Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Zum Menschenbild in den Tragödien des Sophokles

Title: Zum Menschenbild in den Tragödien des Sophokles

Research Paper (undergraduate) , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Bauer (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Ein echtes Kunstwerk bleibt, wie ein Naturwerk, für unsern Verstand immer unendlich; es wird angeschaut, empfunden; es wirkt, es kann aber nicht eigentlich erkannt, viel weniger sein Wesen, sein Verdienst mit Worten ausgesprochen werden.“
Die griechische Tragödie ist unbestritten ein großes Kunstwerk. Als eigentlicher Schöpfer dieser Kunstform galt in der Antike Thespis, der im 6.Jahrhundert v.Chr. dem Chor einen Schauspieler mit Sprechversen gegenübertreten ließ. Mit der griechischen Tragödie sind untrennbar die Namen Aischylos, Euripides und Sophokles verbunden, Aristoteles bezeichnet in seiner Abhandlung De Poetika, sogar Euripides als den tragischsten aller Dichter.
Tragödie heißt wörtlich übersetzt Bockgesang. Die Mehrheit der Philologen verstehen darunter einen „Gesang zu den Böcken“, einen Gesang von Schauspielern welche sich als Satyrn verkleidet haben. Als die Tragödie zum ersten Mal in der Geschichte zum Vorschein tritt, war sie schon fest in den dionysischen Kult, der in Frühjahr von den Athenern gefeiert wurde, eingebunden.
Bei dem hier gesagten möchte ich es belassen. Es gibt viele Theorien über die Entstehung und die Wirkung der griechischen Tragödie. Wie wir oben von Goethe schon gehört haben, ist ein Kunstwerk für unseren Verstand eigentlich nicht erkenntlich und gerade darin liegt das Kunstvolle eines Kunstwerkes, das Unendliche mit endlichen Mitteln darzustellen. Dies soll aber nicht heißen, dass man sich überhaupt nicht mit der Analyse eines Kunstwerks beschäftigen soll.
Ich möchte mich in diesem Aufsatz mit der Anthropologie oder besser gesagt, mit dem Menschenbild in den Tragödien des Dichters Sophokles beschäftigen. Die drei großen griechischen Dramatiker, Aischylos, Euripides und Sophokles überschneiden sich oft mit den Themen und auch ihre Schaffenszeiten, jedoch finde ich, kann man einige Unterschiede im Detail ausmachen, vor allem, wenn es um die Fragen nach dem Menschenbild in ihren Tragödien geht.
Hier soll nun der Frage nach der Anthropologie von Sophokles nachgegangen werden. Sophokles hat, nach Lesky, in seinen Tragödien mit die tragischsten Gestalten der attischen Bühne geschaffen.
Wie sieht Sophokles den Menschen in seinen Tragödien?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

A) Das Umfeld (Lebenswirklichkeit)

B) Der Mythos

C) Tragödie: Verbindung von Mythos und Logos

D) Was ist der Mensch?

III. Schluss: Konsequenzen für unsere Zeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Menschenbild in den Tragödien von Sophokles, um zu ergründen, wie der Dichter das Wesen des Menschen im Spannungsfeld zwischen göttlicher Bestimmung und menschlichem Handeln darstellt. Dabei wird insbesondere das Drama "König Ödipus" analysiert, um die anthropologischen Grundzüge von Pflichtbewusstsein und Schicksalsergebenheit herauszuarbeiten.

  • Die historische Lebenswirklichkeit und das kulturelle Umfeld des Sophokles.
  • Die Bedeutung von Mythos und Logos in der antiken griechischen Tragödie.
  • Analyse der Protagonisten König Ödipus und Iokaste als anthropologische Typen.
  • Die philosophische Reflexion über menschliche Freiheit und göttliche Grenzen.
  • Aktualität der antiken Selbsterkenntnis ("Erkenne dich selbst") für die moderne Zeit.

Auszug aus dem Buch

Was ist der Mensch?

Bei Sophokles können wir sehen, dass der Mensch von den Göttern entfernt ist und ihnen gleichsam in ihrem Bereich gegenüber steht. Für Sophokles rückt die einzelne Persönlichkeit in den Mittelpunkt seiner Tragödien. Das Wort Person soll nach der überwiegenden Mehrheit der Philologen seinen Ursprung in der Tragödie haben. Das Wort personare heißt hindurchtönen, durch die Maske tönen. Man könnte also sagen, dass mit Person das gemeint ist, was durch den Körper, durch das Sichtbare und Veränderbare hindurchtönt, was unveränderbar ist.

Dieses Unveränderbare im veränderlichen Körper steht nun in einer besonderen Beziehung zu den Göttern aber auch in Beziehung zu seiner Umwelt und den Mitmenschen. Ich möchte jetzt einen Blick auf das wohl wirkungsmächtigste Drama von Sophokles, König Ödipus, werfen, um einen Eindruck zu bekommen, wie Sophokles den Menschen sah. Mit Albin Lesky kann man sagen, dass König Ödipus „das Kernstück der tragischen Dichtung des Sophokles“ ist und somit auch das Hauptdrama für unsere anthropologischen Untersuchungen.

Die Hauptfigur, König Ödipus wird am Anfang des Dramas vom Dichter am Höhepunkt seiner Macht, in seinen tiefen menschlichen Eigenschaften gezeigt. Das Volk jedoch verehrt Ödipus als einen Menschen, der mit göttlicher Macht, große Dinge vollbringen kann. „Du befreitest unsre Stadt von dem Tribut, den wir der wilden Sphinx entrichteten. Doch hatten wir dich vorher gar nicht eingeweiht in unsre Not, nein, mit dem Beistand einer Gottheit hast du, so unser fester Glaube, uns errettet!“ Der Herrscher hat großes Mitleid mit seinem Volk und zeigt Verantwortungsbewusstsein, indem er gleich jemanden zum Orakel schickt, um herauszufinden, was denn der Ursprung des großen Übels, der Pest ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der griechischen Tragödie als Kunstwerk und führt in die Fragestellung nach dem Menschenbild bei Sophokles ein.

II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert das historische Umfeld des Sophokles, die mythologischen Grundlagen, die Synthese von Mythos und Logos sowie anhand von "König Ödipus" das konkrete Menschenbild des Dichters.

III. Schluss: Konsequenzen für unsere Zeit: Das Schlusskapitel überträgt die antike Forderung nach Selbsterkenntnis auf die heutige Zeit und diskutiert die menschliche Verantwortung im Angesicht moderner technischer Möglichkeiten.

Schlüsselwörter

Sophokles, König Ödipus, Griechische Tragödie, Menschenbild, Anthropologie, Mythos, Logos, Schicksal, Selbsterkenntnis, Antike, Polis, Götter, Verantwortung, Existenz, Daimonion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen und anthropologischen Betrachtung des Menschenbildes in den Tragödien des antiken Dichters Sophokles.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Lebenswelt Athens, die mythologischen Mächte, das Verhältnis von Mensch zu Gott sowie die Verbindung von Schicksal und menschlichem Handeln.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die zentrale Frage ist, wie Sophokles den Menschen in seinen Tragödien darstellt und welche Sicht auf die menschliche Existenz sich daraus ableiten lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und philosophiegeschichtliche Analyse angewandt, die auf der Untersuchung zentraler Texte und dem Rückgriff auf anerkannte Sekundärliteratur (wie Albin Lesky) basiert.

Was ist das zentrale inhaltliche Thema des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Lebensumfeldes, der Götterwelt, der dramatischen Struktur von Mythos und Logos sowie der detaillierten Charakteranalyse von Ödipus und Iokaste.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?

Die Keywords spiegeln das Spannungsfeld zwischen der antiken Mythologie und der zeitlosen philosophischen Frage nach dem menschlichen Selbstverständnis wider.

Welche Rolle spielt "König Ödipus" innerhalb der Argumentation?

Das Drama fungiert als zentrales Fallbeispiel, an dem Sophokles' Verständnis der tragischen Existenz und der menschlichen Würde gegenüber göttlichen Mächten exemplarisch verdeutlicht wird.

Wie kontrastiert der Autor Ödipus und Iokaste?

Ödipus wird als pflichtbewusster, leidenschaftlich nach Erkenntnis strebender Herrscher gezeichnet, während Iokaste als leichtfertige Figur dargestellt wird, die versucht, sich den göttlichen Orakelsprüchen zu entziehen.

Warum bezieht der Autor die "Konsequenzen für unsere Zeit" mit ein?

Um die Relevanz antiker Weisheit für den modernen Menschen aufzuzeigen, der durch technologischen Fortschritt die Gefahr läuft, seine eigene Grenzhaftigkeit und Verantwortung zu vergessen.

Was bedeutet der in der Arbeit häufig zitierte Orakelspruch "Erkenne dich selbst"?

Es ist ein Appell an den Menschen, sich seines Wesens, seiner Möglichkeiten und vor allem seiner existentiellen Grenzen gegenüber dem Transzendenten bewusst zu werden.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Zum Menschenbild in den Tragödien des Sophokles
College
University of Koblenz-Landau
Grade
1,3
Author
Thomas Bauer (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V146936
ISBN (eBook)
9783640573677
ISBN (Book)
9783640573486
Language
German
Tags
griechische Tragödie Sophokles Menschenbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Bauer (Author), 2005, Zum Menschenbild in den Tragödien des Sophokles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146936
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint