Fazit und Ausblick zur gesellschaftlichen Veränderung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Prozesse der Identitätsbildung von Menschen mit Behinderungen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Entwertung und Idealisierung kritisch zu untersuchen und dabei die theoretischen Ansätze von Rebecca Maskos zu analysieren.

  • Psychosoziale Konzepte der Identitätsbildung und deren Anwendbarkeit auf Behinderung.
  • Die Rolle von Stigmatisierungsprozessen nach Erving Goffman.
  • Die psychologische Belastung durch gesellschaftliche Idealisierung ("Vorbild"-Phänomen) und Entwertung.
  • Diskussion von Wertetransformationsmodellen wie dem "value change" nach Beatrice Wright.
  • Kritische Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen von Teilhabe und Anerkennung.

Auszug aus dem Buch

Zwischen Idealisierung und Entwertung – Zur Identitätsbildung behinderter Menschen

Die Krönung in puncto „Mitdenken“ findet sich dann in dem Gedanken, ein nicht lebenswertes Leben zu führen. Diese kognitiven Prozesse finden zudem noch negative Unterstützung von dem „Wohlwollen“ des Umfeldes. Jenes Umfeld, was die Belastung einfach nicht mehr erträgt und sich soviel Mühe gegeben hat, bis es zu dem Schluss gekommen ist, dass der Betroffene eigentlich besser dran wäre, wenn das Elend (sein Leben) ein Ende hätte. Passend scheint hier das von der Autorin herangezogene Beispiel des querschnittsgelähmten Journalisten John Hockenberry über die Zeit nach seinem Autounfall.

Dieser beschreibt anschaulich in der aufgeführten Textpassage, dass das sogenannte Umfeld einen Suizid aufgrund seiner Tragödie für sinnvoller halten würde, als das Leben, was er nun führen müsse. Auch wenn dieses Beispiel nicht dazu verleiten sollte, jene fassungslosen Haltungen als „Norm“ zu deklarieren, so sollte es doch als ein deutliches Warnzeichen wahrgenommen werden. Wer sich hier mit welchem Recht eigentlich anmaßt, den sogenannten Sinn und die Würde eines anderen Lebens zu bestimmen, bleibt wohl mehr als fragwürdig! An dieser Stelle sei jedoch auch angemerkt, dass der Prozess, sich mit einer einschneidenden Veränderung zu „arrangieren“, welcher Art von Einschränkung auch immer, sowohl für die Seite des Betroffenen, als auch für die Seite des Umfeldes möglicherweise die komplette Biografie eines Menschen ändert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretische Grundlagen der Identitätsbildung: Dieses Kapitel führt in den Identitätsbegriff ein und kontrastiert klassische psychosoziale Entwicklungsmodelle mit den spezifischen Herausforderungen behinderter Menschen.

2. Stigmatisierung und der Einfluss gesellschaftlicher Normen: Hier wird mittels Goffmans Stigmatheorie aufgezeigt, wie gesellschaftliche Normvorstellungen und historische Mythen zur Ausgrenzung und Abwertung behinderter Menschen beitragen.

3. Idealisierung und Entwertung als Pole der Identitätskonstruktion: Das Kapitel beleuchtet, wie mediale Idealisierungen (z.B. der "Held") und die gleichzeitige Entwertung das Selbstbild der Betroffenen unter Druck setzen.

4. Wertetransformation nach Beatrice Wright: Hier wird das Konzept des "value change" als Strategie zur Identitätsstärkung diskutiert, jedoch hinsichtlich seiner realistischen Umsetzbarkeit kritisch hinterfragt.

5. Fazit und Ausblick zur gesellschaftlichen Veränderung: Abschließend wird gefordert, dass echte Teilhabe statt Anpassung an gesellschaftliche Leistungsdogmen das Ziel sein muss, um Identität grundlegend neu zu definieren.

Schlüsselwörter

Identitätsbildung, Behinderung, Stigmatisierung, Idealisierung, Entwertung, Inklusion, Wertetransformation, Beatrice Wright, Erving Goffman, Selbstbild, gesellschaftliche Normen, Teilhabe, Emanzipation, Behindertenbewegung, Psychologie der Behinderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Prozessen der Identitätsbildung von Menschen mit Behinderungen, die durch ein gesellschaftliches Spannungsfeld zwischen der Entwertung ihrer Existenz und der Idealisierung durch "Heldenbilder" geprägt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Stigmatisierung nach Erving Goffman, die Theorie der Wertetransformation nach Beatrice Wright sowie die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Leistungs- und Normvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze zur Identitätsbildung bei Behinderung zu prüfen und aufzuzeigen, inwieweit diese die reale Lebenswelt und die emanzipatorischen Bestrebungen der Betroffenen abbilden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die auf den Schriften von Rebecca Maskos sowie weiteren soziologischen und psychologischen Konzepten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen von Stigma und Normalitätsvorstellungen sowie die psychologische Verarbeitung von Behinderung durch die Transformation eigener Wertesysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Identitätsbildung, Behinderung, Stigmatisierung, Wertetransformation und gesellschaftliche Normen definieren.

Inwiefern beeinflusst das Umfeld die Identitätsfindung?

Das Umfeld übt durch "Wohlwollen", das oft in Mitleid umschlägt, oder durch unrealistische Erwartungen einen starken Druck aus, der den Betroffenen das Gefühl vermitteln kann, ihr Leben sei weniger wertvoll.

Warum wird das "Vorbild"-Modell kritisch gesehen?

Weil es die individuellen, realen Herausforderungen behinderter Menschen ausblendet und sie stattdessen auf eine mediale Heldenfigur reduziert, was den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen nicht gerecht wird.

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Details

Title
Zwischen Idealisierung und Entwertung - Zur Identitätsbildung behinderter Menschen
College
University of Applied Sciences Stendal
Course
Modelle der Behinderung
Grade
1,7
Author
Yvonne Kohl (Author)
Publication Year
2010
Pages
6
Catalog Number
V146884
ISBN (eBook)
9783640583935
Language
German
Tags
Idealisierung Entwertung Identitätsbildung behinderter Menschen Begriff Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Kohl (Author), 2010, Zwischen Idealisierung und Entwertung - Zur Identitätsbildung behinderter Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146884
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